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International


Weiterhin Mitgliederzuwachs der Adventisten

Foz do Iguaçu/Brasilien, 28.10.1998/APD Genau 9 702 834 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten gab es am 31. Dezember 1997 in 205 Ländern. Das teilte G. Ralph Thompson, Sekretär der weltweiten evangelischen Freikirche, dem diesmal in der südbrasilianischen Stadt Foz do Iguaçu tagenden alljährlichen Generalkonferenz-Vollausschuß (Weltkirchenleitung) mit. Den 400 Kirchenleitern aus aller Welt erläuterte er, daß 1997 sich 744 798 Menschen den Adventisten anschlossen. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich der Mitgliederzuwachs jedoch von 5,5 auf 4,4 Prozent. Trotzdem halte das Wachstum an. Am 30. Juni 1998 gab es weltweit 9 905 971 Siebenten-Tags-Adventisten und im September sei die Zehn-Millionen-Grenze überschritten worden. Vor zwölf Jahren erreichte die Freikirche die Zahl von fünf Millionen.



Geschlechtskrankheiten und Klonen von Menschen

Foz do Iguaçu/Brasilien, 28.10.1998/APD Die 400 Delegierten des in Foz do Iguaçu/Brasilien tagenden Generalkonferenz-Vollausschusses (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten verabschiedeten zwei Stellungnahmen zum Umgang mit Geschlechtskrankheiten und zum Klonen von Menschen. Die "Erklärung, wie den Problemen der Verbreitung von Geschlechtskrankheiten begegnet werden kann" nennt "schwerwiegende ethische, medizinische und soziale Probleme, die sich durch zunehmende sexuelle Freizügigkeit und damit zusammenhängende ungebundene Geschlechtsbeziehungen ergeben". Während Fortschritte bei der Behandlung des Themas sowie in der Wissensvermittlung und Forschung gewürdigt werden, betont das Dokument die Notwendigkeit der Weiterführung dieser Bemühungen auf allen Ebenen, besonders auch durch Einbringung von ethischen und geistlichen Aspekten. In der Stellungnahme heißt es, daß "der Verzicht auf außerehelichen Geschlechtsverkehr die sexuelle und seelische Gesundheit fördert". Sie schließt mit der Aufforderung, daß die Freikirche das Problem "ohne Zeit zu verlieren" durch Entwicklung "eines umfassenden Programms der Wissensvermittlung und Vorbeugung" handhaben soll.

Laut dem Direktor der Gesundheitsabteilung der Generalkonferenz, Dr. A. R. Handysides, geht es in der Stellungnahme "um unsere Einstellung, Menschen zu helfen, unabhängig davon, ob sie zu unserer Kirche gehören oder nicht. Dies schließt die Behandlung durch einen Arzt, ein Krankenhaus oder eine andere medizinische Einrichtung genauso ein, wie die Betonung dessen, was Siebenten-Tags-Adventisten zu diesem Thema zu sagen haben."

Die zweite Stellungnahme behandelt "Ethische Überlegungen hinsichtlich des Klonens von Menschen". In der Erklärung werden Bedenken gegen diese Technik zum Ausdruck gebracht. "Die Christen haben hier die Verantwortung, den Sachverhalt tiefschürfend ethisch anzusprechen", heißt es in dem Dokument. Während eingeräumt wird, daß "es in der Zukunft Fälle geben mag, bei denen das Klonen von Menschen als nützlich und ethisch akzeptabel in Betracht gezogen werden könnte", bringt die Stellungnahme auch die Gefahren und den Mißbrauch zur Sprache. Laut Dr. Handysides "ist die Erklärung in Übereinstimmung mit vielen internationalen und politischen Ansichten zu diesem Thema". Für die Freikirche ist sie "eher ein Warnlicht, das uns helfen kann, Dinge, die wir lesen oder um uns herum zu entwickeln sehen, zu überdenken".

Der Text der beiden Stellungnahmen ist in englischer Sprache im Internet unter http://www.stanet.ch/APD zu finden.



Religionsfreiheit soll auch künftig in Rumänien gelten

Silver Spring, Maryland/USA, 28.10.1998/APD Dr. Martian Dan, Mitglied der Abgeordnetenkammer des rumänischen Parlaments und Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte, will sich auch weiterhin für die Religionsfreiheit für alle Bürger seines Landes einsetzen. Dies versicherte er Mitte Oktober bei einem Besuch der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA. Dan hofft, daß das neue, in Vorbereitung befindliche Religionsgesetz die Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften in Rumänien auch weiterhin garantiert. "Für den Gesetzentwurf werden die in unserem Land anerkannten Kirchen konsultiert, was viel Zeit erfordert", sagte der Parlamentarier. "Ich bin überzeugt, daß es wichtig ist, Übereinstimmung bei der Formulierung des neuen Gesetzes zu erzielen, obwohl einige Punkte noch ungeklärt sind. Die orthodoxe Kirche wünscht beispielsweise die Verankerung als Staatskirche im Gesetz. Ich hoffe, daß das Parlament dies nicht befürwortet, obwohl in dieser Richtung Druck ausgeübt wird." Laut Dan garantiere die jetzige Verfassung die Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften vor dem Gesetz. Dies sei in früheren Verfassungen nicht immer der Fall gewesen und deshalb wünschenswert, daß auch künftig das gleiche Recht für alle sichergestellt werde, um auch in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Europäischen Union zu sein. Dr. Bert B. Beach, Abteilungsleiter für zwischenkirchliche Beziehungen der Generalkonferenz, würdigte das Eintreten von Dr. Dan für die Religionsfreiheit in Rumänien.



Armeniens Präsident gegen Einschränkung der Religionsfreiheit

Jerewan/Armenien, 28.10.1998/APD Der Präsident der Republik Armenien, Robert Kotscharjan, hat sich während eines Besuchs in den Vereinigten Staaten zur Religionsfreiheit bekannt. Ein demokratisches Land dürfe die freie Religionsausübung nicht einschränken und Religionsgemeinschaften behindern, sagte er vor der Presse. Die armenische Regierung werde deshalb auch die Gruppen nicht verbieten oder bedrängen, die religiöse Propaganda betrieben. Kotscharjan machte diese Aussagen besonders im Hinblick auf die in Armenien tätigen Mormonen, Hare Krishna und Zeugen Jehovas. In Salt Lake City sprach er mit dem Präsidenten der Mormonenkirche.

Auch evangelische Minderheiten litten unter dem Regime des vorherigen, bis Februar diesen Jahres amtierenden Staatspräsidenten Lewon Ter-Petrosjan. Besonders 1995 fand eine Serie von Anschlägen auf Pfingstgemeinden, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten und andere evangelische Freikirchen statt. Einige dieser christlichen Gemeinschaften mußten daraufhin ihre Arbeit einstellen. Urheber der Gewalttaten waren paramilitärische Einheiten, die dem damaligen Verteidigungsminister Vazgen Sakissjan nahestanden. Die Armenische Orthodoxe Kirche hatte die Regierung immer wieder aufgefordert, das Wirken "nicht traditioneller" Religionsgemeinschaften einzuschränken. In einem Gespräch mit Kirchenleitern der Siebenten-Tags-Adventisten Ende 1995 verurteilte das Oberhaupt der armenischen Kirche, Katholikos Karekin I., "aggressive Evangelisationen" ausländischer Religionsgemeinschaften. Gleichzeitig sprach er sich aber für den Erhalt der religiösen Freiheit aus. Ungeachtet der Anschläge setzten die Adventisten, die in Armenien lediglich 800 Mitglieder in zehn Gemeinden haben, ihre Sozialarbeit fort. In Jerewan entstand eine Suppenküche für Bedürftige, Schüler erhielten Unterrichtsmaterialien, Arme Kleidung und Nahrungsmittel. Ein Kinderrehabilitationszentrum wurde ausgebaut, und 2 000 Flüchtlingsfamilien bekamen Gewächshäuser, um sich das ganze Jahr über mit frischem Gemüse versorgen zu können.



Sanktionen bei Verstoß gegen Religionsfreiheit

Washington D.C./USA, 28.10.1998/APD Nach dem US-Senat hat auch das Repräsentantenhaus einem Gesetzentwurf zugestimmt, der Sanktionen gegen Länder vorsieht, die Religionsgemeinschaften verfolgen oder diskriminieren. Der Entwurf ermächtigt den Präsidenten zu einer Reihe von Maßnahmen zur Durchsetzung der Religionsfreiheit im Ausland. Die Vorlage war auf Bestreben des Weißen Hauses erheblich überarbeitet worden. Das jetzt gebilligte Gesetz, das noch von Präsident Bill Clinton unterzeichnet werden muß, läßt einen großen Spielraum bei der Verhängung von Sanktionen zu. Wenn es "im nationalen Interesse" ist, kann darauf auch ganz verzichtet werden. Nach Angaben des US-Außenministeriums gilt das Gesetz für schwerste Verletzungen der Religionsfreiheit, wie Folter, Haft und Menschenraub. Besonders hatte sich die amerikanische Episcopal Kirche um ein derartiges Gesetzesvorhaben bemüht. Sie wurde dabei unter anderem von der konservativen "Christlichen Koalition", der Evangelischen Allianz, von Katholiken, Südlichen Baptisten, Lutheranern der Missouri-Synode sowie reformierten und orthodoxen Juden unterstützt. Der Nationale Kirchenrat der USA hatte dagegen ein derartiges Gesetz abgelehnt, da für ihn Sanktionen gegen Länder ohne Religionsfreiheit keine Verbesserung für die dort lebenden Gläubigen bringen würden.



Adventisten auf Kap Verde eingesperrt und mißhandelt

Praia/Kap Verde, 28.10.1998/APD Zwei Siebenten-Tags-Adventisten sind in dem westafrikanischen Inselstaat Kap Verde mißhandelt und wegen angeblicher Schändung katholischer Kirchen inhaftiert worden. Jose Maria Monteiro Rodrigues und Jorge Adalberto Ramos Tavares befinden sich laut dem Vorsteher der dortigen evangelischen Freikirche, Pastor Felix Monteiro, immer noch im Gefängnis und wurden während der Verhöre schwer geschlagen. Dieser letzte Zwischenfall sei Teil einer anhaltenden Serie von Mißhandlungen. Bereits 1993 wurden zwei Adventisten unter der Anschuldigung, die Statuen katholischer Heiliger entweiht zu haben, eingesperrt und gefoltert. "Die Polizisten schlugen damals die beiden Jugendlichen so schrecklich, daß der jüngste von ihnen, er war gerade 16 Jahre alt, noch heute wegen schwerer Kopfverletzungen ernsthafte Hörschäden und Gedächtnisprobleme hat", sagte Monteiro. "Der andere leidet seither an heftigen Rückenschmerzen." Ungeachtet einer Entschuldigung der Polizei für diese Mißhandlungen wurden die beiden jungen Männer 1995 zusammen mit anderen Adventisten erneut unter der gleichen Anschuldigung festgenommen und geschlagen.

Im August diesen Jahres schändeten Unbekannte eine von drei Wächtern geschützte römisch-katholische Kirche. "Die Polizei ging, ohne die Männer zu befragen, gleich zu den Häusern der Adventisten dieses Dorfes und verhaftete alle 15 von ihnen", beklagte Monteiro. "Einige wurden schwer geschlagen und verbrachten etliche Tage im Gefängnis. Bis heute, so sagen die Wächter, hat die Polizei mit ihnen keinen Kontakt aufgenommen." Der Vorsteher ist über dieses Verhalten äußerst empört: "Es ist auffällig, daß jedesmal, wenn die Polizei Adventisten als Verdächtige verhaftete, nie ein Beweis für die Kirchenentweihung erbracht werden konnte." Es sei kein Adventist bekannt, beteuerte der Geistliche, der jemals Anschläge auf Heiligenstatuen in katholischen Kirchen verübt habe. "Kein Adventist wurde zu nächtlicher Stunde mit finsteren Absichten in der Nähe einer Kirche aufgegriffen." Auch gebe es keinen Adventisten, der "die Tür oder das Fenster eines katholischen Gotteshauses mit Parolen beschmiert hat". Obwohl keinerlei Verdachtsgründe existierten, unterstellt die Polizei den Adventisten "Feinde der Heiligenbilder zu sein, da sie keine Statuen verehren".

Das Gerichtsverfahren gegen Rodrigues und Tavares soll in den nächsten Wochen stattfinden. Sie würden immer noch mißhandelt, um ein Verbrechen zu gestehen, das sie nach eigenen Aussagen nicht begangen haben. Die Afrika-Indischer Ozean Division mit Sitz in Abidjan/Elfenbeinküste als für Kap Verde zuständige überregionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten hat inzwischen zwei ihrer Leiter in die Hauptstadt Praia gesandt, um mit den Behörden die Angelegenheit zu besprechen. 93 Prozent der Bevölkerung des Inselstaats sind Katholiken. Die Adventisten bilden dort mit 2 300 erwachsenen getauften Mitgliedern in 15 Gemeinden die größte evangelische Kirche.



Religiöser Terror auf Evangelische hält an

San Christobal de las Casas/Mexiko, 28.10.1998/APD Die Kommunalwahlen in der südmexikanischen Unruheprovinz Chiapas konnten Anfang Oktober in dem Bezirk San Juan de Chamula nicht stattfinden. Extremistische Katholiken hatten die Einrichtung von 59 Wahllokalen verhindert und so die Stimmabgabe von über 27 000 registrierten Wählern unmöglich gemacht. Die Ultras wollten damit die Freilassung von fünf Gesinnungsgenossen aus dem Gefängnis erzwingen. In Chamula haben laut Lateinamerikanischer und Karibischer Nachrichtenagentur (ALC) fundamentalistische Katholiken das Sagen. Sie tolerieren keine andersgläubigen Christen und verbieten den Bau evangelischer Kirchen. Vor einigen Jahren brachen sie auch die Beziehung zu ihrem Bischof der Diözese San Cristobal de las Casas ab. Die Extremisten begannen vor etwa 30 Jahren systematisch evangelische Christen aus ihrem Bezirk mit dem Argument zu vertreiben, daß sie die Gesellschaft mit der Einführung "ausländischer Glaubenslehren in die einheimische Tradition" spalten würden. Seitdem waren etwa 33 000 Protestanten gezwungen, ihre Häuser, Äcker und Lebensgrundlagen in Chamula zu verlassen.

Auch in anderen Regionen der Provinz Chiapas werden Nichtkatholiken diskriminiert und bedroht. In den Ortschaften Arbenza I und II dürfen evangelische Kinder seit vier Jahren nicht mehr die Schule besuchen, da sie die anderen Schüler "beeinflussen oder verderben" könnten. In Mitziton wurden Ende August diesen Jahres die Oberhäupter aller 23 protestantischen Familien verhaftet. Sie sollten ihre Häuser und die kleine gerade fertiggestellte Kirche zerstören und die Stadt verlassen. Nach Einschreiten der Regierung wurden sie aus dem Gefängnis mit der Auflage entlassen, keine öffentlichen Versammlungen mehr abzuhalten und ihren Glauben niemanden mitzuteilen. Außerdem verboten die Behörden das Betreten der Holzkapelle. In Ejido Saltillo wurde Ende August 1998 fünf Familien die Ausweisung angedroht, da sie sich als Angehörige der Presbyterianer zu erkennen gaben. Aus dem gleichen Grund mußten bereits im Dezember letzten Jahres 50 Menschen den Ort verlassen. Am 21. Juli 1998 wurden 64 Evangelische aus Icalumtic vertrieben. Nach Intervention der Regierung stimmte die Stadtverwaltung einer Rückkehr unter der Bedingung zu, daß die Protestanten künftig behandelt würden, "als ob sie nicht existieren".

Ende Mai wurden 87 Siebenten-Tags-Adventisten aus der Stadt Santo Tomas Quieri in der mexikanischen Provinz Oaxaca vertrieben. Sie hatten sich geweigert, eine Steuer zur Ausrichtung eines Festes zu Ehren des örtlichen römisch-katholischen Heiligen zu zahlen. Sieben Familien gaben dem Druck nach und traten aus der adventistischen Freikirche aus, um bleiben zu können. Sie sind jedoch verpflichtet, an den Gottesdiensten und Festen der römisch-katholischen Kirche teilzunehmen, um nicht als "Rebellen" zu gelten.



Religiöse Zweiklassengesellschaft in Bolivien ändern

La Paz/Bolivien, 28.10.1998/APD Die Konrad Adenauer Stiftung in Bolivien empfiehlt eine Verfassungsänderung, damit die "uneingeschränkte Freiheit des Gottesdienstes" im Land garantiert werde. Sie veröffentlichte eine kritische Studie zur bolivianischen Verfassung. Danach sollte der Artikel 3 geändert werden, um die Religionsfreiheit in einem Land zu verankern, in dem der Katholizismus eine privilegierte Stellung innehabe. Der jetzige Verfassungsartikel lautet: "Der Staat anerkennt und unterstützt die katholische, apostolische und römische Religion. Er garantiert die öffentliche Ausübung aller ihrer Gottesdienste." Gemäß der Konrad Adenauer Stiftung ist die Freiheit des Gottesdienstes "ein Recht, das zum geistlichen Leben, der inneren Welt eines jeden Menschen, gehört". Deshalb habe der Staat kein Recht, sich hier einzumischen. Der Vorschlag einer Verfassungsänderung mit dem Ziel der Abschaffung des Katholizismus als Staatsreligion sei laut Lateinamerikanischer und Karibischer Nachrichtenagentur (ALC) auf heftige Kritik gestoßen. 85 Prozent der Bolivianer gehören zur römisch-katholischen Kirche. Dagegen begrüßte die Nationale Vereinigung der Evangelischen in Bolivien (ANDEB) den Vorschlag. Wie deren Präsident, Pastor Zacarias Salas, sagte, werde durch die Studie deutlich, daß Bolivien alle bürgerlichen Freiheitsrechte brauche. "Der Staat darf nicht Einschränkungen der Gewissensfreiheit erlassen oder in religiösen Angelegenheiten Bürger erster und zweiter Klasse schaffen."



Geistliche in Tschetschenien entführt

Grosny/Tschetschenien, 28.10.1998/APD Unbekannte haben Mitte Oktober Pastor Alexey Sitnikow (42), Seelsorger der Baptistengemeinde in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny, entführt. Einen Tag später verschwand auch der russisch-orthodoxe Priester Issihiy. Nach Behördenangaben ist das Motiv der Entführungen unklar. Zu Sitnikows Gemeinde gehören etwa 170 meist ältere Russen. Inzwischen haben die Kirchenleitungen der Baptisten und Siebenten-Tags-Adventisten ihren russischstämmigen Mitgliedern empfohlen, Tschetschenien zu verlassen und sich in anderen Gebieten der Russischen Föderation anzusiedeln. Wachsende Kriminalität, Verarmung und zunehmende Isolierung in einer Republik, die sich von Rußland lösen will, seien die Gründe für diesen Rat. Seit Beendigung des Bürgerkrieges im August 1996 wird das Land von bewaffneten Banden heimgesucht. Sie haben bisher unter anderem etwa 400 russische Soldaten sowie über 100 Ausländer, darunter auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, Geschäftsleute und Präsident Boris Jelzins Gesandten für Tschetschenien, Valentin Vlasow, entführt und fordern Lösegeld. Etwa 100 Menschen sollen sich zur Zeit in der Gewalt von Kidnappern befinden. Obwohl Tschetschenien nominell noch der Russischen Föderation angehört, betrachtet sich die Kaukasus-Republik bereits als unabhängig. Präsident Aslan Maschadow betreibt die Islamisierung des Landes. Seit Ende 1997 müssen sich weibliche Staatsbedienstete und Studentinnen nach islamischen Vorschriften kleiden. Das Innenministerium wurde in Anlehnung an das islamische Recht in Ministerium für schariatische Sicherheit umbenannt. Die für Moslems gültigen Regeln sollen künftig für alle Bewohner des Landes gelten, auch wenn sie dieser Religion nicht angehören.



Frankreich will Kampf gegen Sekten verstärken

Paris/Frankreich, 28.10.1998/APD Die französische Regierung will den Kampf gegen Sekten verstärken. Dazu soll das erst vor zwei Jahren eingesetzte Büro zur Beobachtung von Sekten durch eine entsprechende Regierungskommission ersetzt werden. Dies erklärte der Minister für die Beziehungen zum Parlament, Daniel Vaillant, vor Journalisten in Paris. Das neugeschaffene Amt soll gegen kriminelle Handlungen sektiererischer Bewegungen vorgehen. Die interministerielle Behörde zur Beobachtung von Sekten war im Mai 1996 von Premierminister Alain Juppé eingesetzt worden. Die Forderung nach einer solchen staatlichen Beobachtungs- und Konsultationsstelle wurde damals auch vom Sektenbeauftragten des französischen Episkopats der römisch-katholischen Kirche erhoben.

Eine Untersuchungskommission der französischen Nationalversammlung hatte Ende 1995 den Bericht "Sekten in Frankreich" vorgelegt. Der nach dem Berichterstatter als "Guyard-Rapport" veröffentlichte Untersuchungsbericht kommt zu dem Ergebnis, daß es nicht notwendig sei, neue Gesetze zu schaffen, weil dadurch die Gefahr bestehe, daß in allgemeine Freiheitsrechte eingegriffen werde. Das bestehende rechtliche Instrumentarium biete genügend Möglichkeiten, mit den von Sekten ausgehenden Gefahren umzugehen. Mit dem Bericht wurde eine Liste von 172 Sekten mit rund 160 000 Anhängern und weiteren etwa 120 000 Sympathisanten vorgelegt, die zur Zeit in Frankreich aktiv seien. Davon haben allerdings nur zehn mehr als zweitausend Mitglieder. Der französische Justizminister hatte daraufhin im Februar 1996 ein Rundschreiben an die Staatsanwaltschaften versandt, in dem diese im Sinne des Guyard-Berichts angewiesen wurden, mit Entschiedenheit gegen Sekten vorzugehen.



Siebenten-Tags-Adventisten ein Jahrhundert in Peru

Lima/Peru, 28.10.1998/APD Ihr einhundertjähriges Bestehen als Freikirche feierten 18 000 peruanische Siebenten-Tags-Adventisten im Arauta Stadion in Lima. "Schon von Beginn an haben die Adventisten die religiöse, soziale und politische Geschichte Perus beeinflußt", sagte Pastor Robert S. Folkenberg (Silver Spring, Maryland/USA), Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Freikirche, in seiner Festansprache. "Es war unsere Beharrlichkeit, daß die Religionsfreiheit für alle Bürger in die Verfassung des Landes aufgenommen wurde." 1898 kamen die ersten adventistischen Laienmissionare von Chile nach Lima und Mollendo im Süden Perus. 1911 nahm der amerikanische Missionar Fernando Anthony Stahl mit seiner Frau Ana Christiana die Arbeit unter den Aymara und Quechua Indianern am Titicacasee auf. Sie fanden das Vertrauen der Einheimischen und gründeten Missionsstationen und Schulen. Heute leben in Peru über 380 000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1 112 Gemeinden. Sie unterhalten eine Universität, vier höhere Schulen, 79 Grundschulen und drei Kliniken. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA half in den letzten Monaten den Opfern der Klimakatastrophe El Niño mit 3 200 Zelten, Nahrungsmitteln, Baumaterialien und Kleidung.



Kubanischer Minister würdigt adventistischen Lebensstil

Silver Spring, Maryland/USA, 28.10.1998/APD Der kubanische Gesundheitsminister Dr. Carlos Dotres würdigte den gesunden adventistischen Lebensstil anläßlich eines Besuches der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) in Silver Spring, Maryland/USA. "Adventisten kümmern sich nicht nur um die Seele eines Menschen, sondern auch um seinen Körper", sagte der Minister. "Ihren Glauben verbinden sie mit Taten für die Gesundheit. Ihre ablehnende Haltung zu Alkohol und Nikotin sowie ihre ausgewogene Ernährungsweise sind Grundlagen für die Volksgesundheit. Dies können wir nur gutheißen."



Neue adventistische Kirchenleitung auf dem Balkan

St. Albans/Großbritannien, 28.10.1998/APD Mit der Bildung eines Adria Verbandes entsteht zum 1. Januar 1999 eine neue regionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten auf dem Balkan. Sie umfaßt die nationalen Leitungen der evangelischen Freikirche in Slowenien, Kroatien und Albanien mit insgesamt 4 200 Mitgliedern in 98 Gemeinden. Der Sitz des neuen Verbandes steht noch nicht fest. Die Adventisten in Slowenien und Kroatien gehörten bis zum Zusammenbruch des Vielvölkerstaates zur Jugoslawischen Union der Freikirche. Nach dem Bürgerkrieg konnte die regionale Kirchenleitung in Belgrad ihre Mitglieder in den beiden inzwischen selbständig gewordenen Staaten aus politischen Gründen nicht mehr betreuen. In Albanien gibt es erst seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes 1991 wieder Adventisten.



Europäische Baptisten wählen neuen Generalsekretär

Kiew/Ukraine, 28.10.1998/APD Neuer Generalsekretär der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) wird der Präsident des bulgarischen Baptistenbundes, Pastor Theo Angelov (Sofia). Der 59jährige wurde während der EBF-Generalversammlung in Kiew gewählt. Er tritt die Nachfolge von Pastor Karl Heinz Walter (Hamburg) an, der im Herbst 1999 in den Ruhestand tritt. Von 1996 bis 1997 amtierte Angelov bereits als Präsident der europäischen Baptisten. Zur Föderation gehören 50 Mitgliedsbünde in Europa und dem Nahen Osten mit rund 750 000 Mitgliedern. Präsident des EBF ist der Generalsekretär des britischen Baptistenbundes David Coffey.





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© APD Geändert am: 16.11.98