© Foto: Hospiz Friedensberg

Lauchhammer/Brandenburg, 24.05.2017/APD   Nach einjähriger Bauzeit wurde im Mai ein 53 Quadratmeter großer Begegnungs- und Aufenthaltsraum im Hospiz Friedensberg in Lauchhammer im Süden Brandenburgs im Landkreis Oberspreewald-Lausitz eingeweiht. Der Anbau war nötig geworden, weil das Bedürfnis der Gäste des Hauses viel größer war als ursprünglich erwartet. Viele wollen die letzten Tage ihres Lebens nicht nur hervorragend gepflegt und umsorgt im eigenen Zimmer und Bett verbringen und ansonsten in Ruhe gelassen werden. Sie wollen das Leben noch einmal spüren, wollen es mit allen Sinnen erleben, ehe sie es hergeben müssen.

Je mehr Lebensqualität umso mehr Tage
Lothar Scheel, Vorsitzender des Trägervereins AWW Hospiz Südbrandenburg e.V., verwies dabei auf einen Leitgedanken der englischen Krankenschwester und Pionierin in der modernen Hospizbewegung, Cicely Sounders: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu geben.“ Das sei auch das Motto im Hospiz Friedensberg. Aber es habe sich auch gezeigt, dass die Umkehrung des Satzes zutreffe: „Je mehr Lebensqualität am Ende des Lebens möglich ist, umso mehr Tage gewinnen Menschen, blühen geradezu noch einmal auf, ehe sie verlöschen“, so Scheel.

Ein Raum zum Feiern und miteinander Reden
Mancher Gast sei bereits seit Monaten im Haus, obwohl die Prognose anfangs nur wenige Tage betragen habe, betonte Georg Remmert, der Geschäftsführer des Hospiz Friedensberg. Deshalb sei es notwendig gewesen, dem Leben und Lebenswillen auch einen entsprechenden Raum zu geben. 53 Quadratmeter wären nicht viel für die zehn Gäste des Hauses und seien doch unendlich viel, wenn man in einer schönen Atmosphäre noch einmal gemeinsam Geburtstag feiern, ein Konzert hören und Kultur erleben oder einfach nur zusammen sitzen, reden und dabei einen Tee oder Kaffee trinken könne, gab Remmert zu bedenken.

Dass die Erstellung diese Raumes mit einer Unterkellerung als Lagerraum so viel wie ein Einfamilienhaus gekostet habe, wäre dabei nicht so wichtig, äußerte Lothar Scheel. Der eigentliche Wert sei nicht der dazu gekommene Raum, sondern das hinzugewonnene Leben. Viele Freunde, Sponsoren und Spender aus der Region und darüber hinaus hätten dazu beigetragen, dass dieses Projekt Wirklichkeit werden konnte. Den Architekten sei es gelungen, den Anbau „organisch“ in das bestehende Gebäude einzufügen, so als wäre es nie anders gewesen.

Bewährte Zusammenarbeit
Das Hospiz in Lauchhammer in der Trägerschaft des AWW Hospiz Südbrandenburg e.V. wird gemeinsam vom Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), dem Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, und dem ehrenamtlichen Hospizdienst Oberspreewald Lausitz e.V. verantwortet. Die Zusammenarbeit zweier verschiedener Partner besteht seit 2006 und habe sich laut Scheel in den Jahren ihres Bestehens bewährt und gefestigt. Pastor Michael Götz (Berlin) stehe als Seelsorger des Hospizes an ein bis zwei Tagen in der Woche den Gästen und ihren Angehörigen zur Verfügung. Christen verschiedener Konfessionen ebenso wie Religionslose würden das Angebot der Seelsorge oder begleitender Gespräche gern in Anspruch nehmen und seien dankbar, die letzte Wegstrecke nicht allein gehen zu müssen, informierte Lothar Scheel. Weiteres zum Hospiz Friedensberg im Internet unter www.hospiz-friedensberg.de

Hospizarbeit auch in Uelzen und Berlin
Neben der Beteiligung am Hospiz in Lauchhammer unterhält das Advent-Wohlfahrtswerk seit 2014 das Hospiz am Stadtwald in Uelzen mit elf Plätzen für schwerstkranke und sterbende Menschen aus der Region. Informationen dazu unter https://hospiz-am-stadtwald.de/

Bereits 2009 wurde vom Advent-Wohlfahrtswerk der AWW Hospiz Berlin e. V. gegründet, ein ambulanter Hospizverein mit etwa 20 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern koordiniert von der Diplom-Psychologin Aristide Proksch. Der Verein unterhält neben einer Beratungsstelle ein „Trauercafé“ und einen „Hospizladen“. Siehe auch www.aww-hospizberlin.de

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