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Adventistische Eltern klagen beim Europäischen Gerichtshof
Luxemburg/Luxemburg, 25.01.1999/APD Zwei adventistische Familien haben den Europäischen Gerichtshof angerufen, weil das Luxemburger Erziehungsministerium ihre Kinder nicht für den Besuch des samstäglichen Gottesdienstes vom Unterricht befreien will. Für die Freikirche gilt nicht der Sonntag, sondern der biblische Sabbat als wöchentlicher Feiertag. Laut Pastor Jacques Trujillo (Le Mee sur Seine/Frankreich), Abteilungsleiter für Religionsfreiheit der Franko-Belgischen Union der Siebenten-Tags-Adventisten, brauchten die Eltern ihre Kinder bis 1993 nicht am Samstag zur Schule zu schicken. Dann jedoch bestanden die Behörden auf den Unterrichtsbesuch. Nachdem der Rechtsweg im Groß-herzogtum ausgeschöpft war, wandten sich die Eltern an den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Sie anerkennen zwar die Notwendigkeit des regelmäßigen Schulbesuchs, erwarten jedoch, daß ihr Menschenrecht auf Gottesdienst an dem Tag, den ihnen ihr Gewissen gebietet, akzeptiert wird. " Adventisten haben nicht die Absicht, den schulischen Ablauf umzustoßen oder die Verwaltungskosten zu erhöhen. Sie bitten lediglich um das gleiche Recht, wie es den großen Kirchen bei der Festlegung deren Ruhetages gewährt wird. Es ist falsch zu glauben, daß die Religionsfreiheit von der Höhe der Mitgliederzahl abhängt oder Meinungsverschiedenheiten nur dann respektiert werden können, wenn dies problem-los möglich ist.", sagte der Geistliche. Von den 414 000 Einwohnern Luxemburgs gehören 59 den Siebenten-Tags-Adventisten an.
Niederländische Adventisten gegen siebentägige Arbeitswoche
Huis ter Heide/Niederlande, 25.01.1999/APD Gegen Regierungspläne, den Sonntag als festen Ruhetag der Woche abzuschaffen, haben sich auch die Siebenten-Tags-Adventisten in den Niederlanden gewandt. Nach deren stellvertretenden Vorsteher Rob de Raad entwi-ckele sich die Wirtschaft in Richtung einer siebentägigen Arbeitswoche, wobei rund um die Uhr gearbeitet werden sollte. "In diesem Falle müßte ein Arbeitnehmer mit seinem Arbeit-geber seine Freizeit aushandeln. Ein Unternehmer könnte dann nicht mehr garantieren, daß sein Angestellter einen bestimmten Tag in der Woche frei habe". Alle niederländischen Kirchen einschließlich der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten fanden sich, so Raad, zu Aktionen zusammen, um die holländische Regierung von ihrem Vorhaben abzubringen. Bestimmte Religionsgemeinschaften würden ihren festen Tag der Ruhe und des Gottesdien-stes haben. Für orthodoxe Kalvinisten sei dies der Sonntag, für Juden und Adventisten der Samstag, und Moslems wollten ihr Recht, am Freitag die Moschee besuchen zu können. "Obwohl für die adventistische Kirche der Sabbat verpflichtend ist, wendet sie sich ebenso gegen die Regierungspläne, da das Recht auf Religionsfreiheit für alle gilt", sagte Raad.
Staatspräsident verfügt Anerkennung der Adventisten
Taschkent/Usbekistan, 25.01.1999/APD Die adventistische Gemeinde in Nawoi/Usbekistan ist doch noch von den Behörden nach dem neuen Religionsgesetz anerkannt worden, teilte Pastor Victor P. Krushenitsky (Moskau), Direktor für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Euro-Asien Abteilung der Siebenten-Tags-Adven-tisten, mit. Das seit Mai letzten Jahres gültige Gesetz schreibt vor, daß eine Kirchen-gemeinde staatlich registriert werde, wenn sie mindestens einhundert usbekische Bürger als Mitglieder habe. In der Stadt Nawoi wollten die 150 Adventisten ihre Gemeinde registrieren lassen. Doch dies wurde ihnen von den Ortsbehörden verweigert. Daraufhin wandten sich Vertreter der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der evangelischen Freikirche an Staats-präsident Islam Karimow und protestierten gegen diese Gesetzesverletzung. Nach Krushe-nitsky nahm das Staatsoberhaupt bei einem Besuch in Nawoi personelle Änderungen in der Stadtverwaltung vor und verfügte die Registrierung der Adventgemeinde. Daraufhin wurden Vertreter der Gemeinde ins Rathaus eingeladen, wo ihnen der Bürgermeister in einer kleinen Feier die Anerkennungsurkunde überreichte. In seiner Ansprache ermutigte das Stadt-oberhaupt die Adventisten, ihre Pläne zur Einrichtung eines Gesundheitszentrums und einer Suppenküche für Bedürftige schnell zu verwirklichen. Er forderte sie auf, ihr Gotteshaus nach der zwangsläufigen Bauunterbrechung fertigzustellen. Mit der Einweihung wird bis Ende Mai gerechnet. In Usbekistan zählt die Freikirche 1 300 erwachsene getaufte Mit-glieder in zwölf Gemeinden. 88 Prozent der 23,8 Millionen Einwohner des Landes sind Moslems.
75 Jahre adventistische Kirche in Angola
Luanda/Angola, 25.01.1999/APD Das 75jährige Bestehen ihrer Kirche feierten 61 000 Siebenten-Tags-Adventisten im Fußballstadion der angolanischen Hauptstadt Luanda. Unter ihnen befand sich erstmals nach 26 Jahren mit Pastor Robert S. Folkenberg (Silver Spring, Maryland/USA) wieder ein Präsident der weltweiten Freikirche. W. H. Anderson kam 1922 als erster adventistischer Missionar nach Angola. 1924 wurde im Lepi-Distrikt eine Mis-sionsstation errichtet. Weitere Stationen folgten. 1925 entstand die erste Schule, der 1928 ein Hospital folgte. Als die Portugiesen 1975 das Land verließen, gab es dort etwa 23 000 Adventisten. Heute zählt die evangelische Freikirche in Angola trotz des über 20jährigen Bürgerkriegs 179 000 erwachsene getaufte Mitglieder in 665 Gemeinden.
Satellitenübertragung in Fernost
Manila/Philippinen, 25.01.1999/APD Der adventistische Fernsehevangelist Mark Finley aus Thousands Oaks, Kalifornien/USA, hält zur Zeit die erste von acht Bibelvortragsreihen, die unter dem Motto "ACTS 2000" per Satellit übertragen werden. Seine Ansprachen vor allabendlich 4 000 Zuhörern in der philippinischen Hauptstadt Manila sind bis Mitte Februar in 17 Ländern und Territorien des Fernen Ostens, wie Australien, Neuseeland, Indonesien Japan, Taiwan, Hongkong und Guam, zu empfangen. Laut Pastor Brad Thorp (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor des Adventist Global Communication Network (AGCN), wäre das Vorhaben beinahe am philippinischen Zoll gescheitert. Dieser gab zunächst die ins Land gebrachte Aufnahme- und Sendetechnik nicht frei und forderte schließlich eine Kaution von umgerechnet 560 000 Mark. Staatspräsident Joseph Estrada nahm sich des Falles persönlich an und verfügte die kostenfreie Zollabfertigung.
Neuernennungen beim Ökumenischen Rat der Kirchen
Genf/Schweiz, 25.01.1999/APD Erstmals ist ein Afrikaner Vorsitzender der Kommission des Ökumenischen Rates (ÖRK) für Glauben und Kirchenverfassung. Der während der Achten Vollversammlung des ÖRK in Harare/Simbabwe neugewählte Zentralausschuß ernannte Pfarrer Dr. David K. Yemba zum Nachfolger von Dr. Mary Tanner (Kirche von England). Er gehört der Evangelisch-Methodistischen Kirche im Kongo an. Zur Zeit ist Dr. Yemba Dekan der Theologischen Fakultät und Professor für christliche Theologie an der methodistischen Universität von Afrika in Mutare/Simbabwe. Die Kommission sucht das Gespräch zwischen den Kirchen über kontrovers-theologische Fragen und Probleme unter-schiedlichen Kirchenrechts sowie zur Gestaltung des gottesdienstlichen und kirchlichen Lebens.
Neue Medienbeauftragte beim ÖRK ist Karin Achtelstetter. Sie stammt aus Deutschland und gehört der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern an. Die Journalistin und Theologin war bisher Direktorin für Kommunikationsdienste beim Lutherischen Weltbund. Dem 1948 in Amsterdam gegründeten Ökumenischen Rat der Kirchen gehören jetzt 338 Kirchen aus über 100 Ländern an. Generalsekretär ist der deutsche evangelische Theologe Konrad Raiser.
Basler Theologe Oscar Cullmann gestorben
Basel/Schweiz, 25.01.1999/APD Am 16. Januar verstarb der emeritierte Basler Neu-testamentler und Ökumeniker Oscar Cullmann im 97. Lebensjahr auf seinem Landsitz in Chamonix. Der gebürtige Straßburger suchte in den zwanziger Jahren den Dialog mit römisch-katholischen und orthodoxen Theologen, lange bevor die Ökumene ins Blickfeld von Kirchen und Konferenzen rückte. Mit diesen Kontakten führte Cullmann die weltweite Aufgeschlossenheit der Universität Basel konsequent weiter und machte sie damit zu einem einzigartigen ökumenischen Zentrum der Theologie. Er lehrte von 1938 bis 1972 Alte Kirchengeschichte an der Basler Universität. Von 1948 bis 1972 war er gleichzeitig Ordinarius für Urchristentum an der evangelischen Fakultät in Paris. Zu bedeutenden Treffpunkten wurden auch seine Vorlesungen an der Sorbonne in Paris und am Seminar der Waldenserkirche in Rom. Am Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom von 1962 bis 1965 nahm Cullmann als aufmerksamer Beobachter teil. Er lehnte wiederholt weitere Berufungen ins Ausland, unter anderem nach Marburg, Erlangen, Paris und New York, ab. Er wollte seiner Wahlheimat Basel und ihrer Universität, deren Rektor er im Jahr der Studentenunru-hen 1968 war, treu bleiben.
Zu seinen bekanntesten deutschsprachigen Veröffentlichungen zählen "Katholiken und Protestanten" und "Heil als Geschichte". Im 1986 erschienenen Buch "Einheit durch Vielfalt" legte Cullmann seine auf langjähriger Erfahrung und Überlegung beruhende ökumenische Auffassung in einer Synthese vor. Sein Konzept sieht die Ökumene als praktische Verwirklichung einer "Gemeinschaft autonomer Kirchen" vor und lehnt jegliche Fusion oder gar eine sogenannte "Welteinheitskirche" ab. 1994 gründete Cullmann eine Stiftung, die den Dialog zur Einheit zwischen den Konfessionen "in Liebe und im Streben nach Wahrheit" weiterführen soll. Im selben Jahr erschien sein Alterswerk "Das Gebet im Neuen Testament". Darin entwickelte er eine Gebetslehre, um dem modernen Menschen das Gespräch mit Gott wieder nahezubringen.
Trotz seiner ökumenischen Aufgeschlossenheit warnte der Basler Theologe bereits 1972 in einem Beitrag der "Theologischen Literaturzeitung" (Nr. 11/1972) eindringlich vor einem "Ökumenismus, der als Ziel die Fusion der Kirche verfolgt". Ein solches Vorhaben würde "nicht nur die wahre Einheit im Heiligen Geist zerstören, sondern wird für die Christen der verschiedenen Konfessionen sogar zu einer Versuchung, die Grundlagen des Glaubens aufzugeben und das Prinzip der Einheit außerhalb dieser zu suchen". Über die Zukunfts-chancen der ökumenischen Bewegung schrieb Oscar Cullmann unmißverständlich: "Nur ein auf der Achtung vor der Vielfalt der Charismen beruhender Ökumenismus kann uns in Christus einen, und gleichzeitig führt er die christlichen Kirchen aller Bekenntnisse zu den Quellen des christlichen Glaubens zurück."
Französische Regierung setzt Sektenkommission ein
Paris/Frankreich, 25.01.1999/APD Eine Sektenkommission hat die französische Regie-rung eingesetzt. Sie solle nicht Gesetze gegen religiöse Gruppen vorbereiten, sondern darüber entscheiden, ob diese die Freiheitsrechte und die republikanische Ordnung miß-achteten. Zum Kommissionspräsidenten wurde der Parlamentsabgeordnete Alain Vivien berufen. Er gilt als Experte in der Sektenbekämpfung, seitdem er vom ehemaligen Staats-präsidenten Francois Mitterand mit der Einrichtung einer Sektenbeobachtungsstelle beauf-tragt wurde. Die Aufgabe der Kommission sei nicht, philosophische Diskussionen zu führen und den Glaubensinhalt von Sekten zu analysieren, betonte Vivien. Es gehe vielmehr um ein staatliches Instrument zum Kampf gegen die Sekten. Dabei solle festgestellt werden, ob eine Gruppe sich an die Gesetze halte und die persönliche Freiheit respektiere. Das Gesetz der Trennung von Kirche und Staat aus dem Jahre 1905 verbiete es dagegen den Behör-den, religiöse Inhalte einer Glaubensgemeinschaft zu beurteilen. Die Kommission habe auch die Aufgabe, die Öffentlichkeit über derartige Gesetzesverletzungen zu informieren und die Gesetzeslücken aufzudecken, "durch welche sich Sekten einschleichen". Außerdem gelte es, die höheren Staatsangestellten durch eine bessere Schulung für das Sektenproblem zu sensibilisieren. Kirchenvertreter sind in der Kommission nicht zu finden. Statt dessen wurden Wirtschaftsvertreter aufgenommen, da laut Vivien die Wirtschaft von bestimmten weltanschaulichen Gruppen immer mehr betroffen werde.
Christlicher Religionsunterricht in Jordanien
Amman/Jordanien, 25.01.1999/APD In Jordanien gibt es jetzt an einigen Schulen einen eigenen Religionsunterricht für die christliche Minderheit. Laut Mahmud Massad, Minis-terialdirektor im Erziehungsministerium, erhalten seit Jahresbeginn 1 124 Schüler in fünf Städten eine Wochenstunde christlichen Unterricht. Bisher wurden Kinder christlicher Eltern nur an Privatschulen, wie dem adventistischen Gymnasium in Amman, in ihrer Religion unterrichtet. In Jordanien leben etwa drei Prozent Christen unter mehr als vier Millionen Moslems. Die Verfassung des Landes garantiert die Religionsfreiheit. Die Einführung des christlichen Unterrichts geht auf eine Übereinkunft der Regierung mit dem dortigen Kirchenrat zurück.
Diskriminierung von Christen in islamischen Ländern
Rom/Italien, 25.01.1999/APD Der Vatikan beklagt die zunehmende Diskriminierung von Christen in islamischen Ländern. Betroffen seien laut einem Bericht der Organisation "Kirche in Not - Ostpriesterhilfe" fast 30 Millionen Katholiken in 46 mehrheitlich mosle-mischen Ländern. Danach ist es in Saudi-Arabien nicht einmal im Privatbereich erlaubt, eine andere Religion als den Islam auszuüben. Selbst der Besitz der Bibel sei untersagt. Wer in Ägypten zum christlichen Glauben übertrete, müsse mit seiner Festnahme rechnen. In Pakistan und Indonesien würden christliche Kirchen zerstört. "Eine der abscheulichsten Menschenrechtsverletzungen in vielen islamischen Ländern ist das Verbot für Nicht-Mos-lems, öffentlich zu beten", heißt es in dem Report. Im Iran würden Christen kontrolliert und eingeschüchtert. Im Südsudan werde gegen die christliche Bevölkerung mit Waffengewalt vorgegangen. In Kuwait sei ein zum Christentum übergetretener Mann wegen "Abfalls vom Glauben" verurteilt und zur Rückkehr zum Islam gezwungen worden. In Pakistan sei ein Christ wegen "Gotteslästerung" zum Tode verurteilt worden.
Katholische Missionare ermordet
Rom/Italien, 25.01.1999/APD 1998 wurden 37 römisch-katholische Missionare in Ausübung ihres Dienstes umgebracht. Laut Radio Vatikan starben 24 in Afrika, davon je neun im Kongo und in Ruanda, acht in Lateinamerika, drei im Jemen und zwei in Indien.
4 492 katholische Bischöfe weltweit
Rom/Italien, 25.01.1999/APD Die Zahl der römisch-katholischen Bischöfe in aller Welt hat einen neuen Höchststand erreicht. Laut Radio Vatikan zählt die katholische Kirche jetzt 4 492 Bischöfe, mehr als jemals zuvor in der Geschichte. Über die Hälfte davon, rund 2 500 leiten eine Diözese. In seiner bisherigen Amtszeit als Papst hat Johannes Paul II. insgesamt 2 859 Bischöfe ernannt, 183 davon sind bereits verstorben.
Weniger Kriege
Washington, D. C./USA, 25.01.1999/APD Die Zahl der Kriege ist im letzten Jahr weltweit leicht zurückgegangen. Laut der US-Stiftung Nationaler Verteidigungsrat gab es 1998 60 bewaffnete Auseinandersetzungen, sieben weniger als im Vorjahr. 1989, am Ende des Kalten Krieges, waren es nur 35.
| © APD | Geändert am: 05.02.99 |