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International
Adventisten würdigen Mutter Teresa
Silver Spring, Maryland/USA, 23.09.1997/APD Zum kürzlichen Tod von Mutter Teresa würdigten auch die Siebenten-Tags-Adventisten ihr Leben und ihre Arbeit. Dittu Abraham (Hosur/Indien), Kommunikationsdirektor der Südasiatischen Division der Freikirche, sagte: "Indien trauert mit der Welt wegen des Verlusts der einfachen und dennoch großen Frau Mutter Teresa, die ihr Leben dem Dienst der Armen, Kranken, Sterbenden und Verachteten jeder Kaste weihte." In einem Kondolenzschreiben an den indischen Botschafter in Washington, D. C., äußerte John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für öffentliche Beziehungen der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Adventisten: "Mutter Teresa war ein überzeugendes Beispiel der Menschlichkeit und des Dienstes an den Ärmsten der Gesellschaft. Während ihres Wirkens in Kalkutta öffnete sie die Herzen und Augen von Millionen Menschen überall in der Welt für unsere gemeinsame Verantwortung gegenüber den Bedürftigen. Ihr Leben war eine überzeugende Botschaft der Gerechtigkeit und Freigebigkeit, die die Grenzen von Religion, Kultur und Volkszugehörigkeit überschritt." Graz würdigte auch die Demokratie und Religionsfreiheit in Indien, die es Mutter Teresa ermöglicht habe, ihren Glauben auszuleben und zu bezeugen.
Pastor Eric Kujur, Seelsorger der Adventgemeinde Kalkutta, äußerte: "Unsere Kirche vereint sich mit den anderen Christen und der Welt in der Trauer um den Tod einer engagierten Nachfolgerin Jesu, die sein Leben mit ihren Gesten, Worten und Taten verkörperte." Am offiziellen Staatsbegräbnis von Mutter Teresa in Kalkutta nahmen auch Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten teil.
Trauer bei Adventisten über Tod von Prinzessin Diana
London/Großbritannien, 23.09.1997/APD Auch die Siebenten-Tags-Adventisten haben ihre Trauer über den tragischen Tod von Prinzessin Diana zum Ausdruck gebracht. Die britische Leitung der Freikirche rief alle ihre Mitglieder auf, gemeinsam mit der ganzen Nation eine Gedenkminute während der adventistischen Gottesdienste am Samstag, dem 6. September, einzulegen. In einer Kondolenzbotschaft an Königin Elizabeth II. und alle Mitglieder des Königshauses schrieb Pastor Cecil Perry, Vorsteher der Adventisten in Großbritannien: "Unsere Herzen sind in dieser Zeit bei denen, die der Prinzessin nahestanden und nun Kummer und Verlust erleben. Wir werden alle unsere Mitglieder bitten, besonders für die Kinder der Prinzessin zu beten. Mögen die Liebe und der Trost unseres Gottes bei Ihnen in dieser Zeit sein."
Pastor Don McFarlane, Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten in Südengland, würdigte das Wirken von Prinzessin Diana: "Ihr Tod hat das Land im Schmerz vereint. Die Reaktion der Menschen im Vereinigten Königreich und im Ausland zeigt, wie sehr sie geliebt wurde. Viele ihrer Taten spiegelten die unseres Herrn bis zu einem gewissen Grad wider. Das Berühren eines Leprakranken, Händeschütteln mit einem AIDS-Opfer, sich unter die Armen mischen, Mitgefühl für Obdachlose und Kindern zeigen kann nur als christusähnlich bezeichnet werden. Ihre Kampagne gegen Landminen war bemerkenswert und verdient uneingeschränktes Lob."
In einem Kondolenzschreiben an den britischen Botschafter in den Vereinigten Staaten äußerte John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für öffentliche Angelegenheiten der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), das Mitgefühl der "vielen Millionen Adventisten in über 200 Ländern der ganzen Welt": "Die Prinzessin von Wales nahm in den Herzen des britischen und des amerikanischen Volkes einen besonderen Platz ein; tatsächlich repräsentierte sie im Denken zahlloser Menschen in der ganzen Welt den Prototyp einer Prinzessin. Wir möchten dem Königshaus, besonders den beiden jungen Prinzen, der britischen Regierung und dem Volk unser Beileid über diesen schmerzlichen Verlust zur Unzeit aussprechen."
Polens Adventisten helfen Überschwemmungsopfern
Warschau/Polen, 23.09.1997/APD Die polnische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten führt ein Hilfsprogramm für die Überschwemmungsopfer im Land durch. 115 der 116 dortigen adventistischen Kirchengemeinden sammelten Geld, Kleidung und Lebensmittel. Lediglich die Adventgemeinde in Wroclaw (Breslau) konnte sich an der Aktion nicht beteiligen, da ihre Räumlichkeiten unter Wasser standen. Als Ersthilfe wurden sechs Tonnen Kleidung an Bedürftige verteilt. Die Kirchenleitung der polnischen Adventisten in Warschau koordiniert mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA alle Hilfsmaßnahmen.
Versöhnungsarbeit der Adventisten in Ruanda
Kigali/Ruanda, 23.09.1997/APD Ungeachtet der anhaltenden Gewalttaten im Land arbeiten die Siebenten-Tags-Adventisten an der Aussöhnung zwischen Tutsis und Hutus in Ruanda. Versöhnungsseminare führen speziell ausgebildete Kirchenleiter, Pastoren und Laienglieder in allen dortigen Adventgemeinden wie auch für die Öffentlichkeit durch. Von den 6,9 Millionen Einwohnern Ruandas gehören 320 000 der Freikirche an. Das Projekt wird von dem in der Bevölkerung angesehenen pensionierten adventistischen Tutsi-Pastor Mpisi Esdras geleitet, der Berater des früheren ruandischen Königs war. Im Februar diesen Jahres hatte die Freikirche 500 ihrer Pastoren und Laienglieder eine Woche lang als Seminarleiter ausgebildet. Teilnehmer der Seminare würden ermutigt, über ihre Schuld in der Vergangenheit zu sprechen und ihre Zukunftserwartungen für das Land in dem Bewußtsein darzulegen, daß durch Greueltaten eine Million Menschen ums Leben kam.
Adventistischer Kirchenleiter in Ruanda ermordet
Abidjan/Elfenbeinküste, 23.09.1997/APD Pastor Theophas Ruterahagusha, Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten im Norden Ruandas, wurde im August diesen Jahres von Unbekannten erschossen. Er war laut Pastor Luka Daniel (Abidjan/Elfenbeinküste), dem Präsidenten der Afrika-Indischer Ozean Division der Freikirche, mit seinem Fahrzeug zwischen Ruhengeri und Gisenyi unterwegs. Dabei nahm einer einen Verletzten aus einer Schlägerei mit, um ihn ins Krankenhaus zu bringen. Auf dem Rückweg nach Ruhengeri wurde er von Bewaffneten an einer Straßensperre gestoppt und anschließend erschossen.
Dieser Mord gehört zu einer Reihe von Gewaltverbrechen, die die Adventisten im Norden des Landes in letzter Zeit erschüttert. Nach Mitteilung des Vorstehers der Freikirche in Ruanda, Pastor Amon Rugelinyange, wurde zuvor die Frau des Leiters des adventistischen Gymnasiums in Rwankeri, Pascasie Ruzibiza, zusammen mit ihren drei Kindern getötet. Pascasie war die Tochter von Pastor Ruterahagusha. Außerdem erlitten der frühere Vorsteher der Adventisten in Nordruanda, Pastor Karekezi, und seine Frau das gleiche Schicksal. "Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob zwischen diesen Morden ein Zusammenhang besteht", sagte Pastor Daniel. "Sicher ist jedoch, wenn sich die Ruander nicht vereinen und ihren wahren Feind, nämlich den Rachegeist 'töten', wird auch weiterhin das Leben von Schuldigen und Unschuldigen in oft viel grausamerer Weise ausgelöscht."
Massaker unter Tutsis in Ruanda
Mudende/Ruanda, 23.09.1997/APD 130 Tutsis wurden Ende August getötet und 80 schwer verletzt, als ein mit Macheten bewaffneter Mob in ein Flüchtlingslager auf dem Gelände der früheren adventistischen Universität im ruandischen Mudende nahe der Grenze zu Zaire eindrang. Nach dem Angriff verließen etwa 8 000 Menschen in Panik den Zufluchtsort. Er wurde vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und einheimischen Mitarbeitern der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) betreut. Ihre ausländischen Experten hatte ADRA bereits im Januar diesen Jahres von Mudende abgezogen, da deren Sicherheit nicht mehr gewährleistet schien. Zuvor waren in dem Gebiet drei spanische Mitarbeiter einer anderen Hilfsorganisation ermordet worden. ADRA arbeitet noch in anderen Landesteilen und hat kürzlich ein neues Programm zur Eingliederung von 550 Straßenkindern begonnen.
Erste adventistische Kirche in Moskau im Bau
Moskau/Rußland, 23.09.1997/APD Die erste eigene Kirche bauen die Siebenten-Tags-Adventisten gegenwärtig in Moskau. Sie soll für die 700 Mitglieder ihrer dortigen Zentralgemeinde dienen, die sich an den Bauarbeiten beteiligt. Seit 1886 gibt es in Rußland Adventisten. Ihre Gottesdienste feierten sie in gemieteten Räumen. Von 1940 ab versammeln sich die Moskauer Adventisten im Gemeindezentrum der Baptisten, das der Staat für nicht-orthodoxe religiöse Veranstaltungen genehmigte. Nach dem Sturz des Kommunismus entstanden in der russischen Hauptstadt weitere Adventgemeinden, deren Gottesdienste in gemieteten Sälen stattfinden. Die Izmailovo Gemeinde versammelt sich mit ihren 200 Mitgliedern im Nordwesten Moskaus im neuen Verwaltungsgebäude der Euro-Asien Division, der adventistischen Kirchenleitung in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).
Jelzin mit neuem Entwurf des Religionsgesetzes
Moskau/Rußland, 23.09.1997/APD Der russische Präsident Boris Jelzin hat einen neuen Entwurf des Religionsgesetzes vorgelegt, das einige Verbesserungen gegenüber der alten Fassung vom Juni diesen Jahres enthalten soll. Darin wird allgemein vom Christentum und nicht nur von der orthodoxen Kirche als traditioneller Glaubensform in Rußland gesprochen. Staatlich anerkannt sollen allerdings nur solche religiösen Gemeinden und Organisationen sein, die länger als 15 Jahre im Land registriert sind. Den anderen werde demnach jede öffentliche Tätigkeit verboten. In einer ersten Stellungnahme kritisierte John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für Religionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, den Gesetzentwurf. Zwar könne die adventistische Freikirche unverändert weiterarbeiten, da sie bereits seit 1886 in Rußland vertreten sei, dennoch gebe der Entwurf Anlaß zu ernster Sorge für die Religionsfreiheit. Der generelle Ausschluß bestimmter Religionsgemeinschaften widerspreche der von der Regierung betonten Demokratie im Lande.
Australische Ärztestudie: Strenge Vegetarier leben gefährlich
Sydney/Australien, 23.09.1997/APD Eine streng vegetarische Lebensweise kann zu einem gefährlichen Mangel an lebenswichtigem Vitamin B12 führen. Dies ist das Ergebnis einer australischen Ärztestudie. Der Direktor der Pathologieabteilung des "Adventist Hospital" in Sydney (Australien) sagte bei der Veröffentlichung der Studie, drei Viertel von 245 streng vegetarisch lebenden Mitgliedern der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hätten bei der Untersuchung unter der Minimalgrenze liegende B12-Werte aufgewiesen. Dieser Vitaminmangel könne eine ernsthafte Blutarmut, Rückenmarkveränderungen, Lethargie und Gefühllosigkeit auslösen. Vegetarier sollten daher viel Milch- und Sojaprodukte sowie Eier essen. Fleischesser hätten drei- bis neunmal mehr Vitamin B12 im Blut als notwendig.
Das 1903 gegründete "Sydney Adventist Hospital" mit 329 Betten ist eines von weltweit über 150 adventistischen Krankenhäusern der evangelischen Freikirche. Zu den bekannteren Einrichtungen zählen das kalifornische Universitätskrankenhaus "Loma Linda University Medical Center" (800 Betten), das Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf (230 Betten), das "Florida Hospital" in Orlando (1 478 Betten), die "Clinique La Lignière" in Gland am Genfersee (92 Betten), das Hospital Universitario de Montemorelos/Mexiko (70 Betten) und das Adventist Hospital in Seoul/Korea (406 Betten).
Adventistische Christen bewerten das geistig-seelische wie auch das körperliche Wohlbefinden sehr hoch. Die Bibel sieht bekanntlich den Menschen als eine Einheit aus Geist, Seele und Leib. Darum betonen die Adventisten einen alkohol- und nikotinfreien Lebensstil. Schon in der Mitte des vorigen Jahrhunderts haben sie auf die Gesundheitsrisiken bei übermäßigem Fleischgenuß hingewiesen und erkannt, daß eine vegetarische Lebensweise mit möglichst naturbelassenen, vollwertigen Nahrungsmitteln gesünder sei. Dies wird heute von der modernen Ernährungswissenschaft bestätigt. Nach einer neueren Studie sind etwa 50 Prozent der weltweit über 25 Millionen adventistischen Christen Vegetarier.
50 Jahre adventistisches Gesundheitsmagazin
Hagerstown, Maryland/USA, 23.09.1997/APD 50 Jahre alt wurde das von der adventistischen Freikirche in den Vereinigten Staaten herausgegebene Gesundheitsmagazin "Listen". Die monatlich erscheinende 32seitige Zeitschrift wendet sich laut Chefredakteur Lincoln E. Steed seit einigen Jahren hauptsächlich an Teenager. Dabei gehe es nicht darum, mit dem Zeigefinger vor Drogen, Alkohol und Nikotin zu warnen, sondern positive Alternativen aufzuzeigen. Junge Leser sollen durch "Listen" Tips zur Lebensgestaltung, Sinn- und Rollenfindung erhalten.
Britisches Evangelisationsteam in Südafrika
Binfield, Berkshire/Großbritannien, 23.09.1997/APD Ein Evangelisationsteam des adventistischen Newbold College in Binfield westlich von London hielt unter Leitung von Dr. Jeff Brown Bibelvorträge in der Kwazulu/Natal Provinz in Südafrika. Daraufhin schlossen sich 113 Menschen den Siebenten-Tags-Adventisten an.
Adventisten distanzieren sich von Flugblattaktion
Paris/Frankreich, 23.09.1997/APD Aktivitäten einer Splittergruppe anläßlich des Papstbesuches während des Weltjugendtages in Paris haben die Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich verurteilt. Die von der Gruppe "La Pierre angulaire" ("Der Eckstein") verteilte 16seitige Broschüre "Avertir!" ("Warnung!") stammt laut Pastor Maurice Zehnacker, Vorsteher der Adventisten in Frankreich und Belgien, nicht von der Freikirche. Sie mißbilligt ausdrücklich die Verteilaktion, die eindeutig der Geisteshaltung widerspricht, wie Christen miteinander umgehen sollten. Die radikale Gruppe, zu der nur eine Handvoll Anhänger gehören, attackiere auch die Freikirche in polemischer Art und Weise.
Katholiken in Brasilien wollen "Zehntengelder" für Öffentlichkeitsarbeit
Basel/Schweiz, 23.09.1997/APD Im Anschluß an die jährliche Tagung der "Nationalen Bischofskonferenz von Brasilien" haben 800 Prälaten der dortigen römisch-katholischen Kirche beschlossen, eine neue Marketingstrategie zu erarbeiten und die Medienarbeit der Kirche zu verstärken, um der "evangelischen Vorherrschaft" auf diesem Gebiet die Stirn zu bieten. Nach Ansicht einheimischer Marketingspezialisten liegt das enorme Potential der römisch-katholischen Kirche in den brasilianischen Medien weitgehend brach.
Die Kirchenmitglieder sollen dazu ermuntert werden, "analog zum evangelischen Vorbild", vermehrt den "Zehnten" - das heißt den zehnten Teil ihres Einkommens - zu geben. Damit könne die vorgesehene Öffentlichkeitsarbeit mit Direct-Mail-Aktionen, Telefonmarketing und dem Kauf von Sendezeiten in Radio und Fernsehen mit dem Ziel der Imagekorrektur der katholischen Kirche finanziert werden.
Gebetstag für verfolgte Christen
Zürich, 23.09.1997/APD Bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen gehen laut idea-Schweiz jedes Jahr rund 20 000 Beschwerden ein. Viele davon betreffen die Religionsfreiheit. Danach werden zur Zeit in 70 Ländern Menschen wegen ihres Glaubens benachteiligt, bedrängt oder verfolgt. Nicht wenige erlitten Folter und Tod. Deshalb rief die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) zum Eidgenössischen Dank-, Buß- und Bettag am 21. September die Christen auf, sich ihrer Verantwortung gegenüber Menschen bewußt zu werden, die unter Verletzung des Rechts auf religiöse Freiheit zu leiden haben, und für sie zu beten. Am 28. September findet in 120 Ländern der von der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEF) angesetzte internationale Gebetstag für verfolgte Christen statt. Die WEF erhielt kürzlich den Beobachterstatus bei der UN-Menschenrechtskommission.
Evangelische in Griechenland wollen mehr Religionsfreiheit
Vólos/Griechenland, 23.09.1997/APD Die Ende August von Metropolit Christodoulos Paraskevaidis aus dem mittelgriechischen Thessalien abgegebene Presseerklärung, sich für mehr Religionsfreiheit und größerer Toleranz der orthodoxen Landeskirche gegenüber Andersgläubigen einzusetzen, stieß auf konkrete Vorschläge. Der Metropolit gilt als designierter Nachfolger des greisen Athener Erzbischofs und orthodoxen Primas von Griechenland Seraphim. Themis-tokles Pantzas von der evangelischen Gemeinde Vólos, der Bischofsstadt des Metropoliten, wandte sich laut idea-Schweiz in einem offenen Brief an den künftigen Primas. Auf der Wunschliste der griechischen Evangelischen und anderer religiöser Minderheiten mit Katholiken und Juden an der Spitze steht die Schaffung eines eigenen Religionsunterrichts an den öffentlichen Schulen. Über einen solchen verfügen bisher nur die Moslems, während alle anderen nicht-orthodoxen Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Schulpflicht zur Teilnahme an der griechisch-orthodoxen Unterweisung verpflichtet sind. Umgekehrt ist es Nicht-Orthodoxen untersagt, an den Universitäten orthodoxe Theologie zu studieren.
Zweitwichtigstes Anliegen ist die generelle Befreiung evangelischer Pfarrer und Diakone vom Militärdienst sowie die Schaffung eines Zivildienstes für Kriegsdienstverweigerer aus religiöser Überzeugung. Bisher gibt es einen solchen in Griechenland nur für orthodoxe Gläubige, die sich auf ihr Gewissen berufen. Nicht-Orthodoxe müssen dagegen die bis zu zweijährige Militärzeit in einem eigens für sie eingerichteten Gefängnis in Malakassa bei Athen absitzen.
Weiter geht es Griechenlands evangelischen Christen um die Aufhebung der Baubeschränkungen für ihre Kirchen und sonstigen Einrichtungen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, müssen sie sich in Hinterhöfen, im Innern von Büro- und Wohnhäusern und sogar in verrufenen Vierteln verstecken. Außerdem wird der Erzbischof-Kandidat aufgefordert, sich für ein Ende des Ausschlusses aller Nicht-Orthodoxen vom öffentlichen Dienst, dem staatlichen Schulwesen und den Ordnungskräften von der Polizei bis zur Feuerwehr einzusetzen. In Griechenland gehören 97 Prozent der Bevölkerung der orthodoxen Kirche an.
Griechisch-orthodoxe Liste von "falschen Propheten"
Athen/Griechenland, 23.09.1997/APD Zeugen Jehovas, Pfingstler und Adventisten stehen an der Spitze einer Liste der "falschen Propheten des Antichristen", die von der orthodoxen Kirche Griechenlands zu ihrem Marien-Hochfest am 15. August vorgelegt wurde. Laut idea-Schweiz folgen Mormonen, Mitglieder von Lyons Clubs, Jesuiten, Evangelikale, Papisten, Hare-Krischna-Jünger und Freimaurer. Sie alle stünden hinter den Plänen der Europäischen Union, das orthodoxe Griechenland der "Großketzerei des Ökumenismus" zu unterwerfen. Es handele sich um eine Verschwörung apokalyptischen Ausmaßes, wie es in der Erklärung abschließend heißt, die mit den Worten endet: "Orthodoxie oder Tod! Kämpft und bleibt wachsam! Hoch die Orthodoxie!"
Oberhaupt der Kopten gegen Kompromisse in Glaubensfragen
Kairo/Ägypten, 23.09.1997/APD Anläßlich der Synode der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Kairo befaßte sich ihr Oberhaupt, Papst Shenouda III., auch mit dem zwischenkirchlichen Dialog. Laut Informationsdienst "Orthodoxie Aktuell" bedauerte er, daß viele christliche Kirchen zwar sehr freundlich und brüderlich seien, aber andererseits moralische Standards zuließen, die für orthodoxe Christen nicht akzeptabel seien. Einige evangelische Gruppen gäben aufgrund ihrer Uminterpretierung des historischen Glaubens auch Anlaß zur Sorge. Der Klerus der koptischen Kirche sollte solche ökumenischen Versammlungen meiden, die eher Kompromisse für den Glauben nötig machten, als diesen zu bezeugen.
Georgische Orthodoxe Kirche soll in ÖRK zurückkehren
Jerewan/Armenien, 23.09.1997/APD Zum Austritt der Georgischen Orthodoxen Kirche aus dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) äußerte sich der Ökumenische Patriarch Bartholomaios anläßlich seines Armenienbesuches. In einer Pressekonferenz sagte er laut Informationsdienst "Orthodoxie Aktuell": "Wir bedauern wirklich diese hastige Entscheidung der Georgischen Kirche". Andererseits gäbe es "zweifelsohne im Weltkirchenrat Dinge, denen orthodoxe Kirchen nicht zustimmen können". Er hoffe aber trotzdem, daß die Georgische Kirche ihre Entscheidung revidieren und in ÖRK und KEK trotz deren Mängel zurückkehren werde, denn "wir müssen dort sein, um solche Fehler zu korrigieren".
| © APD | Geändert am: 01.10.1997 |
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