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Adventisten aus mexikanischer Stadt vertrieben
Colonia Navarte/Mexiko, 29.06.1998/APD Ende Mai wurden 87 Siebenten-Tags-Adventisten aus der Stadt Santo Tomas Quieri in der mexikanischen Provinz Oaxaca vertrieben. Die elf indianischen Familien hatten sich geweigert, eine Steuer zur Ausrichtung eines Festes zu Ehren des örtlichen römisch-katholischen Heiligen zu zahlen. Wie Daniel Loredo Cruz (Colonia Navarte), Kommunikationsdirektor der Südmexikanischen Union der Adventisten, mitteilte, hätten die Vertriebenen ihre Habe zurücklassen müssen und in der Oaxaca Mission der Freikirche in Colonia Reforma Zuflucht gefunden. Da die miteinander verwandten Bauernfamilien zusammenbleiben wollen, sollen sie auf dem Gelände der adventistischen Mayab Mission in der Provinz Yucatán angesiedelt werden und in der Landwirtschaft weiter tätig sein.
Obwohl die Familien in Santo Tomas Quieri nicht mißhandelt wurden, mußten sie laut Cruz jahrelang wegen ihres Glaubens leiden. Man beschuldigte sie, beispielsweise sich nicht an der Gemeinschaftsarbeit in ihrer Stadt zu beteiligen. Solche Arbeitseinsätze fanden immer an bestimmten Samstagen, dem Ruhe- und Gottesdiensttag der Adventisten, statt. Obwohl sie bereit waren, die Arbeit an einem anderen Wochentag nachzuholen, verlangte die Stadtverwaltung von ihnen für jeden Samstag drei Tage zu arbeiten. Es wurde den Adventisten auch verboten, im staatlichen Gemeinschaftsladen mit einem billigeren Warenangebot einzukaufen. Außerdem wurde ihnen untersagt, im Wald Feuerholz zu schlagen. Manche durften nicht einmal ihre Felder anbauen. In öffentlichen Versammlungen verlangte die Bevölkerung die Ausweisung der Adventisten aus Santo Tomas Quieri, da sie in der Stadt unerwünscht seien. Sieben Familien gaben dem Druck schließlich nach und traten aus der adventistischen Freikirche aus, um bleiben zu können. Sie seien aber laut Cruz verpflichtet, an den Gottesdiensten und Festen der römisch-katholischen Kirche teilzunehmen, um nicht als "Rebellen" zu gelten.
Rechtsanwalt José Hayasaka, der die Freikirche in Mexiko vertritt, wandte sich wegen der Ausweisung an die mexikanische Bundesregierung. Regierungsvertreter beriefen daraufhin eine öffentliche Versammlung in Santo Tomas Quieri ein und erklärten, daß die Verfassung die Religionsfreiheit garantiere. Doch die Bevölkerung wolle laut Cruz keine Protestanten in ihrer Stadt dulden. In Mexiko gibt es 450 000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1 400 Kirchengemeinden. Die Freikirche unterhält dort eine Universität, zwei Gymnasien, vier Mittelschulen, 92 Grund- und Hauptschulen, drei Krankenhäuser und sechs Kliniken.
Adventisten und Intellektuelle in Rußland
Moskau/Rußland, 29.06.1998/APD In der Sowjetunion lebten die Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten wegen der fehlenden Religionsfreiheit in erzwungener Isolation und konnten ihre Reihen nur durch die Kinder der Mitglieder auffüllen. Als durch die Perestrojka Tausende von Menschen von der dynamischen Predigt ausländischer Missionare angezogen wurden und aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten zu den Adventisten stießen, fühlten sich die meisten einheimischen Pastoren wegen ihrer geringen Erfahrung im Umgang mit Menschen außerhalb der eigenen Konfession überfordert. Zu dieser Feststellung gelangt Michail Kulakow (Moskau), adventistischer Pastor und zeitweiliger Leiter des Theologischen Seminars der Freikirche in Saokski, in einem Artikel der in Zollikon/Schweiz erscheinenden Zeitschrift "Glaube in der 2. Welt".
Die adventistischen Pastoren, die oft aus Dörfern kamen und in den Städten tätig wurden, hatten plötzlich die Aufgabe, unter neuen Bedingungen den Aufbau von Gemeindeschulen, Wohlfahrtseinrichtungen und den Druck von christlicher Literatur für die schnell wachsenden Gemeinden in die Hand zu nehmen. Sie, die bisher ihr geistliches Wissen aus einfachen Broschüren schöpften und weder mit der Weltliteratur noch russischem Bildungsgut vertraut waren, sahen sich unvermittelt einer ihnen völlig unbekannten Bevölkerungsschicht gegenüber: Akademikern, die in der Hoffnung zu den Adventisten kamen, ihre Fähigkeiten dort einsetzen zu können. Die meisten von ihnen hätten sich nicht mit den Problemen der Kirchengeschichte und der Entstehung der heutigen Konfessionen befaßt, so Kulakow, der an der Theologischen Fakultät der Universität Oxford promovierte. Sie fühlten sich von der Idee eines liebenden Gottes, der Sünden vergibt, angesprochen und hatten meist eine genaue Vorstellung davon, welche soziale Bedeutung diese Idee im Leben der Gesellschaft haben sollte. Sie pflegten dazu weiterhin enge Beziehungen zur "weltlichen" Gesellschaft und sagten sich nicht von ihren alten Freunden, Lieblingsschriftstellern und Komponisten los.
Viele Pastoren hätten eine derartige Haltung nicht begreifen können. Sie versuchten, die intellektuellen Neugläubigen so schnell wie möglich in ihre eigene enge Weltsicht einzubinden. Laut Kulakow befürchte eine Reihe seiner Amtskollegen, wenn sie sich auf die sie umgebende weltliche Kultur einließe und von "ihrem apologetischen Monolog" Abschied nähme, daß die Autorität der Heiligen Schrift verlorengehe und sich das Spezifische des Adventismus verwische. Jahrzehntelang hätten sie sich bemüht, ihre adventistische Identität zu bewahren und sich dadurch von der Gesellschaft entfernt. Die Pastoren könnten zwar adventistische Lehrsätze vermitteln, doch es falle ihnen schwer, ein überzeugendes christliches Weltbild weiterzugeben. Dazu gehöre die Einführung in die elementarsten Gewohnheiten des Gottvertrauens und des Umgangs mit Gott in Gebet und gemeinsamen Gottesdiensten. Sie müßten "gründlich reformiert werden", denn "trockene Predigten" und "weitschweifige Betrachtungen" würden Menschen keine "Antwort auf ihre brennenden Fragen" geben.
In den Jahren der Perestrojka habe die adventistische Freikirche durch den Aufbau des ersten protestantischen Seminars in der Sowjetunion sowie die Gründung eines Verlages und der ersten christlichen Radiostation in Rußland einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. Auf die religionsfremde Umwelt übte auch der Dienst an Strafgefangenen und Waisenkindern Anziehungskraft aus. Diese Aktivitäten seien "eine direkte Folge der Herzlichkeit und Wärme in unseren Gemeinden" gewesen, die sich "als Teil einer großen Familie in der Gesellschaft" betrachteten. Jetzt jedoch sieht Kulakow das gesellschaftliche Profil der adventistischen Kirche in Gefahr, indem sie durch eine "bürokratische Struktur" zwar "lautstark ihre Prinzipien verkündet", aber "zu keinem Dialog mit den Menschen fähig" sei.
Die Reaktion der auf sich selbst bezogenen adventistischen Gemeinden auf das Erscheinen von gebildeten Menschen aus der "Welt" der Gesellschaft ist für Gerd Stricker, Redakteur von "Glaube in der 2. Welt", bezeichnend. Verunsicherung, Skepsis und fast Ablehnung habe es praktisch in allen Gemeinden des "alten Typs", wie er unter dem Kommunismus entstanden sei, gegeben. Dies könne nicht nur bei den Adventisten, sondern auch bei Orthodoxen, Katholiken, Lutheranern und Baptisten beobachtet werden.
Katholiken als Religionsgemeinschaft anerkannt
Moskau/Rußland, 29.06.1998/APD Die römisch-katholische Kirche hat laut Katholischer Nachrichtenagentur (KNA) im europäischen Teil Rußlands die staatliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft erhalten. Wie das Oberhaupt der russischen Katholiken, Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz, mitteilte, habe das Schulministerium der Apostolischen Administratur in Moskau die offizielle Registrierung erteilt. Die Entscheidung öffne nun auch den Weg für die Anerkennung der römisch-katholischen Kirche im asiatischen Teil Rußlands. Jedoch mahnte Peter Federmak, Sprecher der Katholiken in Sibirien, zur Vorsicht. Die Auswirkungen des im letzten Jahr geänderten Religionsgesetzes seien noch nicht klar erkennbar.
Estnische Regierung ändert umstrittenen Gesetzentwurf
Tallinn/Estland, 29.06.1998/APD Der Protest von Baptisten und anderen Freikirchen aus aller Welt gegen eine Veränderung der Religionsgesetzgebung in Estland hatte offensichtlich Erfolg. Der Entwurf wurde noch einmal überarbeitet. Ursprünglich sollten nur Lutheraner und Orthodoxe juristisch als Kirchen anerkannt werden, während alle anderen Glaubensgemeinschaften wie Privatpersonen zu behandeln seien. Diese Pläne wären nach Angaben des Vizepräsidenten des estnischen Baptistenbundes, Toivo Pilli (Tallinn), nun vom Tisch. Über 60 Prozent der 1,5 Millionen Einwohner Estlands gehören der lutherischen Kirche an. Im Land gibt es 6 300 Baptisten mit 85 und 2 000 Siebenten-Tags-Adventisten mit 18 Gemeinden.
Adventistische Drogenberatung in Estland
Narva/Estland, 29.06.1998/APD Eine Beratungsstelle für Drogen- und Alkoholkranke hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der estnischen Stadt Narva an der russischen Grenze eingerichtet. Die Stadtverwaltung stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in Finnland und Schweden sorgte für die Ausstattung. Narva gilt als Hauptumschlagsplatz für Drogen aus Rußland, die für Estland und die anderen baltischen Staaten bestimmt sind.
Baptisten in den USA fordern "Unterwerfung der Frau"
Salt Lake City, Utah/USA, 29.06.1998/APD In den Vereinigten Staaten sollen sich Ehefrauen ihren Männern künftig "huldvoll unterwerfen". Entsprechende Leitlinien hat kürzlich die größte protestantische Kirche des Landes, die Südlichen Baptisten, auf ihrer Jahresversammlung in Salt Lake City verabschiedet. Die Männer werden in der mit großer Mehrheit angenommenen Erklärung aufgefordert, für den Lebensunterhalt "der Familie zu sorgen, sie zu schützen und zu führen". Die neuen Auflagen gehören zu einer 250seitigen Ergänzung der Bekenntnisschriften der Kirche, die erstmals seit 35 Jahren geändert wurden. Der neugewählte Präsident der Südlichen Baptisten, Paige Patterson (Wake Forest), nannte den Zusatz eine Reaktion auf den zunehmenden Zerfall der Familie. Scheidungen, homosexuelle Beziehungen und Abtreibungen würden ausdrücklich abgelehnt. US-Präsident Bill Clinton, selbst Mitglied der 16 Millionen Mitglieder zählenden Kirche, äußerte sich nach Angaben seines Pressesprechers Michael McCurry "amüsiert" über den Beschluß. Er habe "darüber nachgedacht, wie er die First Lady darauf aufmerksam machen könnte".
Aufsehen erregte auch der Fernsehprediger und ehemalige Präsidentschaftskandidat Pat Robertson. In einem Fernsehgottesdienst kritisierte er die Stadt Orlando in Florida, weil sie die "Gay Days", ein Treffen von Homosexuellen, zugelassen habe. Er prophezeite Orlando als Strafe Gottes Hurrikane und andere Widerwärtigkeiten. Die Verbreitung der Homosexualität werde Terroristenbomben, Erdbeben, Tornados und möglicherweise einen Meteor bringen.
US-Präsident Clinton fordert Achtung der Menschenrechte in China
Washington D. C./USA, 29.06.1998/APD Die Freilassung der chinesischen christlichen Leiter Gao Feng und Bischof Zeng Jingmu aus dem Gefängnis begrüßte US-Präsident Bill Clinton in einer Ansprache im Weißen Haus vor 60 Vertretern von Organisationen für Religionsfreiheit. Erfreulich sei die Ankündigung der kommunistischen Regierung, das Internationale Abkommen zum Schutz von zivilen und politischen Rechten, das auch die Gewissens- und Religionsfreiheit garantiere, zu unterzeichnen. "Dennoch sind nach wie vor chinesische Christen, Moslems und Buddhisten, auch in Tibet, wegen ihrer religiösen Überzeugung eingesperrt und andere werden schikaniert", kritisierte Clinton. China könne an Respekt und Einfluß in der Welt gewinnen, wenn es die Menschenrechte achte. Experten schätzen, daß es zur Zeit über 2 000 politische und religiöse Gefangene in dem kommunistischen Land gibt. Präsident Clinton gab in einer kleinen Feier die Ernennung von Robert Seiple, Präsident von World Vision USA, zum neuen Hauptberater des Außenministeriums für internationale religiöse Freiheit bekannt. Unter den geladenen Gästen befand sich auch Pastor John Graz (Silver Spring, Maryland), Direktor für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten. Er war erst kürzlich von einer Informationsreise aus China zurückgekehrt.
Informationsreise adventistischer Kirchenleiter in China
Silver Spring, Maryland/USA, 29.06.1998/APD Zehn Tage lang unternahmen Anfang Juni vier adventistische Kirchenleiter eine Informtionsreise durch die Volksrepublik China. John Graz und Bert B. Beach (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für Religionsfreiheit beziehungsweise für zwischenkirchliche Beziehungen der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), sowie Eugene Hsu (Hongkong), Präsident der Ostasien Gesellschaft, und Tadaomi Shinmyo (Seoul/Korea), Direktor für Religionsfreiheit der Nordasien-Pazifik Abteilung der Siebenten-Tags-Adventisten, besuchten Gottesdienste und hatten Gespräche mit christlichen Leitern und Behördenvertretern. In Schanghai lernten sie den Rektor des Ostchinesischen Theologischen Seminars kennen. Dort unterrichten 42 Lehrer, meist als Teilzeitkräfte, 85 Studenten, von denen neun sich den Adventisten zugehörig fühlen. In Wuxi hatte die Gruppe ein Gespräch mit dem Direktor des Büros für Nationale und Religiöse Dienste. Er wies darauf hin, daß mit dem Taoismus, Islam, Buddhismus, Protestantismus und Katholizismus fünf Religionen in China existierten. In Nanking stand der Besuch des Chinesischen Christenrates und des dortigen Theologischen Seminars auf dem Programm. Der Präsident des Christenrates sprach von 12 000 staatlich anerkannten Kirchengemeinden in der Volksrepublik. Im Seminar studieren 160 angehende Theologen, davon ein Drittel Frauen. Laut dem Rektor des Seminars sind in China inzwischen ein Sechstel der Geistlichen Pastorinnen. In Peking und Schanghai nahmen die vier adventistischen Kirchenleiter an einem Gottesdienst von Christen teil, die ihren Feiertag am Samstag, dem biblischen Sabbat, begehen.
Chinesische Delegation informiert sich über adventistisches Schulwesen
Silver Spring, Maryland/USA, 29.06.1998/APD Eine 24köpfige Delegation von Regierungsvertretern und Pädagogen aus der Volksrepublik China besuchte am 23. Juni die Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, um sich über das Schulwesen der Freikirche zu informieren. Nach der römisch-katholischen Kirche unterhalten die Adventi-sten mit 5 291 Schulen, Colleges und Universitäten das größte kirchliche Bildungswerk der Welt. Weitere Einblicke soll die Delegation bei ihrem Besuch des adventistischen Pacific Union College in der Nähe von San Francisco erhalten.
Lutheraner für "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre"
Genf/Schweiz, 29.06.1998/APD Einstimmig angenommen hat der im Juni in Genf tagende Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre". Die offizielle Zustimmung des Vatikans steht allerdings noch aus. Der Streit um die Rechtfertigungslehre hatte im 16. Jahrhundert zum Bruch zwischen der römisch-katholischen Kirche und den Reformatoren geführt. Martin Luther widersprach der katholischen Lehre, wonach Menschen durch Ablaßzahlungen oder gute Taten von ihren Sünden befreit würden. Er erklärte, die Menschen seien allein von der Gnade Gottes abhängig. In der "Gemeinsamen Erklärung" bezeugen nun beide Kirchen ein übereinstimmendes Grundverständnis der Rechtfertigung. Das Dokument hält als "gemeinsamen Glauben" fest, daß sich der Mensch die Versöhnung mit Gott nicht durch Taten "verdienen" könne, sondern die Rechtfertigung allein ein Geschenk Gottes sei. Weiter wird betont, daß die wechselseitigen Verurteilungen aus dem 16. Jahrhundert die Glaubensüberzeugungen der jeweils anderen Kirche heute nicht mehr berührten.
Das Papier war vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem Lutherischen Weltbund (LWB) erarbeitet worden. Wenn die römisch-katholische Kirche dem Dokument ebenfalls zustimmt, könnte es noch im Oktober diesen Jahres von LWB-Präsident Christian Krause und Papst Johannes Paul II. im Vatikan unterzeichnet werden, ließen Ratsmitglieder verlauten. Der Rat wies allerdings in seiner Beschlußfassung auch darauf hin, daß weitere "gemeinsame Untersuchungen" notwendig seien. Dies gelte "sowohl im Blick auf die Konsequenzen der Rechtfertigungslehre für bestimmte Bereiche von Lehre und Praxis der Kirche wie auch im Blick auf die Themen innerhalb der Lehre von der Rechtfertigung, die sich während des Rezeptionsprozesses als kontrovers erwiesen haben". Lutherische Theologen hatten beispielsweise gerügt, daß in der "Gemeinsamen Erklärung" die Katholiken "die besondere Funktion der Rechtfertigungsbotschaft" zwar nicht verneinen, aber "von mehreren Kriterien in die Pflicht genommen" würden. Daher blieben Katholiken und Lutheraner "in den Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre" weiterhin getrennt, so die Theologen. Außerdem regte der Rat an, daß die seelsorgerlichen Konsequenzen, die sich aus den Übereinstimmungen in der "Gemeinsamen Erklärung" ergäben, zusammen mit der römisch-katholischen Kirche zu klären seien.
89 der 124 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) hatten bis zur Ratstagung eine Stellungnahme zur "Gemeinsamen Erklärung" abgegeben. Nach einer Analyse des Straßburger ökumenischen Instituts repräsentieren diese Kirchen 94,4 Prozent der im Lutherischen Weltbund vertretenen Christen. 80 Kirchen mit 78,3 Prozent der Lutheraner stimmten der Erklärung zu, die anderen votierten mit "nein" oder äußerten starke Bedenken.
Lutherisch-adventistische Gespräche mit "Dank" aufgenommen
Genf/Schweiz, 29.06.1998/APD Mit "Dank" hat der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) während seiner Tagung in Genf den 17seitigen Schlußbericht über die Gespräche zwischen Vertretern des LWB's und der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten entgegengenommen. Es wurde zugestimmt, das Kommuniqué sowie alle Konsultationsbeiträge gemeinsam mit der adventistischen Freikirche in Buchform herauszugeben. Danach soll LWB-Generalsekretär Pastor Ishmael Noko den Band den lutherischen Mitgliedskirchen zum Studium und zur Stellungnahme zusenden. Außerdem wurde der Generalsekretär beauftragt, drei Personen zu benennen, die bei zukünftigen Kontakten mit den Siebenten-Tags-Adventisten den Lutherischen Weltbund vertreten.
Die lutherisch-adventistische Gesprächsreihe begann im November 1994 in Darmstadt. Es handelte sich damals um die erste internationale Konsultation zwischen Vertretern und Vertreterinnen der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und dem Lutherischen Weltbund. Ziele des ersten Zusammentreffens waren unter anderem eine bessere gegenseitige Verständigung, der Abbau falscher Klischeevorstellungen sowie die Erforschung der jeweiligen Glaubensgrundlagen. Die zweite Gesprächsrunde fand im Juni 1996 in Toronto/Kanada zum Thema Soteriologie, der Lehre vom Erlösungswerk Christi, statt. Bei der dritten Konsultation im Juni 1997 in Jongny/Schweiz ging es um die Ekklesiologie, die Lehre von der Kirche, und im Mai 1998 in Cartigny um das jeweilige Verständnis von Eschatologie, die biblischen Lehre vom Abschluß der Heilsgeschichte.
Der Abschlußbericht empfiehlt die gegenseitige Anerkennung der "grundlegend christlichen Bindung" der jeweils anderen Glaubensgemeinschaft. Beide Seiten werden aufgefordert, in ihrer öffentlichen Darstellung und theologischen Ausbildung die andere Konfession "wahrheitsgemäß und ohne Polemik" und ihrem Selbstverständnis entsprechend darzustellen. Dazu gehöre auch, daß die Siebenten-Tags-Adventisten in Zukunft von "Lutheranern und Lutheranerinnen in ihren nationalen und regionalen kirchlichen Kontexten nicht als Sekte betrachtet, sondern als Freikirche und christliche Weltgemeinschaft" anerkannt werden.
Von "Pentecost'98" zu "NET'98"
Silver Spring, Maryland/USA, 29.06.1998/APD Über 8 000 Menschen haben sich bisher in Afrika nach der Satellitenevangelisation "Pentecost'98" ("Pfingsten'98") der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten angeschlossen. Die Vorträge des adventistischen Laienpredigers und Geschäftsmannes Fitz Henry aus Jamaika im Auditorium der südafrikanischen Vista Universität in Soweto wurden vom 25. April bis 23. Mai per Satellit an 357 Orte in 46 afrikanischen Ländern übertragen. Die Übersetzung erfolgte simultan in 16 Sprachen. Die Zuhörerzahl stieg von anfangs 50 000 auf schließlich 230 000 pro Tag kontinuierlich an.
Die nächste adventistische Satellitenevangelisation "NET'98" findet vom 10. Oktober bis 15. November statt. Sie wird von Pastor Dwight K. Nelson, Seelsorger der Pioneer Memorial Church, die Gemeinde der Andrews Universität der Siebenten-Tags-Adventisten in Berrien Springs, Michigan/USA, gehalten. Seine dortigen Vorträge vor etwa 3 000 Besuchern werden simultan in 32 Sprachen übersetzt und per Satellit übertragen. In Deutschland sind etwa 300, in Österreich 45 und in der Schweiz 20 Veranstaltungsorte von "NET'98" vorgesehen.
Bibelkonferenz in Jerusalem
Jerusalem/Israel, 29.06.1998/APD Zur ersten internationalen Bibelkonferenz in Jerusalem waren Anfang Juni 220 adventistische Theologen eine Woche lang in Israel zusammen. Laut George Reid (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor des Biblischen Forschungsinstituts der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, diente das Treffen den Dozenten an theologischen Hochschulen und Seminaren aus aller Welt dem Erfahrungsaustausch und persönlichem Kennenlernen. Diskutiert wurden in Gruppen über 60 verschiedene biblische Fragen. Pastor Robert S. Folkenberg, Präsident der Generalkonferenz der evangelischen Freikirche, führte durch Referate in die Thematik ein.
Adventisten ein Jahrhundert im Libanon
Beirut/Libanon, 29.06.1998/APD Ihr einhundertjähriges Bestehen feierten kürzlich Libanons Siebenten-Tags-Adventisten in Beirut. Als Gäste nahmen unter anderem der Botschafter der Philippinen sowie Vertreter der Armenisch Evangelischen, Maronitischen und Evangelischen Kirche teil. Der Präsident des Rates Evangelischer Kirchen im Libanon und in Syrien, Dr. Salim Sahyouni, sprach ein Grußwort in Arabisch. Professor Dr. Baldur Pfeiffer, der von 1967 bis 1978 am adventistischen Middle East College in Beirut unterrichtete und heute an der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg lehrt, hielt die Festpredigt. 1897 war der adventistische Missionar Abraham LaRue während seiner Orientreise kurze Zeit in Beirut. Ein Jahr später besuchte der Leiter der europäischen Adventisten, Henry P. Holser, die Stadt, um Möglichkeiten zur Verbreitung von christlicher Literatur in Arabisch zu prüfen. Heute gibt es im Libanon 1 100 Siebenten-Tags-Adventisten in fünf Gemeinden. Die Freikirche unterhält dort eine Hochschule und zwei Gymnasien mit über 1 500 Studenten und Schülern.
Vatikan übernimmt den Euro
Vatikanstadt, 29.06.1998/APD An der europäischen Währungsunion will auch der Vatikan teilnehmen. Wie Msgr. Celestino Migliore, Mitarbeiter des vatikanischen Staatssekretariats, gegenüber Kathpress mitteilte, gebe es bereits Untersuchungen zur Umstellung von Lire auf Euro. Bisher ist der Vatikanstaat mit dem italienischen Währungsgebiet verbunden. Er gibt eigene Münzen heraus, die jedoch auf Lire lauten und auch in Italien gültig sind. Offenbar plant der Vatikan die Euro-Einführung gleich zu Beginn der europäischen Währungsunion. Der Sekretär der päpstlichen Präfektur für Wirtschaftsfragen, Bischof Francesco Saverio Salerno, erklärte auf Kathpress-Anfrage, die Bilanzen des Vatikans würden "ab dem Tag in Euro gemacht, an dem es die neue Währung gibt."
Kirche von England profitiert von Potenzpille
London/Großbritannien, 29.06.1998/APD Der Erfolg der Potenzpille Viagra hat der Kirche von England einen üppigen Gewinn beschert. Der Wert ihrer Aktien an dem Pharma-Unternehmen Pfizer Inc., das die Pille herstellt, habe sich seit Ende 1997 fast verdoppelt. Damals lag der Wert der Pfizer-Aktien im Besitz der Kirche bei umgerechnet 2,8 Millionen Mark. "Der Kirchenvorstand muß klug investieren, und wir haben bestimmt einen guten Gewinn mit dieser Investition gemacht", sagte ein Kirchensprecher.
| © APD | Geändert am: 26.06.98 |