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Buchrezension



Hans Schwarz, "Schöpfungsglaube im Horizont moderner Naturwissenschaft", Reihe Apologetische Themen Band 7, Friedrich Bahn Verlag, Neukirchen-Vluyn, 1996, Paperb., 256 Seiten, ISBN 3-7615-9105-5, 29,80 DM.
  Kann man in einer von Naturwissenschaft und Technik geprägten Zeit an Gott als Schöpfer, Bewahrer und Erlöser der Welt glauben? Der Autor, Professor für Systematische Theologie und theologische Gegenwartsfragen an der Universität Regensburg, antwortet mit ja. Erst in jüngster Zeit habe die Theologie wieder eingesehen, daß sie sich nicht in ein frommes Ghetto zurückziehen könne, sondern in der Welt behaupten müsse. Diese theologische Neuorientierung gehe Hand in Hand mit einem neuen Selbstverständnis der Naturwissenschaften. Es werde deutlich, daß das Wissen über unsere Erde, da es nicht mehr zu einer Gesamtsynthese verarbeitet werden könne, zur Orientierungslosigkeit beitrage. In dieser Situation reden immer mehr Naturwissenschaftler auch von Gott, vom Schicksal des Menschen und von der Bewahrung der Schöpfung. Schwarz widmet deshalb einen Großteil seines Buches der Wiedergewinnung und Entfaltung des christlichen Schöpfungsglaubens. Zuvor behandelt er in zwei Abschnitten die Naturvorstellungen ohne Gott und die Welt aus naturwissenschaftlicher Sicht. In dem anspruchsvoll geschriebenen Werk sind viele Details angeführt. Der Autor nimmt jedoch eine kritische Haltung zum sogenannten "Kreationismus" ein, der die Evolution ablehnt und den biblischen Schöpfungsbericht wörtlich auffaßt. Zwar sei das Anliegen der Kreationisten verständlich, in einer Welt, in der Gott sozusagen von der Bildfläche verdrängt wurde, den Schöpfer wieder sichtbar zu machen. Problematisch werde es aber, wenn man versuche den Kreationismus parallel zur Evolutionstheorie als naturwissenschaftliche Lehre einzuführen. Die Bemühungen, den biblischen Schöpfungsbericht mit der gegenwärtigen Wissenschaft in Übereinstimmung zu bringen, werde seiner Intention nicht gerecht. Schwarz geht davon aus, daß ein evolutionäres Verständnis der Welt als Arbeitshypothese kein Gegensatz zur Bejahung der göttlichen Inspiration, Vertrauenswürdigkeit und Autorität der Bibel für Glaube und Verhalten darstelle.

Hans Gasper, Friederike Valentin (Hrsg.), "Endzeitfieber. Apokalyptiker, Untergangspropheten, Endzeitsekten", Herder Verlag, Freiburg i. Brsg., 1997, Paperback, 256 Seiten, ISBN 3-451-04522-2, 19,80 DM.
  Das Thema ist nicht neu. Bereits in der Bibel finden sich Endzeiterwartungen. Deshalb haben immer wieder Christen mit dem Ende der Welt und der Errichtung des Reiches Gottes gerechnet. So wies beispielsweise der Abt Joachim von Fiore, dessen biblisch-apokalyptische Studien von der Kirche nie verurteilt wurden, auf das bevorstehende Ende hin. Seine Schriften führten im Spätmittelalter besonders beim Franziskanerorden zu Spekulationen über den Antichristen, mit dessen Erscheinen unter anderem im Jahre 1260 und 1378 gerechnet wurde. Der Reformator Martin Luther war davon überzeugt, daß der "liebe jüngste Tag" unmittelbar bevorstehe. Auch im deutschen Pietismus und in bestimmten evangelischen Landeskirchen des 17. und 18. Jahrhunderts fanden sich Endzeiterwartungen mit oft sehr konkreten Datierungen. Das 19. Jahrhundert bildete einen Nährboden für zahlreiche Gruppen mit Naherwartungen im angelsächsischen Raum.

Apokalyptische Erwartungen finden sich heute nicht nur bei Sondergemeinschaften und obskuren Einzelgängern. Es gibt sie auch in charismatischen und evangelikalen Bewegungen sowie in Randgruppen der römisch-katholischen Kirche. Ein breites Feld für Endzeitmystik ist im Gedankengut des neuen Zeitalters (New Age) und in den Vorstellungen der Neuen Rechten zu finden. Daß Endzeiterwartungen einen tödlichen Ausgang nehmen können, zeigt unter anderem die Geschichte des Sonnentempelordens. Im Buch wird aber auch versucht, Antwort auf die Frage zu finden, warum Menschen für apokalyptische Rufer anfällig werden können. Einer der Autoren behauptet jedoch, daß höchstens fünf Prozent der deutschen Bevölkerung den biblisch-apokalyptischen Endzeitaussagen Bedeutung beimessen. Wenn dies stimmt, kann von einem umsichgreifenden "Endzeitfieber" gerade im Hinblick auf das Jahr 2000 in unserem Land nicht gesprochen werden.



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© APD Geändert am: 31.08.98

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