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International


Präsident der weltweiten Adventisten zurückgetreten

Silver Spring, Maryland/USA, 18.02.1999/APD Seinen Rücktritt hat der Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Robert S. Folkenberg (Silver Spring, Maryland/USA), überraschend bekanntgegeben. In seiner an den Exekutivausschuß der Generalkonferenz gerichteten Erklärung schreibt er, daß eine Zivilklage gegen Verwaltungsstellen der Freikirche und seine Person ihn zu diesem Schritt veranlaßt habe, um "Kummer und Streit für meine Familie und die Kirche, die ich liebe, zu vermeiden".

Laut Pastor Ulrich Frikart (Bern/Schweiz), einem der Vizepräsidenten der Generalkonferenz, behauptet ein kalifornischer Geschäftsmann, 1993 aus einem Landentwicklungsprojekt in den USA mit Robert S. Folkenberg und Verwaltungsstellen der Freikirche finanziellen Schaden erlitten zu haben, den er vor einem Gericht in Sacramento/USA einklagen will. Allerdings habe die verklagte Generalkonferenz-Körperschaft "nie irgendwelche geschäftlichen Beziehungen zu diesem Unternehmer gehabt". Es gebe zwar finanzielle Einlassungen von Pastor Folkenberg gegenüber dem Geschäftsmann, doch seien dabei weder Kirchengelder benutzt noch veruntreut worden. Ein Ende Januar tagender Untersuchungsausschuß der Generalkonferenz empfahl, daß sich der Exekutivausschuß Anfang März mit dem Sachverhalt befassen solle. Nur dieses aus etwa 260 Mitgliedern bestehende internationale Gremium kann zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Vollversammlungen (Welt-synoden) über personelle Veränderungen in der Kirchenleitung entscheiden.

Pastor Folkenberg (58), der als Sohn eines Missionarsehepaares in Puerto Rico geboren wurde, wuchs in den Vereinigten Staaten und in Kuba auf. Die meiste Zeit seines Kirchendienstes verbrachte er in Lateinamerika. 1970 gründete der Geistliche ein Krankenhaus der Freikirche in Honduras und leitete es bis 1973. Er war mitverantwortlich für den Auf- und Ausbau adventistischer Mittelwellen- und UKW-Radiostationen in Guatemala, in der Dominikanischen Republik, in Costa Rica, auf Haiti, Puerto Rico, Guadeloupe und Martinique. Während der Generalkonferenz-Vollversammlung 1990 in Indianapolis/USA wurde er zum Präsidenten der evangelischen Freikirche gewählt, die heute über zehn Millionen erwachsene getaufte Mitglieder und etwa 20 Millionen Angehörige in 205 Ländern zählt. Die Vollversammlung 1995 in Utrecht/Niederlande erneuerte sein Mandat bis zum Jahr 2000. Laut Frikart ist während Folkenbergs Amtszeit "viel geschehen, was zum Wachstum unserer weltweiten Kirche in einem nie zuvor vorhandenen Ausmaße geführt hat". Seit 1990 erhöhte sich die Mitgliederzahl der Siebenten-Tags-Adventisten um fast vier Millionen. Bis zur Wahl eines neuen Präsidenten durch den Exekutivausschuß nimmt der Sekretär der Generalkonferenz, G. Ralph Thompson, das höchste Kirchenamt geschäftsführend wahr.



Mit 22 Jahren jüngste Schulleiterin Österreichs

Braunau/Österreich, 18.02.1999/APD Conny Teubenbacher ist mit ihren 22 Jahren die jüngste Schulleiterin Österreichs. Sie leitet die erst kürzlich staatlich anerkannte Privatschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Lustenau/Vorarlberg. Der kleinen Volksschule mit derzeit 16 Schülerinnen und Schülern ist noch ein Kindergarten angegliedert. Teubenbacher legte am adventistischen Gymnasium Schloß Bogenhofen bei Braunau am Inn das Abitur ab und studierte in Salzburg. In Wien, Gleisdorf und Gaishorn in der Steiermark gibt es weitere drei adventistische Kleinschulen.



Neuordnung adventistischer Kirchenverwaltung im ehemaligen Jugoslawien

St. Albans/England, 18.02.1999/APD Neu geordnet haben die Siebenten-Tags-Adventisten ihre Kirchenleitung im früheren Jugoslawien. Während der kommunistischen Ära befand sich der Verwaltungssitz der evangelischen Freikirche in Belgrad. Doch seit Ausbruch des Bürgerkrieges ist eine einheitliche Kirchenleitung aus politischen Gründen nicht mehr möglich. Neu gebildet wurde deshalb die Adriatische Union der Adventisten in Zagreb/Kroatien. Sie umfaßt als regionale Kirchenleitungen die Slowenische Vereinigung (zehn Gemeinden, 408 Mitglieder), die Kroatische Vereinigung (21 Gemeinden, 3 589 Mitglieder) und die Albanische Mission (zwei Gemeinden, 170 Mitglieder). Vorsteher der Adriatischen Union ist Dr. Dragutin Matak. Zu ihr gehören das Adventistische Theologische Seminar in Marusevec/Kroatien, ein Verlagshaus und ein Produktionszentrum für Radio- und Fernsehsendungen in Zagreb.

Die Südosteuropäische Union der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Belgrad wird von Pastor Radisa Antic geleitet. Sie umfaßt als regionale Kirchenleitungen die Nordvereinigung (Vojvodina, 88 Gemeinden, 3 469 Mitglieder), die Südvereinigung (Serbien und Montenegro, 83 Gemeinden, 3 364 Mitglieder), die Westvereinigung (Bosnien-Herzegowina, 19 Gemeinden, 654 Mitglieder) und die Mazedonische Mission (10 Gemeinden, 411 Mitglieder). Zur Union gehören das Adventistische Theologische Seminar in Belgrad, ein Altenheim in Ovca, ein Verlagshaus und ein Produktionszentrum für Radio und Fernsehsendungen in Belgrad. Beide Unionen unterstehen der Transeuropäischen Division (Abteilung) der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Freikirche mit Sitz in St. Albans/England.



Adventisten verstärken Internetpräsenz

Silver Spring, Maryland/USA, 18.02.1999/APD Seitdem jetzt auch die Siebenten-Tags-Adventisten in der Slowakei eine eigene Webseite eingerichtet haben, gibt es insgesamt 40 nationale Homepages der evangelischen Freikirche im Internet. Laut Jonathan Gallagher (Silver Spring, Maryland/USA), Webmaster der internationalen adventistischen Empfangsseite www.adventist.org, sind zur Zeit Internetseiten der Freikirche in Europa, Nordamerika, Brasilien, Venezuela, Singapur und in den Kariben abrufbar. "Wir ermutigen unsere nationalen Kirchenleitungen und deren Einrichtungen, möglichst schnell im Internet präsent zu sein. Dieses Medium eignet sich besonders, um über uns Adventisten in jedem Land und in jeder Sprache zu informieren." Die neue slowakische Homepage hat die Adresse www.casd.sk. Informationen der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland sind unter www.adventisten.de zu finden.



Adventistische Grundschule in Ägypten bleibt am Samstag geschlossen

Kairo/Ägypten, 18.02.1999/APD Die Zeitoun Grundschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Heliopolis, einem Vorort Kairos, darf auch weiterhin am Samstag geschlossen bleiben. Die Freikirche feiert nicht den Sonntag, sondern den biblischen Sabbat als Ruhetag. Laut Rektorin Dr. Hanna Malaka wollten die Behörden, daß, wie sonst in Ägypten üblich, die Prüfungen auch an ihrer Schule am Samstag stattfinden. Nach eingehenden Gesprächen wurde die Erlaubnis erteilt, daß adventistische Schülerinnen und Schüler ihre Examen an einem anderen Wochentag ablegen können. Nichtadventistische Eltern können dagegen wählen, ob sie sich dem anschließen oder ihre Kinder die Tests am Samstag an einer anderen Schule schreiben lassen. Die 1950 gegründete Zeitoun Bildungsstätte wird gegenwärtig von 1 248 Schülerinnen und Schülern besucht, von denen sich 53 Prozent zum christlichen Glauben bekennen. 70 von ihnen kommen aus adventistischen Familien. Nur 27 Prozent der Lehrerschaft gehören der Freikirche an. In Ägypten leben 1 061 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 26 Gemeinden. Die Freikirche unterhält dort außer der Zeitoun Grundschule eine Mittelschule, ein Waisenhaus und eine Produktionsstätte für gesunde Nahrungsmittel.



"Auf dem Weg des Friedens weitergehen"

Amman/Jordanien, 18.02.1999/APD "Es starb ein geachteter Mann, mit dessen Tod der Friedensprozeß im Nahen Osten unsicher zu werden droht", äußerte Pastor Roland Fidelia (Nikosia/Zypern), Kommunikationsdirektor der Mittelostunion der Siebenten-Tags-Adventisten, in einem Kondolenzschreiben zum Ableben des jordanischen Königs Hussein. "Die ganze Welt und alle friedliebenden Menschen hoffen, daß der neue König Abdullah II. auf dem Weg des Friedens weitergeht. Wir wünschen seiner Regierung alles Gute und Wohlergehen für sein Land." Die Adventisten seien dankbar für die Freiheit, die ihre Kirche während der Regentschaft von König Hussein erlebt habe. "Wir hoffen, daß sein Sohn dies fortführt und während seiner Regierung die Freiheit aller Religionen schützt." In Jordanien leben 230 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in drei Gemeinden. Die evangelische Freikirche unterhält in der Hauptstadt Amman ein Gymnasium und ein Waisenhaus. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA kümmert sich mit kanadischer Hilfe und in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und dem Gesundheits- sowie Sozialministerium um über 12 000 körperlich und geistig behinderte Menschen im Al Mafrak Distrikt nordwestlich von Amman.



Adventistisches Krankenhaus unter den hundert besten der USA

Sonora, Kalifornien/USA, 18.02.1999/APD Laut einer von der US-Zeitschrift "Modern Healthcare" veröffentlichten Studie gehört das Sonora Community Hospital der Siebenten-Tags-Adventisten mit seinen 143 Betten zu den hundert besten Krankenhäusern der Vereinigten Staaten. Die evangelische Freikirche unterhält weltweit 159 Krankenanstalten sowie 306 Kliniken und Sanitätsstationen.



70 Jahre Vatikanstaat

Rom/Italien, 18.02.1999/APD Sein 70jähriges Bestehen beging kürzlich der Vatikanstaat. Am 11. Februar 1929 unterzeichneten im Auftrag und im Namen des italienischen Königs Viktor Emanuel III. und des Papstes Pius XI. Italiens damaliger Regierungschef Mussolini und der päpstliche Kardinalstaatssekretär Gasparri die Lateranverträge. Diese wurden so benannt, da die Zeremonie im Lateranpalast, der mittelalterlichen Residenz der Päpste, stattfand. Sie enthalten einen Vertrag über die Gründung des souveränen Staates Vatikanstadt, ein Finanzabkommen und eine Vereinbarung des Heiligen Stuhls mit dem Staat Italien. Mit der Unterzeichnung ging ein 60jähriger Streit über die "römische Frage" zu Ende.

In dem Vertragswerk erklärte Italien den Katholizismus zur Staatsreligion im Königreich. Dies änderte sich erst 1984 durch ein Abkommen zwischen Ministerpräsident Craxi und Kardinalstaatssekretär Casaroli. In den Lateranverträgen erkannte der Staat die Souveränität des Heiligen Stuhls auf internationalem Gebiet an. Der Papst, dessen Person für "unverletzlich" erklärt wurde, verpflichtete sich im Gegenzug zu strikter politischer Neutralität und akzeptierte das Königreich Italien mit Rom als Hauptstadt. Er verzichtete "für alle Zeiten" auf den ursprünglichen Kirchenstaat und begnügte sich mit dem knappen halben Quadratkilometer der Vatikanstadt und einigen vom italienischen Staat als exterritorial anerkannten Gebäuden in Rom (Patriarchalbasiliken) und in der Nähe der Ewigen Stadt (Castel Gandolfo). Als souveränes Staatsoberhaupt erließ Pius XI. 1929 das Grundgesetz für den "Zwergstaat", der den Charakter einer absoluten Wahlmonarchie hat.

In dem Finanzabkommen versprach Italien dem Heiligen Stuhl 1,75 Milliarden Lire, teils in bar, teils in Staatsanleihen, als Entschädigung für den Verlust des alten Kirchenstaates. Das Konkordat garantierte der römisch-katholischen Kirche die freie Ausübung ihrer Juristdiktion und ihrer Verkündigung sowie den Schutz des "heiligen Charakters" der Stadt Rom. Die gesamte Ehegesetzgebung wurde dem kanonischen Recht angepaßt, so daß bis 1970 eine Scheidung unmöglich war. Die Lateranverträge wurden 1947 in die Verfassung der Republik Italien übernommen.



Überarbeitetes Ritual für Teufelsaustreibung

Rom/Italien, 18.02.1999/APD Der Vatikan hat nach 385 Jahren das römische Ritual zur Teufelsaustreibung überarbeitet und den Exorzisten strenge Auflagen erteilt. Priester, die im Auftrag ihres Bischofs als Exorzisten tätig werden, müßten laut den Regeln in "De Exorcismis" mit "äußerster Vorsicht und Umsicht" vorgehen. Das 90seitige Dokument entstand in zehnjähriger Arbeit auf eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz. Laut Kardinal Jorge Estevez, dem Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, gebe es "weltweit relativ wenige Menschen, die vom Satan besessen sind". Allerdings sei die Existenz des Teufels "keine Ansichtssache". Die Überzeugung vom Wirken des Satans gehöre zu den grundlegenden Glaubenslehren der römisch-katholischen Kirche. Die neuen Regeln sehen neben der Zusammenarbeit von Priestern und Ärzten auch das Verbot jeglicher "Vermarktung" vor. Teufelsaustreibungen dürften nicht gefilmt oder von Journalisten beobachtet werden. "Leichtgläubige", die an Zauberei glaubten, sollten geistlichen Beistand erhalten, aber nicht einer Austreibung unterzogen werden.



Ungarns Regierung entschädigt Kirchen

Budapest/Ungarn, 18.02.1999/APD Die reformierte und die lutherische Kirche mit 1,3 beziehungsweise 0,4 Millionen Mitgliedern in Ungarn haben nach eingehenden Verhandlungen eine finanzielle Vereinbarung mit dem Staat erreicht. Sie erhalten für die vor 50 Jahren vom kommunistischen Regime enteigneten und nach der Wende nicht zurückerstatteten Immobilien "auf ewig" eine jährlich festgesetzte Summe als Entschädigung. Ähnliche Regelungen wurden auch mit den Baptisten und der Serbisch-Orthodoxen Kirche getroffen. Pro Jahr bekommen die Reformierten 1,3 Milliarden Forint (10 Millionen Mark), die Lutheraner 700 Millionen Forint (5,4 Millionen Mark) und die Baptisten 20 Millionen Forint (150 000 Mark). Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit 4 456 erwachsenen getauften Mitgliedern in Ungarn hat dagegen eine einmalige Entschädigung für nicht zurückerstattete Gebäude erhalten. Auch für das von den Kommunisten enteignete adventistische Verlagshaus will der Staat eine Abfindung zahlen. Damit sind laut dem lutherischen Bischof Berla Harmai (Budapest) die Ansprüche der nicht-katholischen Kirchen langfristig zufriedengestellt.



Evangelisch-methodistische Kirche in Rußland staatlich anerkannt

Moskau/Rußland, 18.02.1999/APD Die Evangelisch-methodistische Kirche wurde in Rußland als "zentralisierte" religiöse Organisation wieder staatlich anerkannt und neu registriert. Laut Bischof Rüdiger Minor verlange das neue russische Religionsgesetz von 1997, daß eine Kirche zur Gründung neuer Gemeinden mindestens 15 Jahre lang im Land ansässig sein und mindestens 50 Jahre dort wirken müsse, um in ihrer Selbstbezeichnung die Worte "russisch" oder "Rußland" führen zu dürfen. Die überraschende Legalisierung der seit acht Jahren im Lande wirkenden Russischen Jährlichen Konferenz der Methodisten wurde möglich, weil im Archiv von St. Petersburg Dokumente, Briefe, Protokolle und Berichte gefunden wurden, die die Existenz von methodistischen Gemeinden in der Stadt und in Nordrußland vor 110 Jahren belegen. Als erster Missionar kam 1889 B. A. Carlson nach St. Petersburg und gründete eine kleine Gemeinde. 1907 wurde Pfarrer George A. Simons als Distriktvorsteher dorthin entsandt. Zwei Jahre später erhielt die Kirche einen rechtlich abgesicherten Status. Die Russisch-Orthodoxe Kirche wurde als erste unter dem neuen Religionsgesetz staatlich anerkannt. Die Registriernummer zwei erhielt die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im letzten Jahr.



Baptisten in Usbekistan staatlich anerkannt

Taschkent/Usbekistan, 18.02.1999/APD Die zehn Baptistengemeinden in der zentralasiatischen Republik Usbekistan wurden jetzt staatlich anerkannt. Wie der Präsident des rund 2 000 Mitglieder zählenden Bundes der Evangeliumschristen-Baptisten, Pavel A. Peychev (Taschkent), mitteilte, wäre eine Anerkennung ohne internationale Proteste nicht möglich gewesen. Die Leitung der europäischen Baptisten hatte in einem Schreiben an die usbekische Regierung kritisiert, daß durch das neue, im vergangenen Jahr verabschiedete Religionsgesetz sich nur solche Glaubensgemeinschaften registrieren lassen könnten, die mehr als einhundert Einheimische als Mitglieder hätten. Dies sei bei den meisten Baptistengemeinden jedoch nicht der Fall. Damit würde die Anerkennung restriktiver als zu Sowjetzeiten gehandhabt. Im Laufe der Auseinandersetzungen hatten die Behörden eine baptistische Kapelle in der Nähe von Buchara abreißen lassen. Nach direktem Eingreifen von Staatspräsident Islam Karimow wurde auch die adventistische Gemeinde in Nawoi staatlich anerkannt. Auch hier führten ausländische Proteste der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten) zum Erfolg. 88 Prozent der 23,8 Millionen Einwohner Usbekistans sind Moslems.



Kein stärkeres Umweltbewußtsein bei Christen

Utrecht/Niederlande, 18.02.1999/APD Der christliche Glaube hat nach einer Studie der katholischen Universität Utrecht keinen Einfluß auf das Umweltbewußtsein. Die in den Niederlanden durchgeführte Untersuchung habe gezeigt, daß Christen und Nichtchristen die Beziehung von Mensch und Natur ähnlich beurteilten. Daß Christen an Gott als den Schöpfer der Welt glaubten veranlasse sie nicht, anders als ihre nichtchristlichen Mitmenschen zu handeln. Christen wie Nichtchristen betrachteten demnach die Umweltproblematik eher als gesellschaftliches denn als religiöses Problem.



544 Kirchen in Indonesien zerstört

Genf/Schweiz, 18.02.1999/APD Seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1945 wurden in Indonesien 544 Kirchen zerstört. Dies berichtete eine neunköpfige Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) nach Rückkehr aus dem Inselstaat. Die Welle der Gewalt und Zerstörung halte bis heute an. Das Team sieht in den Gewaltakten in erster Linie nicht religiösen Haß, sondern vorwiegend wirtschaftliche und politische Faktoren, die von Angehörigen der Machtelite ausgenutzt würden. Hoffnung ergebe sich aus der Tatsache, daß in letzter Zeit muslimische Nachbarn angegriffenen christlichen Familien Schutz geboten und muslimische Jugendliche die Zerstörung einer Kirche verhindert hatten. Der Konflikt sei nur zu lösen, wenn neben reibungslosen Wahlen und der Verurteilung von Gewalttätern den Provinzen größere Autonomie zugestanden würden. Außerdem müsse die Armut bekämpft und die wirtschaftliche Lage des Landes verbessert werden. Hier seien auch der Internationale Währungsfonds und die Weltbank gefordert. Zudem sollte dringend dem Wunsch der Bevölkerung von Osttimor und Irian Jaya auf Unabhängigkeit nachgegangen werden.



Proteste gegen Christenverfolgung in Indien

Neu-Delhi/Indien, 18.02.1999/APD Aus Protest gegen die Christenverfolgungen ist der indische Minister für Tourismus Madan Lal Khurana zurückgetreten. Er sagte, der jüngsten Morde an dem australischen Baptistenmissionar Graham Stewart Staines (58) und seinen Söhnen Philip (10) und Timothy (8) im Bundesstaat Orissa habe ihn erschüttert. Er mache sich Sorgen über den Ansehensverlust seiner Hindu-Partei Bharatiya Janata (BJP), die mit der Christenverfolgung im Zusammenhang gebracht werde. Vor dem Mord an dem Missionar waren im Bundesstaat Gujarat 22 Kirchen niedergebrannt und zwölf schwer beschädigt worden. Darunter befinden sich auch vier adventistische "Dschungelkapellen", berichtete Pastor G. E. Sharon, Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten in Gujarat. "In jedem Dorf, wo wir Gemeindeglieder haben, wurden sie gewarnt und bedroht, künftig keine Gottesdienste mehr abzuhalten. Manche von ihnen erhielten sogar Prügel." Dr. John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für Religionsfreiheit an der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der evangelischen Freikirche, appellierte an die indische Regierung, die Menschenrechte von religiösen Minderheiten gegenüber Fanatikern der Mehrheitsreligion zu schützen. Graz sandte ein Kondolenzschreiben an den Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes, Dr. Denton Lotz (McLean bei Washington D. C./USA), und brachte die Bestürzung der Freikirche über die Ermordung von Missionar Staines und seiner Söhne zum Ausdruck.



Adventisten: Gesundheit ja, Bier nein

Silver Spring, Maryland/USA, 18.02.1999/APD Eine Bierwerbung in den Vereinigten Staaten ist bei den Siebenten-Tags-Adventisten auf Widerspruch gestoßen. Eine Brauerei meinte, daß das kürzlich für ihre Produkte verliehene Koscher-Zertifikat für alle von Interesse sein könnte, die, wie die Adventisten, ein natürliches und gesundes Erzeugnis vorziehen. "Während wir als Christen für eine gesunde Lebensweise eintreten, ist es völlig unwahrscheinlich, daß wir Bier kaufen würden", sagte Tom Neslund (Silver Spring, Maryland/USA), stellvertretender Gesundheitsdirektor an der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der evangelischen Freikirche. "Adventisten haben sich seit 136 Jahren für einen alkoholfreien Lebensstil eingesetzt. Da sie wissen, was Alkohol dem Körper antut, sind sie nicht der Meinung, daß Bier, ganz gleich, wie es hergestellt wird, ‚gesund' sein kann." Der Verzicht auf alkoholische Getränke ist nur ein Teil des Gesundheitskonzepts der Freikirche. Dazu gehören auch eine gesundheitsbewußte Ernährung, ausreichend körperliche Bewegung sowie das Meiden von Tabakerzeugnissen und Drogen.




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© APD Geändert am: 03.03.99