APD


Deutschland


56 Erstsemester an Theologischer Hochschule Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 23.10.1997/APD 56 Studierende wurden an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg zum Wintersemester 1997/98 neu zugelassen. Davon sind 20 angehende Theologen, darunter 14 aus Deutschland, 24 haben Christliches Sozialwesen belegt und eine das Musikpropädeutikum begonnen. 13 weitere ausländische Studenten bereiten sich durch einen einjährigen deutschen Sprachkurs auf ihr Studium vor. Insgesamt sind in Friedensau 227 Studenten aus 28 Ländern immatrikuliert.

Adventistischer Saatkorn-Verlag auf Frankfurter Buchmesse

Frankfurt/Main, 23.10.1997/APD Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war wieder der Saatkorn-Verlag, Lüneburg, der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten mit seinem umfangreichen Kinderbuchprogramm, der "Gesundheitsbibliothek" und der "Saatkorn-Edition" vertreten. Als Neuerscheinung wurde aus der Reihe "Inselgeschichten" der Band "Das Abenteuer mit dem Floß" für Kinder ab vier Jahren vorgestellt. Neu sind auch zwei Bücher aus der "Edition". In "Geliebter Fremder" steht eine Mutter im Mittelpunkt, die auf ihren Sohn stolz sein kann, bis sie von ihm erfährt, daß er homosexuell ist. In "Doch die Hoffnung bleibt" sind das Ehepaar Heike und Matthias Steinebach die letzte Hoffnung für einen wenige Wochen alten Jungen mit einem schweren Herzfehler, der von seinen leiblichen Eltern verstoßen wurde. In diesem Buch erzählt Heike Steinebach die bewegende und authentische Geschichte ihres angenommen Kindes. Vorgestellt wurde auf der Buchmesse auch die dem Saatkorn-Verlag angeschlossene Verlags-Auslieferung Lüneburg (VAL), deren Know-how und Service andere Firmen ebenfalls nützen können. Am Samstag war der Ausstellungsstand jedoch geschlossen. Ein Schild informierte: "Wir sind Christen, die den biblischen Sabbat als Ruhe- und Feiertag halten. Morgen sind wir gern wieder für Sie da."

Neue Einordnung der Adventisten beim Internet-Suchdienst Yahoo.de

Ostfildern bei Stuttgart, 23.10.1997/APD Yahoo.de, der größte deutsche Such- und Orientierungsdienst im Internet, hat die Angebote der Siebenten-Tags-Adventisten in die Rubrik "evangelische Kirchen und Gemeinschaften" übernommen. Diese sind dort jetzt zusammen mit denen anderer Freikirchen abrufbar. Zuvor waren adventistische Homepages in die Nähe von Sekten und Sondergemeinschaften gestellt worden. Ein Mitarbeiter von Yahoo.de erklärte, daß die Eingruppierung von Kirchen oft sehr schwierig sei: "Bedauerlicherweise ist niemand von uns mit den verschiedenen Gruppierungen innerhalb der evangelischen Glaubensgemeinschaft vertraut." Gleichzeitig will Yahoo.de auch darauf achten, daß nur offizielle Einrichtungen der Adventisten und örtliche Adventgemeinden in die Rubrik "Siebenten-Tags-Adventisten" aufgenommen werden. Splittergruppen, die diesen Namen oder Anspruch mißbräuchlich verwenden, werden an anderer Stelle abgelegt.

100 Jahre Adventgemeinde Flensburg

Flensburg, 23.10.1997/APD Das einhundertjährige Jubiläum feierte die Adventgemeinde Flensburg. Bereits am 28. Mai 1892 fand sich in den "Schleswiger Nachrichten" eine Anzeige, die zu "religiösen Vorträgen" in einem "geräumigen Zelt" einlud, so daß fünf Jahre später eine Handvoll Adventisten eine Gemeinde in Flensburg gründeten. Pastor Otto Madsen wurde 1904 ihr erster Seelsorger. Gerade die Lehre vom Sabbat, dem biblischen Ruhetag am heutigen Samstag, führte immer wieder zu ernsthaften Auseinandersetzungen zwischen adventistischen Arbeitnehmern und nichtadventistischen Arbeitgebern. Die strikte Weigerung überzeugter Adventisten am Sabbat zu arbeiten, erschwerte es ihnen, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Viele wählten deshalb spezielle Berufe, um den Ruhetag frei zu haben. Andere machten sich selbständig, um als eigener Arbeitgeber die Arbeitszeit selbst bestimmen zu können. Das kurzfristige Verbot der Freikirche im Jahre 1933 schockierte viele Adventisten. "Durch Anpassung und kritiklosem Hinnehmen nationalsozialistischer Unrechtspolitik versuchte die Gemeinschaft ein erneutes Verbot zu vermeiden", heißt es im "Rückblick 100 Jahre Adventgemeinde Flensburg". Besonders in den letzten Jahren der NS-Zeit wuchs die Angst vor fremden Besuchern im Gottesdienst, die Spitzel des Systems hätten sein können. Nach dem Krieg ließ der Flüchtlingsstrom aus dem Osten die Gemeinde wachsen. Sie kümmerte sich um Notleidende durch Weitergabe von Care-Paketen, die von amerikanischen Adventisten gespendet wurden. In den 60er Jahren gründete die Flensburger Adventgemeinde die Einrichtung "Essen auf Rädern", die später die Stadt übernahm. Auch gab es Hilfsaktionen für Kinder- und Waisenheime in Rumänien. Heute zählt die Gemeinde, die ihr Zentrum in der Reepschlägerbahn 36 hat, 79 erwachsene getaufte Mitglieder.

EKD-Gesamtkonzept 1997 empfiehlt Akzeptanz von "idea"

Ostfildern bei Stuttgart, 23.10.1997/APD Das im Auftrag des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erarbeitete "Publizistische Gesamtkonzept 1997" mit dem Titel "Mandat und Markt - Perspektiven evangelischer Publizistik" befaßt sich auch mit den Arbeitsfeldern der beiden evangelischen Nachrichtenagenturen "epd" (Frankfurt am Main) und "idea" (Wetzlar), die auf dem kirchlichen Nachrichtenmarkt teilweise konkurrieren. Das Konzept beschreibt die Vielfalt in der evangelischen Publizistik und benennt Defizite und Schwierigkeiten, damit notwendige Schritte der Veränderung und Erneuerung die publizistische Arbeit der EKD verbessern und ihr eine größere Wirkung in der Öffentlichkeit verschaffen. Im Kapitel 4 "Nachrichtenagentur und Informationsdienst" stellt das Dokument den 1910 gegründeten Evangelischen Pressedienst (epd) als älteste deutsche Nachrichtenagentur vor und informiert über die publizistische Arbeit des seit 1970 tätigen Informationsdienstes der Evangelischen Allianz "idea".

Der Evangelische Pressedienst "epd" hat zum Ziel "als journalistisch unabhängige, ihrem evangelischen Mandat verpflichtete Nachrichtenagentur den Auftrag, die Öffentlichkeit umfassend über die Kirche, ihre Botschaft, ihr Leben und Handeln zu informieren und zu orientieren". Er wendet sich - so der Bericht - vorrangig an die säkularen Medien. Zur Zeit wird das Nachrichtenangebot des "epd" von 85 Redakteurinnen und Redakteuren, teilweise als Halbtagsstellen, erstellt. Davon arbeiten 57 in den Redaktionen der epd-Landesdienste in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Karlsruhe, Kassel, Kiel, München, Speyer und Stuttgart sowie 28 in der Frankfurter Zentralredaktion.

Unter den zehn Empfehlungen für den "epd" wird eine neue Bewertung der epd-Nachrichtendienste als erforderlich bezeichnet. Nur so sei es möglich, das journalistische Angebot auf die Erfordernisse des Marktes abzustellen. Ferner soll der "epd" die Stärken einer publizistisch qualifizierten förderalen Struktur nutzen und weiterentwickeln. Selbst angesichts fehlender Mittel in verschiedenen EKD-Gliedkirchen sollte die Existenz regionaler Redaktionen gewährleistet werden. Der "epd" setzt sich zur Zeit aus der entsprechenden Abteilung des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik (GEP) und den unabhängigen epd-Landesdiensten zusammen. Diese Organisationsstruktur wird als "labile Konstruktion" bezeichnet.

Der Informationsdienst der Evangelischen Allianz "idea" informiert die Medien "vorwiegend über die evangelikale Bewegung und über die evangelikale Einschätzung kirchlicher und säkularer Vorgänge". Er verfolgt das Ziel, "durch Nachrichten und Kommentare aus biblischer Sicht zur geistlichen Orientierung und christlichen Meinungs- und Bewußtseinsbildung beizutragen". Damit schlägt "idea", so der EKD-Bericht, eine "Brücke zu einer Vielzahl freier christlicher Aktivitäten, die in den anderen Angeboten evangelischer Publizistik sonst kaum Berücksichtigung finden" und dient somit zugleich der Kommunikation innerhalb des evangelikalen Bereichs.

Sitz der Hauptredaktion von "idea" ist Wetzlar, ein weiteres Büro gibt es in Stuttgart. Für die "evangelische Nachrichtenagentur", wie sich "idea" selbst bezeichnet, arbeiten sechs Redakteure. Die wichtigsten idea-Meldungen werden über das Funknetz des Sportinformationsdienstes verbreitet und erreichen damit 180 Tages- und Wochenzeitungen sowie alle Rundfunkanstalten in Deutschland. Im Zeitschriftenbereich hat sich das vierfarbige Wochenmagazin "idea-Spektrum" mit einer Auflage von 23 000 Exemplaren am Markt durchgesetzt.

Die Studie weist ferner darauf hin, daß die publizistische Arbeit von "idea" 1996 einen finanziellen Zuschuß in Höhe von 350 000 Mark aus dem EKD-Haushalt erhalten hat und empfiehlt: "Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) soll den Informationsdienst der Evangelischen Allianz als einen Bestandteil der evangelischen Publizistik akzeptieren. Die Erfahrungen der evangelikalen Publizistik sind zu nutzen. Kooperationen sollen weiter gesucht und ausgebaut werden. Die EKD soll 'idea' weiterhin mit Zuschüssen unterstützen."

Der Streit, ob die evangelischen Kirchen in Deutschland mit zwei Stimmen sprechen können - mit "epd" und "idea" - oder ob es nur einen Pressedienst geben dürfe, scheint mit dieser EKD-Empfehlung zur "Akzeptanz" von "idea" seinen Ende entgegen zu gehen. Die Evangelische Nachrichtenagentur "idea" nimmt heute, dank dem verstärkten Selbstbewußtsein evangelikaler Publizistik, ihren festen Platz, als "zweites Herz" in der evangelischen Publizistik ein.

Aus den Kirchen berichten in Deutschland neben "epd" und "idea" auch die Katholische Nachrichtenagentur (KNA), der Adventistische Pressedienst (APD) und der Informationsdienst "Orthodoxie Aktuell".

Bund Freier evangelischer Gemeinden verstärkt Öffentlichkeitsarbeit

Witten, 23.10.1997/APD Der Bund Freier evangelischer Gemeinden hat zum 1. Januar 1998 ein Referat "Medien- und Öffentlichkeitsarbeit" am Sitz der Freikirche in Witten eingerichtet. Als Referentin wurde die 38jährige Silke Janssen berufen. Die frühere Juristin wechselte 1993 zum Rundfunkjournalismus und arbeitet seit 1995 beim Evangeliums-Rundfunk (ERF) in Wetzlar. Dort wird sie vorerst noch verbleiben, da ihr neuer Aufgabenbereich mit einer Halbtagsstelle beginnt. Ihre Hauptschwerpunkte sollen Medienschulungen in den Gemeinden, Nutzung des Privatrundfunks in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen sowie die Begleitung der Arbeit im Internet sein, wo bereits 75 Ortsgemeinden ihre eigene Homepage haben. Der Bund Freier evangelischer Gemeinden zählt zu den wenigen Freikirchen in Deutschland, die in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen konnten. Der Bund hat zur Zeit rund 31 000 Mitglieder in über 380 Gemeinden.

"Gott erleben" durch Satellitenevangelisation "ProChrist'97"

Kassel, 23.10.1997/APD Über 100 000 Zuhörer wird Pfarrer Ulrich Parzany (56) haben, wenn er vom 9. bis 15. November abends in der Nürnberger Frankenhalle zum Thema "Gott erleben" spricht. Seine Verkündigung, die Lieder und Interviews mit bekannten Persönlichkeiten werden im Rahmen der Aktion "ProChrist'97" mittels Satellit in 595 Orte Deutschlands und 68 Städte in der Schweiz, Österreich und Polen übertragen. Über 2 500 christliche Gemeinden aus evangelischen Landes- und Freikirchen sowie freien Werken arbeiten bei dieser Aktion zusammen. Etwa 30 Prozent der Veranstaltungen werden durch freikirchliche Gemeinden ausgerichtet. Insgesamt sind 35 000 Mitarbeiter an ProChrist'97 beteiligt. Die dafür erstellte Zeitung hat eine Auflage von 1,3 Millionen Exemplaren, die Auflage des Einladebuches "So ist das Leben!" beträgt 370 000. Für die Werbekampagne wurden 200 000 Plakate gedruckt. Für die Übertragung wird der Satellit Kopernikus DFS2 verwendet. Ungefähr 50 Techniker betreuen in Nürnberg sechs Filmkameras, 50 Scheinwerfer, einen Übertragungs- und einen Uplinkwagen sowie ein 1,5 Kilometer langes Kabelnetz. Im Nürnberger Kontrollzentrum sind fünf Mitarbeiter während "ProChrist" damit beschäftigt, technische Anfragen und Probleme aus den Übertragungsorten per Hotline zu lösen. Die Ansprachen von Pfarrer Parzany und das Rahmenprogramm werden in sieben Sprachen simultan übersetzt und über acht Tonkanäle ausgestrahlt. Für die gesamte fernsehtechnische Aufnahme und Übertragung sorgt der Evangeliumsrundfunk, Wetzlar. An den Übertragungsorten sind rund 1 200 Techniker im Einsatz. Dort warten insgesamt rund 660 LCD-Großbildprojektoren, Satellitenschüsseln und etwa 800 Receiver auf den Einsatz. Die Kosten der Aktion "ProChrist'97", deren Vorbereitungen bereits vor zwei Jahren begannen, belaufen sich auf 11,4 Millionen Mark, die überwiegend aus Spenden finanziert werden. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter der Adresse http://www.prochrist.de



Zum Inhaltsverzeichnis


© APD Geändert am: 22.10.1997

URL dieser Seite: http://adventisten.de/apd/oktober/germany.html
Webmaster
Jan Prieser, St. Augustin, Mitglied im st@online e. V.