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International


Kirchenleiter als erster Europäer nach 23 Jahren in Luena

Bern/Schweiz, 18.02.1998/APD Der Präsident der Euro-Afrika Division der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ulrich Frikart (Bern), besuchte als erster Europäer seit 1975 die immer noch von der UNITA kontrollierte angolanische Stadt Luena. Er nahm an der Delegiertentagung der dortigen regionalen adventistischen Kirchenleitung teil, die 35 000 Gläubige aus 135 Gemeinden vertrat, und bei der turnusmäßig auch die Verantwortungsträger neu gewählt beziehungsweise in ihrem Amt bestätigt wurden. Einer der Delegierten, ein Pastor, ging 400 Kilometer zu Fuß, um an dem Treffen teilnehmen zu können. Da er in einem abgelegenen Gebiet wohnt, hatte er in den letzten sieben Jahren keinen Kontakt zur Kirchenleitung, so daß er während dieser Zeit auch kein Gehalt bekam. Trotzdem brachte er eine rostige Geldkassette mit, die umgerechnet 14 000 Mark enthielt: die "Zehnten"-Beiträge seiner Gemeindeglieder. Pastor Frikart kam mit einer russischen Transportmaschine nach Luena. Er wurde notdürftig im Cockpit untergebracht, da im Frachtraum kein Platz war. Frikart besuchte auch die Adventisten in Huambo im Süden Angolas. Dort hat deren nationale Kirchenleitung ihren Sitz. Außerdem hielt er sich in Luanda, der Hauptstadt des Landes, auf. Zur evangelischen Freikirche in Angola gehören 620 Gemeinden mit 165 000 Siebenten-Tags-Adventisten.



Polnische Protestanten wollen gleiche Rechte wie Katholiken

Warschau/Polen, 18.02.1998/APD Die polnischen Protestanten hoffen nach der Wahl des Lutheraners Jerczy Busek zum neuen Ministerpräsidenten auf eine Verbesserung ihrer rechtlichen Situation. In den Verhandlungen mit der Regierung, an der sich der Polnische Ökumenische Rat (PRE) beteiligt, geht es vor allem darum, die gleichen Rechte wie die Katholiken zu erhalten, die ihnen in einem Staatsvertrag (Konkordat) mit dem Vatikan zugestanden worden sind. Edward Puslecki, Superintendent der rund 5 000 Mitglieder zählenden Methodistenkirche, hofft, daß das Polnische Parlament bereits Ende April die rechtliche Stellung der protestantischen Kirchen behandelt. Rund 23 Millionen der 38 Millionen Polen sind römisch-katholisch. Die zum PRE gehörenden Kirchen haben zusammen etwa 500 000 Mitglieder.

Die Siebenten-Tags-Adventisten, die im Polnischen Ökumenischen Rat einen Gaststatus haben, sind bereits staatlich anerkannt. Nach fünfjährigen Verhandlungen verabschiedete das polnische Parlament (Sejm) am 30. Juni 1995 ein Gesetz, das die Beziehungen zwi-schen der Republik Polen und der evangelischen Freikirche regelt und nach Unterzeichnung durch den damaligen Staatspräsidenten Lech Walesa in Kraft trat. Dadurch erhielt sie die Körperschaftsrechte und volle Freiheit bei der Ausübung des Glau-bens einschließlich der Respektierung der Sabbatruhe am Arbeits-platz, in der Schule und beim Militär. Für Adventisten gilt nicht der Sonntag, son-dern der bibli-sche Sabbat (Samstag) als wöchentlicher Feiertag. Die Freikirche nimmt ihre Angele-genheiten ohne staatliche Einmi-schung selbst wahr. Sie hat das Recht, in der Öffentlichkeit missionarisch tätig zu sein und eigene Einrichtungen, wie Schulen, Hochschulen, Verlagshäuser, Radiostationen und Sozialwerke, zu gründen und zu unterhalten. Der Staatsvertrag eröff-net den Adventisten auch die Möglichkeit, Reli-gionsunter-richt an öffent-lichen Schulen zu geben. In Polen zählt die Freikirche über 5 500 erwachsene getaufte Mitglieder in 120 Ortsgemeinden. Sie unterhält dort ein Theologisches Seminar, ein Altenheim, ein Verlagshaus und ein Aufnahmestudio für Radio- und Fernsehsendungen.



Polnische Auszeichnung wegen Eintreten für Menschenrechte

Washington, D. C./USA, 18.02.1998/APD Mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Polen wurde Dr. Bert B. Beach (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für zwischenkirchliche Beziehungen der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, ausgezeichnet. Der polnische Botschafter in den USA, Jerzy Kozminski, sagte bei der Überreichung des Ordens in Washington: "Dr. Beach spielte bei der Entwicklung des internationalen Dialogs für Frieden, Toleranz, religiöse Freiheit und Menschenrechte eine wichtige Rolle. Er war auch ein starker Befürworter für Polens Bestrebungen nach Freiheit und Demokratie. Er pflegte die Verbindung zu Polen während der letzten vier Jahrzehnte."



Ziviler Ersatzdienst in Bulgarien

Sofia/Bulgarien, 18.02.1998/APD Das bulgarische Parlament hat für Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen einen zivilen Ersatzdienst beschlossen. Angehörige registrierter Religionsgemeinschaften sollen bei Antragstellung automatisch vom Wehrdienst befreit werden, während Mitglieder nicht staatlich anerkannter Kirchen ihre Verweigerung vor einer Militärkommission begründen müssen. Der Ersatzdienst soll mit zwei Jahren das Doppelte der normalen Militärzeit betragen. Er sieht einen Arbeitseinsatz vor, zu dem die Beschäftigung in der Rüstungsindustrie oder der Transport von Waffen und Munition nicht gehört.

Zu den in Bulgarien anerkannten Religionsgemeinschaften zählen unter anderem die Orthodoxen, Katholiken, Juden und Moslems. Kürzlich wurden auch die Lutheraner, Baptisten, Kongretionalisten, Methodisten, Pfingstler und die Kirche Gottes, die alle der Bulgarischen Evangelischen Allianz angehören, staatlich anerkannt. Zu den anerkannten Freikirchen zählen ferner die Siebenten-Tags-Adventisten, die bereits seit 1898 im Land vertreten sind und zu denen heute 6 748 erwachsene getaufte Mitglieder in 102 Gemeinden gehören. Die Adventisten hatten sich bereits während ihrer Gründung im Jahre 1863 gegen den Waffendienst ausgesprochen. Sechs der neun Millionen Einwohner Bulgariens sind orthodoxe Christen und etwa 50 000 Protestanten.



Religiöse Minderheiten in Italien gleichgestellt

Rom/Italien, 18.02.1998/APD Die Verunglimpfung von Minderheitskirchen und Religionsgemeinschaften wird künftig in Italien der Verunglimpfung von Katholiken gleichgesetzt. Das entschied das italienische Verfassungsgericht bereits im November 1997. Damit wird eine Verfügung aus dem Jahre 1930 aufgehoben, die derartige Vergehen gegen die römisch-katholische Mehrheitsreligion mit einer um ein Drittel höheren Strafe als bei Minderheiten belegte. In der Urteilsbegründung heißt es: "Jede Form der Diskriminierung von Religionen, die sich nur auf eine größere oder kleinere Anzahl von Anhängern gründet, ist nicht akzeptabel." Mehr als 90 Prozent der rund 58 Millionen Italiener sind katholisch. Zu den Protestanten gehören unter anderem 30 000 Waldenser, 6 000 Methodisten, je 10 000 Lutheraner und Baptisten sowie 5 300 Siebenten-Tags-Adventisten.



Religionsgemeinschaften für Tabaksteuer in den USA

Washington, D. C., 18.02.1998/APD Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA unterstützt die "Interreligiöse Koalition Rauchen oder Gesundheit" in dem Bemühen, Präsident Clinton zu veranlassen, eine Tabaksteuer einzuführen. Laut dem adventistischen Pastor Roy Branson, stellvertretender Vorsitzender der Koalition, "haben die Kirchen in der Vergangenheit den Kampf gegen die Sklaverei und Rassendiskriminierung angeführt. Jetzt sind die amerikanischen Religionsgemeinschaften herausgefordert, das Leben einer halben Million Menschen pro Jahr zu retten." Besonders wirkungsvoll sei die Tabaksteuer, um jene 3 000 Jugendlichen, die jeden Tag mit dem Rauchen anfangen, davon abzuhalten. Die 1,50 Dollar Steuern pro Zigarettenschachtel sollte für die Volksgesundheit ausgegeben werden. Zur Koalition gehören 22 Religionsgemeinschaften und Organisationen, wie der Nationale Rat der Kirchen, die Union der Amerikanischen Jüdischen Gemeinden, der Amerikanische Moslemrat, die Nationale Vereinigung der Evangelikalen, die presbyterianische, adventistische, methodistische und römisch-katholische Kirche, der Christliche Verein Junger Männer und Junger Frauen.



Anknüpfungspunkte zum Christentum finden

Silver Spring, Maryland/USA, 18.02.1998/APD Wie das Evangelium Jesu Christi Menschen mit einem ganz anderen religiösen oder kulturellen Hintergrund verständlich gemacht werden könne, besprachen adventistische Kirchenleiter und Direktoren der Studienzentren für Globale Mission der Freikirche Mitte Januar in Silver Spring, Maryland/USA. "Siebenten-Tags-Adventisten müssen die Bibel und die Erlösung so darstellen, daß die Menschen dies auch verstehen", sagte Pastor Mike Ryan, Generalsekretär für Globale Mission. Es gelte sich der Herausforderung zu stellen, an den jeweiligen kulturellen Gegebenheiten derjenigen anzuknüpfen, die mit der biblischen Botschaft erreicht werden sollten. "Deshalb haben wir in den verschiedenen Teilen der Welt Studienzentren eingerichtet." Solche gebe es zur Zeit zur Erforschung des Buddhismus, Hinduismus, Judentums, Islam und Säkularismus. Nur wer eine Religion oder Kultur ganz genau kenne, könne Anknüpfungspunkte zum Christentum finden, so Ryan.



Vatikan will Inquisitionsarchiv öffnen
Neue Einblicke im Streit zwischen Rom und Wittenberg erwartet

Rom/Italien , 18.02.1998/APD Neue Einblicke in die theologische Auseinandersetzung Roms mit der Lehre Martin Luthers im 16. Jahrhundert sind aus dem "Inquisitionsarchiv" zu erwarten, dessen weitgehende Öffnung vom Vatikan für Forschungszwecke angekündigt wurde. Wie die Kongregation für die Glaubenslehre Mitte Januar mitteilte, handelt ein wesentlicher Teil der 4 500 Archiv-Bände von den "großen theologischen Kontroversen im Gefolge der Reformation und des Konzils von Trient (1545-1563)". Ferner enthält das Archiv interessantes Material über die Konfrontation der römisch-katholischen Kirche mit der geistigen Bewegung der Aufklärung und den neuen philosophischen sowie wissenschaftlichen Theorien des 19. Jahrhunderts. Auch zum jahrhundertelangen Bemühen der Kirche, mit dem "Index der verbotenen Bücher" ("Index Librorum Prohibitorum") Zensur auszuüben, gibt es im Archiv reichhaltiges Material. Die erste Verbotsliste für Bücher, die katholische Gläubige weder lesen noch besitzen durften, wurde im Jahre 1557 von Papst Paul IV. erstellt. Pius V. begründete 1571 eine eigene "Kongregation für den Index", die bis 1917 existierte. Erst 1966 erklärte die Kongregation für die Glaubenslehre, daß "dieser Index und die mit der Übertretung verbundene Strafe der Exkommunikation (Ausschluß aus der kirchlichen Gemeinschaft) in der katholischen Kirche keinen Gesetzescharakter mehr haben".

Weniger spektakulär ist nach Auskunft der vatikanischen Glaubenskongregation das Material über die historischen Häretiker-Prozesse. So wurde bereits 1925 Archivmaterial über den Prozeß gegen den im Jahre 1600 als Ketzer verbrannten Giordano Bruno (geboren 1548) veröffentlicht. Auch die Unterlagen über Galileo Galilei (1564-1642) hätten Wissenschaftler schon 1902 gesichtet. Ein Großteil der sonstigen Prozeßakten ist während der Überführung des sogenannten "Inquisitionsarchivs" nach Paris (1816-1817) und in den Revolutionsjahren der "Römischen Republik" (1848-1849) unwiderbringlich verschwunden. In der Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre wird darauf hingewiesen, daß die Archive der Inquisition auch in der jüngeren Vergangenheit schon in Einzelfällen für Forscher mit besonderen Genehmigungen einsehbar waren. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) habe die Zahl dieser Genehmigungen spürbar zugenommen. Die neuen Richtlinien sollen nun einen "vereinfachten Zugang" für Forscher, unabhängig von ihrer Herkunft und Religion, ermöglichen.



Mehr als 61 Millionen Lutheraner weltweit

Genf/Schweiz, 18.02.1998/APD Die Zahl lutherischer Christen ist 1996 von weltweit 60,9 Millionen im Jahr 1996 auf 61,2 Millionen angestiegen. Davon gehören 57,6 Millionen einer der 124 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) an. Die größte lutherische Kirche befindet sich mit 7,6 Millionen Mitgliedern in Schweden. Deutschland ist laut LWB mit über 14 Millionen Mitgliedern immer noch das Land, in dem die meisten Lutheraner leben, gefolgt von den USA mit knapp 8,3 Millionen. Den größten Zuwachs im letzten Jahr verzeichnete die Lutherische Kirche in Tansania mit 200 000 neuen Mitgliedern. Leichte Einbußen mußten dagegen die europäischen Lutheraner hinnehmen, deren Gesamtzahl sich von 37,3 auf 37,2 Millionen verringerte. Dennoch ist das Luthertum in Europa am weitesten verbreitet, gefolgt von Afrika (9 Millionen), Nordamerika (8,6 Millionen), Asien (5 Millionen) und Lateinamerika (1,4 Millionen). Nach wie vor gehören weltweit 3,6 Millionen Lutheraner nicht dem LWB an; davon ist die Lutherische Missouri Synode mit 2,6 Millionen Mitgliedern die größte Kirche.





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© APD Geändert am: 17.02.98

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