| APD |
| Rezension |
| Hansjörg Biener, "Massenmedien für Christus. Ein Überblick über missionarische Medienarbeit in Deutschland", Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen, München, 1997, Paperback, 200 Seiten, ISBN 3-927890-40-5, 24,00 DM. | |
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Wer im Briefkasten ein Traktat oder eine religiöse Anzeige in der
Tageszeitung findet, muß von der Vorstellung Abstand nehmen, es gebe nur
die beiden großen Kirchen in Deutschland. Eine Vielzahl von
Religionsgemeinschaften und missionarischen Gruppen setzt auf Medien zur
Verbreitung ihrer Botschaft. Mit konkreter und sachlicher Information gibt
der Autor einen Überblick über die Vielfalt der Angebote. Doch zunächst
befaßt er sich im ersten Kapitel seines Buches mit dem religiösen und
gemeindlichen Umfeld, in dem Medien zur Verkündigung genutzt werden. Dabei
wird der Schwerpunkt auf die traditionell-protestantische Theologie und
Frömmigkeit gelegt, die von den meisten Medienmissionen vertreten wird.
Danach geht es ihm im zweiten Kapitel um die eingesetzten Medien selbst.
Die Palette reicht vom Flugblatt, der Zeitungsanzeige, dem Plakat, dem
Telefon, Hörfunk und Fernsehen bis hin zur Videokassette. Ein
abschließendes Kapitel informiert über die 50 öffentlichkeitswirksamsten
Missionswerke, wobei diese Zusammenstellung sich auf deutschsprachige
Missionswerke und Gruppen beschränkt. Mission unter Einwanderern und
Asylbewerbern steht nicht unter den Vorzeichen mitteleuropäischer
Volkskirchlichkeit und müßte daher in eigener Weise dargestellt werden.
In dem Band wird deutlich, wie viele Medien für die Verbreitung der christlichen Botschaft genutzt werden und damit "Medien für Christus" sein könnten. Gerade weil die moderne Gesellschaft immer mehr durch Medien geprägt wird, sollte christliches Gedankengut auch in ihnen präsent sein. Wenn eine Kirche bewußt auf Medienarbeit verzichtet, mag das begründet sein. Doch es wird ein Problem bleiben, diese Gründe auch allgemein bekannt zu machen. Andere werden statt dessen hier einspringen und damit auch das Bild, das die Öffentlichkeit vom Christentum hat, prägen. In der Studie wird deutlich, daß Medien bei vielen missionarischen Arbeiten nicht Selbstzweck, sondern eng mit dem angestrebten Kontakt von Mensch zu Mensch verbunden sind. Allerdings warnt der Autor christliche Gemeinden davor, deshalb bestimmte Medien zu nutzen, weil andere dies schon tun. Wer nur nachahmt, was andere tun oder predigen, verliert sein Profil. Vielmehr sollte man am Bestehenden anknüpfen und bereits vorhandene Kommunikationswege pflegen: etwa den Schaukasten der Gemeinde, den Schriftentisch in einer tagsüber geöffneten Kirche, den Gemeindebrief, das Angebot einer Gebetswand oder die Pressekontakte. Holger Teubert |
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| Reinhard Hummel, "Vereinigungskirche - Die Moon-Sekte im Wandel", Reihe Apologetische Themen R.A.T. Band 9, Friedrich Bahn Verlag, Neukirchen-Vluyn, 1998, Paperback, 181 Seiten, ISBN 3-7615-4979-2, 29,80 DM. | |
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Es geht in diesem Buch nicht nur um die Vereinigungskirche allgemein,
sondern vor allem um die Vereinigungskirche im Wandel. Unter den
neureligiösen Bewegungen, die in den sechziger und siebziger Jahren
auftraten, ist die Vereinigungskirche (abgekürzt: VK) in mancher Hinsicht
besonders interessant. Was sich Anfang der fünfziger Jahre im fernen Korea
aus christlichen, randchristlichen und außerchristlichen Quellen gebildet
hat, stellt, so der Autor, wirklich etwas Neues dar. Andererseits gehört
beziehungsweise gehörte die VK zu den konfliktträchtigen religiösen
Bewegungen. Sie selbst scheint gegenwärtig einen Konfliktvermeidungskurs
eingeschlagen zu haben und möchte ihr Verhältnis zur Außenwelt
normalisieren. Der Gründer einer koreanischen Winkelsekte, San Myung Moon,
wird inzwischen von Staatspräsidenten empfangen. Einen Wandel sieht
Reinhard Hummel auch in der neueren Deutung und Praxis der sogenannten
Massenhochzeiten. Andere Wandlungen betreffen die Endzeiterwartungen, die
seit 1960 immer wieder modifiziert worden sind, und die Theologie. Der
Autor zeigt, wie sie sich von ihrer koreanischen Frühzeit, der weiteren
Entwicklung in Japan, der Verpflanzung in die USA bis in die Zeit nach dem
Zusammenbruch der kommunistischen Welt veränderte.
Reinhard Hummel beginnt sein Buch mit einem geschichtlichen Überblick der VK, um anschließend das koreanische Umfeld, in dem die Gruppe entstand, näher zu beleuchten. Die nächsten drei Kapitel befassen sich mit Lehre, Praxis und Organisation der Vereinigungsbewegung. Danach geht der Autor auf Kontroversen mit der VK ein, die sich aus deren Vorstellungen über die Verwirklichung des Reiches Gottes, neue Offenbarung, Gott und Mensch, Ehe und Familie, Hermeneutik und Bibelauslegung ergeben. Andere Streitpunkte sind der Synkretismus, Konflikte mit der Gesellschaft, die Debatte über "Gehirnwäsche", der Faschismusvorwurf und eine totalitäre Organisationsstruktur. Zum Schluß fragt Hummel: "Wie wandlungsfähig ist die Vereinigungskirche?". Der Autor stellt zahlreiche kritische Anfragen an die VK. Aber ihm geht es vor allem um eine Versachlichung der Debatte über die Vereinigungskirche. Sie müsse einsehen, so Hummel, daß sie selbst zu ihrem negativen Image beigetragen habe. Die Öffentlichkeit andererseits müsse zugeben, daß in der Polemik gegen Gruppierungen wie die VK Verallgemeinerungen, Übertreibungen und Pauschalurteile eine wichtige Rolle gespielt haben. Holger Teubert |
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| Rüdiger Hauth (Hrsg). "Kompaktlexikon Religionen", R. Brockhaus Verlag, Wuppertal, 1998, gebunden, 374 Seiten, ISBN 3-417-24677-6, 49,80 DM. | |
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Von A.A., Abkürzung für die Geheimgesellschaft Argenteum Astrum, bis zu
Zwingli, dem Zürcher Reformator, befaßt sich das Lexikon in fast 2 000
Stichworten mit christlichen Kirchen und Glaubensgemeinschaften,
Weltreligionen, Philosophien, Ideologien, Göttern, Riten, Schriften und
Personen. Fast zu viel für solch ein umfangreiches Gebiet und so wenige
Buchseiten. Doch wie der Titel schon sagt, handelt es sich hier
um ein Kompaktlexikon. Es will nicht in die Tiefe gehen, sondern einen
breitgefächerten Überblick zum Thema "Religionen" vermitteln. Wobei die
christlich-abendländische Tradition mit den hierzu bedeutenden Personen,
theologischen Erkenntnissen und vielfältiger Frömmigkeitspraxis einen
Schwerpunkt des Buches bildet.
Holger Teubert |
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| © APD | Geändert am: 22.03.99 |
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