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Adventisten erforschen ihre europäische Geschichte
Friedensau bei Magdeburg, 25.11.1998/APD Ein ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude in Friedensau bei Magdeburg beherbergt nach dem Umbau jetzt das "Historische Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa". Auf 250 Quadratmetern sind ein Bibliotheks- und Bürobereich sowie das Vor- und Hauptmagazin untergebracht. Das Dachgeschoß dient als Stau- und Lagerraum. Das ursprünglich 1980 in Darmstadt gegründete Archiv sammelt und ordnet alle erreichbaren schriftlichen Quellen zur Geschichte der Adventisten in Europa und darüber hinaus. Es verfügt inzwischen über rund 3 500 archivierte Akten, die sich aus Originaldokumenten, Fotokopien von Dokumenten sowie Film- und Fotomaterial zusammensetzen. Dabei geht es schwerpunktmäßig um die Geschichte und Mission der Freikirche in Mittel-, Südost- und Osteuropa, im Nahen Osten, in Nord-, Zentral- und Ostafrika sowie in einigen Ländern des Fernen Ostens. Als konfessionelles Archiv möchte es, laut dem Leiter der Einrichtung, Dr. Daniel Heinz, das eigene historische und theologische Erbe hüten und damit zur Stärkung der adventistisch-freikirchlichen Identität und Präsenz in Europa beitragen. Darüber hinaus suche das Archiv auch als "Forschungswerkstatt" und Stätte der Begegnung Wege des interkonfessionellen Dialogs, um religiöse Vorurteile und Mißverständnisse abzubauen und Impulse für ein gegenseitiges Verstehen zu setzen. Die Einrichtung gibt die wissenschaftliche Schriftenreihe "Adventistica" im Peter Lang Verlag (Frankfurt am Main, Berlin, Bern, New York, Paris, Wien) heraus, von der bereits sieben Bände vorliegen.
Das 1997 gegründete "Institut für Geschichte der Siebenten-Tags-Adventisten" der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, arbeitet eng mit dem Archiv zusammen. Laut Institutsleiter Dozent Johannes Hartlapp hätten die Adventisten wegen ihrer starken eschatologischen Ausrichtung erst relativ spät begonnen, sich für ihre eigene Geschichte zu interessieren. Die historische und konfessionskundliche Erforschung der Freikirche und verwandter Strömungen soll jedoch kein Refugium für Spezialisten sein. Interessenten werde die wissenschaftliche Auswertung durch Vorträge, Kolloquien, Ausstellungen und Dokumentationen bekanntgemacht. Außerdem ist die Herausgabe einer Halbjahreszeitschrift geplant. Das Institut befaßt sich laut Hartlapp derzeit mit folgenden Forschungsschwerpunkten: Geschichte, Wachstumsfaktoren und Ausbreitung der adventistischen Freikirche in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten. Adventistische Evangelisation und Gemeindewachstumsstrategien damals und heute mit besonderer Berücksichtigung des europäischen Umfelds. Adventistische Missionsgeschichte in Biographien. Projekt "Erzählte Geschichte" durch Sammlung von Interviews zu den Themen: Adventisten im Dritten Reich sowie Adventisten und nationalsozialistische Judenverfolgung. Adventisten und DDR-Staat. Theologische und historische Wurzeln der Freikirche aus europäischer Perspektive.
Technisches Museum in Friedensau
Friedensau bei Magdeburg, 25.11.1998/APD Alte Landmaschinen aus der Zeit der Jahrhundertwende und den 20er und 30er Jahren sind jetzt in Form eines Freilichtmuseums in dem adventistischen Ort Friedensau bei Magdeburg zu sehen. Sie stammen aus der dortigen Landwirtschaft. Darunter befinden sich Saat- und Ackereggen, verschiedene Pflüge, eine Sämaschine und ein eisenbereifter Wagen.
Weltweite Gebetswoche der Adventisten
Ostfildern bei Stuttgart, 25.11.1998/APD Unter dem Motto "Die Kraft Seines Wortes" steht vom 21. bis 28. Novem-ber die jährliche, weltweite Gebets-woche der Sieben-ten-Tags-Ad-venti-sten, an der sich auch die 574 deutschen Gemein-den der evangelischen Freikirche mit besonderen Gebetsver-sammlungen betei-ligen. Die täglichen Lesungen befassen sich diesmal mit der Bibel, "deren Botschaft die Menschen aber nur dann anspricht, wenn jene, die das Wort Gottes verkündigen, auch selbst danach leben", so Robert S. Folkenberg (Silver Spring, Maryland/USA), Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Adventisten. "Zwar kann man heute so einfach und so viele Bibeln bekommen wie nie zuvor, doch wird das Alltagsleben der Christen kaum noch von den Worten der Heiligen Schrift beeinflußt. Vielleicht wird die Bibel heutzutage deshalb so attackiert, weil wir sie nicht ausgelebt haben. Wir haben sie studiert, darüber debattiert, ihre Verse interpretiert. Wir haben darüber gepredigt, uns gegenseitig damit erschlagen, haben sie zitiert und auswendig gelernt - aber wir haben sie nicht gelebt", stellte Folkenberg gegenüber dem Adventistischen Pressedienst (APD) fest. Beim Abschluß-got-tes-dienst am 28. November findet eine Opfersammlung- -für die weltweite Mission der Freikirche statt. Im letzten Jahr betrugen diese "Gebetstagsgaben" der--- 35 500 Ad-venti-sten in Deutschland 1,6 Millionen Mark.
Adventisten wünschen Schröder Mut für "menschliche Politik"
Ostfildern bei Stuttgart, 25.11.1998/APD Den Beistand Gottes, um den großen Herausforderungen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert gewachsen zu sein, wünschte Pastor Bruno Liske (Ostfildern), Vorsitzender der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Bundeskanzler Gerhard Schröder anläßlich seiner Regierungserklärung am 10. November. Liske begrüßte in seinem Schreiben die Absichten des Bundeskanzlers "Politik für die Menschen" zu machen und sich für einen Staat einzusetzen, der die Bürgerrechte schützt und erweitert, besonders auch hinsichtlich der Schwächeren in der Gesellschaft. "Durch unser sozial-karitatives Engagement und unsere seelsorgerliche Tätigkeit sind wir als evangelische Freikirche mit den Nöten in der Bevölkerung vertraut. Deshalb möchten wir Ihnen Mut machen, diese Ziele zu verwirklichen." Positiv wertete der Geistliche auch, daß Schröder die Kirchen und Religionsgemeinschaften als "wichtige Kräfte des kulturellen, politischen und sozialen Lebens" betrachte, deren Anregungen und Kritik zu den brennenden sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Gestaltungsfragen er ausdrücklich begrüße.
Erstmals ein Adventist im Deutschen Bundestag
Bonn, 25.11.1998/APD Erstmals ist ein Siebenten-Tags-Adventist Mitglied des Deutschen Bundestages. Frank Hempel wurde in Mecklenburg-Vorpommern im Wahlkreis 270 (Neustrelitz - Strasburg - Pasewalk - Ueckermünde - Anklam) als Abgeordneter für die SPD direkt in den 14. Deutschen Bundestag gewählt. Der 1959 in Neustrelitz geborene Bauunternehmer ist verheiratet, hat zwei Kinder und gehört der Adventgemeinde Neustrelitz an.
Baptist leitet "Deutsches Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser"
Potsdam, 25.11.1998/APD Ein Baptist steht in den nächsten beiden Jahren an der Spitze des "Deutschen Netzes Gesundheitsfördernder Krankenhäuser". Pastor Elimar Brandt (Berlin), Direktor der Diakonischen Einrichtungen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Berlin-Schöneberg, wurde in Potsdam zum Vorstandsvorsitzenden und Nachfolger von Professor Dr. Klaus Diethard Hüllermann (Prien am Chiemsee) gewählt. Das zum Schöneberger Werk gehörende Krankenhaus Rudersdorf ist Mitglied in dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geförderten Netzwerk. "Wir wollen den Menschen nicht auf sein Krankheitsbild verkürzen", sagte Brandt. Es gehe vielmehr um ein allgemeines Wohlbefinden unter Berücksichtigung des sozialen Umfeldes und nicht allein um das Auskurieren defekter Organe. Zum "Deutschen Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser" gehören zur Zeit 33 Kliniken, darunter auch das adventistische Krankenhaus "Waldfriede" in Berlin-Zehlendorf.
Alkoholproblem in Deutschland größer als angenommen
Bonn, 25.11.1998/APD Das Ausmaß des Alkoholproblems in Deutschland wird nach Ansicht von Experten deutlich unterschätzt. Wie die Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren (DHS) in Bonn mitteilte, gibt es in der Bundesrepublik insgesamt 4,1 Millionen erwachsene Menschen, die Alkohol mißbrauchen oder gar davon abhängig sind. Bei 1,7 Millionen von ihnen liege eine massive Abhängigkeit mit weitreichenden gesundheitlichen und sozialen Folgen vor. "Wir dürfen nicht mehr die Augen vor den Problemen in unserer Nachbarschaft und in unserem sozialen Umfeld verschließen", sagte die stellvertretende Vorsitzende der Hauptstelle, Heidi Boss.
| © APD | Geändert am: 03.12.98 |