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International


Adventisten nehmen zur Geburtenkontrolle Stellung

Silver Spring, Maryland/USA, 20.12.1999/APD Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat eine Stellungnahme zur Geburtenkontrolle verabschiedet. In der vom Exekutiv-Ausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) in Silver Spring, Maryland/USA, beschlossenen Erklärung heißt es, dass die Bibel verheirateten Paaren nicht verbiete, "die Freuden der ehelichen Beziehungen zu genießen und dabei empfängnisverhütende Maßnahmen zu ergreifen". Sexualität in der Ehe solle "Freude, Vergnügen und Entzücken beinhalten". Es sei Gottes Absicht, "dass Paare eine ständige sexuelle Gemeinschaft auch ohne das Ziel der Fortpflanzung haben". Gott habe den Menschen die Freiheit der Entscheidung gegeben, und er bitte sie, mit dieser Freiheit verantwortlich umzugehen. Verheiratete Partner sollten in der Frage der Geburtenkontrolle "Rücksicht aufeinander nehmen und bereit sein, die Bedürfnisse des anderen wie auch die eigenen zu beachten". Andererseits sei die Entscheidung für Kinder nicht grenzenlos. Man müsse auch für sie sorgen können. Außerdem seien die Gesundheit der Mutter, das soziale und politische Umfeld, in das Kinder hineingeboren werden, die Lebensqualität und die vorhandenen, zur Verfügung stehenden weltweiten Ressourcen zu beachten. Es gelte als "Haushalter von Gottes Schöpfung" über das eigene Glück hinauszublicken, um die Bedürfnisse anderer mit in Betracht zu ziehen.

Bei der Wahl empfängnisverhütender Mittel sollten die Auswirkungen auf die Gesundheit, Wirkungsweise und finanzieller Aufwand berücksichtigt werden. Hormonelle Methoden zur Geburtenkontrolle und Spiralen (intrauterine Gegenstände) könnten als "ethisch annehmbar betrachtet werden". Die Abtreibung sei dagegen als bloße Geburtenkontrolle nicht akzeptabel. Sex vor oder außerhalb der Ehe gelte trotz Verhütungsmitteln als "schädlich und unmoralisch". Die Verfügbarkeit von Methoden zur Geburtenkontrolle mache die Unterweisung über Sexualität und Moral noch dringender notwendig. Laut dem Direktor der Gesundheitsabteilung der Generalkonferenz, Dr. Allan Handysides, sei die Stellungnahme kein Dogma. "Wir maßen uns nicht die Autorität an, hier etwas vorzuschreiben. Doch wir legen hiermit Richtlinien für diejenigen fest, die wissen wollen, welche Haltung wir als Kirche in dieser Frage einnehmen."


(Hinweis der Redaktion: Der Text "Geburtenkontrolle: eine Konsenserklärung der Siebenten-Tags-Adventisten" findet sich unter der Rubrik "Dokumentation".)



Haft für jugoslawische Kriegsdienstverweigerer

Belgrad/Jugoslawien, 20.12.1999/APD Wegen Kriegsdienstverweigerung werden in Jugoslawien auch Christen zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Dies berichtet der Keston News Service aus Belgrad. Danach seien ein Charismatiker und ein Mitglied der Kirche des Nazareners zu je fünf Jahren sowie zwei weitere Nazarener zu zwei und drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie sich während des Kosovokrieges geweigert hatten, eine Waffe in die Hand zu nehmen. Die Männer sind zwischen 28 und 35 Jahre alt und wurden im April beziehungsweise Mai dieses Jahres zum Militär einberufen. In Jugoslawien gibt es keinen Wehrersatzdienst. Hin und wieder würden Kriegsdienstverweigerer zwar in Uniform, aber ohne Waffe, zu meist unangenehmen Arbeiten in einer Kaserne herangezogen; doch nicht alle Pazifisten seien aus Gewissensgründen dazu bereit. Unter dieser Situation hätten besonders Nazarener, Siebenten-Tags-Adventisten, Zeugen Jehovas und manche Charismatiker zu leiden.

Bereits im Juli hatte Amnesty International von dem Nazarener N. Vukadinov aus der Vojvodina berichtet, der nur einen waffenlosen Dienst leisten wollte und deshalb von einem Militärgericht in Novi Sad zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, die er jetzt in Sremska Mitrovica abbüßt. Im Oktober schilderte Amnesty den Fall eines Zeugen Jehovas, der auf einem Kasernengelände in Karadjordejevo zwar landwirtschaftliche Arbeiten verrichtete, jedoch die Militärausbildung und den Dienst an der Waffe verweigerte. Er erhielt ebenfalls fünf Jahre Haft. Auch zwei weitere Nazarener und weitere Zeugen Jehovas sitzen in Novi Sad mehrjährige Gefängnisstrafen ab. Eine andere Gruppe von Zeugen Jehovas sei in Smederevo inhaftiert. Es ist nicht bekannt, ob es sich bei den von Amnesty International genannten Nazarenern um die selben Männer handelt, die auch der Keston News Service nennt.

Etliche Einberufene flohen in Nachbarländer, meist nach Ungarn. Amnesty International interviewte im Oktober etwa zwei Dutzend von ihnen. Sie können nicht in ihre Heimat zurück, da auch nach dem Kosovokrieg auf sie mehrjährige Gefängnisstrafen warten. Ein Siebenten-Tags-Adventist gab zu Protokoll: "Ich konnte nicht kämpfen; es war für mich völlig unmöglich, in einem Krieg Menschen zu töten. Ich habe Achtung vor jedem Menschenleben, ohne Ansehen der Nationalität oder Religion. Ich glaube an Gottes Wort, das sagt, dass alle Menschen gleich sind." Der Mann wird jetzt von seinen Glaubensangehörigen in Ungarn betreut. Von einem adventistischen Handwerker aus der Vojvodina berichtete Amnesty, dass sein Großvater wegen dessen christlichen Pazifismus sein Vorbild sei: "Während des Zweiten Weltkrieges wurde mein Großvater wegen seiner Weigerung, in der ungarischen Armee zu dienen, eingesperrt. Sein standhaftes Verhalten brachte ihn ins Konzentrationslager Dachau, wo er 1942 starb." Jetzt, im Jahre 1999, könne auch er aufgrund seiner eigenen Glaubensüberzeugung nicht anders als damals sein Großvater handeln. Menschenrechtsorganisationen in Jugoslawien weisen darauf hin, dass sich während der Auseinandersetzungen um den Kosovo etwa 23 000 Wehrpflichtige und Reservisten ihrer Einberufung entzogen hätten und jetzt mit ihrer Verurteilung rechnen müßten. Viele von ihnen befänden sich im Ausland.



Adventisten begrüßen Urteil zum russischen Religionsgesetz

Moskau/Rußland, 20.12.1999/APD Begrüßt haben die russischen Siebenten-Tags-Adventisten ein Urteil des Moskauer Verfassungsgerichts vom 23. November zum derzeitigen Religionsgesetz. Laut dem Direktor für Religionsfreiheit der dortigen Freikirche, Pastor Victor Krushenitsky (Moskau), habe das Gericht das Gesetz zwar bestätigt, aber einige Vorschriften flexibler ausgelegt. Das 1997 von der Duma verabschiedete Religionsgesetz schreibt vor, dass eine Glaubensgemeinschaft erst dann eine Gemeinde gründen dürfe, wenn sie 15 Jahre im Land ansässig ist. Mindestens 50 Jahre müsse sie dort wirken, bevor sie in ihrer Selbstbezeichnung die Worte "russisch" oder "Russland" führen könne. Das Verfassungsgericht stellte jetzt klar, dass die 15-Jahres-Regel nicht für diejenigen Gemeinden gilt, die bereits vor Erlass des Gesetzes registriert wurden oder Bestandteil einer zentralen, staatlich anerkannten religiösen Organisation sind. Geklagt hatten eine Pfingstgemeinde aus Westsibirien und eine Gruppe Zeugen Jehovas aus Yaroslavl/Zentralrussland, denen die Registrierung verweigert wurde. Die Siebenten-Tags-Adventisten seien laut Krushenitsky vom Ausgang des Prozesses nicht betroffen gewesen, denn sie existierten in Russland bereits seit über 100 Jahren. Doch sie setzen sich für religiöse Toleranz und die Gleichbehandlung aller Religionen durch den russischen Gesetzgeber ein. Die Russisch-Orthodoxe Kirche erhielt als erste unter dem neuen Religionsgesetz die staatliche Zustimmung. Die Registriernummer zwei bekam 1998 die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Entgegen anders lautenden Meldungen müssen sich trotz des Verfassungsgerichtsurteils alle Religionsgemeinschaften in Russland bis zum 31. Dezember 1999 erneut registrieren lassen.


Geplantes Religionsgesetz für rumänische Adventisten nicht annehmbar

Bukarest/Rumänien, 20.12.1999/APD Als "nicht akzeptabel" haben die Siebenten-Tags-Adventisten ein Gesetzesvorhaben der rumänischen Regierung abgelehnt, das den rechtlichen Status von Religionsgemeinschaften regeln solle. Danach würden neben der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, die den Status einer "Nationalkirche" anstrebt, 14 namentlich genannte Konfessionen, darunter auch die Adventisten, staatlich anerkannt. Mit der Anerkennung sind freie Betätigung und finanzielle Unterstützung durch den Staat verbunden. Alle anderen Religionsgemeinschaften erhalten bei erfolgter Anerkennung nach dem Gesetzesentwurf wesentlich weniger Rechte. Zu den 14 genannten Konfessionen kann nur dann eine Gemeinschaft hinzukommen, wenn sie nachweist, dass ihre Mitgliederzahl 0,5 Prozent der Bevölkerung, etwa 114 000 Personen, betrage. Andererseits erreichten nur drei der 14 Kirchen, nämlich die Katholiken, Reformierten und Baptisten, in Rumänien überhaupt das erforderliche halbe Prozent. Auch die Adventisten bleiben mit 71 500 erwachsenen getauften Mitgliedern unter dem staatlichen Limit. Trotzdem ist für sie wie auch für die Armenische Kirche mit nur 4 000 Gläubigen die Anerkennung als Konfession vorgesehen. "Die Siebenten-Tags-Adventisten setzen sich für die Religionsfreiheit aller ein", betonte der Vorsteher der dortigen Freikirche, Adrian Bocaneanu (Bukarest). "Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter Gläubigen kann deshalb nicht akzeptiert werden." Nicht registrierte Gruppen würden nach dem neuen Gesetz als illegal gelten und müßten mit schweren Strafen rechnen.


Konfessionelle Weltbünde tagen in Jerusalem

Jerusalem/Israel, 20.12.1999/APD Zu ihrer jährlichen Konferenz trafen sich diesmal etwa 40 Vertreter der Weltweiten Christlichen Gemeinschaften in Jerusalem und Bethlehem. Die Tagung der konfessionellen Weltbünde befasste sich mit dem Jahrtausendwechsel und der Situation der Kirchen im Nahen Osten. Darüber berichteten Christen aus der Region. Die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten war bei dem Treffen mit ihrem Sekretär Ralph Thompson, dem Abteilungsleiter für Religionsfreiheit, John Graz, und dem Direktor des Beirates für Zwischenkirchliche Beziehungen, Bert B. Beach, vertreten.



Begegnung mit dem Erzbischof von Canterbury

Watford/England, 20.12.1999/APD Eine Unterredung mit dem anglikanischen Erzbischof von Canterbury, Dr. George Carey, hatte der Vorsteher der britischen Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Cecil R. Perry, im Lambeth Palace. Bei dem Gespräch ging es um das Engagement der Kirchen für Bedürftige. Perry stellte die Arbeit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA und des Advent-Wohlfahrtswerkes (WWAM) vor. In Großbritannien gibt es mit Christian Aid einen sozialen Dachverband, dem etwa 40 Kirchen und christliche Gemeinschaften, darunter auch die Adventisten, angehören.



"Erstaunliche Entdeckungen" in Jugoslawien

Belgrad/Jugoslawien, 20.12.1999/APD Die durch das NATO-Bombardement auf Jugoslawien unterbrochene Evangelisation "Erstaunliche Entdeckungen in den Ländern der Bibel" mit Pastor Peter Roennfeldt (St. Albans/Großbritannien) konnte Ende November fortgesetzt werden. In Belgrad besuchten jeweils 500 Menschen und in Novi Sad 300 die acht Vorträge. Seitdem nehmen in Belgrad 100 Interessenten und in Novi Sad 45 an einem Bibelkurs teil.



US-Baptisten schließen zwei Gemeinden wegen Homosexualität aus

Macon, Georgia/USA, 20.12.1999/APD Zum ersten Mal in seiner 177-jährigen Geschichte hat der Baptistenbund des US-Bundesstaates Georgia zwei Gemeinden die Mitgliedschaft wegen ihrer positiven Haltung zur Homosexualität entzogen. Rund 3 500 Delegierte der Jahreskonferenz in Macon beschlossen mit einer Mehrheit von über 90 Prozent, die Oakhurst Gemeinde in Decatur und die Virginia-Highland Gemeinde in Atlanta auszuschließen. Nach der im letzten Jahr geänderten Kirchenverfassung werden Gemeinden aus dem Bund ausgeschlossen, die "homosexuelles Verhalten bejahen, anerkennen oder gutheißen". Der Baptistenbund vertritt die Auffassung, dass Homosexualität nach der Bibel Sünde sei. Beide Gemeinden sind dagegen der Ansicht, dass Aussagen der Heiligen Schrift, die die Homosexualität verdammten, nicht auf die Lebenswirklichkeit der heutigen Homosexuellen bezogen werden könnten. Ausdrücklich rufe die Bibel dazu auf, keinen Unterschied in Fragen der Rasse, des Geschlechts und der sozialen Zugehörigkeit zu machen, heißt es in einer Stellungnahme der beiden Gemeinden.

Auch der 330 Mitglieder umfassende Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten hatte kürzlich während einer Tagung in Silver Spring, Maryland/USA, ebenfalls erklärt: "Die Bibel läßt keinen Raum für homosexuelle Betätigung oder Beziehungen. Sexuelle Handlungen außerhalb des Bereiches einer heterosexuellen Ehe sind untersagt." Der Freikirche sei bewusst, dass jeder Mensch vor Gott wertvoll ist. Die Bibel unterscheide jedoch zwischen der Liebe Christi zu Sündern und seiner Lehre über falsche Handlungsweisen.



ÖRK unterstützt 21 Projekte zur Bekämpfung des Rassismus

Genf/Schweiz, 20.12.1999/APD Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat die jährliche Liste von Zuwendungen aus seinem Sonderfonds zur Bekämpfung des Rassismus veröffentlicht. Danach erhalten 21 Gruppen insgesamt 128 000 US-Dollar für ihre Arbeit unter Opfern des Rassismus, für Aufklärungsprogramme und für Selbsthilfe-Initiativen. Die Zuwendungen werden in drei Kategorien vergeben: Allgemeine Antirassismus-Arbeit, Frauen als Opfer des Rassismus und Urvölker. In Deutschland wurden die Antirassistische Initiative e. V., Berlin, und die Afro-deutsche/schwarze Frauen (ADEFRA), München, mit je 3 000 US-Dollar bedacht. Der Sonderfonds besteht seit 1970. Bisher sind zwölf Millionen US-Dollar zur Verteilung gekommen. Die Gelder werden von ÖRK-Mitgliedskirchen und Einzelpersonen in vielen Ländern aufgebracht.



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© APD Geändert am: 26.12.99