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Buchrezension
Wolfgang Dünnebeil, "Gemeinde am Puls der Zeit. Analysen, Beobachtungen und Anregungen für die Gemeinde", Hänssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart, 1997, Paperback, 144 Seiten, 14,95 DM, ISBN 3-7751-2820-4.
"Wer nicht mehr vor die Haustür schaut, verliert auch im Haus eine realistische Einschätzung der Situation." Gerade christliche Gemeinden stehen in der Gefahr, sich nur noch mit sich selbst zu beschäftigen und dabei die Denkweise, Wünsche und Bedürfnisse des Mitmenschen aus dem Auge zu verlieren. Es geht dem Autor nicht darum, eine allgemeine Situationsbeschreibung anzufertigen, sondern Ansätze für die Verkündigung des Evangeliums und die Ausgestaltung des Gemeindelebens zu entdecken. Dabei muß zunächst sorgfältig der Adressat der frohen Botschaft von Jesus Christus in seinem Lebensumfeld und seiner Denkweise erkannt werden. Nach dem Blick "vor die Haustür" folgen die Konsequenzen für die Gemeindearbeit. Da muß manch Altgewohntes verändert werden, will man wirklich dem Mitmenschen helfen und nicht nur fromme Sprüche verbreiten. Kurzgefaßt und praktisch erläutert der Autor, wie eine christliche Gemeinde den Menschen im neuen Jahrtausend begegnen kann. Holger Teubert
Herbert Vinçon, "Die Feste des Christentums. Woher sie kommen - wie sie gefeiert werden", Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 1997, Paperback, 128 Seiten, 16,80 DM, ISBN 3-579-01127-8.
Was heißt Fronleichnam, ist Silvester eigentlich ein christliches Fest, und warum feiern Katholiken Allerseelen? Auf diese und viele andere Fragen antwortet der Autor in seinem Buch, das die wichtigsten evangelischen und katholischen Feiertage erläutert. Dargestellt werden ihre Bedeutung, Herkunft und Festgebräuche. Selbst ein säkularer Zeitgenosse, der mit der Kirche nicht mehr viel anfangen kann, findet hier Wissenswertes. Holger Teubert
Alfred Edersheim, "Der Tempel. Mittelpunkt des geistlichen Lebens zur Zeit Jesu", R. Brockhaus Verlag, Wuppertal, gebunden, 256 Seiten, 49,80 DM, ISBN 3-417-24667-9.
Eine einzige Mauer steht noch vom zweiten Tempel in Jerusalem, der etwa 520 v. Chr. gebaut wurde und den Herodes der Große später prunkvoll umbauen ließ. Im Jahre 70 n. Chr. wurde er von den Römern bis auf die Westmauer, die sogenannte Klagemauer, zerstört. Der jüdische Tempel, den heute niemand mehr besichtigen kann, wird in dem Werk von Alfred Edersheim wieder anschaulich. Fotos eines maßstabsgetreuen Modells mit Menschen und Tieren sowie detaillierte Beschreibungen lassen erkennen, was damals im Jerusalemer Tempel geschah. Der Autor macht deutlich, welchen zentralen Platz dieses Gebäude im Leben und Glauben der Juden zur Zeit Jesu eingenommen hat. Er beschreibt das imposante Bauwerk, erläutert die Aufgaben der Priester, beschreibt die Opfer und Feste. Selbst Kleinigkeiten hatten ihre Bedeutung. Viele Verweise auf das Neue Testament und das Leben Jesu machen deutlich, wie eng der christliche Glaube mit den Traditionen und Riten des Judentums verbunden ist. Holger Teubert
Edin Løvås, "Wölfe in Schafspelzen. Machtmenschen in der Gemeinde", Brendow Verlag, Moers, 1996, Paperback, 80 Seiten, 14,80 DM, ISBN 3-87067-392-3.
Sie sprechen von Gott, der Bibel und dem Frieden, doch eigentlich geht es ihnen nur um ihre eigene Macht, die sie rücksichtslos durchzusetzen versuchen. Gerade in kirchlichen Gemeinden und Gruppen finden diese "Machtmenschen" ihre Opfer. Intrige statt Offenheit, Führungsprinzip statt Demokratie, Lautstärke statt Demut herrschen dort, wo sie sich hochgearbeitet haben. Der Machtmensch versteckt seine eigentlichen Ziele hinter einer frommen Fassade. Er gebraucht die Bibel "als Waffe gegen seine Mitmenschen, nicht für sie", stellt der Autor fest. "In seiner Familie oder Kleingruppe kann er die schönsten Abschnitte der Bibel dazu verwenden, eine Situation seelischer und geistlicher Grausamkeit herzustellen." Am Anfang merken es die anderen oft nicht, sondern sind von seiner vermeintlichen Frömmigkeit und Bibelfestigkeit beeindruckt. Da Machtmenschen perfekte Taktiker sind, gehen sie meist als Sieger aus Vorstandssitzungen und Gemeindeversammlungen hervor. Wer ihnen widerspricht, hat bald das Gefühl, "gegen Gott selbst zu rebellieren". Mitunter nehmen machtsüchtige Leiter eine ganze Schar von Anhängern mit sich, lösen sich von der ursprünglichen Gemeinschaft und bauen ein neues Umfeld auf, das von Unterwerfung und Kadavergehorsam gekennzeichnet ist. Der Autor schreibt als Seelsorger. Er versucht zu verstehen, was in einem Machtmenschen vor sich geht. Aber vor allem wendet er sich dem Opfer zu, damit es erkennt, wie es manipuliert und ausgenutzt wird. Holger Teubert
Frederick F. Bruce, "Basiswissen Neues Testament. Zeitgeschichte von Kyros bis Konstantin", Brockhaus Verlag, Wuppertal, 2. Auflage 1997, Paperback, 496 Seiten, 29,90 DM, ISBN 3-417-20725-8.
Wer waren eigentlich die Pharisäer? Wer außer der Bibel berichtet in alter Zeit noch über Jesus? Wie wurde das Wort "Menschensohn" damals verstanden? Wie kam das Evangelium nach Rom? Diese und viele andere Fragen werden in dem Buch beantwortet. Der Autor erläutert die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge, ohne viele Aussagen im Neuen Testament nicht zu verstehen sind. Er beschreibt sehr eingehend die damalige politische, religiöse und kulturelle Situation. Wer sich für biblische Hintergründe interessiert findet hier ein allgemein verständliches Nachschlagewerk. Holger Teubert
| © APD | Geändert am: 01.08.1997 |
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