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Adventisten reagieren auf Papst-Schreiben zum Sonntag
Silver Spring, Maryland/USA, 29.07.1998/APD Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten nahmen zu dem am 7. Juli veröffentlichten "Apostolischen Schreiben" des Papstes "Dies Domini" ("Tag des Herrn") an die Bischöfe, den Klerus, die Ordensleute und die Gläubigen der römisch-katholischen Kirche Stellung. In dem Dokument werden die Katholiken zu mehr Hingabe bei der Beachtung des Sonntags und zum Kirchenbesuch aufgefordert. Die Leiter der evangelischen Freikirche begrüßten den Appell nach mehr Spiritualität angesichts des säkularen Einflusses auf religiöse Praktiken, kritisierten aber bestimmte Aussagen in dem Schreiben. Die Adventisten feiern am Sabbat (Samstag), dem siebten Tag der Woche, ihren Gottesdienst und nicht am Sonntag, dem ersten Tag nach biblischer Zeitrechnung.
"Die Ansicht, daß der Sonntag der 'gebotene' Tag der Ruhe und des Gottesdienstes sei, kann nicht unterstützt werden", sagte Robert S. Folkenberg (Silver Spring, Maryland/USA), Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Freikirche. "Der Gedanke im Schreiben, 'daß sich die Christen dafür einsetzen, daß auch unter den besonderen Gegebenheiten unserer Zeit die Zivilgesetzgebung ihrer Pflicht zur Heiligung des Sonntags trägt', veranschaulicht das Verlangen, sich auf die Macht des Staates zu berufen, statt besser auf die Autorität der Heiligen Schrift. Jemand, der nur unter Druck gehorcht, gehorcht nicht wirklich. Der sittliche Verfall in der Gesellschaft beruht nicht auf dem Versagen der Gesetzgebung, sondern ist vielmehr das Versagen bekennender Christen, die Liebe Gottes und seine Autorität richtig zu bezeugen."
John Graz, Direktor der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz, äußerte: "Das Schreiben des Papstes ist eine Gelegenheit, die biblischen Aussagen zum Gottesdienst und zu religiösen Geboten erneut zu untersuchen. Auch wenn der Aufruf des Papstes zum Kirchenbesuch angesichts wachsender Säkularisierung verständlich ist, können wir doch nicht darin übereinstimmen, daß der Sonntag als der Tag des christlichen Gottesdienstes betrachtet wird."
"Es verblüfft, daß, obwohl das Dokument im zweiten Abschnitt des ersten Kapitels mit dem biblischen Schöpfungsbericht beginnt und auch danach ausführliche Zitate aus dem 1. Buch Mose folgen, - selbst der Text 'Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig' fehlt nicht -, zum Sonntagsgottesdienst aufgerufen wird", betonte Angel M. Rodriguez, stellvertretender Direktor des "Biblischen Forschungsinstituts" der Weltkirchenleitung. "Wir wollen der Bibel als Autorität treu bleiben und des Sabbats am siebten Tag der Woche als Tag der Ruhe und des Gottesdienstes gedenken." In seinem Schreiben stelle der Papst fest, daß der Tag des Gottesdienstes "vom siebten Tag auf den ersten Tag" verschoben wurde, wobei der Sonntag die Bezeichnung "das wöchentliche Ostern" erhielt. "Diese Auffassung findet in der Heiligen Schrift keine Unterstützung", erläuterte Rodriguez. "Sie schneidet die Verbindung zwischen Schöpfung und Erlösung entzwei. Als Freikirche wollen wir dem Beispiel Jesu folgen, der während seines ganzen Erdenlebens den Sabbat am siebten Tag der Woche beachtete und nach seinem Tod am Sabbat im Grab ruhte. Außerdem wurde die Feier des Sabbats von allen Aposteln befolgt."
Wegen des Interesses, das durch das "Apostolische Schreiben" hervorgerufen wurde, hofft Graz, daß dies zu einem erneuten Studium nicht nur des Tages, sondern auch seiner Bedeutung führt. "Als Freikirche rufen wir dazu auf, den christlichen Grundsätzen und dem Herrn des Sabbats zu folgen sowie zu einem tieferen Verständnis der biblischen Wahrheit zu gelangen."
Lutheraner über den Vatikan enttäuscht
Lehrverurteilungen bleiben in einzelnen Punkten bestehen
Rom/Genf, 29.07.1998/APD "Die 'Gemeinsame Erklärung zwischen der Katholischen Kirche und dem Lutherischen Weltbund über die Rechtfertigungslehre' stellt einen bemerkenswerten Fortschritt im gegenseitigen Verständnis und in der Annäherung der Dialogpartner dar; sie zeigt, daß es zwischen der katholischen und lutherischen Position in einer jahrhundertelang so kontroversen Frage zahlreiche Konvergenzpunkte gibt". So lautet die von Kardinal Edward Idris Cassidy, Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, unterzeichnete Antwort des Vatikans auf das von Lutheranern und Katholiken in 15jähriger Arbeit erstellte Dokument.
Der Streit um die Rechtfertigungslehre hatte im 16. Jahrhundert zum Bruch zwischen der römisch-katholischen Kirche und den Reformatoren geführt. Martin Luther widersprach der katholischen Lehre, wonach Menschen durch Ablaßzahlungen oder gute Taten von ihren Sünden befreit würden. Er erklärte, die Menschen seien allein von der Gnade Gottes abhängig. In der "Gemeinsamen Erklärung" bezeugen Katholiken und Lutheraner ein übereinstimmendes Grundverständnis der Rechtfertigung. Das Dokument hält als "gemeinsamen Glauben" fest, daß sich der Mensch die Versöhnung mit Gott nicht durch Taten "verdienen" könne, sondern die Rechtfertigung allein ein Geschenk Gottes sei. Weiter wird betont, daß die wechselseitigen Verurteilungen aus dem 16. Jahrhundert die Glaubensüberzeugungen der jeweils anderen Kirche heute nicht mehr berührten.
Obwohl "ein hoher Grad an Übereinstimmung erreicht worden ist", so die Antwort der katholischen Kirche auf die "Gemeinsame Erklärung", könne "man noch nicht von einem so weitgehenden Konsens sprechen, der jede Differenz zwischen Katholiken und Lutheranern im Verständnis der Rechtfertigungslehre ausräumen würde". Doch wolle die katholische Kirche "zur Überwindung der noch bestehenden Divergenzen dadurch beitragen", indem sie eine Reihe von Punkten vorlegt, "die bei diesem Thema einer Verständigung in allen Grundwahrheiten zwischen der katholischen Kirche und dem Lutherischen Weltbund noch entgegenstehen". Der Vatikan hoffe, daß dies ein "Ansporn" sein könne, um das Studium dieser Fragen weiterzuführen. Der Aufhebung aller Lehrverurteilungen des 16. Jahrhunderts, die der Lutherische Weltbund ausdrücklich festgestellt hat, vermag Rom pauschal nicht zuzustimmen. Zuvor müßten alle Divergenzen überwunden werden. In Einzelpunkten blieben deshalb die Verurteilungen des Konzils von Trient (1545-1563) gegenüber der evangelischen Rechtfertigungslehre bestehen. Auch sei die Bedeutung der Rechtfertigungslehre "als Kriterium für das Leben und die Praxis der Kirche" bei Katholiken und Lutheranern unterschiedlich. Außerdem müsse nach dem "echten kirchlichen Wert" und der "tatsächlichen Autorität" bei der Zustimmung des Lutherischen Weltbundes (LWB) zur "Gemeinsamen Erklärung" Mitte Juni diesen Jahres gefragt werden.
Laut LWB-Generalsekretär Ishmael Noko brauche es Zeit, um die Antwort Roms zu klären und zu beurteilen. Da "in wesentlichen Punkten Vorbehalte angemeldet werden", sei auch die Basis der "Gemeinsamen Erklärung", daß die gegenseitigen Lehrverurteilungen der Reformationszeit nicht mehr treffen, "unklar geworden". Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Horst Hirschler (Hannover), kritisierte, daß die katholische Seite "nie auch nur angedeutet" habe, das lutherische Rechtfertigungsverständnis an wichtigen Punkten nicht anzuerkennen. Wenn der Vatikan die katholische Lehre für Lutheraner verbindlich machen wolle, so Hirschler, sei das der "Gemeinsamen Erklärung" zugrundeliegende Modell der "versöhnten Verschiedenheit" verlassen. Der VEKLD-Beauftragte für den Katholizismus, Bischof Hans Christian Knuth (Schleswig) sieht dagegen die Anwendung des Konzeptes der versöhnten Verschiedenheit bereits als gescheitert an. Die katholische Seite vermittle den Eindruck, "als hätte es 30 Jahre Dialog nicht gegeben". Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bedauerte, daß der Vatikan Kernstücke der reformatorischen Rechtfertigungslehre in Frage stelle, die für Protestanten "unaufgebbar" seien. Doch trotz "ärgerlicher Rückschläge" wolle die EKD nicht in die "Wiederholung alter Kontroversen" zurückfallen.
Kritisch äußerte sich auch das Konfessionskundliche Institut des Evangelischen Bundes (Bensheim), ein Arbeitswerk der EKD. Da der Vatikan nicht der Aufhebung sämtlicher Lehrverurteilungen zustimme, wie dies der Lutherische Weltbund tat, habe die "Gemeinsame Erklärung" ihr Ziel verfehlt. Professorin Dr. Dorothea Wendeborg (Tübingen) bezeichnete in der "Neuen Zürcher Zeitung" die Antwort der katholischen Kirche als "römischer Blitz, der zugleich de facto die innerlutherische Kritik" an dem Dokument und dem Beschlußfassungsprozeß "bestätigt". "Die Antwort" laufe "- entgegen manchen anderslautenden Berichten - in wesentlichen Punkten auf eine klare Ablehnung" hinaus. "Dieses Urteil über die Erklärung hätte bereits vor 16 Monaten vorgebracht werden können, als das Dokument endgültig vorlag. Statt dessen wartete man ab, bis die lutherischen Kirchen einen langen, zeit- und kraftraubenden Beschlußfassungsprozeß durchgeführt hatten", so die Theologin.
Der österreichische Oberkirchenrat Professor Dr. Johannes Dantine sieht in einem Beitrag der Zeitschrift "Die Furche" die "sogenannte Konsens-Ökumene" auf Dauer als erledigt an. "Es wird Zeit brauchen, bis evangelische Kirchen sich wieder auf so ein Abenteuer einlassen werden, wenn überhaupt." Der Bischof von Kopenhagen, Erik Norman Svendsen, erklärte, man habe beim "Nordischen Bischofstreffen" in Stavanger die katholische Antwort diskutiert. "Selbst die ökumenischsten Bischöfe bezeichnen diese als größten ökumenischen Rückschlag seit Menschengedenken", meinte er. Der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl Lehmann (Mainz) sieht dagegen "keinen ernsthaften Grund zur Enttäuschung und Resignation". Die Erklärungen des Lutherischen Weltbundes und des Vatikans entsprächen sich "im Kern". Zwar sei kein umfassender Konsens in einer zentralen kirchlichen Frage erreicht worden, doch führe die "Gemeinsame Erklärung" zu einer Vertiefung des Glaubens und befruchte das gemeinsame Lesen und Auslegen der Bibel.
Syrisch-orthodoxer Bischof für Kooperation mit Adventisten
Silver Spring, Maryland/USA, 29.07.1998/APD Metropolit Gregorios Youhanna Ibrahim von der Syrischen Orthodoxen Kirche von Antiochien begrüßte die Möglichkeit zu größerer Kooperation mit den Siebenten-Tags-Adventisten während eines Besuches bei deren Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) Anfang Juli in Silver Spring, Maryland/USA. "Für die Syrische Orthodoxe Kirche ist es ein neuer Tag, Gemeinschaft mit der adventistischen Freikirche zu haben. Wir müssen daran arbeiten, daß sich die Beziehungen zwischen den Christen verbessern", sagte Ibrahim, Bischof von Aleppo/Syrien. Die altorientalische Kirche mit etwa 90 000 Gläubigen leitet ihren Ursprung von den hebräischen Christen Jerusalems im 1. Jahrhundert ab. Im Gottesdienst benutzt sie immer noch Aramäisch, das auch Jesus Christus sprach. Pastor Gerry Karst, Assistent des Generalkonferenzpräsidenten, begrüßte den Metropoliten und seine Begleiter, zu denen auch Pfarrer Fayiz Hunain von der Presbyterianischen Kirche in Syrien, Razic Syriani, Jugenddirektor des Mittelöstlichen Kirchenrates (MECC), und Dr. Mekhael Asaad, Leiter der Ephraim Klinik in Aleppo, gehörten. "Wir haben uns auf dieses Zusammentreffen schon lange gefreut", sagte Karst, der zuvor im Mittleren Osten tätig war. "Wir hoffen, daß diese Freundschaft wachsen wird, da wir Brüder in Christus sind." Metropolit Ibrahim überreichte als Gastgeschenk eine Tafel mit dem Vaterunser in aramäischer Sprache. Die syrischen Kirchenvertreter besuchten auch adventistische Schulen und Krankenhäuser in Kalifornien, Michigan und Florida.
Regierungen sollen sich für Religionsfreiheit einsetzen
Silver Spring, Maryland/USA, 29.07.1998/APD Während eines Besuches bei der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, betonte der Direktor für Religiöse Beziehungen im spanischen Justizministerium, Professor Alberto de la Hera, daß Regierungen sich demonstrativ für die Religionsfreiheit einsetzen müßten. Als Beispiel nannte er einen unlängst geschehenen Vorfall in Spanien, bei dem die adventistische Kirche "ungerechtfertigten Angriffen seitens Printmedien" ausgesetzt gewesen sei. Laut de la Hera war es in diesem Fall für den Staat wichtig zu handeln. "Als Regierung sahen wir die Notwendigkeit einzuschreiten und den Journalisten mitzuteilen, daß ihre Artikel unwahr und falsch sind, und daß die adventistische Kirche wegen ihres Wirkens Achtung verdient hat." Um diesen Standpunkt deutlich zu machen, wird ein offizieller Regierungsvertreter den nächsten Kongreß der Adventisten in Valencia besuchen, "um unser Interesse am Dienst der Kirche zu zeigen". Generalkonferenzpräsident Robert S. Folkenberg betonte, daß sich die Freikirche seit langem für die Erhaltung und Förderung der Religionsfreiheit einsetzt. Ob in einem Land wirklich religiöse Freiheit herrsche, zeige sich nicht an Worten, sondern an Taten. In Spanien gibt es 6 800 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 63 Gemeinden. Die evangelische Freikirche unterhält dort ein theologisches Seminar, ein Gymnasium, vier Grundschulen, ein Altenheim, ein Verlagshaus und eine Lebensmittelfabrik für Gesundkost.
Evangelisation in Griechenland nicht mehr strafbar
Athen/Griechenland, 29.07.1998/APD Ein Musterprozeß vor dem Europäischen Gerichtshof in Straßburg hat erstmals positive Auswirkungen in Griechenland gebracht. Wie die Nachrichtenagentur idea mitteilte, wurden zwei Offiziere der griechischen Luftwaffe, die als evangelische Missionare vors Kriegsgericht kamen, rehabilitiert. Künftig ist Evangelisation im letzten Land mit einer orthodoxen Staatskirche auch generell nicht mehr strafbar. Vor sechs Jahren hatte ein griechisches Militärgericht zwei Offiziere für "wehrunwürdig" erklärt und zu Kasernenhaft von zwölf beziehungsweise zehn Monaten verurteilt, weil sie "durch ihr evangelisches Beispiel, ihre Reden und die Verteilung protestantischer Schriften" die rechte griechisch-orthodoxe Wehrgesinnung untergraben hätten. Der Oberste Gerichtshof in Athen lehnte 1993 ihren Einspruch ab. Erst jetzt hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte der Beschwerde der beiden ehemaligen Offiziere stattgegeben und Griechenland wegen Verletzung von Artikel 9 der Römischen Verträge und des Protokolls von Paris zur symbolischen Entschädigung von umgerechnet je 3 000 Mark an die Betroffenen verurteilt.
Das Urteil hat zum Unterschied zu früheren sofortige Auswirkungen auf das gesetzliche Vorgehen gegenüber nicht-orthodoxen Christen in Griechenland. Generalstaatsanwalt Angelos Vassilopoulos wies alle Staatsanwälte an, keine Strafverfolgungen mehr aufgrund des "Anti-Evangelisationsgesetzes" Nr. 1363 aus dem Jahre 1938 einzuleiten. Das Gesetz aus der Zeit der Metaxas-Diktatur hat bis heute das evangelische Bekenntnis in den Streitkräften als "Wehrkraftzersetzung" verfolgt. Das griechische Parlament wurde aufgefordert, während seiner kommenden Herbstsitzung dieses Relikt aus der Vergangenheit völlig außer Kraft zu setzen. Der neue Athener Erzbischof Christodoulos hat dagegen an den Staat appelliert, die Religionsfreiheit für nicht-orthodoxe Bekenntnisse einzuschränken. So sollte laut idea die Staatsanwaltschaft angehalten werden, "jede religiöse Werbung einschließlich der Verbreitung der Bibel durch andere Religionsgemeinschaften strafrechtlich zu verfolgen". Außerdem solle den Zeugen Jehovas amtlich untersagt werden, sich als Christen zu bezeichnen.
Stiftung gegen "Kredit-Haie"
Rom/Italien, 29.07.1998/APD Den Zweck ihrer Stiftung "Adventum" erläuterte die italienische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten vor 120 Vertretern aus Politik, Polizei, Geldinstituten, Universitäten und Gewerkschaften in Rom. Es geht dabei um ein Anti-Wucher-Projekt, das Menschen Hilfe anbietet, die "Kredit-Haien" in die Hände fielen und aus dem Kreislauf dauernder Verschuldung durch Wucherzinsen herauskommen wollen. In einem Beratungszentrum in Rom arbeiten ehrenamtlich Rechtsanwälte, Finanzberater, Psychologen und Seelsorger, die mit dem Hilfesuchenden dessen Fall sorgfältig analysieren, um festzustellen, welche finanziellen und psychologischen Schritte erforderlich sind. Bei Bedarf wird versucht, den Opfern eine Arbeitsstelle zu vermitteln und sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Gegebenenfalls nimmt die 1996 gegründete "Adventum"-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Bank "Cassa di Risparmio" auch eine Umschuldung vor. "Bisher konnte 300 Familien geholfen werden, aus den Fängen der Wucherer zu entkommen", sagte Stiftungspräsident Pastor Ignazio Barbuscia. Der Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer, Luciano Violante, beglückwünschte die Adventisten zu dem Projekt. Er forderte eine bessere Ausbildung in den Schulen und daß die Jugendlichen lernen, gut mit Geld umzugehen. Das Stiftungskapitel beträgt 5,4 Milliarden Lire, rund 5,4 Millionen Mark. Es stammt aus der Einkommenssteuer. Seit einigen Jahren haben die Italiener die Wahl, wem sie acht Promille ihrer Einkommenssteuer für soziale Zwecke zukommen lassen wollen. Jedes Jahr entscheidet sich etwa ein Prozent der Steuerzahler für die Adventisten. Aus diesen Mitteln finanziert die evangelische Freikirche nicht nur das "Adventum"-Projekt, sondern auch andere Sozialprogramme in Italien, wie Gesundheitsvorsorge einschließlich Raucherentwöhnungsseminare, Ambulanzen für Behinderte und Ausstattung von Krankenstationen und Kliniken. Außerdem werden Schulen und landwirtschaftliche Projekte in Entwicklungsländern unterstützt.
Guter Torwart durch gesunden Lebensstil
Buenos Aires/Argentinien, 29.07.1998/APD Der argentinische Nationaltorwart Carlos Angel Roa, der bei der Fußballweltmeisterschaft in Frankreich beim Elfmeterschießen in Saint-Ettiene den Schuß von David Batty hielt, so daß England aus dem Wettbewerb ausschied, führt seine Fähigkeiten auf den gesunden Lebensstil zurück, den er bei den Siebenten-Tags-Adventisten kennenlernte. Gegenüber der argentinischen Zeitschrift "Gente" äußerte Roa, daß er Vegetarier sei, was ihm den Spitznamen "Lechuga" ("Salatkopf") bei seinen Mitspielern einbrachte. Außerdem trinke er keinen Alkohol, verzichte auf Drogen, habe ausreichend Schlaf und immer eine Bibel in seinem Gepäck. "Mein Glaube gibt mir Kraft. Ich bete stets vor einem Spiel", so Roa. Laut Pastor Dario Bruno besuchte der Torwart bis er im letzten Jahr nach Mallorca übersiedelte, um dort Fußball zu spielen, zusammen mit seiner Frau Silvia häufig den Gottesdienst der adventistischen Gemeinde in Avellaneda nahe Buenos Aires. Ihre Töchter Ayelen und Soraya schickten sie in die dortige Grundschule der Siebenten-Tags-Adventisten. Zur Freikirche gehören in Argentinien 72 000 getaufte erwachsene Mitglieder in 363 Gemeinden. Sie unterhält dort eine Universität, zwölf Gymnasien, 70 Grundschulen, vier Krankenhäuser und ein Gesundheitszentrum.
Adventistische Universität in Bolivien an der Spitze
La Paz/Bolivien, 29.07.1998/APD Die Adventistische Universität (Universidad Adventista de Bolivia) in Cochabamba/Bolivien nimmt unter den 26 Hochschulen des Landes den dritten Platz ein. Das ergab eine Untersuchung des Kultusministeriums. Bewertet wurden die Infrastruktur, das Lehrmaterial, die Laboratorien, die Bibliotheken, die Dozenten und die Verwaltung der Bildungsstätten. An der 1991 gegründeten Adventistischen Universität sind 638 Studenten in den Fachbereichen Rechnungswesen und Buchhaltung, Pädagogik, Krankenpflege und Theologie eingeschrieben.
"Adventisten helfen dem ganzen Menschen"
Nassau/Bahamas, 29.07.1998/APD "Die Siebenten-Tags-Adventisten beschränken ihre Evangelisation nicht nur darauf, die Seele zu retten, sondern dem ganzen Menschen zu helfen", betonte der stellvertretende Premierminister der Bahamas, Frank Watson, anläßlich der Jahrestagung der dortigen Freikirche. "Sie waren hier immer sozial sehr aktiv." Watson erinnerte an die "ausgezeichnete Arbeit für Jugendliche durch das Bahama Gymnasium, eine Grundschule und die adventistischen Pfadfinder". Auch hob er die von der Freikirche veranstalteten Seminare zur Gesunderhaltung und Suchtprävention hervor. Auf den Bahamas leben 9 000 erwachsene getaufte Adventisten in 41 Gemeinden.
Informationsbesuch in Papua-Neuguinea
Port Moresby/Papua Neuguinea, 29.07.1998/APD Zu einem Informationsbesuch befand sich Mitte Juli Robert S. Folkenberg (Silver Spring, Maryland/USA), Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, in Papua-Neuguinea. In der Hauptstadt Port Moresby wurde er von Generalgouverneur Sir Silas Atopare, der das Staatsoberhaupt Königin Elizabeth II. vertritt, zu einem Gedankenaustausch empfangen. Atopare gehört ebenfalls der evangelischen Freikirche an. Anschließend hatte Folkenberg ein Mittagessen mit einer Parlamentariergruppe, verschiedenen Provinzgouverneuren und zwei Richtern des Obersten Gerichtshofes, die gleichfalls Adventisten sind. Laut Atopare "spielen die Adventisten eine Hauptrolle bei der Entwicklung Papua-Neuguineas". Etwa ein Drittel der Abgeordneten, einschließlich des Parlamentssprechers John Pundari, seien Mitglieder der Freikirche. Folkenberg hatte auch eine Unterredung mit Premierminister Bill Skate.
In der Nähe von Goroka im östlichen Hochland Papua-Neuguineas nahm der Generalkonferenzpräsident an einem Gottesdienst mit 50 000 Besuchern teil. Bei der anschließenden Tauffeier schlossen sich 1 700 Erwachsene den Siebenten-Tags-Adventisten an. 1908 kam mit Septimus Waldford Carr der erste adventistische Missionar auf die Inselgruppe. Heute zählt die Freikirche dort 180 000 erwachsene getaufte Mitglieder in 712 Gemeinden. Sie unterhält in Papua-Neuguinea eine Universität, ein College, eine Landwirtschaftsschule, drei Real- und 74 Grundschulen, ein Krankenhaus, elf Kliniken und eine Basis für Missionsflugzeuge.
Wesleyaner, Katholiken und Adventisten Hauptkirchen auf Tonga
Nuku'alofa/Tonga, 29.07.1998/APD Die meisten Bewohner des Inselkönigreiches Tonga gehört zur Free Wesleyan Church (Freie Wesleyanische Kirche), der größten von vier methodistischen Gemeinschaften. Wie eine Volkszählung ergab, hat sie 40 000 Mitglieder, was 41,3 Prozent der Gesamtbevölkerung von 97 000 Einwohnern entspricht. Danach folgen die römisch-katholische Kirche mit 15 309, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit 13 225 und die Assembly of God mit 1 100 Mitgliedern. Die restlichen Insulaner gehören "Sondergruppen" an, wobei die Mormonen die größte bilden. 61 Bürgerinnen und Bürger bezeichneten sich als "religionslos" und nur zehn Personen verweigerten jede Auskunft über ihre Religionszugehörigkeit. Zu Tonga, einer polynesischen Monarchie im südwestlichen Pazifik, gehören rund 150 kleine Inseln, von denen 36 bewohnt sind. Katholische Missionare (Maristen) begannen 1842 mit der Christianisierung Tongas. Im Jahre 1825 folgen die Wesleyaner (Methodisten) mit ihrer Missionsarbeit und 1895 die Siebenten-Tags-Adventisten. Im Verhältnis Kirche und Staat erfreut sich die Freie Wesleyanische Kirche besonderer Privilegien, und der König ist ihr Titularoberhaupt.
Adventisten auf den Salomonen ausgezeichnet
Honiara/Salomonen, 29.07.1998/APD Unter den 27 Bürgern der Salomonen, die während der Feierlichkeiten zum 20. Jahrestages der Unabhängigkeit des pazifischen Inselstaates ausgezeichnet wurden, befanden sich auch sieben Siebenten-Tags-Adventisten. Das Goldkreuz der Salomonen erhielt der im Ruhestand lebende Pastor Wilfred Bili für seine Sozialarbeit. Das Silberkreuz bekamen drei weitere Pastoren und ein adventistisches Laienglied. Das Bronzekreuz ging an die Adventisten Margaret Fa'ana und Tosasai Buka. Die evangelische Freikirche zählt auf den Salomonen rund 25 000 erwachsene getaufte Mitglieder in 79 Gemeinden. Sie unterhält dort eine Berufsschule, zwei Real- und 59 Grundschulen, ein Krankenhaus, 14 Kliniken und eine Basis für Missionsflugzeuge.
Gottesdienst per Satellit
Silver Spring, Maryland/USA, 29.07.1998/APD Ab 5. September bietet das von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründete Adventist Communication Network (ACN) den adventistischen Gemeinden in Nordamerika per Satellitenübertragung jeden Samstag einen Gottesdienst an. Er enthält ein Anfangs- und Schlußlied zum Mitsingen, Textlesung, Musikstücke und eine bereits vorher aufgezeichnete Predigt. Laut ACN-Präsident Brad Thorp ist dieses Angebot vor allem für kleinere Gemeinden gedacht, die ihren Pastor mit anderen Gemeinden teilen müssen. Keinesfalls solle dadurch aber der Dienst von Laienpredigern eingeschränkt werden. Doch eine Predigt per Bildschirm oder Videoleinwand sei eine Hilfe, wenn an diesem Tag niemand den Gottesdienst halten könne. Die Satellitenübertragung von ACN dauert eine Stunde und beginnt um elf Uhr östlicher Zeit. Gemeinden in anderen Zeitzonen können die Sendung aufzeichnen und zu ihrer Gottesdienstzeit abspielen. Dabei ist auch die Verwendung nur einzelner Teile möglich.
Baptisten üben Kritik an neuem Religionsgesetz in Usbekistan
Buchara/Usbekistan, 29.07.1998/APD Gegen die Verschärfung des Religionsgesetzes von 1991 in der zentralasiatischen Republik Usbekistan hat der Bund der Evangeliumschristen-Baptisten in einer Resolution an Staatspräsident Islam Karimow protestiert. Nach dem Anfang Mai eingeführten neuen Gesetz werden nur noch lokale Religionsgemeinschaften mit mindestens einhundert erwachsenen Mitgliedern staatlich anerkannt. Dadurch sei es unmöglich, die Mehrzahl der kleineren ländlichen Kirchen außerhalb der Hauptstadt Taschkent registrieren zu lassen. Die Bildung von Kirchenbünden werde nur erlaubt, wenn die Konfession in mindestens acht anderen Provinzen vertreten ist. Das neue Gesetz enthalte auch das Verbot des Übertritts von einer Religionsgemeinschaft zu einer anderen. Für die Baptisten und andere christliche Gemeinschaften sei damit jede missionarische Tätigkeit, die mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden könne, unmöglich. Deshalb fordert der Präsident der Evangeliumschristen-Baptisten, Pavel A. Peychew, die Religionsfreiheit wieder herzustellen, denn "das neue Gesetz macht aus Baptisten, die als friedliche Bürger das Gesetz achten, Kriminelle". Obwohl der usbekische Staatspräsident erklärt habe, das Gesetz richte sich vor allem gegen radikale Islamisten, sei doch eindeutig, daß davon die evangelischen Minderheiten besonders betroffen würden. In der Nähe von Buchara haben die Behörden inzwischen im Straf- und Arbeitslager Zaraulbazar eine Kapelle der Baptisten geschlossen. Sie war 1992 mit staatlicher Genehmigung errichtet worden. Dort fanden zweimal täglich Gottesdienste statt, die bis zu 70 Besucher zählten. Einen Grund zur Schließung nannten die Behörden nicht. In Usbekistan sind etwa 70 Prozent der 22,8 Millionen Einwohner Moslems. Die Baptisten zählen dort 3 500 und die Siebenten-Tags-Adventisten 1 300 erwachsene getaufte Mitglieder.
| © APD | Geändert am: 31.08.98 |