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Auch zwei adventistische Pastoren am Unglücksort
Celle, 29.06.1998/APD Unter den Geistlichen und psychologischen Betreuern am Ort der Bahnkatastrophe in Eschede befanden sich auch die beiden adventistischen Pastoren der Adventgemeinde Celle, Harald Weigt und Ulf Röder. Sie standen rat- und trostsuchenden Angehörigen in der bereitgestellten Turnhalle zur Verfügung. Röder betreute außerdem direkt am Unglücksort Helfer, die einen Seelsorger brauchten, um mit ihm über ihre grauenvolle Arbeit zu reden. Auch nach den Aufräumarbeiten stehen den Helfern Ansprechpartner zur Verfügung, um die von ihnen erlebten schrecklichen Bilder zu verarbeiten.
Pastor Röder hob die ausgezeichnete Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen hervor. Auch die Solidarität der Bevölkerung sei einmalig. Die in Eschede wohnenden Siebenten-Tags-Adventisten versorgten die Helfer ebenfalls mit Nahrungsmitteln und Getränken. Bei seinem Besuch am Katastrophenort bezeichnete Bundeskanzler Helmut Kohl das Wirken der evangelischen und katholischen Seelsorger "als beispielhaft für die Seelsorge". Bereits eine knappe Stunde nach dem Unglück waren 50 Geistliche am Unfallort.
Pfadfinder mit Jahrmarkt
Frankfurt/Main, 29.06.1998/APD Zum diesjährigen Fronleichnamslager trafen sich 750 adventistische Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland in Rhens am Rhein. Unter dem Motto "Jahrmarkt der Möglichkeiten - Vielfalt macht reich" bauten sie einen Jahrmarkt vom Ende des 19. Jahrhunderts nach. Er hatte einen Popkornstand, die "stärkste Frau der Welt", eine Karamelmanufaktur, einen Messerschleifer, "Haut den Lukas" und viele weitere Attraktionen. Ein auf der Geschichte "In 80 Tagen um die Welt" basierender Orientierungslauf und ein Bunter Abend rundeten das Programm des verlängerten Wochenendes ab.
"Kirchen und Sekten"
Frankfurt/Main, 29.06.1998/APD Die öffentliche Diskussion über "Sekten" hat auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) veranlaßt, mit der Informationsbroschüre "Die christlichen Kirchen und die Sekten" auf einige grundlegende Sachverhalte hinzuweisen. Zu beachten sei in der gegenwärtigen Debatte die gewachsene kirchliche und konfessionelle Vielfalt in unserem Land. Besonders die kleineren und in der Öffentlichkeit meist unbekannteren Kirchen dürften nicht als Sekten verdächtigt werden. Ausdrücklich findet sich in der Broschüre der Hinweis auf die ACK-Erklärung von 1987, in der es heißt: "In keinem Fall sollte der Begriff 'Sekte' auf Kirchen, Freikirchen und kirchliche Gemeinschaften angewandt werden, die durch Lehre und Leben zu erkennen geben, daß sie sich den großen christlichen Grundwahrheiten verpflichtet wissen, wie sie in der Heiligen Schrift und den altkirchlichen Bekenntnissen zum Ausdruck kommen." Der Sektenbegriff sei dagegen auf diejenigen Sondergemeinschaften anzuwenden, "die das Heil ausschließlich von der Mitgliedschaft in der eigenen Gemeinschaft abhängig machen" und deshalb jeglichen Kontakt zu anderen Christen ablehnen.
Die Broschüre gibt einen Überblick über die Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die als Mitglieder oder Gäste zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) beziehungsweise zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) gehören. Unter einen diffamierenden Sektenverdacht, so heißt es weiter, dürften außerdem nicht Gruppen und Werke gestellt werden, die eigenständig neben den verfaßten Kirchen arbeiteten. Viele von ihnen machten zum Beispiel durch ihre Mitarbeit in der Evangelischen Allianz deutlich, daß sie keinen Exklusivanspruch erheben. Allerdings gebe es unter manchen freien Werken und Gemeinden auch problematische Fehlentwicklungen, so daß es jenen Gruppen, die keinen kirchlichen Organisationen und Zusammenschlüssen angehörten, als eigene Aufgabe zufalle, durch angemessene Außendarstellung falsche Eindrücke zu vermeiden und unberechtigte "Sektenkritik" abzuwehren.
Bei aller notwendigen kritischen Auseinandersetzung in der gegenwärtigen Sektendiskussion sei es ein Gebot der Fairneß und Gerechtigkeit, sich um objektive Aufklärung und sachbezogene Darstellung auch in bezug auf die sogenannten Sekten zu bemühen. Das Grundrecht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit dürfe durch eine noch so berechtigte Sektenkritik nicht ausgehöhlt werden.
Die Broschüre wurde in Verbindung mit der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und der ACK Baden-Württemberg herausgegeben. Sie ist gegen einen Unkostenbeitrag bei der Ökumenischen Centrale, Postfach 900617, 60446 Frankfurt/Main, erhältlich.
Orthodoxe gegen gemeinsames Gebet mit Protestanten
Hannover, 29.06.1998/APD Der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Rolf Koppe, hat den angekündigten Verzicht orthodoxer Kirchen auf gemeinsame Gebete mit Protestanten bedauert. Wenn die orthodoxen Vertreter nicht mehr mit den anderen Konfessionen im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) gemeinsam beten, bedeute dies einen Rückschritt, heißt es in einem veröffentlichten Kommuniqué der EKD. Anlaß war ein Treffen zwischen Vertretern der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) und der EKD in Minsk (Weißrußland), bei dem es auch um die gespannten Beziehungen zwischen Orthodoxen und Protestanten im Genfer Weltkirchenrat ging. Metropolit Kyrill, Leiter des Kirchlichen Außenamtes im Moskauer Patriarchat, hatte über die Ergebnisse einer orthodoxen Konferenz in Thessaloniki/Griechenland berichtet. Auf dem Treffen der 15 östlich-orthodoxen Kirchen war beschlossen worden, zwar offizielle Vertreter zur Achten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen im Dezember 1998 in Harare/Simbabwe zu entsenden. Die orthodoxen Delegierten sollten sich jedoch nur sehr eingeschränkt an Abstimmungen beteiligen und nicht an Gebeten und Gottesdiensten teilnehmen.
Mennoniten kündigen Bundesanleihen
Enkenbach bei Kaiserslautern, 29.06.1998/APD Da die Bundesregierung durch Bundesanleihen auch Rüstungsausgaben finanziere, hat die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland ihre Bundesanleihen gekündigt. Die Mennoniten wollen sich nicht an der Finanzierung von Waffen beteiligen. Wie ihr Kassenführer Stefan van Delden (Enkenbach) mitteilte, werde jetzt "nach einer ethisch vertretbaren Geldanlage gesucht". Die Mennoniten sind eine in der Reformationszeit entstandene evangelische Freikirche mit pazifistischer Ausrichtung. Zur Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden gehören in Deutschland etwa 7 000 Mitglieder.
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