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International


Über zehn Millionen Siebenten-Tags-Adventisten weltweit

Silver Spring, Maryland/USA, 18.08.1999/APD Am 31.12.1998 gab es in 205 Ländern insgesamt 10 163 414 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten. Damit erhöhte sich die Mitgliederzahl gegenüber dem Vorjahr um 4,75 Prozent. 1998 schlossen sich 818 754 Menschen den Adventisten an. Die Zahl der Gemeinden wuchs weltweit von 43 270 auf 44 888. Insgesamt sind bei der evangelischen Freikirche 165 213 Personen angestellt. Darunter befinden sich 13 432 ordinierte Pastoren. Die Siebenten-Tags-Adven-tisten unterhalten 5 590 Schulen, davon 90 Hochschulen und Universitäten sowie 1 014 höhere Lehranstalten mit insgesamt fast zehn Millionen eingeschriebenen Schülern und Studenten. In 162 adventistischen Krankenhäusern und 361 Kliniken wurden im letzten Jahr 9,3 Millionen Menschen behandelt. Zur Freikirche gehören außerdem 102 Alten-, 25 Kinder- und Waisenheime, 27 Gesundkost-Fabriken, 57 Verlagshäuser und zehn Medienzentren. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA war im letzten Jahr in 121 Ländern tätig. Ihre insgesamt 2 450 Projekte kamen 18,3 Millionen Menschen zugute. Der Gesamtwert der Projekte belief sich auf 242,3 Millionen Mark.



Vertriebene Pastorin in den Kosovo zurückgekehrt

Priština/Kosovo, 18.08.1999/APD Die adventistische Pastorin Dijana Daka ist nach Dakovica im Kosovo zurückgekehrt. Dort hatte sie vor dem Krieg die von ihr im letzten Jahr gegründete Adventgemeinde mit 35 Erwachsenen und 20 Kindern betreut. Alle von ihnen seien wieder wohlbehalten in ihrer Heimat, sagte Daka. "Unsere Häuser sind zwar zerstört, doch wir sind glücklich, dass wir an Jesus Christus glauben, der uns zusammenhalten läßt und uns Hoffnung für die Zukunft gibt." Die Geistliche gehört der albanischen Volksgruppe an. Am 4. Mai wurde sie von der jugoslawischen Armee aus ihrer Wohnung vertrieben und galt als vermisst und tot, bis sie vier Wochen später zusammen mit drei weiteren alba-nischen Adventisten in einem Flüchtlingslager in Kukës/Albanien auftauchte. Bis zur Rückkehr war sie Seelsorgerin der Adventgemeinde Vlorë. Im Kosovo gibt es außer in Dakovica adventistische Gemeinden in Pe_ und Priština.



Jugoslawiens Adventisten bestätigen Kirchenleitung

Belgrad/Jugoslawien, 18.08.1999/APD Für weitere fünf Jahre haben die Pastoren und Delegierten der adventistischen Gemeinden in Jugoslawien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien ihre Kirchenleitung bestätigt. Vorsteher der Südosteuropäischen Union der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Belgrad bleibt Dr. Radisan Antic, Sekretär ist Dr. Jovan Mihaljcic, als Schatzmeister wurde Milenko Lajic wiedergewählt. In seinem Rechenschaftsbericht erläuterte Antic, dass sich in den letzten fünf Jahren insgesamt 2 615 Menschen aus den drei Ländern der Freikirche anschlossen, so dass sie dort jetzt 7 705 erwachsene getaufte Mitglieder umfasst. 15 neue Gemeinden entstanden. Im Theologischen Seminar in Belgrad waren während dieser Zeit 190 Studenten eingeschrie-ben, von denen 43 ihr Diplom erhielten. Gegenwärtig beteiligen sich 34 000 Menschen an dem Bibelfernkurs der Freikirche. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Jugoslawien verteilte in diesem Jahr Nahrungsmittel und Kleidung im Wert von 64 000 Mark an Bedürftige. Sie unterhält Suppenküchen in Belgrad, Novi Sad und Niš. Die während der NATO-Bombenangriffe beschädigten Gemeindenzentren in Belgrad und Kragujevac wurden repariert. Erstmals konnten sich nach Kriegsende wieder über 2 000 Adventisten anlässlich der Delegiertentagung zu einem Gottesdienst in Belgrad versammeln.



Unterredung mit Oberhaupt der Maroniten

Beirut/Libanon, 18.08.1999/APD Zum besseren Kennenlernen und Verstehen trafen sich der Präsident der Trans-Europa Abteilung der Siebenten-Tags-Adventisten, Dr. Bertil Wiklander (St. Albans/England), und das Oberhaupt der Maroniten, Kardinal Nasrallah Pierre Sfeir, in Bkerkeh/Libanon. Das Gespräch fand in einer freundlichen Atmosphäre statt, wobei sich der maronitische Patriarch von Antiochien ausführlich über Glaube und Wirken der Adventisten informieren ließ. Weitere Begegnungen sind vorgesehen. Die Maroniten schlossen als syrisch-orthodoxe Christen nach ersten Kontakten mit den Kreuzfahrern (1191) eine Union mit der römisch-katholischen Kirche. Von den heute etwa 800 000 Mitgliedern lebt die Hälfte im Libanon. Die Trans-Europa Abteilung mit Sitz in St. Albans/England ist als überregionale Kirchenleitung für die Siebenten-Tags-Adventisten in Großbritannien, Irland, Island, Skandinavien, den Niederlanden, Polen, den baltischen Staaten, Ungarn, Jugoslawien, Albanien, Griechenland, dem Nahen Osten, Ägypten, Sudan und Pakistan zuständig.

Dr. Wiklander hatte des Weiteren eine Unterredung mit Dr. Salim Sahyuni, dem Prä-sidenten des Rates der Evangelischen Kirchen im Libanon und in Syrien, dem auch die Adventisten angehören. Außerdem besuchte er die College Park Adventgemeinde in Beirut und nahm an der Graduierungsfeier des adventistischen Middle East College teil. Zu den Abgängern sprach der libanesische Minister für Telekommunikation, Issam Naaman. Zugegen waren auch der koreanische und philippinische Botschafter sowie verschiedene religiöse Würdenträger. Im Libanon leben etwa 400 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in fünf Gemeinden. Die Freikirche unterhält dort neben der Hochschule auch zwei Gymnasien.



Inhaftierter Adventistenpastor studiert mit Gefangenen die Bibel

Colombo/Sri Lanka, 18.08.1999/APD Der Oberste Gerichtshof Sri Lankas will sich am 22. September mit dem Fall des im März 1998 inhaftierten adventistischen Pastors Manickam Anthony Alexander befassen. Der Tamile kam unter dem Verdacht ins Gefängnis, als Terrorist mit sogenannten tamilischen "Befreiungstigern" zusammengearbeitet zu haben. Da bisher keine Anklage erhoben wurde, rief am 3. Juni diesen Jahres sein Rechtsanwalt T. Gowry Shangary den Obersten Gerichtshof an, um die Regierung zur Prozesseröffnung zu veranlassen oder den Häftling freizulassen. Laut Pastor Wijetunge D. Anthony (Colombo), Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten in Sri Lanka, sei Alexander zu Beginn seiner Inhaftierung misshandelt worden. Aufgrund der Folterungen habe er ein erpresstes Schuld-bekenntnis unterzeichnet. Dieses sei jedoch in Singhalesisch verfasst worden, einer Spra-che, die der Geistliche zwar sprechen, aber nicht lesen könne. Alexander war vor seiner Verhaftung Rektor der Adventist International School in Vavuniya. Seine Frau teilte mit, dass er sich inzwischen von seinen Folterungen erholt habe. Er leite im Gefängnis eine Bibel-studiengruppe und lese mit etwa 50 Häftlingen regelmäßig die Heilige Schrift. Die Freikirche versorge ihn mit Bibeln, Studienanleitungen und christlicher Literatur.

Laut Rechtsanwalt Shangary erlaube ein Anti-Terrorismusgesetz, einen Verdächtigen bis zu 18 Monaten ohne Anklageerhebung zu inhaftieren. Auf Veranlassung der Abteilung Reli-gionsfreiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, schrieben Anfang des Jahres zahlreiche Menschen aus vielen Ländern an die Regierung, um die Freilassung von Pastor Alexander zu fordern. Ende Mai besuchte Richard Lee Fenn, stellvertretender Direktor der Abteilung, Sri Lanka, um sich vor Ort über den Fall zu informieren.

Ende Oktober 1998 verhaftete die Polizei im Norden des Landes Elkins Thurairajah, den Sohn eines adventistischen Pastors, ebenfalls unter Terrorismusverdacht. Er wurde jedoch am 6. Dezember ohne Anklageerhebung freigelassen. Auch hier hatte sich die weltweite Leitung der evangelischen Freikirche bei Staatspräsidentin Chandrika Kumaratunga für den Häftling eingesetzt. In Sri Lanka leben 3 200 erwachsene getaufte Sieben-ten-Tags-Adventisten in 28 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält ein College, sechs höhere Schulen, 15 Grundschulen, ein Krankenhaus, drei Kliniken und ein Verlagshaus.



Adventisten keine Kirchenschänder

Praia/Kap Verde, 18.08.1999/APD Von der Anklage, römisch-katholische Kirchen ge-schändet zu haben, sind drei Siebenten-Tags-Adventisten in dem westafrikanischen Insel-staat Kap Verde freigesprochen worden. Ein Gericht urteilte, dass José Maria Monteiro Rodrigues, Jorge Adalberto Ramos Tavares und Benvindo da Cruz Ramos, die bis zum Prozess ein Jahr lang im Gefängnis sassen, völlig unschuldig seien. In der einstündigen Urteilsbegründung sagte die Vorsitzende Richterin Dr. Helena Barretto, dass kein einziger Beweis für die Schuld der Angeklagten hätte vorgelegt werden können. "Das einzige Verbrechen, das die drei verübt hatten, falls man überhaupt von einem Verbrechen spre-chen kann, ist, dass sie Siebenten-Tags-Adventisten sind." Die Richterin lobte die Frei-gesprochenen für ihr vorbildliches Verhalten während der Verhandlung ebenso wie die adventistischen Gemeindeglieder, die an dem Prozess teilnahmen. Sie betonte, dass sie nie zuvor in ihrem Amt über einen eindeutigeren Fall von Unschuld den Vorsitz gehabt hätte. Normalerweise würde sie derartige Aussagen nicht machen. Doch hier sei sie so sehr von der Schuldlosigkeit der Angeklagten überzeugt, dass sie es für wichtig halte, dies öffentlich zu erklären. Für Pastor Felix Monteiro, Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten auf Kap Verde, sei dies ein sehr bewegender Augenblick gewesen. "Als wir anschließend zum Dankgottesdienst in unsere Zentralkirche gingen, nahmen daran einige Richter und Behör-denleiter teil."

Im August vergangenen Jahres schändeten Unbekannte eine von drei Wächtern geschützte römisch-katholische Kirche. "Die Polizei ging ohne Befragung der Wachmänner gleich zu den Häusern der Adventisten des Dorfes und verhaftete alle 15", beklagte Monteiro. "Einige wurden misshandelt und verbrachten etliche Tage im Gefängnis." Rodrigues, Tavares und Ramos blieben in Haft, wo man von ihnen ein Geständnis durch Schläge erpressen wollte. Empört äußerte sich der Vorsteher über dieses Verhalten: "Es ist auffällig, dass nie ein Beweis für die Kirchenentweihu-ng erbracht werden konnte, wenn die Polizei Adventisten als Verdächtige festnahm." Niemandem sei ein Adventist bekannt, der jemals Anschläge auf Heiligenstatuen in katholischen Kirchen verübt habe, beteuerte der Geistliche. "Kein Gemeindeglied wurde zu nächtlicher Stunde mit derartigen Absichten in der Nähe einer Kirche aufgegriffen." Auch gebe es keinen Adventisten, der "die Tür oder das Fenster eines katholischen Gotteshauses mit Parolen beschmiert hat". Obwohl keinerlei Verdachtsgründe existierten, unterstelle die Polizei stets den Adventisten, "Feinde der Heiligenbilder zu sein, da sie keine Statuen verehren".

Bereits 1993 wurden zwei Adventisten unter der Anschuldigung, die Statuen katholischer Heiliger entweiht zu haben, eingesperrt und gefoltert. "Die Polizisten verprügelten damals die beiden Jugendlichen so brutal, dass der jüngere von ihnen, er war gerade 16 Jahre alt, noch heute wegen schwerer Kopfverletzungen ernsthafte Hörschäden und Gedächtnis-probleme hat", sagte Monteiro. "Der andere leidet seither an heftigen Rückenschmerzen." Ungeachtet einer Entschuldigung der Polizei für diese Misshandlungen wurden die beiden jungen Männer 1995 zusammen mit anderen Adventisten erneut unter der gleichen Anschuldigung festgenommen und geschlagen. 93 Prozent der Bevölkerung des Inselstaates sind Katholiken. Die Adventisten bilden dort mit 2 600 erwachsenen getauften Mitgliedern in 14 Gemeinden die größte evangelische Minorität.



US-Gericht: Samstag aus religiösen Gründen arbeitsfrei

Carson City, Nevada/USA, 18.08.1999/APD Mehrere Glaubensgemeinschaften in den Vereinigten Staaten haben sich für die Einhaltung der Religionsfreiheit erfolgreich eingesetzt. Der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, dem Amerika-nischen Jüdischen Kongress und anderen religiösen Organisationen gelang die Freistellung einer Arbeitnehmerin, die der Weltweiten Kirche Gottes angehört, am Samstag. Ein Beru-fungsgericht des Neunten US-Gerichtsbezirks, zu dem Kalifornien und weitere westliche Bundesstaaten gehören, hob die Entscheidung des Distriktgerichts von Carson City/Nevada auf, das die Klage der Polizeianwärterin Lisette Balint auf Arbeitsbefreiung am Samstag, dem biblischen Sabbat, zurückwies. Die Klägerin war ihrerseits zur Sonntagsarbeit und zu Überstunden bereit. Das Sheriffbüro in Carson City begründete jedoch im Einstellungs-gespräch seine Forderung auf Samstagarbeit mit dem "seit langem eingespielten System der Wechselschichten", das keine Ausnahmen zulasse. Ausnahmen würden nur zu höheren Kosten führen und seien deshalb unzumutbar.

Der stellvertretende Leiter der Rechtsabteilung der adventistischen Generalkonferenz, Mitchell Tyner, bezeichnete das Urteil des Berufungsgerichts "für alle sehr wichtig, die den Sabbat feiern wollen". Ein Gesetz aus dem Jahre 1964 (Civil Rights Act) verpflichte zwar einen Arbeitgeber, die religiösen Praktiken eines Arbeitnehmers zu berücksichtigen, insoweit diese nicht zu "unzumutbaren Härten" führten. 1976 habe der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten einen solchen Fall (TWA gegen Hardison) entschieden und dabei vier Kriterien für solch eine unzumutbare Härte festgelegt: Verletzung einer Gewerkschaftsverein-barung, Minderung der Ertrags- oder Leistungsfähigkeit, höhere Kosten für den Arbeitgeber oder Verletzung der Rechte anderer Arbeitnehmer. Anhand dieser Kriterien sei es für jemanden, der den Samstag frei bekommen wolle, zunehmend schwieriger geworden, seinen Anspruch auf Religionsfreiheit durchzusetzen. "Derartige Gerichtsfälle waren kaum noch zu gewinnen", sagte Tyner. Deshalb sei das Urteil des Berufungsgerichts ein "positives Signal".



150 Jahre adventistische Gemeindezeitschrift

Hagerstown, Maryland/USA, 18.08.1999/APD Die internationale Gemeindezeitschrift der Siebenten-Tags-Adventisten "Adventist Review" wurde 150 Jahre alt. Sie geht auf das Jahr 1849 zurück, als James White, Mitbegründer der evangelischen Freikirche, die erste Ausgabe der neuen Zeitschrift "The Present Truth" in einer Auflage von eintausend Exem-plaren herausgab. Ihr Name änderte sich im Mai 1850 in "The Advent Review", im Novem-ber 1850 in "Second Advent Review and Sabbath Herald" und schließlich im August 1851 in "The Advent Review and Sabbath Herald". Seit 1961 heißt das Kirchenblatt "Review and Herald", seit 1978 "Adventist Review". Heute erreicht es über 750 000 Haushalte in 121 Ländern. Neben der wöchentlichen englischsprachigen Zeitschrift gibt es für die lateinamerikanischen Adventisten eine portugiesische und spanische Ausgabe ("Revista Adventista") sowie für Mitglieder der Freikirche in Afrika die französische "Revue Adventis-te". Seit 1965 erscheint der "Adventist Review" auch in Blindenschrift. Der Australier Dr. William G. Johnsson ist seit 1982 Chefredakteur des Blattes. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält weltweit 57 Verlagshäuser, die in 272 Sprachen Literatur und 321 Zeitschriftentitel in einer monatlichen Gesamtauflage von 3,5 Millionen Exemplaren herausgeben.



100 Jahre adventistischer Blindendienst in den USA

Lincoln, Nebraska/USA, 18.08.1999/APD Der internationale Blindendienst der Siebenten-Tags-Adventisten "Christian Record Services" begeht vom 18. bis 21. August sein 100-jähriges Bestehen in Lincoln, Nebraska/USA. Bereits 1897 veröffentlichte das Verlagshaus der evangelischen Freikirche in Battle Creek, Michigan, einige Traktate in Blindenschrift. Der seit dem neunten Lebensjahr erblindete Adventist Austin O. Wilson setzte sich seinerzeit dafür ein, dass die Kirchenleitung 1899 die zehnseitige Monatsschrift "Christian Record" für Sehbehinderte in einer Auflage von zunächst 75 Exemplaren herausgab. 1901 hatte sie bereits 20 Seiten Umfang und ging an über 200 Interessenten. Vier Jahre später waren es 600 bis 700 Empfänger. Ab 1909 wurde eine 18-bändige Bibel in Brailleschrift zur Verfügung gestellt, weitere christliche Literatur folgte. Seit 1937 gibt es eine Kinderzeit-schrift, seit 1951 ein Gesundheitsmagazin und seit 1954 eine Publikation für Jugendliche. Im gleichen Jahr erschien das "Christian Record Talking Magazine" auf Schallplatte. 1959 wurden bebilderte Kinderbücher für blinde Eltern mit nicht-sehbehinderten Kindern heraus-gegeben. Während die Kleinen die Bilder betrachteten, las Vater oder Mutter ihnen die in Brailleschrift geschriebene Geschichte dazu vor. Seit 1967 finden Freizeiten für blinde Kinder statt. Heute gibt es Zeitschriften, Bibelkurse und christliche Bücher in Blindenschrift, auf Tonband oder als Audiokassette. "Christian Record" sendet heute regelmäßig englisch-sprachiges Material an etwa 50 000 Menschen in 75 Ländern. Das Magazin "Christian Record" ist die älteste, ununterbrochen erscheinende Zeitschrift für Sehbehinderte in Nordamerika.

In Deutschland betreut die Blindenhörbücherei der "Stimme der Hoffnung", Darmstadt, seit über 30 Jahren Sehbehinderte. An mehr als 2 000 von ihnen gehen jedes Jahr fast 70 000 Tonbandkassetten. Ausgeliehen werden können zehn Zeitschriften und 430 Buchtitel. In Zusammenarbeit mit der adventistischen "Stiftung Blindendienst Basel" ist auch die Zusendung christlicher Literatur in Braille-Schrift möglich. Ein Katalog mit allen Angeboten in gedruckter Form, in Punktschrift, als Audiokassette oder Diskette und weitere Informatio-nen sind bei der Blindenhörbücherei der "Stimme der Hoffnung", Am Elfengrund 66, 64297 Darmstadt, Telefon (06151) 95 44 44, Telefax (06151) 95 44 70, erhältlich. Es kann auch in Braille-Schrift mit der Hörbücherei korrespondiert werden.



Hohes Staatsamt für Adventist in Papua-Neuguinea

Port Moresby/Papua-Neuguinea, 18.08.1999/APD Der Siebenten-Tags-Adventist John Pundari wurde neuer Stellvertretender Premierminister Papua-Neuguineas. Der 32-jährige Politiker und Bankier ist seit sieben Jahren Mitglied des Abgeordnetenhauses. Er leitet die Fortschrittspartei und war dazu seit 1997 Parlamentspräsident. Auf Papua-Neuguinea leben 180 000 erwachsene getaufte Adventisten in 802 Gemeinden. Sie unterhalten eine Universität, ein College, eine Landwirtschaftsschule, drei höhere und 72 Grundschulen, ein Krankenhaus, elf Kliniken und eine Basis für Missionsflugzeuge. Über ein Drittel aller Parlamentsabgeordneten, etliche Provinzgouverneure und oberste Richter sowie Generalgou-verneur Sir Silas Atopare, der das Staatsoberhaupt Königin Elizabeth II. vertritt, gehören der evangelischen Freikirche an.



Sozialarbeit der Adventisten hervorgehoben

St. Michaels/Barbados, 18.08.1999/APD Der Senatspräsident des Antillen-Inselstaates Barbados, Sir Fred Gollop, äußerte sich sehr lobenswert über die Sozialarbeit der Siebenten-Tags-Adventisten. Anlässlich der Eröffnung des Fünften Laientreffens der evangelischen Freikirche auf Barbados hob der Spitzenpolitiker vor 1 300 Delegierten ihren Einsatz für Bildung, Gesundheitsvorbeugung und wirtschaftlicher Entwicklung besonders hervor. Etwa fünf Prozent der 264 000 Einwohner der Insel sind Adventisten. Sie unterhalten ein Krankenhaus, ein Gymnasium, mehrere Grundschulen und eine Radiostation.



Afrikaner neuer Generalsekretär des Reformierten Weltbundes

Genf/Schweiz, 18.08.1999/APD Der ghanesische Theologe Setri Nyomi wird als erster Nicht-Europäer neuer Generalsekretär des Reformierten Weltbundes (RWB). Der Exekutiv-ausschuss des RWB wählte den 45-jährigen Sekretär der Allafrikanischen Kirchenkonferenz (AACC), des größten ökumenischen Zusammenschlusses des afrikanischen Kontinents, während seiner Jahrestagung in Taipeh (Taiwan). Nyomi, der der Evangelisch-Presbyteria-nischen Kirche Ghanas angehört, tritt sein Amt als Nachfolger des tschechischen Theologie-professors Milan Opocensky im März nächsten Jahres an. Der 1970 gegründete RWB vertritt als Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften, die ihren Ursprung in der Reformation Zwinglis und Calvins haben, zur Zeit 214 Kirchen in 105 Ländern mit ins-gesamt 75 Million-en Gläubigen. Wie der Lutherische Weltbund (LWB) und der Ökume-nische Rat der Kirchen (ÖRK) hat der Reformierte Weltbund seinen Sitz in Genf.



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© APD Geändert am: 21.08.99