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International


Neuneinhalb Millionen Adventisten weltweit

Silver Spring, Maryland/USA, 23.10.1997/APD Einen durchschnittlichen weltweiten Mitgliederzuwachs von 5,5 Prozent, gegenüber 5,1 Prozent im Jahr zuvor, verzeichneten die Siebenten-Tags-Adventisten 1996. Wie R. William Cash (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor des Büros für Archiv und Statistik der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), mitteilte, gab es am 31. Dezember 1996 genau 9 296 127 erwachsene getaufte Adventisten in 207 Ländern. Ein halbes Jahr später, im Juni 1997, waren es bereits 9 479 718. Brasilien mit über 800 000 Mitgliedern ist jetzt der Staat mit den meisten Adventisten und löst damit die USA ab. Nur noch 9 Prozent der Adventgläubigen leben in Nordamerika. Die Hauptverbreitungsgebiete der evangelischen Freikirche sind Lateinamerika, Afrika und die Philippinen.

Polizei mißhandelte adventistische Buchevangelisten in Bulgarien

Sofia/Bulgarien, 23.10.1997/APD Vier adventistische Buchevangelisten, die christliche Literatur an Haustüren verkaufen, sind in der bulgarischen Stadt Petritsch (Petrich), im Südwesten des Landes, von der Polizei verhaftet und mißhandelt worden. Pastor Agop Tachmissjan (Sofia), Vorsteher der Freikirche in Bulgarien, zeigte sich entsetzt über die grobe Mißachtung der Menschenrechte, zumal alle vier im Besitz sämtlicher behördlicher Genehmigungen zur Ausübung ihres Berufes waren. Als Simeon Radev Kanev (48) Bücher einem Polizeibeamten in dessen Wohnung anbot, verständigte dieser seine Kollegen. Sie brachten den Adventisten auf die Polizeiwache, wo er geschlagen wurde, so daß er wegen einer Kopfverletzung im Krankenhaus der Nachbarstadt Sandanski behandelt werden mußte. Anschließend wurden auch die drei anderen in Petritsch arbeitenden Buchevangelisten verhaftet und mißhandelt. Stefan Tenev Momchilov (57) mußte wegen Verletzungen an Knie und Hüfte ebenfalls einen Arzt aufsuchen. Plamen Bossashki und Donka Ivanov Simeonova bekamen Schläge ins Gesicht und auf den Kopf. Als ein Polizeioffizier die Freilassung verfügte, drohte der diensthabende Wachtmeister die Buchevangelisten zu erschießen, falls sie es wagen würden, noch einmal in die Stadt zurückzukehren. Vorsteher Tachmissjan forderte eine behördliche Untersuchung des Falles. In Bulgarien leben 6 700 Siebenten-Tags-Adventisten in 103 Adventgemeinden.

Adventistische Gemeindezentren verwandelten sich in Warenlager

Warschau/Polen, 23.10.1997/APD In ein Warenlager haben sich manche Gemeindezentren der Siebenten-Tags-Adventisten in Polen verwandelt. Der Aufruf, den Opfern der Überschwemmungskatastrophe im Süden und Westen des Landes zu helfen, stieß laut Maksymilian Szklorz (Warschau), Schatzmeister der Freikirche, auf große Resonanz. Über 60 000 Mark spendeten die Gemeindeglieder. Außerdem stapelten sich Tonnen von Kleidung, Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Reinigungsmaterial zum Abtransport in die Notstandsgebiete. Obwohl es nur 5 500 Adventisten in Polen gibt, erwiesen sie sich als sehr hilfsbereit. Dies würdigten, so Szklorz, auch die Behörden. Beispielsweise habe der Landrat des von der Katastrophe besonders betroffenen Gebietes um Opole (Oppeln) geäußert: "Nach der Flut gab es hauptsächlich zwei Institutionen, die der Bevölkerung im Süden des Landes halfen: die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und die polnische Regierung."

Adventistische Missionare in Angola nicht zum Tode verurteilt

Bern/Schweiz, 23.10.1997/APD Dementiert hat Pastor Ulrich Frikart (Bern), Präsident der Euro-Afrika-Division der Siebenten-Tags-Adventisten, Presseberichte, nach denen angeblich 56 adventistische Missionare in Angola wegen Spionage von der früheren Rebellenbewegung UNITA festgenommen und zum Tode verurteilt wurden. Laut Frikart hatte die UNITA sechs Adventisten, darunter aber keine Missionare, für kurze Zeit gefangen gehalten und vor ihrer Freilassung mißhandelt. Kein einziger adventistischer Missionar befindet sich in Angola in Haft. Die evangelische Freikirche hat in dem afrikanischen Land 164 725 getaufte erwachsene Mitglieder und 618 Adventgemeinden. Die Euro-Afrika-Division ist die überregionale Kirchenleitung für die Siebenten-Tags-Adventisten in 18 mittel- und südeuropäischen Staaten, Nordafrika, der Türkei, dem Iran, Angola und Mosambik.

"Gebetsfrühstück" für Diplomaten

Washington D. C./USA, 23.10.1997/APD Zu einem "Gebetsfrühstück" lud Anfang Oktober die adventistische "Capital Memorial Church" in der US-Hauptstadt Washington das dort vertretene diplomatische Korps ein. 30 Diplomaten, einschließlich der Botschafter Burundis, Malawis, Namibias, Ugandas und der Bahamas, folgten der Einladung.

Adventistin künftige US-Botschafterin auf Malta

Washington, D. C./USA, 23.10.1997/APD Kathryn Proffitt Haycock, eine Siebenten-Tags-Adventisten aus Phoenix/Arizona, ist von US-Präsident Bill Clinton als neue Botschafterin auf der Mittelmeerinsel Malta nominiert worden. Das Weiße Haus erwartet laut einem Sprecher, daß der Senat die Berufung bestätigt. Haycock ist Präsidentin der privaten Telefongesellschaft "Call America" und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der "Competitive Telecommunications Association" (CompTel). Sie vertrat bereits die Vereinigten Staaten bei verschiedenen internationalen Konferenzen.

Adventistischer Militärgeistlicher zum Konteradmiral befördert

Silver Spring, Maryland/USA, 23.10.1997/APD Der adventistische Pastor Barry Black ist neuer stellvertretender Leiter der Militärgeistlichen in der US- Marine. Der Absolvent des Oakwood College und der Andrews Universität der Freikirche ist einer von 43 Pastoren der Siebenten-Tags-Adventisten, die gegenwärtig in den amerikanischen Streitkräften als Militärpfarrer Dienst tun. Black, der zum Konteradmiral befördert wurde, unterstehen fast eintausend Marinegeistliche. Laut Pastor Dick Stenbakken (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor des Adventist Chaplaincy Ministries der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), hatte bisher noch kein Pastor der Freikirche einen solch hohen Rang in den US-Streitkräften erreicht. Die Kirchenleitung empfiehlt ihren Mitgliedern die Kriegsdienstverweigerung oder den waffenlosen Dienst in der Armee, wovon die meisten Gebrauch machen. Eine andere Gewissensentscheidung wird jedoch akzeptiert. Zur Zeit dienen zwischen 5 000 und 8 000 Adventisten bei der US-Armee, Luftwaffe, Marine und in der Küstenwache. Ein Teil von ihnen verrichtet als sogenannte "Nichtkämpfer" (non-combattant), beispielsweise als Sanitäter, waffenlose Dienste.

Kenias Staatspräsident protestiert wegen Mord an Adventisten in Kalifornien

Nairobi/Kenia, 23.10.1997/APD Der kenianische Staatspräsident Arap Moi hat bei der US-Regierung auf schärfste wegen der Ermordung des 24jährigen Kenianers Edwin Njuguna in Napa/Kalifornien Mitte September protestiert. In einer Presseerklärung teilte das Präsidentenamt mit, daß Rassismus genauso schlimm sei wie Stammesfeindschaften. Der in Kenia geborene Njuguna gehörte der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an und hielt sich zum Studium in den Vereinigten Staaten auf. Er starb nachdem eine Gruppe Jugendlicher auf ihn eingeschlagen hatte. Das FBI erklärte, daß der Tod des jungen Mannes "möglicherweise einen rassistischen Hintergrund" habe. In der Trauerfeier in einer der Adventgemeinden Nairobis forderte der kenianische Adventist und Parlamentarier Paul Muite Gerechtigkeit: "Njuguna wurde aus keinem anderen Grund als wegen seiner Hautfarbe ermordet. Er war schwarz und hatte das Pech, einer Bande mörderischer Rassisten zu begegnen. Das geschieht in einer der größten Demokratien der Welt. Es ist erschreckend und enttäuschend, daß bisher niemand festgenommen wurde. Edwin's Mörder sind nach wie vor auf freiem Fuß." Seine Eltern klagten: "Wenn Edwin ein rowdyhafter und gewalttätiger Mensch gewesen wäre, könnten wir die Sache noch verstehen. Doch er war ein friedfertiger überzeugter Christ und praktizierender Adventist."

Widerstand gegen Nichtraucherkurs in Simbabwe

Bulawayo/Zimbabwe, 23.10.1997/APD Ein von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Ende September in Bulawayo, der zweitgrößten Stadt Simbabwes, durchgeführtes Raucherentwöhnungsseminar stieß auf heftigen Widerstand der Tabaklobby. Das Hauptargument der Gegner war, daß damit das größte Exportprodukt des Landes mit jährlich fast 200 000 Tonnen in Mißkredit gebracht werde und deshalb Einnahmen und Arbeitsplätze gefährdet seien. Laut des für die Seminare verantwortlichen Pastors Elijah Beto Munetsi will die Freikirche, wie in den vergangenen 25 Jahren, auch weiterhin derartige Kurse anbieten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe eindeutig festgestellt, daß Rauchen ein Gesundheitsrisiko darstellt. "Als Christen haben wir aber die Pflicht, unseren Mitmenschen zu zeigen, wie sie schädliche Gewohnheiten überwinden können, um zu mehr Lebensqualität zu finden."

Erste Adventgemeinde in der Mongolei gegründet

Ulan-Bator/Mongolei, 23.10.1997/APD Nachdem die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Mongolei kürzlich vom Staat als Religionsgemeinschaft anerkannt wurde, hat sie jetzt ihre erste Adventgemeinde im Land in der Hauptstadt Ulan-Bator offiziell gegründet. Zu ihr gehören 25 meist junge Erwachsene.



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© APD Geändert am: 22.10.1997

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