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15. Januar: "Tag der Religionsfreiheit" für Adventisten
Ostfildern bei Stuttgart, 20.12.1999/APD Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat den 15. Januar 2000 weltweit zum "Tag der Religionsfreiheit" für ihre Gemeinden erklärt. In den Gottesdiensten soll bewusst gemacht werden, dass die religiöse Freiheit ein unantastbares Gut sei. Pastor Dietrich Müller (Ostfildern), Abteilungsleiter für Religionsfreiheit im Süddeutschen Verband, weist in einem Rundschreiben darauf hin, dass auch in Europa religiöse Minderheiten diskriminiert würden. Selbst wenn das Recht auf freier Religionsausübung gesetzlich und auf internationaler Ebene festgeschrieben sei, komme es doch immer wieder zu Einschränkungen durch restriktive Gesetzesauslegung. Die Freikirche bemühe sich deshalb um Zusammenarbeit mit der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen (Genf), der UNESCO (Paris), dem Europarat (Straßburg), Menschenrechtsorganisationen und Regierungsvertretern.
In einem Predigtentwurf zum "Tag der Religionsfreiheit" weist der Referent in der Abteilung für religiöse Freiheit der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Adventisten, Dr. Bert B. Beach (Silver Spring, Maryland/USA), darauf hin, dass sich die Freikirche bereits seit ihrer Gründung vor 136 Jahren für freie Religionsausübung eingesetzt habe. Ein Grund zu diesem Handeln liege in der menschlichen Natur. Gott habe den Menschen nicht als Roboter geschaffen, der seine Anweisungen automatisch befolgen müsse, sondern als freies Wesen, das wählen könne, ob es Gott gehorchen wolle oder nicht. Deshalb sei die Religionsfreiheit "Gottes Geschenk an seine Schöpfung". In den letzten Jahrzehnten habe es weltweit bedeutsame Stellungnahmen und Gesetze zugunsten der religiösen Freiheit gegeben. Zum Beispiel hätten sich in diesem Zusammenhang auch die Auswirkungen der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils in katholischen Ländern, wie Italien, Spanien, Polen und Kolumbien, positiv bemerkbar gemacht. Der Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa habe der freien Religionsausübung "ein großes Tor eröffnet". Selbst auf Kuba sei die Lage deutlich besser geworden.
Andererseits gebe es auch Gefahren: "Wenn religiöser Fundamentalismus mit Nationalismus gepaart ist, ergibt sich eine explosive Mischung, die die Religionsfreiheit in Vergessenheit geraten läßt." Dies sei nicht nur in islamischen Ländern zu beobachten. Ein weiterer Gefahrenpunkt stelle die territoriale und kanonische Einstellung der orthodoxen Kirchen dar, die sich strikt gegen jede "Proselytenmacherei" wehrten. Einige dieser Kirchen versuchten die Freiheiten protestantischer und anderer Minderheiten mit Hilfe des Staates einzuschränken. In manchen Ländern könne ein religionsfeindlicher Laizismus beobachtet werden, der jedoch nicht große Mehrheitskirchen angreife, sondern sich gegen religiöse Minderheiten, die sogenannten "Sekten", richte. Diese feindliche Haltung mache sich beispielsweise in Frankreich, Belgien und Österreich bemerkbar. Aber auch Dissidenten, die falsche Behauptungen in Umlauf brächten, könnten eine Religionsgemeinschaft in Verruf bringen. Deshalb sei es nach wie vor wichtig, sich für die Förderung und den Erhalt der Religionsfreiheit einzusetzen.
Bundesverdienstkreuz für adventistische Kommunalpolitikerin
Hamburg, 20.12.1999/APD Das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt Ilse Höpcker (78), Mitglied der Adventgemeinde Hamburg-Grindelberg, für ihre zahlreichen Aktivitäten in der Kommunalpolitik. Die Siebenten-Tags-Adventistin ist seit drei Jahrzehnten Stadträtin und Ausschussmitglied in Wedel. 1965 trat sie der CDU bei. Nach ihrer Ansicht sollten sich Christen politisch betätigen: "Gott hat uns beauftragt, die Erde zu verwalten, und verwaltet wird schließlich über die Politik." Es seien Leute aus ihrer Nachbarschaft gewesen, die sie gebeten hätten, politisch mitzuarbeiten. Sie entschied sich unter anderem für den Bauausschuss, um "den Leuten helfen zu können, die sich keinen Rechtsanwalt leisten konnten".
Protest gegen Schließung einer christlichen Radiostation in Athen
Witten, 20.12.1999/APD Der Bund Freier evangelischer Gemeinden (Witten) hat gegen die Verhaftung seines Pastors in Athen, Lakis Regas, und die Schließung des christlichen Radiosenders "Channel Station 2000" durch die griechischen Behörden protestiert. Der Sender war am 2. Dezember mit der Begründung, er störe den militärischen Flugverkehr, geschlossen worden. Der technische Leiter der Station, Pastor Regas, sei inzwischen aus der Haft entlassen worden. Der Sender bleibt jedoch mindestens bis nach der Gerichtsverhandlung Ende des Jahres außer Betrieb. Die Freikirche weist darauf hin, das "Channel Station 2000" bereits seit elf Jahren im Großraum Athen mit ständig gleicher Frequenz christliche Programme ausstrahle. Noch nie sei es deswegen zu irgendwelchen Störungen des Flugverkehrs gekommen. Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland hat seine Gemeinden sowie andere christliche Organisationen zum Protest gegen das Vorgehen der griechischen Behörden aufgerufen.
Er beschwerte sich auch beim orthodoxen Ökumenereferenten der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Dr. Athanasios Basdekis, und brachte durch seinen Vertreter bei der ACK, Bundessekretär Wolfgang Dünnebeil, der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland seine Betroffenheit und Bestürzung über das Geschehen in Griechenland zum Ausdruck: "Bei der in Griechenland aus unserer Sicht starken Verquickung von orthodoxer Kirche und Staat drängt sich nur allzu schnell der Verdacht auf, dass Kräfte Ihrer Kirche in die Vorgänge um die Schließung des Senders und die Inhaftierung des dort angestellten Pastors verwickelt sein könnten", schrieb Dünnebeil an Basdekis. Er bat ihn, Metropolit Augoustinos von der deutschen Metropolie über die Vorgänge zu informieren. Der leitende Bischof solle in einer Stellungnahme verbindlich erklären, dass die griechische Staatskirche wie auch die Griechisch-Orthodoxe Metropolie in Deutschland religiöse Minderheiten in Griechenland und auch weltweit respektierten und ihre Tätigkeit nicht behinderten. "Den gleichen Schutz", so Dünnebeil, "den die Griechisch-Orthodoxe Metropolie in Deutschland selbstverständlich beansprucht, erwartet auch unser Gemeindebund in Griechenland".
Fröhlicher Gesang fördert das Gemeindewachstum
Hannover, 20.12.1999/APD In wachsenden freikirchlichen Gemeinden hat Musik einen höheren Stellenwert als in denen, deren Mitgliederzahl stagniert oder schrumpft. Darauf wurde in dem "Forum Musik" des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Hannover hingewiesen. Die Musik werde in wachsenden Gemeinden nicht als Umrahmung oder Pausenfüller genutzt, sondern gehöre als "lebendiger Bestandteil der Verkündigung im Gottesdienst dazu", erklärte Margit Schröder (Westoverledigen/Ostfriesland) nach Auswertung einer Umfrage der Freikirche zum Thema "Warum wachsen manche Gemeinden und andere nicht?". Danach habe in wachsenden Gemeinden die Musik oft sogar einen höheren Stellenwert als die Predigt. In ihnen spiele moderne Lobpreis- und Anbetungsmusik eine große Rolle. Insgesamt werde der Gemeindegesang von den Gottesdienstbesuchern als "fröhlich" bezeichnet, wobei man vor allem auf neueres Liedgut zurückgreife. Nicht wachsende Gemeinden bezeichneten ihre Musik dagegen eher als "gediegen". Man begleite traditionelle Lieder auf der Orgel und erfreue sich am Chorgesang.
Laut Heimatmissionsreferent Wilfried Bohlen (Bad Homburg) zeige die Umfrage eindeutig, dass für die missionarische, evangelistische Arbeit die Musik überaus wichtig sei. Musiker unterschiedlichster Stilarten müßten von der Freikirche gezielt gefördert werden, damit noch mehr Menschen mit dem Evangelium von Jesus Christus erreicht würden. Der Kirchenhistoriker Günter Balders (Elstal) erklärte, dass die Kontroverse zwischen Anhängern verschiedener Musikstile in den Gemeinden des Bundes abgenommen habe. Man gehe inzwischen aufeinander zu und polarisiere nicht nur. In den Gemeinden der Freikirche sei früher vor allem christliche Popmusik als "weltlich" oder "satanisch" verunglimpft worden. Bei der Musik gehe es jedoch nicht nur um den eigenen Geschmack, sondern auch um die Frage, "mit welchen Ohren ich sie höre". Wer missionarisch gesinnt sei, könne die Spannung zwischen Pop-Musik und Klassik im Gottesdienst aushalten.
| © APD | Geändert am: 26.12.99 |