APD


Deutschland


"Anti-Fett-Pille" kein Patentrezept
Bewegung, Ernährungsumstellung und Verhaltensänderung gelten immer noch

Berlin, 28.10.1998/APD Die "Anti-Fett-Pille" Xenical ist nach Ansicht von Dr. Gerd Ludescher, Leiter des Gesundheitszentrums am adventistischen Krankenhaus "Waldfriede" in Berlin-Zehlendorf, eine sinnvolle Ergänzung in der modernen Therapie gegen krankhaftes Übergewicht (Adipositas). Da es sich hier um eine chronische Krankheit handelt, die eine langfristige Behandlung erfordert, sei der Einsatz des Medikaments auch über Monate oder Jahre möglich, ohne daß dadurch eine Abhängigkeit entstehe. Xenical funktioniere auch als medikamentöse Verhaltenstherapie, die dem Patienten helfe, eine gesunde Ernährungsweise zu erlernen. Wer beispielsweise zu viel Pommes Frites ißt, bekomme Fettstühle und damit die Rückmeldung, daß er die empfohlene, reduzierte Fettmenge überschritten habe. Xenical ermögliche eine flexible Eßkontrolle, wobei keine besondere Diät notwendig sei. Alles könne gegessen werden. Es komme nur auf die Menge an. Das Mittel führe nicht zu drastischen oder schnellen Gewichtsverlusten und sei auch als Unterstützung bei mäßigem Übergewicht einsetzbar.

Trotz der aufgezählten Vorteile könne das Medikament laut Ludescher nur eine Ergänzung sein. Es ersetze keineswegs die nach wie vor entscheidenden Säulen der Gewichtsreduzierungstherapie, wie Bewegung, Ernährungsumstellung und Verhaltensänderung. Ohne Einbettung in ein solches Gesamtkonzept sei die Einnahme von Xenical nicht sinnvoll, sondern man sollte eher davon abraten. Das Mittel erleichtere nicht den Therapieerfolg, es könne ihn langfristig nur besser absichern.

Dr. Ludescher ist nach wie vor vom Erfolg des Optifast-Programms überzeugt, das seit mehreren Jahren am Gesundheitszentrum des Krankenhauses "Waldfriede" durchgeführt wird. Es handelt sich dabei um ein sechsmonatiges multidisziplinäres Gewichtsmanagement-Programm für krankhaft Übergewichtige der Grade II und III. Die Patienten werden ambulant von Psychologen, Ernährungsberatern, Ärzten, Bewegungstherapeuten und Krankenschwestern betreut. Ziel ist neben der Gewichtsabnahme die verhaltenstherapeutische und diätetische Vermittlung von Methoden zur erfolgreichen Gewichtsstabilisierung. Damit wurden erstmals die amerikanischen Langzeit-Erfolgskriterien "Weighting the options" auf ein deutsches Therapieprogramm angewendet.

Nach dreieinhalb Jahren erfüllen, so Ludescher, noch 58 Prozent der Teilnehmer das Erfolgskriterium eines langfristigen Gewichtsverlustes von über fünf Prozent des Ausgangsgewichts. Es konnte ein mittlerer Gewichtsverlust von 7,9 Kilogramm gehalten werden, wobei 34 Prozent mehr als zehn Kilo abnahmen. Verbesserungen der Herz und Gefäße betreffenden Risikofaktoren konnten dreieinhalb Jahre nach Therapiebeginn bei Blutzucker und Harnsäure, bei Patienten mit vermehrtem Fettgehalt des Blutes, auch bei Cholesterin und bei an hohem Blutdruck Leidenden durch den diastolischen Blutdruckwert dokumentiert werden. Die Medikamentenkosten verringerten sich in dieser Zeit um etwa 60 Prozent. Nebenwirkungen wurden engmaschig erfaßt und waren zum größten Teil nur leicht, heilbar und nicht mit Arbeitsunfähigkeit verbunden. Das multidisziplinäre Adipositas-Programm Optifast habe auch drei Jahre nach Behandlungsende einen überdauerenden Therapieerfolg auf mehreren Ebenen nachweisen können, so daß über die Hälfte der Patienten das Kriterium "langfristige Gewichtsabnahme" erfüllten.

Eine Therapie, eher noch Prävention des Übergewichts hält Dr. Ludescher für unbedingt notwendig. Die durch Adipositas und Folgeerkrankungen verursachten Kosten für das deutsche Gesundheitssystem würden pro Jahr mit 15 bis 17 Milliarden Mark veranschlagt. Die Zahl der Übergewichtigen in westlichen Ländern nehme auch unter Kindern und Jugendlichen stetig zu. Laut Bundesgesundheitsamt leiden 20 Prozent der deutschen Bevölkerung beziehungsweise 16 Millionen Menschen unter einer behandlungsbedürftigen Fettleibigkeit. Etwa 13 Prozent der Kinder müßten bereits therapiert werden. Übergewicht könne eine Vielzahl von Folgeerkrankungen auslösen, die erhebliche Auswirkungen auf den Krankheitsstand und die Sterblichkeitsziffer der Bevölkerung haben. Man finde bei diesen Patienten auch sehr häufig ängstliche und depressive Komponenten, da Lebenszufriedenheit und Selbstwertgefühl deutlich geringer als bei Menschen mit Normalgewicht seien. Das adventistische Krankenhaus "Waldfriede" ist akademisches Lehrkrankenhaus der Freien Universität Berlin und gehört zum Deutschen Netz gesundheitsfördernder Krankenhäuser der Weltgesundheitsorganisation (WHO).



Bibelvorträge von Pastor Nelson rund um den Globus

Ostfildern bei Stuttgart, 28.10.1998/APD Zwischen 15 000 und 19 000 Menschen besuchen in Deutschland allabendlich die Bibelvorträge von Pastor Dwight K. Nelson zum Thema "OnLine mit Gott - die Freundschaft hält". Zu der Satellitenübertragung NET'98 lädt die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten an 299 Orten Deutschlands seit dem 10. Oktober fünfmal pro Woche ein. Von den Besuchern gehört jeder vierte nicht der evangelischen Freikirche an. Noch bis zum 15. November, jeweils am Samstag, Sonntag, Dienstag, Mittwoch und Freitag, spricht der amerikanische Studentenseelsorger Fragen an, die sich an der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend stellen. Gegenwartsnahe Antworten findet er dabei in der Bibel. Themen und Veranstaltungsorte sind auch im Internet unter http://www.net98.de zu finden. Eine "luftige Werbung" gab es im Raum Köln/Bonn. Dort war nachts ein 60 Meter langer Zeppelin unterwegs, der mit einem Leuchtschriftband alle Besucher von NET'98 grüßte.

Die von Pastor Nelson vor 3 000 Zuhörern auf dem Campus der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, gehaltenen Vorträge werden simultan ins Deutsche und in etwa 40 weitere Sprachen übersetzt. Per Satellit können sie auf Großbildleinwand weltweit an etwa 6 700 Orten, davon auch 45 in Österreich und 20 in der Schweiz, empfangen werden. An 3 000 weiteren Plätzen werden Videoaufzeichnungen gezeigt. Vier Satelliten übertragen das Geschehen in den Vereinigten Staaten zeitversetzt rund um den Globus. In Papua-Neuguinea besuchen beispielsweise 40 000 Menschen in vier Städten die Vorträge. In Südafrika gibt es 200 Übertragungsorte von NET'98, in Nordamerika 1 979, in Bulgarien 13, in Rumänien 580, in Großbritannien 134, in Kroatien 28 und in Finnland 41. Die Simultanübersetzung erfolgt unter anderem in Bulgarisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch sowie für den afrikanischen Kontinent in Afrikaans, Kinyarwanda, Kisuaheli und Ndebele. Außerdem werden für den asiatischen Bereich Hindi, Indonesisch, Japanisch, Kambodschanisch, Koreanisch, Mandarin, Thai, Thamil und Vietnamesisch angeboten. In Mazedonien überträgt ein nationaler Fernsehsender NET'98. In den USA werden die Vorträge in 115 TV-Kabelsysteme und in Mildura/Australien in das örtliche Kabelnetz eingespeist. In Italien übertragen einige private Radiostationen die Ansprachen von Pastor Nelson, ebenso ein Rundfunksender in Alstanville/Australien.



Neuer Lehrgang an Krankenpflegeschule "Waldfriede"

Berlin, 28.10.1998/APD Mit 20 Schwesternschülerinnen und vier Pflegeschülern begann eine neue dreijährige Ausbildung der Krankenpflegeschule am adventistischen akademischen Lehrkrankenhaus "Waldfriede" der Freien Universität Berlin. Die Lehranstalt im Stadtteil Zehlendorf hat 80 Ausbildungsplätze und beging im letzten Jahr ihr 75jähriges Bestehen. Laut Pressesprecher Dr. Lothar Erbenich bewerben sich jedes Jahr bis zu eintausend Interessenten. Bewerbungsunterlagen für den nächsten Lehrgang können bei der Krankenpflegeschule Waldfriede, Argentinische Allee 40, 14163 Berlin, Telefon (030) 81 81 0-0, Telefax (030) 81 81 0-320 angefordert werden.



33 Erstsemester an Theologischer Hochschule Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 28.10.1998/APD 33 Studierende wurden an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg zum Wintersemester 1998/99 neu zugelassen. Davon sind elf angehende Theologen, darunter vier aus Deutschland, 20 haben Christliches Sozialwesen belegt und zwei das Musikpropädeutikum begonnen. 14 weitere ausländische Studenten bereiten sich durch einen einjährigen deutschen Sprachkurs auf ihr Studium vor. Insgesamt sind in Friedensau 209 Studenten, darunter 102 angehende Pastoren, aus 25 Ländern immatrikuliert. 135 stammen aus Deutschland. Die anderen kommen aus Rumänien (10), Moldawien (8), der Ukraine (8), Rußland (7), Bulgarien (6), Tansania (5), Kenia (4) und weiteren Staaten Europas, Asiens, Afrikas und Südamerikas. Die Studiengänge schließen an der Hochschule mit den akademischen Graden Diplom-Theologe, Magister Theologiae, Diplom-Sozialarbeiter, dem Magister für internationale Sozialwissenschaften und soziale Verhaltenswissenschaften sowie dem Propädeutikum in Kirchenmusik. Friedensau verfügt an wissenschaftlichen Einrichtungen über eine Fachbibliothek (Bibliothekar Ralph Köhler), das Historische Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa (Dr. Daniel Heinz) sowie die Institute für Altes Testament und Biblische Archäologie (Prof. Dr. Udo Worschech), Entwicklungszusammenarbeit (Dr. Horst Rolly), Familien- und Sozialforschung (Dr. Johann Gerhardt), Integrierte Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit (Prof. Dr. Winfried Noack), Psychologie und Seelsorge (Prof. Dr. Michael Dieterich) sowie Religionsfreiheit (Prof. Dr. Baldur Ed. Pfeiffer).



Adventisten in Friedensau für Helmut Kohl

Friedensau bei Magdeburg, 28.10.1998/APD Die Adventisten in Friedensau bei Magdeburg stimmten am 27. September mehrheitlich für Helmut Kohl als Bundeskanzler. Von den 266 Wahlberechtigten gaben 66,6 Prozent ihre Stimme ab. Davon entschieden sich 38,8 Prozent mit ihrer Zweitstimme für die CDU, während die SPD-Direktkandidatin Waltraud Wolff 47,3 Prozent erhielt. Für Kanzlerkandidat Gerhard Schröder waren nur 31,6 Prozent. Vor vier Jahren hatte der SPD-Kanzlerkanditat Rudolf Scharping noch 44,7 Prozent der Zweitstimmen erhalten. Auf die FDP entfielen diesmal 6,6 Prozent gegenüber 13 Prozent vor vier Jahren. Bündnis 90/Die Grünen steigerten dagegen ihren Stimmanteil von neun auf 15,8 Prozent. Andere Parteien fanden nur wenig Anklang. Die Grauen erhielten vier, die PDS drei und die DVU und Pro DM jeweils zwei Stimmen. Republikaner, NPD und PSG wurden nicht gewählt. Die politische Gemeinde Friedensau wird fast ausschließlich von Siebenten-Tags-Adventisten bewohnt. Die evangelische Freikirche unterhält dort eine Theologische Hochschule und ein Altenpflegeheim. Die meisten Studenten haben ihren ersten Wohnsitz nicht in Friedensau und sind deshalb dort nicht wahlberechtigt.



Leitungswechsel am Konfessionskundlichen Institut

Bensheim, 28.10.1998/APD Neuer Direktor des Evangelischen Bundes und Leiter des Konfessionskundlichen Instituts in Bensheim wird der Privatdozent Dr. Jörg Haustein (41). Er ist Nachfolger von Professor Dr. Reinhard Frieling, der zum 1. Juli 1999 in den Ruhestand tritt. Haustein wirkt seit 1991 als Referent für Fundamentaltheologie und Neue Kirchengeschichte am Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes. 1995 habilitierte er im Fach Kirchengeschichte an der Universität Kiel.



Neuer Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Berlin, 28.10.1998/APD Reinhard Hempelmann (45) ist vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum neuen Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Berlin, berufen worden. Er tritt sein Amt zum 1. Januar 1999 als Nachfolger von Michael Nüchtern, dem neuen Theologischen Referenten der Badischen Landeskirche in Karlsruhe, an. Dr. theol. Hempelmann ist Pfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen. Seit 1992 arbeitet er bei der EZW als Referent für Gemeindegründungen, pfingstkirchliche und charismatische Gruppen sowie fundamentalistische Strömungen.



Früherer lutherischer Pfarrer wird baptistischer Seelsorger

Schmalkalden, 28.10.1998/APD Siegfried Eger, bis vor zwei Jahren Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen, ist jetzt Pastor der Baptistengemeinde im thüringischen Schmalkalden. Der heute 57jährige schied aus dem landeskirchlichen Dienst in einer kleinen Gemeinde in der Rhön, weil er nicht länger die Praxis der Kindertaufe befürworten konnte. Er wurde daraufhin arbeitslos und zog in seine Heimatstadt Schmalkalden. Eine neue geistliche Heimat fand er in der dortigen Baptistengemeinde, in der er im Juli dieses Jahres die biblische Taufe durch Untertauchen erhielt. Die Gemeinde berief ihn schließlich zu ihrem neuen Seelsorger. "Wir haben es als Führung Gottes empfunden, einen Pastor zu haben, der in der heutigen Zeit eindeutig Jesus Christus bekennt und dafür persönliche Nachteile in Kauf nimmt", heißt es in einem Bericht der Ortsgemeinde. Sie hat rund 180 Mitglieder und gehört zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.



Ökumenischer Kirchentag 2003 in Berlin

Fulda, 28.10.1998/APD Der Ökumenische Kirchentag im Jahr 2003 findet in Berlin statt. Dafür entschied sich das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages, das die Veranstaltung gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken plant.





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© APD Geändert am: 16.11.98