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International


Einhundert Jahre adventistische Frauenarbeit

Silver Spring, Maryland/USA, 27.04.1998/APD Vor einhundert Jahren begann die Frauenarbeit der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der evangelischen Freikirche übertrug am 30. März 1898 Sarepta Myrenda Irish Henry diese Aufgabe. Henry war zuvor 24 Jahre lang für die Woman's Christian Temperance Union (WCTU), die damals größte Frauenorganisation der Welt, tätig. Diese führte Kampagnen gegen den Alkoholausschank durch, kümmerte sich um sozialschwache Familien, setzte sich für den Verzicht auf Suchtmittel, bessere Schulen sowie für eine gesündere Ernährungsweise ein und gründete Kindergärten. Ihre vielfältige Erfahrung brachte S. M. I. Henry durch Artikel im adventistischen Gemeindeblatt "Review and Herald", durch Vorträge und die Broschüre "A Woman Ministry" ("Frauendienst") in die Freikirche ein. "Henry war ihrer Zeit meilenweit voraus", betonte Rose Otis, Vizepräsidentin für Gemeindedienste der adventistischen Kirchenleitung in Nordamerika. "Als sie am 16. Januar 1900 an einer Lungenentzündung starb, verloren wir 90 Jahre." Erst 1985 ernannte die Generalkonferenz wieder eine Beraterin für Frauenarbeit und seit 1990 existiert bei der adventistischen Weltkirchenleitung ein Büro für Frauendienste, das 1995 zu einer eigenen Abteilung aufgewertet wurde. Sie wird gegenwärtig von der Amerikanerin Ardis Dick Stenbakken geleitet. Stellvertretende Direktorin ist Lynnetta H. Hamstra aus Malaysia.

Laut Rose Otis, die bis Ende 1996 selbst Direktorin für Frauendienste war, ist es Ziel der Arbeit, daß auch Ortsgemeinden die Notwendigkeit solch eines speziellen Dienstes erkennen. Schließlich seien etwa zwei Drittel der adventistischen Kirchenmitglieder weiblich; doch die meisten Aufgaben, auch in den Leitungsgremien, würden Männer wahrnehmen. Dadurch blieben die vielfältigen Begabungen von Frauen ungenutzt und verkümmerten, wenn nicht Begegnungs- und Schulungsmöglichkeiten angeboten würden. Immer dringender sei außerdem eine spezielle Seelsorge für Frauen, die alleinerziehend, ledig, geschieden oder verwitwet sind, die Doppelbelastung in Haushalt und Beruf nicht mehr tragen könnten, unter der Brutalität ihres Ehemannes litten oder mißbrauchte Kinder hätten. Hierzu entwickele die Abteilung für Frauendienste Materialien, die in Kleingruppen eingesetzt werden könnten. "Frauen wollen als Mitarbeiterinnen und gleichberechtigte Partnerinnen gemeinsam mit den Männern die Gemeinde Jesu nach innen und außen bauen." Eine weitere wichtige Aufgabe sieht Rose Otis darin, Frauen auf christlich-adventistischer Grundlage bei der Entdeckung ihrer Gaben und der Verwirklichung ihrer von Gott gewollten Rolle in Familie, Kirchengemeinde und Gesellschaft zu helfen. Dieser Dienst dürfe jedoch nicht nur innerkirchlich für Adventistinnen verstanden werden. Es gelte, auch Frauen generell Angebote für ihre spirituellen Bedürfnisse und praktische Lebenshilfe zu machen.



Kartoffeln gegen Cholera

Loma Linda, Kalifornien/USA, 27.04.1998/APD Der Biochemiker und Molekularbiologe an der adventistischen Loma Linda Universität in Kalifornien, Professor William Langridge, hat eine Kartoffelsorte mit einem Abwehrstoff gegen Cholera gezüchtet. Labormäuse seien nach dem Verzehr der Knolle gegen diese Krankheit immun gewesen. Die ersten vorklinischen Tests könnten in etwa einem Jahr stattfinden. "Wenn man bedenkt, daß jährlich etwa 150 000 bis 200 000 Menschen, vorwiegend Kinder, an Cholera sterben, so ist diese Kartoffel gerade in armen Ländern eine einfache und preiswerte Gesundheitsvorsorge," gab Langridge zu bedenken.



Versöhnungskonferenzen in Ruanda

Kigali/Ruanda, 27.04.1998/APD Sogenannte Versöhnungskonferenzen führt die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ruanda durch. Während dieser viertägigen Treffen sollen zum Abschluß Hutus und Tutsis sich in die Augen sehen und ihre Schuld sowie die Notwendigkeit der Vergebung erkennen, besonders, wenn sie Mitglieder einer christlichen Kirche sind. In Arbeitsgruppen wird zuvor über die Zukunftserwartung eines Landes gesprochen, in dem durch Greueltaten etwa eine Million Menschen ums Leben kamen. Die Versöhnungskonferenzen werden von dem in der Bevölkerung angesehenen pensionierten adventistischen Tutsi-Pastor und Berater des früheren ruandischen Königs, Mpyisi Esdras, geleitet. "Eine der Hauptfragen ist bei derartigen Treffen, ob diejenigen, die getötet haben, ihre Schuld eingestehen, und ob andererseits, diejenigen, die Verwandte verloren haben, zum Vergeben bereit sind", sagte der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Zentralafrika, Pastor Luka Daniel (Abidjan/Elfenbeinküste). Er hatte Anfang März solch eine Veranstaltung miterlebt. "Meistens wartet jede Partei darauf, daß die andere den ersten Schritt unternimmt", so Daniel. "Die Konferenz ermutigt dagegen jeden einzelnen selbst den ersten Schritt zu wagen. Den Teilnehmern wird bewußt, daß ohne gegenseitiges Vertrauen und Vergebung das Morden jederzeit wieder beginnen kann."

Bereits im letzten Jahr hatte die Freikirche 500 ihrer Pastoren und Laienglieder als Seminarleiter ausgebildet. In allen adventistischen Gemeinden und an vielen anderen Orten Ruandas fanden Versöhnungsseminare statt. Auch die Konferenzen sollten den Aussöhnungsgedanken noch stärker ins Bewußtsein der Öffentlichkeit bringen. Von den acht Millionen Einwohnern Ruandas sind 313 000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten.



"Veränderungen wie Tag und Nacht"

Havanna/Kuba, 27.04.1998/APD "Die Freiheit, die wir jetzt haben, ist gegenüber früher ein Unterschied wie Tag und Nacht", schwärmte José Diaz, Geschäftsführer des adventistischen Verlagshauses auf Kuba. "Bis 1994 durften wir nur innerhalb unserer Kirchengebäude religiös tätig sein, heute haben wir über 2 000 Hausbibelkreise. Damals gab es auf der Insel 10 000 Siebenten-Tags-Adventisten, jetzt sind es über 21 000." Mit ausländischer Hilfe konnten die kubanischen Adventisten seitdem 86 Gemeindezentren sanieren und 70 neue bauen. Einen Filmbericht, der die Veränderungen auf Kuba dokumentiert, und der in bis zu 1 500 nordamerikanischen Adventgemeinden zu sehen ist, strahlt Adventist Communication Network (ACN) am 1. April über Satellit aus.



Intoleranz gegenüber religiösen Minderheiten

Genf/Schweiz, 27.04.1998/APD Erstmals leistete die Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten einen Beitrag während einer Sitzungsperiode der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen. Ihr Vertreter Pastor Malton Braff (Genf) bedauerte in seiner Ansprache Ende März die weltweit abnehmende Toleranz. Die im Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankerte Religionsfreiheit werde von vielen Staaten, sogar von einigen, die sich selbst als demokratisch bezeichneten, mißachtet. "Religiöser und politischer Extremismus zerstören die Freiheit", betonte Braff. Gerade religiöse Minderheiten hätten unter Intoleranz zu leiden. Sie würden häufig mit dem Etikett "gefährliche Sekten" versehen, wobei es zu bedauern sei, daß einige Regierungen sogenannte Sektenlisten erstellten. "Die Veröffentlichung von Sektenlisten in einigen Ländern, die teilweise ohne Mithilfe von anerkannten Fachleuten erstellt wurden, ist ein sehr merkwürdiger Weg, um für Freiheit und religiösen Frieden einzutreten." Pastor Braff forderte die Kommission auf, sich für eine nationale Gesetzgebung einzusetzen, die das Recht jedes einzelnen auf freie Religionswahl ohne jegliche Diskriminierung anerkenne und respektiere.



Einschüchterung von Adventisten in Turkmenistan

Aschchabad/Turkmenistan, 27.04.1998/APD Probleme mit den Behörden beklagen die Siebenten-Tags-Adventisten in der mittelasiatischen Republik Turkmenistan. "Als Turkmenistan 1991 unabhängig wurde, wollten wir unsere Gemeinde in der Hauptstadt Aschchabad registrieren lassen, doch dies wurde uns verweigert", schildert der örtliche Seelsorger, Pastor Pavel Fedotov, die Lage. "Obwohl wir auch danach vergeblich derartige Anträge stellten, versuchten die Behörden unsere Gemeinde zu schließen und unseren Mitgliedern den Gottesdienstbesuch zu verbieten." Ende März 1998 wurden laut Fedotov in der Stadt Tschardschou ein adventistischer Pastor und einer seiner Mitarbeiter von turkmenischen KGB-Beamten verhaftet und ihre Bibeln sowie religiöse Literatur beschlagnahmt. In Buzmein verboten die Behörden den Adventisten sich zu versammeln und über Gott zu sprechen. "Unsere Gemeindeglieder haben seit diesen Übergriffen Angst und wissen nicht, ob die in der Verfassung garantierte Gewissensfreiheit noch gültig ist", so Fedotov. Die Adventgemeinde in Aschchabad zählt etwa 85 Mitglieder. Die rund vier Millionen Einwohner Turkmenistans sind größtenteils Moslems.



Adventistin in indisches Parlament gewählt

Imphal, Manipur/Indien, 27.04.1998/APD Mit Kim Gangte wurde eine Siebenten-Tags-Adventistin in das Unterhaus des ostindischen Bundesstaates Manipur gewählt. Erstmals gehört damit ein Mitglied dieser Freikirche einem indischen Parlament an. Gangte ist Hochschullehrerin und war Generalsekretärin einer Menschenrechtsorganisation in Manipur. Als Abgeordnete will sie sich für die Wahrung der Religionsfreiheit und der Menschenrechte einsetzen.



Adventisten in Bangladesch verstärken missionarisches Engagement

Dacca/Bangladesch, 27.04.1998/APD Ihre Mitgliederzahl in Bangladesch von derzeit knapp 10 000 auf 20 000 verdoppeln möchte die dortige Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den nächsten fünf Jahren. Gegenwärtig entsteht in dem muslimischen Staat ein Ausbildungszentrum für Laienevangelisten, die in Gebiete gesandt werden, wo es noch keine Adventisten gibt. Dort sollen 100 neue Adventgemeinden entstehen. Seit 1990 hat die evangelische Freikirche in Bangladesch 82 Gemeindezentren errichtet. Außerdem sind eine Mittelschule und ein Waisenhaus in Bau. Ein College, ein theologisches Seminar, eine Zahnklinik und ein Verlagshaus bestehen bereits. Die Adventisten sind seit 80 Jahren in dem überwiegend islamischen Land tätig.



Kartoffelanbau mit Folgen

Moskau/Rußland, 27.04.1998/APD Der Anbau von Kartoffeln erwies sich für zwei adventistische Kirchengemeinden in Rußland als sehr vorteilhaft. In der Stadt Semenov bei Nischni Nowgorod (Gorkij) wollten Adventistinnen Bibelvorträge durchführen. Doch sie hatten kein Geld für die Anmietung eines Saales, für Werbung und Materialien. So beschlossen sie, die notwendigen finanziellen Mittel durch den Verkauf von selbstangebauten Kartoffeln zu erhalten. Nach der Ernte im Herbst letzten Jahres war das Geld vorhanden. Luba Rusena (Moskau), Direktorin für Frauendienste der Freikirche in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, hielt Bibelvorträge, so daß sich 19 Zuhörer den Adventisten anschlossen. In Shadrinsk im Uralgebiet baten Adventistinnen die Stadtverwaltung um ein Stück Land zum Kartoffelanbau und verschenkten die Ernte an ein Waisen- und Kinderheim. Als die Frauen mit den Behördenvertretern ihr nächstes Hilfsprojekt besprachen, bot die Verwaltung den dortigen Adventisten ein großes Gebäude einhundert Jahre mietfrei für ihre Gottesdienste an, da ihnen bisher ein eigenes Gemeindezentrum fehlte.



Jugendkongreß in Belgrad

Belgrad/Jugoslawien, 27.04.1998/APD Über 5 000 Besucher aus Mazedonien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Kroatien kamen zum Jugendkongreß der Siebenten-Tags-Adventisten, der Ende März in Belgrad stattfand. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Vereint in Jesus Christus". Die Ansprachen dazu hielt der Jugenddirektor der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Adventisten, Baraka Munganda (Silver Spring, Maryland/USA).



Neues adventistisches Gemeindezentrum in Haifa

Haifa/Israel, 27.04.1998/APD Ein Gemeindezentrum für einhundert Personen haben die Siebenten-Tags-Adventisten Ende März in Haifa eingeweiht. In Israel gibt es derzeit zehn adventistische Kirchengemeinden mit über 300 erwachsenen getauften Mitgliedern.



Adventisten bleiben Eigentümer ihres Gemeindezentrums in Skopje

Skopje/Mazedonien, 27.04.1998/APD Nach einer langen Reihe gerichtlicher Auseinandersetzungen bestätigte nun der oberste Gerichtshof Mazedoniens, daß die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten der rechtmäßige Eigentümer ihres Gemeindezentrums in Skopje sei. Seit 1992 hält eine Splittergruppe das Gebäude besetzt und droht jedem, der es betreten will, schlimme Folgen an. Seitdem mußten die Adventisten ihre Gottes-dienste in einem gemie-teten Saal abhalten. Die Abspaltung geht auf einen ehemaligen adventistischen Pastor zurück, der als extremer Nationalist aus der Freikirche ausgeschlossen wurde. Die Kirchenleitung erwartet jetzt von den Behörden die Durchsetzung des Gerichtsbeschlusses. In Mazedonien leben über 400 Adventisten in zehn Ge-meinden. Die erste wurde 1923 in Prilep im Süden des Landes gegründet.





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© APD Geändert am: 27.04.98

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