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Adventistin im Kosovo ermordet
Belgrad/Jugoslawien, 12.07.1999/APD Die serbische Adventistin Mileva
Vujoservic (65) wurde in Pe /Kosovo vor ihrem Haus von Angehörigen der
UÇK-Miliz ermordet. Ihr Mann Branko, ein Laienprediger und
Gemeindeältester, hatte die Nacht in der örtlichen Adventkapelle verbracht,
um sie vor Vandalismus zu schützen. Er fand seine Frau am nächsten Morgen
tot auf und verständigte sofort die KFOR-Schutztruppe, die den Leichnam zum
Friedhof in der Nähe des bisherigen Amtssitzes des serbischen Patriarchen
brachte. Dort wurde sie noch am gleichen Tag von einem orthodoxen Bischof
beerdigt. Dies sei sehr ungewöhnlich, betonte der Vorsteher der
jugoslawischen Siebenten-Tags-Adventisten, Radisa Antic (Belgrad), da die
Ermordete dieser Kirche nicht angehörte. Sie ließ sich bereits im Alter von
15 Jahren taufen und war seitdem Mitglied der evangelischen Freikirche. Sie
hinterläßt neben ihrem Mann zwei Söhne, unter ihnen ein adventistischer
Pastor, und eine Tochter.
"Ich bin über diese Grausamkeit an einer einfachen Frau sehr erschüttert",
sagte Vorsteher Antic. "Als Adventisten verurteilen wir jede Greueltat, ob
sie nun von Serben oder Albanern im Kosovo verübt wird. Wir rufen
Staatsmänner und alle Menschen guten Willens auf, sich dafür einzusetzen,
daß wieder Frieden in dieser Region herrscht." Branko und vier weitere
serbische Adventisten wurden von KFOR-Soldaten in die Provinzhauptstadt
Priština gebracht, wo sie in der Wohnung des adventistischen Pastors Nikola
Aslimovski eine Bleibe fanden.
Laut Antic versucht die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe
ADRA Jugoslawien den etwa 100 000 serbischen Kosovo-Flüchtlingen in den
Städten Kraljevo, Kragujevac, a ak, Aleksinac und uprija mit dem
Lebensnotwendigsten beizustehen. An den Fernstraßen verteilt sie
Lebensmittelpakete an Flüchtende und unterhält in Belgrad, Novi Sad und Niš
Suppenküchen. Das adventistische Hilfswerk hat bisher 100 000 Flüchtlinge
in Albanien und je 40 000 in Mazedonien und Montenegro mit Nahrungsmitteln
und Hygieneartikeln versorgt. Es bereitet sich jetzt auf seinen Einsatz im
Kosovo vor.
Während des Kosovo-Krieges wurden die adventistische Pastorin Dijana Daka
und drei Gemeindeglieder von der jugoslawischen Armee vertrieben. Sie
galten bereits als vermißt und tot, doch ihnen gelang die Flucht nach
Kukës/Albanien. Vier weitere albanische Adventisten konnten von der
Freikirche bei serbischen Glaubensangehörigen in Priština in Sicherheit
gebracht werden.
Serbische Baptisten flohen aus dem Kosovo
Novi Sad/Belgrad/Jugoslawien, 12.07.1999/APD Alle serbischen Baptisten sind aus dem Kosovo geflohen, so daß sich deren Gemeinden aufgelöst haben. Darauf wies die Leiterin des baptistischen Hilfswerkes "Tabita", Branka Smec (Novi Sad), hin. Nach dem Einmarsch der KFOR-Truppen hätten die meisten baptistischen Familien aus Angst vor Übergriffen durch die Kosovo-Albaner in der Vojvodina in Nordjugoslawien Zuflucht gesucht. Während der Bombenangriffe der NATO habe es bei der Freikirche weder Tote oder Verletzte noch zerstörte Gebäude gegeben. Auch die Siebenten-Tags-Adventisten hatten, so deren jugoslawischer Vorsteher Pastor Radisa Antic (Belgrad), während des Krieges keine Menschenleben zu beklagen. Allerdings seien durch Bomben im Belgrader Stadtteil Rakovica die dortige Adventkapelle samt Medienzentrum der "Stimme der Hoffnung" und in Kragujevac das Gemeindezentrum nahe der Yugo-Autofabrik beschädigt sowie 15 Häuser von Adventisten in Aleksinic, Niš und Novi Sad teilweise zerstört worden.
Glaube wichtiger als Fußball
Palma de Mallorca/Spanien, 12.07.1999/APD Der argentinische
National-Torhüter Carlos Roa hat aus religiösen Gründen seine glanzvolle
Karriere beendet. Wie der 29jährige, der beim spanischen Erstligisten Real
Mallorca unter Vertrag steht, in Palma erläuterte, erlaube ihm sein Glaube
nicht, an Samstagen Fußball zu spielen. "Dies ist der Tag, an dem Gott nach
der Erschaffung der Welt ruhte", so Roa.
Der Argentinier gilt als einer der besten Torhüter der Welt. Während der
Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich hielt er beim Elfmeterschießen
den Schuß von David Batty, so daß England aus dem Wettbewerb ausschied und
Argentinien ins Viertelfinale kam. Danach stand er auf der Wunschliste
renommierter Klubs wie Real Madrid und Manchester United. Seit 1997 spielt
Roa bei Real Mallorca. Mit seinen Paraden hatte er maßgeblichen Anteil
daran, daß der Provinzverein den spanischen Supercup gewann, ins Finale des
Europacups der Pokalsieger vorstieß und als Dritter der spanischen Liga an
der Qualifikation zur Champions League teilnehmen darf. In Spanien wurde
Roa gerade mit der Zamorra-Trophäe für den besten Torhüter der Saison
ausgezeichnet. In der Primera Division hatte er in 35 Spielen nur 29
Gegentreffer hinnehmen müssen.
Der Sportler will sich den Siebenten-Tags-Adventisten anschließen, einer
weltweiten evangelischen Freikirche, deren Gottesdienste nicht am Sonntag,
sondern am Samstag, dem biblischen Ruhetag (Sabbat), stattfinden. Schon in
Argentinien hatte er zusammen mit seiner Frau Silvia häufig den
Gottesdienst der adventistischen Gemeinde in Avellaneda nahe Buenos Aires
besucht und seine Töchter Ayelen und Soraya in die dortige Grundschule der
Freikirche geschickt. Wegen seiner vegetarischen Lebensweise bekam Roa von
seinen Mitspielern den Spitznamen "Lechuga" (Salatkopf). Er trinke keinen
Alkohol, verzichte auf Drogen, habe ausreichend Schlaf und immer eine Bibel
in seinem Gepäck, bekannte er in einem Interview.
Nun doch Nachprüfung in Rumänien
Bukarest/Rumänien, 12.07.1999/APD Adventistische Schülerinnen und Schüler
haben in Rumänien jetzt doch die Chance einer Nachprüfung im August. Am
Samstag, dem 5. Juni fanden dort landesweit die Aufnahmeprüfungen zu
Gymnasien und Berufsfachschulen statt. Davon waren laut dem Vorsteher der
dortigen Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Adrian Bocaneanu (Bukarest),
auch 840 Kinder und Jugendliche der evangelischen Freikirche betroffen. 634
von ihnen hätten sich geweigert, die Prüfung abzulegen, da der Samstag ihr
biblischer Ruhetag (Sabbat) ist. Die Freikirchenleitung hatte sich zuvor
vergeblich um die Verlegung des Prüfungstermins oder eine Ausnahmeregelung
für ihre Schüler bemüht. Der Kultusminister betonte jedoch in einem
Gespräch mit dem Vorsteher, daß es sich um eine national geregelte
Angelegenheit handele, bei der es keinerlei Abweichung geben könne.
Laut Pastor Bocaneanu berichteten die Medien ausführlich über den Vorfall.
Der Staats- und Senatspräsident hätten sich für die adventistischen
Schülerinnen und Schüler eingesetzt und eine Nachprüfung an einem anderen
Wochentag empfohlen. Auch der Ministerpräsident habe zugesagt, zusammen mit
dem Kultusministerium eine Lösung zu finden. Jetzt teilte der
Kultusminister der Freikirchenleitung mit, daß Ende August eine Nac
hprüfung für diejenigen vorgesehen sei, die die Prüfung im Juni nicht
bestanden haben oder sich weigerten daran teilzunehmen. Die Prüfungstermine
sind auf Montag, 23., Mittwoch, 25. und Donnerstag 26. August festgesetzt.
In Rumänien gibt es 71 500 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten
in 1 052 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält ein theologisches
Seminar, eine Klinik, eine Krankenpflegeschule, drei Gymnasien, ein
Verlagshaus und vier Radiostationen. Seit 1870 ist sie im Land vertreten.
Österreichs Adventisten seit 50 Jahren mit eigenem Seminar
Bogenhofen/Österreich, 12.07.1999/APD Sein 50jähriges Bestehen begeht
Ende Juli das österreichische Seminar Schloß Bogenhofen der
Siebenten-Tags-Adventisten bei Braunau am Inn. Bis 1939 besuchten die
meisten österreichischen Studenten die adventistischen theologischen
Seminare Friedensau bei Magdeburg und Marienhöhe, Darmstadt. Nach dem Krieg
war dies aufgrund der politischen Situation nicht mehr möglich. Deshalb
kaufte die Freikirche 1949 das renovierungsbedürftige Schloß Bogenhofen,
ein alter Adelssitz in Oberösterreich, das damals zur amerikanischen
Besatzungszone gehörte. Am 30. November 1949 begann an der "Missionsschule"
der Unterricht mit 22 Schülern und zwei Lehrern.
Seit 1953 ist das Seminar nicht nur die theologische Ausbildungsstätte der
Adventisten in Österreich, sondern auch der deutschsprachigen Schweiz.
Heute können die Studenten das Seminar mit dem akademischen Grad eines
"Bakkalaureus der Theologie" verlassen. Seit 1951 gibt es in Bogenhofen den
Sprachlehrgang "Deutsch als Fremdsprache" für ausländische Studenten. Das
einjährige Unterrichtsprogramm schließt mit einer Prüfung des Goethe
Instituts. Das Obersstufenrealgymnasium Bogenhofen erhielt 1984 die
staatliche Anerkennung, geht jedoch mit seinem Maturalehrgang bereits auf
das Jahr 1959 zurück. Im Studienjahr 1998/99 gab es an der Bildungsstätte
insgesamt 134 Studenten und Schüler. Davon hatten 49 Theologie belegt, 15
waren in der Sprachschule eingeschrieben und 70 besuchten das Gymnasium.
In Österreich gibt es 3 500 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten
in 47 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält neben Bogenhofen vier
Grundschulen, ein Altenheim, ein Verlagshaus und ein Studio für
Rundfunkaufnahmen der "Stimme der Hoffnung".
(Hinweis der Redaktion: Der geschichtliche Überblick "50 Jahre Seminar Schloß Bogenhofen in Österreich" findet sich unter der Rubrik "Blick zurück".)
Internationaler Jugendkongreß
Lissabon/Portugal, 12.07.1999/APD "2000 Gründe zu glauben" lautet das Motto des internationalen Kongresses der Adventjugend vom 27. bis 31. Juli in Lissabon, zu dem über 4 000 Teilnehmer aus Europa und Übersee, darunter 1 074 aus Deutschland, erwartet werden. Hauptredner ist der Redaktionsleiter des Advent-Verlages Lüneburg, Pastor Eli Diez.
Zum Schutz ihres Gemeindezentrums in Grosny geblieben
Moskau/Rußland, 12.07.1999/APD Nur noch etwa 15 Siebenten-Tags-Adventisten halten sich in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny auf. Laut Pastor Bogdan Kachmar (Moskau), Kommunikationsabteilungsleiter der evangelischen Freikirche in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), seien sie zurückgeblieben, um ihr dortiges Gemeindezentrum vor Vandalismus zu schützen. Ein Geistlicher befinde sich nicht darunter. Hin und wieder besuche ein Seelsorger aus Mineralnyye Vody/Rußland die kleine Gruppe Gläubiger. Im letzten Jahr empfahl die adventistische Kirchenleitung ihren Mitgliedern, Tschetschenien zu verlassen und sich in anderen Gebieten der Russischen Föderation anzusiedeln. Wachsende Kriminalität, Verarmung und zunehmende Isolierung der Christen durch die Islamisierung des Landes waren die Gründe für diesen Rat. Seit Beendigung des Bürgerkrieges im August 1996 wird die Republik von bewaffneten Banden heimgesucht, die auch Ausländer und Geistliche entführen, um Lösegeld zu erpressen oder sie zu töten. Ursprünglich lebten 130 Siebenten-Tags-Adventisten in Grosny.
Adventisten sollen Afghanistan helfen
Kabul/Afghanistan, 12.07.1999/APD Die Taliban-Regierung in Afghanistan hat die kalifornische Loma Linda Universität der Siebenten-Tags-Adventisten gebeten, dem Land zu helfen. Unter anderem soll sie beim Wiederaufbau der Medizinischen Fakultät der Kabuler Universität mitwirken. Erziehungsminister Mawlawi Hamdullah Nomani empfing eine Delegation der adventistischen Hochschule, um Möglichkeiten der Hilfe zu erörtern.
Gesetzlicher Schutz für den Sonntag kann Religionsfreiheit gefährden
Basel/Schweiz, 12.07.1999/APD Der in den USA lehrende adventistische
Kirchenhistoriker Samuele Bacchiocchi hat sich in einem Gespräch mit dem
APD für die Kontinuität von Inhalt und Bedeutung des Sabbats eingesetzt und
mit dem Pastoralbrief "Dies Domini" von Papst Johannes Paul II.
auseinandergesetzt.
Samuele Bacchiocchi ist der erste Nichtkatholik, der an der Gregoriana,
einer der Päpstlichen Universitäten in Rom, promoviert hat. Seine
Doktorarbeit unter dem Titel "Vom Sabbat zum Sonntag" befaßt sich mit den
geschichtlichen und theologischen Aspekten des biblischen Ruhetags und
wurde von der Gregoriana mit "Summa cum Laude" bewertet. Die Arbeit ist vor
allem auch deshalb bemerkenswert, weil Bacchiocchi Zugang zu den
vatikanischen Archiven hatte. Der Kirchengeschichtler kommt in der 1977 von
der Gregorianischen Universitätsdruckerei veröffentlichten Dissertation zum
Schluß, daß die Einführung des Sonntags nicht theologische, sondern
geschichtliche Gründe habe.
Das wichtigste Argument für das Halten des Sabbats des heutigen Samstags,
ist für ihn die heilsgeschichtliche Kontinuität. Das Kreuz bildete zwar
nach herkömmlicher Auffassung schon in der alten Kirche die Trennlinie
zwischen Judentum und Gesetz, dem Halten des Sabbats auf der einen und
Gnade und Glauben, verbunden mit dem Sonntag, auf der anderen Seite. Doch
Bacchiocchi beruft sich auf zahlreiche katholische und evangelische
Theologen, welche vielmehr die Kontinuität der Heilsgeschichte vom Judentum
zum Christentum herausstreichen. Sie betonen zum Beispiel, daß die 3 000
Gläubigen zu Pfingsten ganz klar Juden waren, die an den Messias Jesus
glaubten. Auch später habe man in der Apostelgeschichte zwischen gläubigen
und ungläubigen Juden unterschieden.
Erst danach sei es unter dem römischen Kaiser Hadrian (117-138) aus
politischen Gründen zu einer Trennung von Kirche und Synagoge gekommen. Als
Folge der jüdischen Aufstände vor und nach der ersten Jahrhundertwende,
habe Hadrian eine antijüdische Gesetzgebung erlassen, die nicht nur ein
faktisches Verbot des jüdischen Glaubens, sondern auch des Sabbats
bedeutete. Das Verbot des Sabbats bewog den Bischof von Rom, Vorläufer der
späteren Päpste, die Initiative für die Verlegung des christlichen
Feiertags auf den Sonntag und von Passah auf den Ostersonntag zu ergreifen.
Für die damaligen aus dem Heidentum stammenden Christen sei es nicht
sinnvoll gewesen, sich mit den Juden weiterhin zu solidarisieren und für
das Halten des Sabbats zu leiden. Damit geschah gleichzeitig eine
Distanzierung vom Judentum und eine Annäherung an die römische
Religiosität, für welche damals der Sonnengott aus dem Mithras-Kult eine
zentrale Rolle spielte. Unter Kaiser Konstantin wurde dann 321 der Sonntag
zum offiziellen Feiertag im römischen Reich bestimmt.
Bacchiocchi widersprach Papst Johannes Paul II. deshalb energisch, weil
dieser in seinem Pastoralbrief "Dies Domini" vom 31. Mai 1998 die
Sonntagsfeier bekräftige und sie unter anderem damit begründete, die
Christen hätten von Anfang an die Auferstehung Christi am ersten Wochentag
gefeiert. Gegenüber dem APD erklärte er, die Bemerkung von Eusebius von
Cäsarea im Jahr 325, die ersten Christen hätten am Sonntag die Auferstehung
Christi gefeiert, dürfe nicht überinterpretiert werden. Es habe sich
lediglich um einen Gottesdienst am frühen Morgen gehandelt, bevor die
Christen wie alle andern zur Arbeit gegangen seien. Eine Liturgie zur Feier
der Auferstehung Christi habe es außerdem nicht gegeben.
Bacchiocchi empfindet zwar Sympathie für die theologischen und
soziopolitischen Argumente des Papstes. Diese dürften aber nicht vom Sabbat
einfach auf den Sonntag übertragen werden. Widerspruch legt der
Kirchenhistoriker vor allem gegen die vatikanische Forderung ein, den
Sonntag gesetzlich besser zu schützen. Solche Gesetze bedeuteten faktisch
eine Diskriminierung von Juden und sabbathaltenden Christen sowie von
Moslems. Die USA hätten dies erkannt, wenn sie heute an einem Gesetz
arbeiteten, das unter dem Aspekt der Religionsfreiheit die Arbeitgeber
auffordere, den Anhängern der verschiedenen Religionen jeweils den Tag
freizugeben, der ihnen heilig sei.
Die Bestrebungen des Papstes seien aus katholischer Sicht zwar
verständlich, weil der Besuch der Sonntagsmesse für den Katholiken
heilswichtig sei. Ein gesetzlich geschützter Sonntag führe jedoch - wie die
Gottesdienstbesuchszahlen zum Beispiel in Italien, Deutschland oder gar
Skandinavien zeigten - nicht zu einem guten Gottesdienstbesuch. Für wichtig
hält Bacchiocchi dagegen eine "moralische Revolution": "Nur wenn wir uns an
die Bedeutung des Sonntags als einem Tag der physischen, psychischen und
spirituellen Erneuerung erinnern, wird sich etwas ändern." Die Menschen
müßten begreifen, daß der Sabbat nicht nur eine gute soziopolitische
Einrichtung sei, sondern "eine von Gott zu unserem Wohl gesetzte Anordnung,
die eine starke moralische Überzeugung voraussetzt." Christen seien deshalb
aufgefordert, ihren Sabbat oder Sonntag - welche Tätigkeiten immer sie
damit verbänden - bewußt als einen Tag für Gott und nicht allein für sich
selbst zu begehen.
LWB-Repräsentanten unterzeichnen "Gemeinsame Erklärung"
Bratislava/Slowakei, 12.07.1999/APD Die lutherisch/römisch-katholische
"Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" werden der Präsident, der
Generalsekretär, die Schatzmeisterin und die fünf Vizepräsidenten des
Lutherischen Weltbundes (LWB) am 31. Oktober in Augsburg unterzeichnen.
Dies gab LWB-Präsident, Bischof Christian Krause (Wolfenbüttel), während
der Ratstagung des Weltbundes in der slowakischen Hauptstadt Bratislava
bekannt. Dem Verständnis des LWB als Gemeinschaft von Kirchen werde am
besten entsprochen, so Krause, wenn die "Gemeinsame Erklärung" von einer
Gruppe unterzeichnet werde, die "Männer und Frauen, Laien und Ordinierte
einschließt und den Communio-Charakter des Weltbundes widerspiegelt". Der
Vatikan hatte bereits vorher bekanntgegeben, daß Edward Idris Kardinal
Cassidy, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der
Christen, im Namen der römisch-katholischen Kirche unterzeichnen wird.
Neben den Unterschriften von Krause (Evangelisch-Lutherische Landeskirche
in Braunschweig) und Generalsekretär Dr. Ishmael Noko
(Evangelisch-Lutherische Kirche in Simbabwe) wird das Dokument auch die
Unterschriften der fünf Vizepräsidenten und -präsidentinnen des LWB tragen:
Bischof H. George Anderson (Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika,
ELKA), Bischof Juliús Filo (Evangelische Kirche Augsburgischen
Bekenntnisses in der Slowakischen Republik), Parmata Ishaya (Lutherische
Kirche Christi in Nigeria), Präsident Huberto Kirchheim (Evangelische
Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien) und Pfarrerin Dr. Prasanna
Kumari (Lutherische Arcot-Kirche, Indien). Diese fünf Personen vertreten
die fünf geographischen Regionen des LWB, nämlich Nordamerika, Europa,
Afrika, Lateinamerika und Asien. Die Schatzmeisterin Sigrun Møgedal
(Norwegische Kirche) wird ebenfalls die "Gemeinsame Erklärung"
unterzeichnen. Der 1947 in Lund/Schweden gegründete Lutherische Weltbund
zählt 128 Mitgliedskirchen, denen rund 58 der 61,5 Millionen Lutheraner in
70 Ländern angehören.
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