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Religiöse Intoleranz in Frankreich beklagt
Paris/Frankreich, 31.08.1998/APD Zunehmende religiöse Intoleranz in Frankreich beklagt Pastor Jacques Trujillo (Le Mee sur Seine/Frankreich), Abteilungsleiter für Religionsfreiheit der Franko-Belgischen Union der Siebenten-Tags-Adventisten. Der von der Regierung unterstützte "Kampf gegen die Sekten" ziehe auch religiöse Minderheiten in Mitleidenschaft. So habe Trujillo 45 Fälle von Schülern aus adventistischen und orthodoxen jüdischen Familien bearbeitet, die am Samstag den Unterricht nicht besuchten, da der Sabbat ihr religiöser Feiertag ist. Vier von ihnen verwiesen die Behörden von der Schule. Zwei erhielten keine staatliche Familienbeihilfe mehr. 15 mußten in eine andere Bildungsstätte wechseln, teilweise sogar in Nachbarstädte. Nur in 23 Fällen gelang die Unterrichtsbefreiung am Samstag an der ursprünglichen Schule, obwohl auch hier starker Druck auf die Kinder und Eltern ausgeübt wurde. Bei einem Fall steht die Entscheidung noch aus. Die Schulbehörden seien nach dem Motto vorgegangen: "Wenn du Frieden und Ansehen haben willst, dann gibt deinen Glauben auf."
Inzwischen hat sich nach Pastor Trujillo die rechtliche Lage sogar verschärft. Der Französische Senat habe nämlich Ende Juni zwei Gesetzen zur allgemeinen Schulpflicht zugestimmt, die speziell gegen Sekten gerichtet seien, und auch religiöse Minderheiten betreffen würden. "Familien, deren Kinder beispielsweise am Samstag nicht den Unterricht besuchen, haben jetzt ernste Probleme. Der Artikel 4 eines der neuen Gesetze bestimmt, wenn Kinder mehr als vier halbe Tage pro Monat ohne 'triftigen Grund' oder 'anerkannte Entschuldigung' im Unterricht fehlen, ist dies mit 1 000 Franc (rund 330 Mark) zu bestrafen. Im Wiederholungsfall kostet es dann das Zehnfache", sagte Trujillo. Die Entscheidung darüber, was eine "anerkannte Entschuldigung" sei, liege beim Schulleiter oder der örtlichen Schulbehörde. "Wenn eine Kirche oder Religionsgemeinschaft auf einer Sektenliste verzeichnet ist oder auch nur als Sekte verdächtigt wird, werden die dazugehörenden Eltern mit ihren Kindern Schwierigkeiten bekommen." Dies widerspreche aber der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, der auch Frankreich bereits 1948 zugestimmt habe. Im Artikel 18 wird "das Recht auf Gewissens- und Religionsfreiheit" und die Freiheit, seine Religion auch durch den Gottesdienst zu bekennen, proklamiert, betonte Pastor Trujillo.
"Hexenjagd gegen Sekten beenden"
Silver Spring, Maryland/USA, 31.08.1998/APD Kritische Worte zu den Aktivitäten von europäischen Sektengegnern fand Dr. Massimo Introvigne, geschäftsführender Direktor des Turiner Zentrums zur Erforschung neuer Religionen (CESNUR), bei seinem kürzlichen Besuch der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA. Der Soziologe und Rechtsprofessor zeigte sich über die in Frankreich und Belgien von den Regierungen erstellten "Sektenlisten" und den Umgang bestimmter Medien mit diesem Thema sehr besorgt. "Die Sektengegnerschaft ist in den Medien Frankreichs und Belgiens auffallend", bedauerte Introvigne. "Dies ist sehr gefährlich. In einigen Ländern hat der Kampf gegen Sekten die Form nationaler Besessenheit angenommen. Manche Gruppen werden der Gehirnwäsche und der Gedankenkontrolle beschuldigt, obwohl der wissenschaftliche Beweis fehlt. Andere werden nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt, so daß die Behörden behaupten können, daß das Recht auf Religionsfreiheit nicht auf sie anzuwenden sei."Russische Visabestimmungen behindern ausländische Missionare
Moskau/Rußland, 31.08.1998/APD Die neuen russischen Visabestimmungen behindern den Einsatz ausländischer Missionare. Wie der Nachrichtendienst der Evangelisch-methodistischen Kirche mitteilte, erhielten Ausländer nur noch für drei Monate eine Aufenthaltsberechtigung und dürften pro Visum höchstens zweimal nach Rußland einreisen. Ausländische Geistliche, die ständig dort arbeiteten, müßten jetzt viermal im Jahr das Land verlassen, um ein neues Visum zu beantragen. Von dieser Maßnahme seien unter anderem zehn methodistische Missionare betroffen. Die im Herbst letzten Jahres beschlossene neue Religionsgesetzgebung habe sich bei dieser Kirche bisher nur im Mietrecht ausgewirkt. Da es jetzt sehr schwierig sei, als religiöse Gruppe im öffentlichen Besitz befindliche Räume für Gottesdienste zu mieten, hätten einige Gemeinden Gebäude erworben, um dort ihre Versammlungen abzuhalten.
Immer mehr christliche Gemeinden würden in ihrer Arbeit von lokalen Behörden eingeschränkt, die das neue Religionsgesetz restriktiv auslegten, teilte das Missionswerk "Offene Grenzen" mit. So sei in der fernöstlichen Stadt Magadan eine evangelische Kirche mit der Begründung geschlossen worden, die Geistlichen hätten die Gemeindeglieder hypnotisiert und zu Geldspenden gezwungen. Lutheraner, Methodisten, Evangeliumschristen, Baptisten, Adventisten und sogar Minderheitsgruppen der orthodoxen Kirche seien durch die Auswirkungen des neuen Religionsgesetzes gefährdet. In Rußland gibt es 15 000 Methodisten in 49 und 45 000 Siebenten-Tags-Adventisten in 430 Gemeinden.
Diskriminierung durch russisches Religionsgesetz?
Silver Spring, Maryland/USA, 31.08.1998/APD "Während wir in Rußland keine Probleme auf nationaler Ebene haben, ist die Situation für religiöse Minderheiten vor Ort viel schwieriger geworden, seit im September 1997 das Religionsgesetz geändert wurde." Dies beklagte der Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, John Graz (Silver Spring, Maryland/USA). "Es scheint, als ob das neue Gesetz die Handhabe zur Diskriminierung jener bietet, die nicht die Glaubensauffassung der Mehrheit teilen." In der am Schwarzen Meer gelegenen Stadt Anapa sei beispielsweise der Adventist Juri Salow beim Verkauf religiöser Literatur von zwei uniformierten Kosaken verhaftet, in ihr Hauptquartier gebracht und beim Verhör mit Peitschen geschlagen worden. Während der Mißhandlung hätten ihn die Milizionäre des Verrats an der orthodoxen Kirche beschuldigt. Seine Bücher habe man ihm weggenommen. Dieser Vorfall mache nach Graz die Situation vor Ort seit Einschränkung der Religionsfreiheit in Rußland deutlich.
Baptisten kritisieren Religionsgesetzgebung in Usbekistan
Taschkent/Usbekistan, 31.08.1998/APD Eine Überarbeitung der Religionsgesetze in Usbekistan hat die Europäische Baptistische Föderation (EBF) gefordert. Durch das seit Mai gültige Gesetz würden religiöse Minderheiten diskriminiert, schreiben EBF-Präsident David Coffey und EBF-Generalsekretär Karl Heinz Walter in einem Brief an die Regierung in Taschkent. Der neuen Regelung zufolge können sich nur noch solche lokalen Religionsgemeinschaften staatlich registrieren lassen, die mindestens 100 usbekische Bürger als Mitglieder haben. Die staatliche Erfassung kostet jede Gemeinde umgerechnet rund 630 Mark. Die baptistischen Gemeinden hätten meist weder die nötige Mitgliederzahl noch könnten sie das erforderliche Geld aufbringen. Die Durchschnittsrente liege heute in dem mittelasiatischen Staat unter 50 Mark im Monat, heißt es zur Begründung. Die EBF verweist darauf, daß in der früheren Sowjetunion eine Registrierung bereits bei 20 Mitgliedern möglich gewesen sei. Kritisiert wird ferner, daß nach dem neuen Gesetz der Import christlicher Bücher und die Gründung christlicher Schulen nicht mehr möglich seien. Um die nach dem Zerfall der Sowjetunion in Usbekistan zunächst verwirklichte Religionsfreiheit zu erhalten, müsse das Gesetz dringend überarbeitet werden. Etwa 70 Prozent der 22,8 Millionen Einwohner des Landes sind Moslems. Die Baptisten zählen dort 3 500 und die Siebenten-Tags-Adventisten 1 300 erwachsene getaufte Mitglieder in 25 beziehungsweise zehn Gemeinden.
Wahl des armenischen Patriarchen von türkischen Behörden verhindert
Istanbul/Türkei, 31.08.1998/APD Fünf Monate nach dem Tod des armenisch-apostolischen Patriarchen Karekin II. von Istanbul haben laut dem Bochumer Informationsdienst "Orthodoxie Aktuell" die türkischen Behörden noch keinem Termin für die Wahl eines Nachfolgers zugestimmt. Sie sollte ursprünglich Anfang Mai stattfinden, doch der türkische Gouverneur versagte die Genehmigung. Statt dessen hat er in die kirchliche Ordnung eingegriffen und gefordert, nicht Erzbischof Mesrob Mutafyan, sondern den 73jährigen pensionierten Erzbischof Sahan Saviciyan als vorübergehenden Thronverweser einzusetzen. Doch der Heilige Synod der altorientalischen Kirche mit rund 70 000 orthodoxen Armeniern in der Türkei, von denen etwa 65 000 in Istanbul leben, weigerte sich trotz Strafandrohung. Etliche türkische Massenmedien haben inzwischen eine Verleumdungskampagne gegen Erzbischof Mesrob gestartet.
Hilfe für Überschwemmungsopfer in Südkorea
Seoul/Südkorea, 31.08.1998/APD Die sintflutartigen Regenfälle und schlimmsten Überschwemmungen seit 78 Jahren machten im August in Südkorea 121 000 Menschen obdachlos, zerstörten 381 Straßen und Brücken und richteten einen Schaden von 2,5 Milliarden Mark an. Die dortige Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten rief ihre Mitglieder zur Hilfe auf. Freiwillige verteilen Nahrungsmittel und reparieren beschädigte Häuser. Außerdem gingen zahlreiche Spenden für die Opfer der Naturkatastrophe ein. Auch 26 adventistische Gemeindezentren verzeichnen schwere Wasserschäden. 140 Adventisten verloren ihre gesamtes Hab und Gut. Zur evangelischen Freikirche gehören in Südkorea 142 000 erwachsene getaufte Mitglieder in 640 Gemeinden.
Adventisten bereiten Evakuierung von Missionaren vor
Silver Spring, Maryland/USA, 31.08.1998/APD Wegen des Bürgerkrieges in der Republik Kongo bereiten die Siebenten-Tags-Adventisten die Evakuierung ihrer Missionare und ausländischen Mitarbeiter vor. Laut Lowell Cooper, Silver Spring, Maryland/USA, dem stellvertretenden Sekretär der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der evangelischen Freikirche, habe bereits eine Missionarsfamilie die Stadt Lukanga im Osten des Landes verlassen. Die in der Metropole Kinshasa lebenden Mitarbeiter sollen bei Gefahr nach Yaoundé in Kamerun gebracht werden. In der Republik Kongo leben 310 000 erwachsene getaufte Adventisten in 1 136 Gemeinden.
Moslemischer Staatspräsident unterstützt adventistische Schulen
Lilongwe/Malawi, 31.08.1998/APD Der Präsident der ostafrikanischen Republik Malawi, Bakili Muluzi, überreichte Vertretern der Siebenten-Tags-Adventisten einen Scheck in Höhe von rund 25 000 Mark für Renovierungsarbeiten an der Matandani Mittelschule der Freikirche. Das Geld ist eine persönliche Spende des moslemischen Präsidenten. Bereits im letzten Jahr hatte das Staatsoberhaupt drei adventistische Bildungsstätten unterstützt. Die Thambani Grundschule erhielt damals 40 Bänke, die Matandani Mittelschule 200 Sack Zement und die Lunjika Mittelschule einen neuen Generator. In Malawi leben 201 000 erwachsene getaufte Adventisten in 756 Gemeinden. Die evangelische Freikirche unterhält dort zwei Berufs-, zwei Mittel- und 38 Grundschulen, ein theologisches Seminar, drei Krankenhäuser, 20 Kliniken und ein Verlagshaus.
"Gottesdienst senkt Blutdruck"
Silver Spring, Maryland/USA, 31.08.1998/APD Wer regelmäßig den Gottesdienst besucht, in seiner Kirchengemeinde mitarbeitet und nach seiner Glaubensüberzeugung lebt, leidet zu 40 Prozent weniger an Bluthochdruck. Dies ergab eine Studie der amerikanischen Duke Universität in Durham, North Carolina. Thomas R. Neslund (Silver Spring, Maryland/USA), stellvertretender Gesundheitsdirektor der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, meinte, daß dieses Forschungsergebnis nichts Neues sei, sondern nur alte Wahrheiten bestätige. Bereits in der Bibel stehe in Sprüche 17, Vers 22: "Ein fröhliches Herz tut dem Leibe wohl." Auch Ellen G. White, Mitbegründerin der Freikirche, habe bereits vor etwa 100 Jahren behauptet: "Mut, Hoffnung, Glaube, Anteilnahme und Liebe fördern die Gesundheit und verlängern das Leben."
Satellitentechnik für argentinische Adventisten
Buenos Aires/Argentinien, 31.08.1998/APD Mit Satellitenschüsseln, Empfangsgeräten und Projektoren werden jetzt auch die adventistischen Gemeinden in Argentinien ausgerüstet. Damit sind sie in der Lage, den Fernsehkanal ADSAT Adventist TV zu empfangen, der Programme in spanischer, portugiesischer und englischer Sprache überträgt. Im Herbst dieses Jahres können die Gemeinden auch an der Satellitenevangelisation mit Pastor Alejandro Bullon teilnehmen. In Argentinien leben 72 000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 360 Gemeinden.
Gesinnungswandel bei Mörder und Dieben
Santiago/Chile, 31.08.1998/APD 61 Häftlinge des Ponte Alta Gefängnisses in der chilenischen Hauptstadt Santiago schlossen sich in einer Tauffeier den Siebenten-Tags-Adventisten an. Die verurteilten Mörder, Diebe, Drogenhändler, Betrüger und Fälscher wollen nach den Worten eines Gefängnisgeistlichen ein neues Leben als gläubige Christen führen. Sie seien zwar immer noch inhaftiert, doch habe sich ihre Gesinnung grundlegend geändert.
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