APD


International


Adventisten in Sri Lanka verhaftet

Silver Spring, Maryland/USA, 17.12.1998/APD Ohne Anklageerhebung wurde am 6. Dezember Elkins Thurairajah (25), Sohn eines adventistischen Pastors, aus dem Gefängnis freigelassen. Seine Verhaftung erfolgte Ende Oktober in seinem Elternhaus in Jaffna im Norden Sri Lankas unter dem Verdacht mit Aufständi-schen, den sogenannten tamilischen Befreiungstigern, zusammenzuarbeiten. Thurairajah hatte stets seine Unschuld beteuert. "Die Freilassung ist eine gute Nachricht", sagte Dr. John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten. Er hatte in einem Schreiben an Staatspräsidentin Chandrika Kumaratunga seine Besorgnis wegen der Inhaftierung ohne Anklageerhebung und Haftprüfung zum Ausdruck gebracht.

Noch immer befindet sich dagegen der adventistische Pastor und Rektor der Adventist International School in Vavuniya, Manickam Anthony Alexander, im Gefängnis. Seine Verhaftung erfolgte ebenfalls unter Terrorismusverdacht bereits im März diesen Jahres, ohne daß bisher Anklage erhoben wurde. Sowohl er wie auch Thurairajah gehören der tamilischen Volksgruppe an. Dr. Bert B. Beach, Direktor des Beirates für Zwischenkirchliche Beziehungen der Generalkonferenz, sieht hier eine Verletzung der Menschenrechte. In einem Brief an den Justizminister von Sri Lanka schrieb er: "Als Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten sind wir erschüttert, daß einer unserer Pastoren verhaftet wurde und sich immer noch im Gefängnis befindet. Unseren Geistlichen ist es nicht gestattet, sich in politische Auseinandersetzungen einzulassen. Außerdem wissen unsere Mitglieder, daß weder Terrorismus noch jedwelche Gewalt in unseren Gemeinden geduldet werden." In Sri Lanka leben 3 000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 13 Gemeinden. Die dortige evangelische Freikirche unterhält ein College, sechs höhere Schulen, 15 Grundschulen, ein Krankenhaus, drei Kliniken und ein Verlagshaus.



Protest gegen Einschränkung der Religionsfreiheit in Usbekistan

Taschkent/Usbekistan, 17.12.1998/APD Einschränkungen der Religionsfreiheit beklagen die Siebenten-Tags-Adventisten in Usbekistan. In der Stadt Karschi wurde der adventistische Pastor Igor Gusew verhaftet und schließlich gegen Zahlung von umgerechnet 170 Mark wieder freigelassen. Sein Vergehen, er habe in einer "nichtregistrierten Kirche" gepredigt. Gusew feierte in einem Privathaus mit elf Adventisten Gottesdienst. Ein seit Mai diesen Jahres gültiges Gesetz schreibt vor, daß eine Kirchengemeinde nur staatlich registriert wird, wenn sie mindestens 100 usbekische Bürger als Mitglieder hat. Die staatliche Erfassung kostet umgerechnet rund 630 Mark, eine hohe Summe bei einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von durchschnittlich 1 800 Mark. In der Stadt Nawoi wollten die 150 Adventisten ihre Gemeinde registrieren lassen. Doch dies wurde ihnen entgegen dem neuen Religionsgesetz von den Ortsbehörden verweigert. "Solche Vorfälle machen die zunehmende Verletzung der religiösen Freiheit durch die Behörden deutlich", betonte Dr. John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten. "Wir haben deswegen bei Staatspräsident Islam Karimow protestiert und erwarten, daß die Verletzungen fundamentaler Menschenrechte beendet werden." Auch die Europäische Baptistische Föderation (EBF) hat von der usbekischen Regierung eine Überarbeitung der Religionsgesetze gefordert. 88 Prozent der 23,8 Millionen Einwohner des Landes sind Moslems. Die Baptisten zählen dort 3 500 und die Siebenten-Tags-Adventisten 1 300 erwachsene getaufte Mitglieder in 25 beziehungsweise zehn Gemeinden.



Adventisten würdigen UN-Menschenrechtserklärung

Silver Spring, Maryland/USA, 17.12.1998/APD In einer Feierstunde hat die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, die von den Vereinten Nationen vor 50 Jahren verkündete "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" gewürdigt. Als Gäste nahmen unter anderem Robert Seiple, Vertreter für Internationale Religionsfreiheit des US-Außenministeriums, Joe Sills, Direktor des UN-Informationszentrums, und Karen Lord von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teil. Seiple betonte in seiner Ansprache am Beispiel Bosniens die nach wie vor bestehende Notwendigkeit, sich für die Förderung der religiösen Freiheit und der Menschenrechte einzusetzen. Pastor Robert S. Folkenberg, Präsident der Generalkonferenz, wies darauf hin, daß sich die Siebenten-Tags-Adventisten seit über einem Jahrhundert für den Schutz der Religionsfreiheit einsetzten.

Während der Feierlichkeiten wurde eine Stellungnahme der Freikirche zur UN-Menschenrechtserklärung verlesen. Darin heißt es: "Siebenten-Tags-Adventisten sind davon überzeugt, daß die Anwendung von Gewalt in religiösen Angelegenheiten im Gegensatz zu den ewigen Grundsätzen Gottes ist. Die Intoleranz zeigt häufig ihr häßliches Gesicht, obwohl bei der Beachtung der Menschenrechte in vielen Ländern Fortschritte erzielt werden. Die adventistische Kirche bittet die Vereinten Nationen, Regierungsvertreter, Religionsführer und Gläubige sowie Nichtregierungsorganisationen dringend, unbeirrt für die Verwirklichung der Menschenrechtserklärung zu arbeiten." Am 12. Dezember hatten die Siebenten-Tags-Adventisten weltweit in ihren Gottesdiensten an die Annahme der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" vor 50 Jahren durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen erinnert.



Albaner gaben sich das Recht auf Religionswechsel

Tirana/Albanien, 17.12.1998/APD Die albanische Bevölkerung hat sich Ende November in einem Referendum für einen Gesetzentwurf entschieden, der den Religionswechsel ausdrücklich erlaubt. Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die die Volksabstimmung für die erste nachkommunistische Verfassung überwachten, sprachen von einer "friedlichen Wahl im ganzen Land". Das neue Grundgesetz garantiert den Bürgern außerdem, sich zu einer ethnischen Minderheit zu bekennen. Es enthält das Recht auf Eigentum, erlaubt aber der Regierung, Grundbesitz zu enteignen, wenn dies im nationalen Interesse ist. Laut der albanischen Zentralen Wahlkommission nahmen trotz Boykottaufrufen der Opposition und ständiger Regenfälle 51 Prozent der Bevölkerung am Referendum teil. OSZE-Vertreter teilten mit, daß sie keine Regelwidrigkeiten bei der Stimmabgabe feststellen konnten, jedoch seien viele Wählerlisten fehlerhaft gewesen.



Recht auf arbeitsfreien Samstag in Italien

Rom/Italien, 17.12.1998/APD Ein Gericht in Rom hat den Anspruch eines Siebenten-Tags-Adventisten auf den arbeitsfreien Samstag als biblischen Ruhetag (Sabbat) anerkannt. Der Hotelangestellte Sergio Mascherini berief sich auf eine "Intesa" genannte Vereinbarung zwischen der Italienischen Union der Siebenten-Tags-Adventisten und dem Staat aus dem Jahr 1988. Darin war Angehörigen der evangelischen Freikirche der arbeitsfreie Samstag zugesichert worden. In dem im November 1998 gefällten Urteil wird der Arbeitgeber verpflichtet, seine Kündigung vom April 1997 wieder rückgängig zu machen und den entgangenen Lohn bis zur Wiedereinstellung nachzuzahlen. Außerdem muß er die Gerichtskosten tragen. Bereits 1996 hatte ein Gericht in Bologna die Kündigung eines adventistischen Flughafenangestellten wegen Arbeitsverweigerung am Samstag für rechtswidrig erklärt und seine Wiedereinstellung verfügt.



Erneut adventistischer Absolvent an päpstlicher Universität

Rom/Italien, 17.12.1998/APD Zum zweiten Mal konnte ein Siebenten-Tags-Adventist an der Gregoriana, der Päpstlichen Universität in Rom, studieren und Mitte November dort die Doktorwürde erlangen. Pastor Francesco Mosca, Seelsorger der Adventgemeinde Mailand, schrieb seine Dissertation über das Thema "Gesù offre la salvezza a Zaccheo" ("Jesus bietet Zachäus die Erlösung an"). In seiner 320seitigen Textstudie zu Lukas Kapitel 19 Verse 1 bis 10 ging Mosca vor allem auf die geschichtlich-soziale Situation des jüdischen Steuereinnehmers Zachäus und seiner Heimatstadt Jericho ein. Als erster Nichtkatholik wurde der Adventist Samuele Bacchiocchi 1969 an der Gregoriana immatrikuliert. Seine mit der Auszeichnung "summa cum laude" versehene Dissertation trug den Titel "From Sabbath to Sunday" ("Vom Sabbat zum Sonntag") und wurde 1977 von der Päpstlichen Gregorianischen Universitätsdruckerei veröffentlicht.



Adventistischer Pastor "Prediger des Jahres"

London/Großbritannien, 17.12.1998/APD Ian Sweeney, Pastor der Siebenten-Tags-Adventisten in Sheffield/England, ist von der Zeitung "London Times" zum "Prediger des Jahres" gewählt worden. Der 34jährige war ohne sein Wissen in die Kandidatenliste gekommen, als ein Verleger seinen Beitrag, der in einem Buch für schwarze Pastoren erschien, an die "Times" sandte. Sweeney erhielt daraufhin die Mitteilung, daß er sich unter den 30 Kandidaten befinde, die aus insgesamt 250 Bewerbern ausgesucht wurden. Jurymitglieder besuchten jeden dieser Geistlichen in deren Kirchen. Sechs von ihnen erreichten das Finale in der "Methodist Central Hall" in Westminster, wo sie jeweils zehn Minuten über ein selbstgewähltes Thema sprechen mußten. Die Kurzansprache des adventistischen Pastors stand unter dem Motto: "Es sind die Gedanken, die zählen." Die Jury bewertete nach zehn Kriterien, wie Klarheit der Botschaft, Aufmerksamkeit der Zuhörer, Illustrationen, Rhetorik, Ausgewogenheit zwischen Theologie und Lebenspraxis sowie Wirkung der Predigt. Sweeney ist der erste farbige Geistliche, der den vier Jahre alten Wettbewerb gewann. Er erhielt eine geschnitzte Taube und 1 000 Pfund Sterling. Der Preisträger ist verheiratet und hat drei Kinder. Seine Eltern stammen von der Karibikinsel Antigua.



Britische Baptisten nehmen Gläubige auch ohne Erwachsenentaufe auf

Didcot/Großbritannien, 17.12.1998/APD Die Baptistengemeinden Großbritanniens gestalten ihre Gottesdienste immer seltener traditionell baptistisch. Statt dessen geben sie sich einen überkonfessionellen, evangelikalen Anstrich. Das berichtete die in Didcot erscheinende "Baptist Times" unter Berufung auf eine Umfrage in den 2 127 Baptistengemeinden des Landes. Der überkonfessionelle Charakter dieser Freikirche kommt nach Angaben von Pastor Christopher Ellis vor allem in den Liederbüchern und in der Taufpraxis zum Ausdruck. Danach sind zwei überkonfessionelle Liederbücher am stärksten verbreitet. Zwei rein baptistische Gesangsbücher landen weit abgeschlagen auf den Plätzen drei und vier. Außerdem nehmen 50,4 Prozent aller Gemeinden auch neue Mitglieder auf, die nicht die Erwachsenentaufe empfangen haben. In 23,7 Prozent aller Gemeinden werden Christen getauft ohne automatisch Baptisten zu werden. Initiator der von 1 812 Gemeinden beantworteten Umfrage war das Komitee für Lehrfragen und Gottesdienste, dessen Koordinator Pastor Ellis ist. In Großbritannien gibt es über 150 000 Baptisten.



Europäische Evangelische Allianz mit neuem Generalsekretär

London/Großbritannien, 17.12.1998/APD Gordon Showell-Rogers (45) ist zum neuen Generalsekretär der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA) gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Stuart McAllister an, der sein Amt bereits Ende letzten Jahres zur Verfügung stellte. Der Brite und Baptist Showell-Rogers ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Noch bis März nächsten Jahres leitet er als nationaler Direktor die "International Student Christian Services" (ISCS) in London. Zur EEA gehören 25 nationale Evangelische Allianzen, die zusammen etwa acht Millionen evangelikaler Christen in Europa repräsentieren.



Weihnachten wieder Feiertag in Kuba

Havanna/Kuba, 17.12.1998/APD Weihnachten ist wieder ein gesetzlicher Feiertag in Kuba. Die Kommunistische Partei erklärte den 25. Dezember als arbeitsfrei. 1969 war der Weihnachtsfeiertag abgeschafft worden, da er angeblich von den Feinden Kubas benutzt würde, um die Gläubigen zu manipulieren und dazu die Zuckerrohrernte behindere. Im Januar 1998 hatte Papst Johannes Paul II. bei einem Besuch auf der Insel Partei- und Staatschef Fidel Castro aufgefordert, demokratische Reformen durchzuführen, religiöse Freiheiten zu gewähren und politische Häftlinge freizulassen. Nach Beendigung des Papstbesuches ließen die Behörden noch im Februar die ersten einhundert politischen Gefangenen frei, die auf einer Liste des Papstes gestanden hatten. In den folgenden Monaten wurden rund hundert weitere Häftlinge entlassen.





Zum Inhaltsverzeichnis


© APD Geändert am: 25.12.98