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Friedensdienst im Ausland

Weiterstadt bei Darmstadt, 18.02.1998/APD Den Ziegenstall einer Nachbarsfarm ausmisten, bei der Maisernte helfen, gemeinsam mit Kindern Weihnachtskarten basteln, Fliegengitter an Türen und Fenster eines neuerbauten Mädchenheimes anbringen oder die Blumenbeete instand halten gehören zu den Aufgaben von zwei Kriegsdienstverweigerern. Statt Zivildienst in Deutschland verrichten Markus Illing und David Schell einen sogenannten "Friedensdienst" im Ausland nach § 14b des Zivildienstgesetzes. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Deutschland hatte sie im Oktober letzten Jahres für 15 Monate ins Kinderheim "Vovó Josephina" nach Araçoiaba da Serra in den brasilianischen Bundesstaat São Paulo gesandt. Die beiden haben sich nach ihrem ersten Bericht gut eingelebt und werden immer vertrauter mit den dortigen Gewohnheiten, die zum Teil gewöhnungsbedürftig sind. Da es dort ein anderes Verständnis von Ordnung und Organisation gibt, benötigten sie bei der Arbeit Improvisationstalent. Im Kinderheim herrscht eine angenehme Atmosphäre. Die Kinder werden geliebt und geachtet, wobei sich die Betreuer um eine gute Erziehung und Ausbildung bemühen. Zwar sei das Leben im Auslandsdienst nicht immer leicht, so Markus Illing, denn es gilt "ein paar Entbehrungen" hinzunehmen. "Da ich aber das Gefühl habe, daß wir gebraucht werden und unsere Arbeit anerkannt wird, hat es sich gelohnt, nach Brasilien zu gehen." Laut dem Direktor von ADRA-Deutschland, Erich Lischek (Weiterstadt), ist es das erste Mal, daß das adventistische Hilfswerk solch einen "Friedensdienst" anbietet. Es bildet sich bereits eine "Warteschlange" an weiteren Interessenten, unter ihnen "nicht nur Jungs, sondern auch Mädchen". Das Problem sind jedoch die nicht unerheblichen Kosten, die ADRA für derartige Dienste selbst zu tragen hat. Ohne zusätzliche Spenden kann dieser Bereich nicht ausgebaut werden.



ADRA-Zentrum in Tirana von Polizei geräumt

Tirana/Albanien, 18.02.1998/APD Eine Spezialeinheit der albanischen Polizei räumte Mitte Januar friedlich das Gelände der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, das sich drei Kilometer vom Stadtzentrum Tiranas entfernt befindet. Dort hatten 15 teilweise bewaffnete Familien das frühere Büro- und Lagerhaus der Hilfsorganisation besetzt. Laut Sean Robinson, Direktor von ADRA-Albanien, seien zuvor monatelange Verhandlungen mit den Besetzern ergebnislos verlaufen. Keiner von ihnen landete jedoch auf der Straße. Alle hätten neue Unterkünfte und konnten ihr gesamtes persönliches Hab und Gut mitnehmen. ADRA hatte zu dessen Abtransport Lastwagen gemietet. Wie Robinson weiter bekannt gab, sind am Lagerhaus schwere Schäden entstanden. Die Reparaturarbeiten werden erst Ende März beendet sein. Die britische Regierung unterstützt diese Maßnahme mit rund 90 000 Mark. Als im März 1997 Unruhen ausbrachen, stürmte eine bewaffnete Menge das Hilfszentrum und plünderte es vollständig aus. Kein ADRA-Mitarbeiter kam dabei zu Schaden. Sean Robinson mußte jedoch fliehen und wurde von der italienischen Marine in Sicherheit gebracht. Im April 1991 begann ADRA als erste westliche Nichtregierungs-Organisation mit der Arbeit in Albanien. 1994 stellte die dortige Regierung ihr ein 53 000 Quadratmeter großes Gelände zur Verfügung, auf dem ein Lagerhaus für humanitäre Güter entstand, das auch ein Dutzend andere Hilfswerke nutzten, außerdem Büros, eine ambulante Klinik und ein berufliches Ausbildungszentrum. Bis zu den Unruhen im März 1997 hatte ADRA Entwicklungsprojekte im Wert von fast 20 Millionen Mark durchgeführt. Gegenwärtig läuft im Norden Albaniens ein Programm zur Förderung der Volksgesundheit, das die Dänische Internationale Entwicklungshilfeorganisation DANIDA mit 594 000 Mark unterstützt.



Gemüsesamen für Nordkorea

Ottawa/Kanada, 18.02.1998/APD Eine Million Päckchen mit Gemüsesamen hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-Kanada nach Nordkorea gesandt. Dadurch können 500 000 Familien in ihren Gärten Erbsen, Bohnen, Rüben, Karotten, Tomaten und Gurken säen, um dem Hunger abzuhelfen. Die 20 Tonnen Saatgut haben einen Wert von 2,7 Millionen Mark. Seit September 1995 hat ADRA Medikamente und ärztlichen Bedarf sowie 215 Tonnen Reis, 52 Tonnen Milchpulver, 21 Tonnen Babynahrung und fast 600 Tonnen Nudeln in Höhe von 7,5 Millionen Mark nach Nordkorea gebracht.



Weizenmehl nach Tadschikistan

Duschanbe/Tadschikistan, 18.02.1998/APD 45 Tonnen Weizenmehl hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA an 2 500 Rentner in der Gissar Region Tadschikistans verteilt.



Medikamente für Nicaragua

Managua/Nicaragua, 18.02.1998/APD Medikamente und ärztlichen Bedarf im Wert von 450 000 Mark hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Mitte Januar an Krankenhäuser, Altenheime und Schulen in Nicaragua geliefert. ADRA führt dort auch ein Mutter-und-Kind-Gesundheitsprogramm für 5 000 Familien durch und baut in Francis Serpi an der Ostküste eine Sanitätsstation auf.



Winterkleidung nach Bangladesch

Dhaka/Bangladesch, 18.02.1998/APD Winterkleidung verteilte die Adventistische Entwicklungs-und Katastrophenhilfe ADRA Mitte Januar an 3 000 Menschen in vier Städten Bangladeschs. Der Premierminister des Landes hatte die internationalen Hilfsorganisationen wegen des größten Kälteeinbruchs seit Jahrzehnten um rasche Unterstützung gebeten.





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© APD Geändert am: 19.02.98

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