Köln, 04.09.2015/APD   Die Heilsarmee engagiert sich in Deutschland derzeit mit einer Reihe von Angeboten in der Flüchtlingshilfe. Für die Betreuung von größeren Projekten fehlten zwar die Mitarbeiter und die finanziellen Mittel, „aber da, wo wir bereits etwas tun können, sind wir auch aktiv“, sagte Majorin Marianne Meyner, die als Programm-Direktorin für die inhaltliche und konzeptionelle Arbeit der Gemeinden und Einrichtungen verantwortlich ist.

Unterkünfte
So habe die Gemeinde der Heilsarmee in Leipzig zehn Syrer und zwei Iraker in ihren Räumlichkeiten untergebracht und biete darüber hinaus verschiedene Programme wie Fußballturniere, ein Spielmobil und Deutschkurse an. Ein weiteres Angebot sei der Transport von Sachspenden und Möbeln in Flüchtlingsunterkünfte und -wohnungen. Allein im August seien etwa 50 Familien mit Kleidung, Möbel, Haushaltswaren und Transporten unterstützt worden.

In Naumburg habe die Heilsarmee eine syrische Familie in einer zuletzt leer stehenden Wohnung einquartiert, die sonst für die Suchthilfe-Arbeit genutzt werde. Die Gemeinde habe zudem in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in ihren Räumlichkeiten das „Café Miteinander“ eröffnet, wo Netzwerktreffen der Flüchtlingsarbeit stattfänden und auch die Flüchtlinge selbst willkommen wären.

In Dresden wohnten in einem von der Heilsarmee betriebenen Übergangswohnheim ebenfalls Flüchtlinge. Hier seien zwei obdachlose Syrer untergebracht. Auch im Wohn- und Übernachtungsheim in Göttingen würden auf Anfrage des Jugendamtes gerade drei Doppelzimmer für sechs unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet, die vorwiegend aus Afghanistan stammten. Die Heilsarmee-Gemeinde Chemnitz-Kaßberg habe der Kommune angeboten, eine sozialpädagogisch begleitete Wohngruppe für jugendliche Flüchtlinge einzurichten. In Gelsenkirchen habe die Heilsarmee der Stadt eine leer stehende Wohnung für eine Familie angeboten.

Sprachkurse und weitere Angebote
Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache gehöre ebenfalls zum Programm der Heilsarmee. So stelle die Gemeinde in Guben kostenlos ihre Räume für einen Deutsch-Sprachkurs zur Verfügung, den ein Rentner ehrenamtlich zweimal pro Woche für Flüchtlinge aus Eritrea und Syrien durchführe. In der Gemeinde Köln würden zwei Heilsarmee-Mitglieder mittwochs und freitags Flüchtlingen Deutschunterricht geben. Auch in Barmstedt engagiere sich die Heilsarmee beim Sprachunterricht sowie bei der Gestaltung von weiteren Freizeitaktivitäten.

„McTurtle“ ist das mobile Kinderprogramm der Heilsarmee. Das aus Chemnitz stammende Mitarbeiterteam veranstalte dieses Programm auch in Greiz und Gera. Hier würden Flüchtlingskinder aus Gemeinschaftsunterkünften abgeholt, sodass sie das Angebot nutzen könnten.

Nahrung und Kleidung
Flüchtlinge suchten auch zunehmend die bereits vorhandenen Angebote der Heilsarmee auf, stellte Majorin Marianne Meyner fest. Dazu zählten die verschiedenen Begegnungscafés und Wärmestuben, die Essens- und Lebensmittelausgaben sowie die Kleiderkammern und Second-Hand-Läden.

Auch das geistliche Angebot der Heilsarmee werde bei Bedarf mit wenig Aufwand an die Bedürfnisse von Flüchtlingen angepasst. An einem Sonntag im August habe beispielsweise die Gemeinde in Düsseldorf Besuch von 25 Flüchtlingen erhalten, die gerade erst in einer benachbarten Unterkunft eingetroffen waren. Spontan sei daraufhin der Gottesdienst in Deutsch und Englisch abgehalten worden. In Solingen hätten die Heilsarmee-Musiker ihre Probe ausfallen lassen, um ein Flüchtlingsheim zu besuchen und den Menschen dort ein wenig Freude zu bringen. Eine ähnliche Idee habe die Musikkapelle aus Gelsenkirchen gehabt, die in einem Flüchtlingsheim in Herne spielte. Dort werde die Heilsarmee auf Anfrage des Flüchtlingsausschusses der Stadt auch die „Familienwerkstatt“ anbieten, ein besonderes Programm für Familien, das Beratungsgespräche mit Erwachsenen sowie ein Kinderprogramm und gemeinsames Singen umfasse.

Ausschüsse und Netzwerke
Die Heilsarmee sei in mehreren Orten in – zum Teil kommunalen – Ausschüssen und Netzwerken vertreten, die sich um die Flüchtlingshilfe kümmern, und kooperiere zudem mit weiteren Partnern, wie Hilfsorganisationen, Ämtern und Einrichtungen. So arbeite die Heilsarmee in Leipzig mit den Johannitern, dem Sozialamt und dem Flüchtlingsrat zusammen. In Guben sei sie im Netzwerk „Flucht und Migration“ vertreten, das unter anderem Begegnungsfeste für Bürger und Flüchtlinge organisiere. In Herne arbeite sie im Flüchtlingsausschuss mit und in Barmstedt in einer entsprechenden Arbeitsgruppe der Stadt. In Bonn engagiere sie sich in der Flüchtlingshilfe der Nordstadt.

Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung, die sich in 127 Ländern engagiert. Sie sieht ihre Aufgabe darin, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschlicher Not ohne Ansehen der Person zu begegnen. Sie hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 1,7 Millionen Mitglieder, etwa 26.000 Offiziere (Geistliche) und fast 108.000 Angestellte. In Deutschland zählt die Heilsarmee rund 1.450 Mitglieder.

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