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50 Jahre Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Kassel, 25.03.1998/APD Am 10. und 11. März fanden in der Martinskirche, Kassel, und in der Evangelischen Akademie Hofgeismar die Feierlichkeiten für das 50jährige Jubiläum der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) statt. Am 10. März 1948 kam es ebenfalls in Kassel zur Gründung dieser Einrichtung, die sich nach den bitteren Erfahrungen des Kirchenkampfes in der NS-Zeit das vertrauensvolle Zusammenwirken der Kirchen im Nachkriegsdeutschland zum Ziel gesetzt hatte. Die ACK will laut ihrem für die nächsten drei Jahre wiedergewählten Vorsitzenden, dem katholischen Erfurter Bischof Joachim Wanke, zwar keine "Überkirche", aber doch "ein Arbeitsinstrument der Kirchen" sein.
Zu den Gründungsmitgliedern der ACK gehören die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), einige Freikirchen und die Alt-Katholiken. 1974 schlossen sich die Römisch-Katholische und die Griechisch-Orthodoxe Kirche an. Weitere Kirchen und Gemeinschaften folgten später. Bedingt durch die politische Teilung Deutschlands, kam es 1970 zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der DDR (AGCK). Trotz vielfältiger Verbindungen zwischen den getrennten Arbeitsgemeinschaften in Ost und West verliefen manche Entwicklungen unterschiedlich. Nach der staatlichen Wiedervereinigung schlossen sich die beiden Organisationen im November 1991 in Eisenach wieder zusammen. Die Bevollmächtigten von elf Kirchen unterzeichneten eine neuerarbeitete Satzung. Als gemeinsame Basis bekennen darin alle in der ACK vertretenen Kirchen "den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland und trachten darum, gemeinsam zu erfüllen, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes".
Derzeit gehören 14 Kirchen der ACK als Mitglieder an, darunter auch die Syrisch-Orthodoxe, Russisch-Orthodoxe und Armenisch-Apostolische Kirche. Vier Freikirchen, darunter die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, haben einen Gaststatus, drei Organisationen sind Beobachter. Laut Bischof Wanke sitzen damit bei den ACK-Mitgliederversammlungen, die zwei- bis dreimal im Jahr stattfinden, "alle wichtigen christlichen Kirchen und Gemeinschaften Deutschlands gemeinsam an einem Tisch".
Seit den sechziger Jahren gibt es auch auf Länderebene derzeit 15 regionale Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen. In Großstädten entstanden außerdem eigenständige ACK's. Die Bundes-ACK hat ihre Geschäftsstelle, die sogenannte "Ökumenische Centrale", mit vier Referenten in Frankfurt am Main besetzt. Mit dem Deutschen Ökumenischen Studienausschuß (DÖSTA) verfügt die ACK über eine Art theologischer Fachkommission.
Ihre Aufgabe sehen die zur ACK gehörenden Kirchen laut Satzung unter anderem in der "gegenseitigen Information, Beratung und Zusammenarbeit, in der Förderung des theologischen Gesprächs und der Wahrnehmung öffentlicher Verantwortung". Dies hat laut Bischof Wanke in den letzten Jahren in Initiativen, öffentlichen Erklärungen und Stellungnahmen seinen Niederschlag gefunden. Zwar sei die ACK "kein Gremium für theologische Konsensgespräche, aber doch eine Arbeitsplattform für mancherlei Aussagen, die den gemeinsamen Glauben betreffen".
Aus der Fülle kirchlicher Denkschriften ragen beispielsweise die Stellungnahme "Gott ist ein Freund des Lebens" (1989) und das gemeinsame Wort zu den Herausforderungen durch Migration und Flucht "... und der Fremdling, der in deinen Toren ist" (1997) heraus. In einer Gesellschaft, in der Kinder höchstrichterlich als "Schadensquelle" angesehen werden könnten, brauche es ein klares Signal aller Kirchen und Christen zur unveräußerlichen Würde des menschlichen Lebens. 1996 wurde die Studie der DÖSTA mit dem Titel "Wir glauben - wir bekennen - wir erwarten" herausgegeben, in der das allen Kirchen gemeinsame Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel aus dem Jahre 381 erschlossen wird. In den achtziger Jahren fanden Ökumenische Versammlungen in Dresden, Stuttgart und Erfurt zu den Themen "Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" statt. Die von 1996 in Erfurt griff unter dem Stichwort "Versöhnung" die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen im geeinten Deutschland auf. Seit 1995 führt die ACK ein Arbeitsvorhaben zur "Überwindung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt" durch, das mit dem Schwerpunktprojekt "Lade deine Nachbarn ein" in den kommenden Jahren fortgeführt wird. Die Arbeitsgemeinschaft "kann und will nicht ersetzen, was die Kirchen in eigener Verantwortung zu tun haben", so Bischof Wanke. Dennoch hätte sie "wichtige Aufgaben".
Symposium zum Westfälischen Frieden von 1648
Münster, 25.03.1998/APD Der Westfälische Friede von 1648 als Ende des Dreißigjährigen Krieges steht im Mittelpunkt des Symposiums "Religionsfrieden ohne Religionsfreiheit?", das der Verein zur Förderung der Erforschung freikirchlicher Geschichte und Theologie (VEfGT) am 24. und 25. April in Münster durchführt. Zum 350jährigen Jubiläum des Friedensschlusses, der in Deutschland die konfessionellen Gegebenheiten "für alle Zeiten" festlegen wollte, sind drei Referate vorgesehen. Dr. Menno Smid, Emden, spricht über "Religionsfrieden und Religionsfreiheit - das gab es in Ostfriesland schon 1599!", Professor Dr. Lutz E. Padberg, Löwen/Belgien, setzt sich kritisch mit der Frage "Der Westfälische Friede von 1648: Ein Sieg für Frieden und Toleranz?" auseinander, und Professor Dr. Hans Schneider, Marburg, legt "Die Bedeutung des Westfälischen Friedens für die Täufer" dar. In der dem Symposium vorangehenden Jahreshauptversammlung des Vereins stellt Dr. W. Heinrichs, Wuppertal, seine Habilitationsschrift "Das Judenbild im Protestantismus des deutschen Kaiserreichs" vor. Weitere Informationen sind beim VEfGT an der Universität Münster e. V., Postfach 10 153, 48065 Münster, Telefon (02534) 52 06, erhältlich.
"Einladung zur Mitwirkung"
Fulda, 25.03.1998/APD Gruppen aus Kirche und Gesellschaft können sich ab sofort um die Mitgestaltung des 28. Deutschen Evangelischen Kirchentages 1999 in Stuttgart bewerben. In der "Einladung zur Mitwirkung" in einer Auflage von 130 000 Exemplaren sind die Bedingungen zur Beteiligung am "Markt der Möglichkeiten" und für "Kommunikative Gruppen" in den Bereichen Tanz, Theater, Kabarett, Kleinkunst und Musik veröffentlicht. Anmeldeschluß ist der 30. Juni 1998. "Ihr seid das Salz der Erde" (Matthäus 5,13) lautet das Motto des Kirchentages vom 16. bis 20. Juni 1999 zu dem 100 000 Gäste in der baden-württembergischen Landeshauptstadt erwartet werden. Die "Einladung zur Mitwirkung" ist bei den Landesausschüssen des Kirchentages in den evangelischen Landeskirchen oder beim Deutschen Evangelischen Kirchentag, Postfach 480, 36004 Fulda, direkt erhältlich. Die Texte können auch im Internet unter http://www.kirchentag.de abgerufen werden.
Nächste ProChrist-Evangelisation im Jahr 2000
Kassel, 25.03.1998/APD Die nächste ProChrist-Evangelisation wird im Jahr 2000 stattfinden. Sie soll vom 19. bis 25. März von Bremen aus per Satellit an örtliche Veranstaltungsstätten in Europa übertragen werden. Nach Essen (1993), Leipzig (1995) und Nürnberg (1997) wird dies die vierte Auflage der Aktion sein. Hauptredner bleibt der Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbandes, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel). ProChrist wird von Christen aus evangelischen Landes- und Freikirchen sowie freien christlichen Werken getragen.
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