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Deutschland


Auch ohne Kirchensteuer "bisher gut gefahren"

Bad Homburg/Ostfildern bei Stuttgart, 27.05.1999/APD "Eine Kirche kann ihre Aufgaben auch wahrnehmen, wenn sie keine Kirchensteuer erhält." Davon ist der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), Pastor Eckhard Schaefer (Bad Homburg) überzeugt. Er plädierte zugleich dafür, in der gegenwärtigen Debatte um eine Neuregelung der Kirchensteuer den "freikirchlichen Weg" stärker als bisher zu verfolgen. Obwohl der 87 000 Mitglieder zählende BEFG als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Möglichkeit habe, sich am Kirchensteuereinzugsverfahren zu beteiligen, verzichte er bewußt darauf. "Damit sind wir bisher gut gefahren", betonte Schaefer. Statt dessen setze man auf freiwillige Mitgliedsbeiträge und Spenden. Das durchschnittliche Spendenaufkommen in den Baptisten- und Brüdergemeinden betrage laut dem für die Finanzen zuständigen Bundesdirektor Heinz Sager (Bad Homburg) jährlich pro Mitglied im Westen 1 800 Mark und im Osten 1 500 Mark. Auch diakonische Einrichtungen, wie Altenheime, Kindergärten und Krankenhäuser, könnten betrieben werden, ohne daß man von der Kirchensteuer abhängig sei. Wo eine Kirche Aufgaben stellvertretend für den Staat und die Allgemeinheit erbringe, greife schon jetzt das Subsidiaritätsprinzip, und der Staat erstatte die anfallenden Kosten. Schaefer und Sager sind für eine Abschaffung der Kirchensteuer. Zugleich müsse aber ein intensiver Dialog zwischen den Kirchen und dem Staat beginnen, "damit die vielfältigen diakonischen und sozialen Aufgaben, die heute noch durch Kirchensteuern finanziert werden, ohne Abstriche fortgesetzt werden können."

Auch die Siebenten-Tags-Adventisten, ebenfalls eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, verzichten auf den Einzug von Kirchensteuern. Sie unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnte gehört. Die 35 500 deutschen Adventisten spendeten im letzten Jahr 88,4 Millionen Mark. Damit gab laut Wolfgang Gunka (Ostfildern), Schatzmeister des Süddeutschen Verbandes der Freikirche, jedes Mitglied in Nord- und Ostdeutschland durchschnittlich 2 225 Mark und im Süden der Bundesrepublik 2 891 Mark.



Niedersachsens Adventisten mit neuer Kirchenleitung

Hannover, 27.05.1999/APD Pastor Klaus van Treeck (46) ist für die nächsten vier Jahre neuer Vorsteher der Siebenten-Tags-Adventisten in Niedersachsen und Bremen. Zu seinem Stellvertreter und Sekretär wählten die Geistlichen und Delegierten der 57 Adventgemeinden beider Bundesländer Pastor Detlev Bendig. Schatzmeister wurde Burchard Eskes, Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau und Heimatmission Bernd Rahner. Für Kinder, Pfadfinder, Jugend und Studenten ist Ulf Röder verantwortlich. Vor der Zusammenlegung waren die 3 800 Adventisten in zwei kirchliche Verwaltungsbereiche aufgeteilt. Den Nordteil Niedersachsens mit Bremen leitete van Treeck, den Südbereich Wolfgang Trautmann, der wieder als Gemeindepastor tätig sein wird.



Zeltlager in Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 27.05.1999/APD Unter dem Motto "No Future oder Know Future" ("Keine Zukunft oder Zukunftshoffnung") trafen sich 950 Jugendliche der Siebenten-Tags-Adventisten, hauptsächlich aus den neuen Bundesländern, zum Pfingst-Zeltlager in Friedensau bei Magdeburg. Höhepunkte des Programms waren ein Konzert der Gospelgruppe "Reflection" aus Rotterdam, ein Fußballturnier und Workshops zum Thema.



Religionsgeographie zeigt Verteilung der Freikirchen

Hattingen, 27.05.1999/APD Die 575 Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten sind von allen Freikirchen am gleichmäßigsten über Deutschland verteilt. Darauf wies der Geologe Professor Dr. Reinhard Henkel (Heidelberg) auf der Jahresversammlung des Vereins zur Förderung und Erforschung freikirchlicher Geschichte und Theologie (VEfGT) in Hattingen bei Bochum hin. Er stellte den 60 Fach- und Laienhistorikern das neue Forschungsfeld der Religionsgeographie vor. Zu den Adventisten gehören in Deutschland 35 500 erwachsene getaufte Mitglieder. Laut Henkel wäre es eine interessante Forschungsaufgabe, zu überprüfen, ob die Verteilung zufällig oder durch Missionsstrategien zustande gekommen sei. Der Wissenschaftler hat die Bundesrepublik in 97 Raumordnungsregionen unterteilt. Mit Ausnahme der Oberpfalz ist der 87 000 Mitglieder zählende Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) mit mindestens einer Gemeinde in allen Regionen vertreten. Allerdings befänden sich 56 Prozent der BEFG-Gemeinden in städtischen Ballungsgebieten, während in ländlichen Räumen nur neun Prozent von ihnen angesiedelt seien. Die Evangelisch-methodistische Kirche ist in 27 Regionen und der Bund Freier evangelischer Gemeinden in 32 Regionen nicht vertreten. Henkel betonte, daß die Freikirchen in einigen Regionen besonders stark präsent seien, etwa im Bergischen Land, in Ostfriesland, im Siegerland, im Vogtland und in Württemberg. Die Freikirchen zählen in Deutschland rund 300 000 Mitglieder.



Einheitsvorstellungen von Freikirchen erforschen

Hattingen, 27.05.1999/APD Welches Verständnis von der Einheit der Christen die Freikirchen in Geschichte und Gegenwart haben, versucht eine neue Arbeitsgruppe zu ergründen, die der Verein für Freikirchenforschung (VEfGT) während seiner Jahrestagung in Hattingen bei Bochum ins Leben gerufen hat. Die Gruppe, in der Fach- und Laienhistoriker aus 24 freikirchlichen Denominationen zusammenarbeiten, will in einer Fragebogenaktion den freikirchlichen Einheitsvorstellungen nachgehen. Dabei geht es einerseits um die Stellung zur offiziellen Ökumene, aber auch zu anderen zwischenkirchlichen Vereinigungen, etwa der Deutschen Evangelischen Allianz. Leiter der neuen Arbeitsgruppe ist Professor Dr. Werner Klän (Bochum). Der seit 1990 bestehende Verein zur Förderung und Erforschung freikirchlicher Geschichte und Theologie (VefGT) hat zur Zeit 178 Einzelpersonen und 19 Institutionen aus zwölf Ländern als Mitglieder.



Schuldenerlaß für arme Länder gefordert

Frankfurt/Main, 27.05.1999/APD Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hält einen Schuldenerlaß für die ärmsten Länder der Erde für dringend erforderlich. In einem Schreiben an Bundeskanzler Gerhard Schröder heißt es: "Als christliche Kirchen sehen wir in der Frage der Verschuldung und ihrer Lösung eine drängende politische Herausforderung und zugleich eine ethische Verpflichtung zu menschlicher Solidarität und Nächstenliebe." Die Initiative der Bundesregierung zu einer Erweiterung und Beschleunigung einer Schuldenregulierung würde ausdrücklich begrüßt. Allerdings fordert die ACK, eine schnellere Entscheidung für die Entschuldung herbeizuführen und dabei auch soziale, ökologische und demokratische Begleitmaßnahmen zu berücksichtigen. Die weiterreichenden Schritte sollten dazu dienen, "das Jahr 2000 wirklich zu einem Jahr des Neubeginns für eine wirtschaftliche, soziale und humanitäre Entwicklung werden zu lassen." Zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland gehören neben der evangelischen und römisch-katholische Kirche weitere 15 Mitgliedskirchen und vier Gastkirchen, darunter auch die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten.



Jugendmusik in Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 27.05.1999/APD Zum dritten Seminar für Jugendmusik lud die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg Bands, Gruppen, Liedermacher und Interessenten ein. Laut Prorektor Professor Wolfgang Kabus wollte die Hochschule damit zum Ausdruck bringen, daß sie die junge Kultur nicht nur wegen ihrer Modernität akzeptiere, sondern ihr auch in der christlichen Gemeinde der Zukunft einen festen Platz zugestehen. Jeder, der moderne Jugendkulturen zur Kenntnis nehme, wisse, daß sich Jugendliche unseres Jahrzehnts vornehmlich über Musik definierten. Das bedeute, daß sie auch ihre Religiosität zuerst über Töne artikulieren würden. "Tatsächlich erleben wir", so Kabus, "wie sich Sinnorientierungen mehr innerhalb der Musikszene und viel weniger innerhalb der Kirchenmauern ereignen." Deshalb stelle sich die Frage: "Hat die neue Musik in diesem Prozeß Funktionen übernommen, die sie früher nicht hatte?" Neben der Vermittlung von fachlicher Kompetenz sollte das Seminar dazu dienen, daß junge Erwachsene Gelegenheit erhielten, sich musikalisch zu artikulieren. In einer Kirche müßten auch große musikalische Gegensätze Platz finden können.

In Workshops musizierten die Teilnehmer unter fachlicher Anleitung miteinander und tauschten ihre Erfahrungen über Rhythmus- und Leadgitarre, Klavier, Keyboard und Jazzpiano, Band- und Gruppenbetreuung, Texter und Liedermacher, Gospelchor und Choreographie, Technik und Beschallung sowie Schlagzeug und Percussion aus. Professor Kabus sprach über das Thema "Neue Kultur als Träger einer neuen Religiosität?". Professor Dr. Jürgen Terhag (Musikhochschule Köln) setzte sich mit "Möglichkeiten und Grenzen der Vermittlung populärer Musik" auseinander. Dr. Bernd Hoffmann (Universität Köln) hielt das Referat "Strukturelle Aspekte afroamerikanischer Musik und ihre historische Kontinuität". Dr. Udo Feist (Studienwerke Villigst) referierte über "Spiritualität und digitale Reduktion - zum theologischen Interesse an neuer Musik". Der Musikbeauftragte der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Jörgen Zschunke (Hamburg), sprach mit dem niederländischen Liedermacher Allert van der Heijden.



"Religion und ethnische Identität"

Friedensau bei Magdeburg, 27.05.1999/APD Die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg lädt vom 10. bis 13. Juni zu einer Tagung über "Religion und ethnische Identität" ein. Es geht dabei um die Frage: Welche Beziehung besteht zwischen der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe und dem Glauben beziehungsweise der Religion?" Themen sind unter anderem: "Veränderungen der adventistischen Gemeinden durch den Einfluß der Einwanderer in England, Frankreich und Kanada", "Rassenbeziehungen bei den Siebenten-Tags-Adventisten in den USA", "Das konfliktverschärfende Potential von Paradigmen am Beispiel S. Huntingtons ´Kampf der Kulturen´", "Kulturelle Integration von rußlanddeutschen Spätaussiedlern in Adventgemeinden der Bundesrepublik", "Der Zerfall Jugoslawiens und seine Auswirkungen auf eine jugoslawische Adventgemeinde im Raum Stuttgart". Die Referenten sind neben den beiden Dekanen der Hochschule, Dr. Horst Rolley und Dr. Johann Gerhardt, der Diplom-Sozialpädagoge Matthias Dauenhauer (Stuttgart) und der Soziologe Dr. Ron Lawson (Columbia Universität, New York). Weitere Auskünfte bei der Theologischen Hochschule Friedensau, c/o Frau Ramona Bräutigam, An der Ihle 5 a, 39291 Friedensau, Telefon (03921) 916-150, Telefax (03921) 916-120.

Neuer Präsident der Baptisten- und Brüdergemeinden

Oldenburg, 27.05.1999/APD Neuer Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) ist Pastor Dr. Wolfgang Lorenz (Berlin). Der bisherige Vizepräsident wurde auf der Bundeskonferenz der größten deutschen Freikirche in Oldenburg gewählt. Amtsvorgänger Walter Zeschky war im Februar überraschend verstorben. Seit 1976 gehört Lorenz zur Bundesleitung der 87 000 Mitglieder zählenden Freikirche. Der 60jährige nimmt das Präsidentenamt ehrenamtlich wahr. Hauptberuflich leitet er als Direktor das den Baptisten gehörende Diakoniewerk Bethel in Berlin.



De-Vau-Ge Gesundkostwerk stärkt Marktposition

Lüneburg, 27.05.1999/APD Der Schweizer Pharma- und Chemiekonzern Novartis hat den deutschen Reformkost-Produzenten Eden an das Lüneburger De-Vau-Ge Gesundkostwerk verkauft. Eden erwirtschaftete mit 130 Mitarbeitern an den Standorten Celle und Hünfeld bei Fulda einen Jahresumsatz von 90 Millionen Mark. Das Traditionsunternehmen vertreibt in Reformhäusern vor allem Margarine, Fruchtsäfte, Marmeladen und Sojaprodukte. Der Käufer, ein Unternehmen der Siebenten-Tags-Adventisten, ist mit der Handelsmarke "granoVita" der führende deutsche Lebensmittelhersteller im Reformhausbereich. Außerdem produziert er für andere Firmen Müsli-Riegel und Cornflakesprodukte mit einem Volumen von über 40 000 Tonnen jährlich. Das De-Vau-Ge Gesundkostwerk hat über 500 Beschäftigte und erzielte 1998 einen Umsatz von etwa 250 Millionen Mark. Um auch im Nicht-Reformhausbereich noch stärker vertreten zu sein, erwarben die Lüneburger bereits im Dezember 1998 die Firma Bruno Fischer, Köln, die ebenfalls Naturkost herstellt. Das De-Vau-Ge Gesundkostwerk wurde 1899 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg gegründet. 1914 verlegte es seine Produktionsstätten nach Hamburg und 1974 nach Lüneburg.





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© APD Geändert am: 17.06.99