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International


Friedensgebete in Jugoslawien

Belgrad/Jugoslawien, 27.05.1999/APD Zwei Gemeindezentren der Siebenten-Tags-Adventisten und vier Häuser von deren Mitgliedern sind in Jugoslawien durch Natobomben schwer beschädigt worden, teilte Pastor Radisa Antic (Belgrad), Vorsteher der dortigen evangelischen Freikirche, mit. Der adventistischen Pastorin Diana Daka und drei Gemeindeglieder, die im Kosovo vermißt wurden und bereits als tot galten, gelang die Flucht nach Kukës/Albanien. Laut Antic sind über 40 Adventisten, darunter auch zwei Geistliche, in die jugoslawische Armee einberufen worden. Sie hätten sich nicht freiwillig gemeldet, seien jetzt aber sehr gefährdet. Die Freikirche führe an jedem Nachmittag um 17 Uhr in ihren Gemeindezentren besondere Gottesdienste mit Friedensgebeten durch. Viele Menschen würden dabei zum ersten Mal etwas von der Evangeliumsbotschaft hören, so Antic. Spätestens um 19 Uhr müßten sie daheim oder im Luftschutzkeller sein, um sich auf eine weitere Bombennacht vorzubereiten. In Jugoslawien leben etwa 7 000 erwachsene getaufte Adventisten in 171 Gemeinden, im Kosovo bisher 30 Mitglieder in zwei Gemeinden.

In einer Stellungnahme zum Balkankrieg hatte die Weltkirchenleitung der Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, den Einsatz von Gewalt, sei es durch ethnische Vertreibung oder Bombardierung, abgelehnt. Die feindlichen Parteien wurden aufgerufen, den Krieg "auf der Basis von christlichen, moralischen und ethischen Grundsätzen, den Menschenrechten und mit fairen Verhandlungen für alle Betroffenen" zu beenden. Die Kirchenleitung bat ihre Mitglieder, für die Wiederherstellung des Friedens in der Region zu beten und die Bemühungen der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA zu unterstützen.



Österreichs Adventisten bestätigen Kirchenleitung

Wien/Österreich, 27.05.1999/APD Die österreichischen Siebenten-Tags-Adventisten haben ihre Kirchenleitung für die nächsten vier Jahre bestätigt. Vorsteher bleibt Pastor Günter Schleifer (57), sein Stellvertreter und Sekretär Günther Maurer (46) sowie Schatzmeister Christian Gerer (35). In Österreich leben 3 500 Adventisten in 47 Gemeinden. Die dortige evangelische Freikirche unterhält das theologische Seminar Schloß Bogenhofen bei Braunau am Inn mit Oberstufenrealgymnasium und Sprachschule, das Altenheim "Haus Stefanie", Semmering, den "Wegweiser-Verlag, Wien, und in der Hauptstadt ebenfalls, ein Studio für Rundfunkaufnahmen der "Stimme der Hoffnung".



Spaniens Regierung für Verwirklichung der Religionsfreiheit

Madrid/Spanien, 27.05.1999/APD In Spanien werden die religiösen Minderheiten weiterhin diskriminiert. Vertreter der evangelischen Kirchen und Moslems kritisierten, daß die Regierung die in den Gesetzen verankerte Religionsfreiheit nicht respektiere. Die Regierung zeigt sich indes gesprächsbereit.

Die Benachteiligung betreffe die Protestanten besonders in der Frage der Besteuerung der Religionsgemeinschaften und im Recht auf Gründung von kirchlichen Vereinigungen. Mariano Blazquez, Generalsekretär des Bundes Evangelischer Religionsgemeinschaften in Spanien (FEREDE), wies darauf hin, daß die Rechtsprechung oft nicht wirklich unabhängig und der Zugang zu den Massenmedien für die evangelische Minderheit erschwert sei. Auf den kanarischen Inseln hätten die lokalen Behörden der Heilsarmee die Genehmigung verweigert, ein Kinderheim einzurichten. Dabei ließen sie verlauten, die Heilsarmee sei eine destruktive Sekte mit dunklen Machenschaften.

Auch aus der moslemischen Religionsgemeinschaft kam es zu Klagen gegen den Staat. Mansur Escudero, Arzt und Leiter der Vereinigung islamischer Gemeinschaften in Spanien, berichtete über den Aufenthalt seiner Schwiegermutter in einem staatlichen Krankenhaus. "Ein katholischer Seelsorger kam jeden Tag ins Zimmer, und die Verwaltung weigerte sich, ein über dem Bett der Patientin hängendes Kruzifix zu entfernen", sagte Escudero. In Spanien leben 450 000 Moslems.

Professor Alberto de la Hera, Leiter der Abteilung für religiöse Angelegenheiten im Spanischen Justizministerium, betonte während einer internationalen Konferenz über Religionsfreiheit in San Lorenzo de el Escorial, daß Fortschritte in Bezug auf die religiöse Freiheit gemacht worden seien. Doch müsse das Verständnis für Toleranz gegenüber Andersgläubigen in der Bevölkerung verankert werden. Es sei sehr wichtig, die zu 90 Prozent katholische Bevölkerung davon zu überzeugen, daß die Respektierung anderer Religionen ein grundlegendes Element für ein demokratisches Land sei.



Auszeichnung für Lutheranerin und Adventisten

Berrien Springs, Michigan/USA, 27.05.1999/APD Die lutherische Theologin Dr. Faith Rohrbough und der adventistische Theologe Dr. Bert B. Beach sind von der Andrews Universität der Siebenten-Tags-Adventisten in Berrien Springs, Maryland/USA, mit der Medaille für besondere Verdienste geehrt worden. Die erstmals 1997 gestiftete Auszeichnung ist für Persönlichkeiten gedacht, die auf humanitärem Gebiet, in der Arbeit für ihre Konfession oder in ihrem Fachbereich etwas Außerordentliches geleistet haben.

Die Theologen Rohrbough und Beach leiteten die Delegationen ihrer Kirchen während der bilateralen Gespräche zwischen dem Lutherischen Weltbund und der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten. Die lutherisch-adventistische Konsultation begann im November 1994 in Darmstadt. Es handelte sich damals um die erste internationale Konsultation zwischen Vertretern und Vertreterinnen der beiden weltweiten christlichen Gemeinschaften. Ziele des ersten Zusammentreffens waren unter anderem ein besseres gegenseitiges Verstehen, Abbau falscher Klischeevorstellungen sowie die Erforschung der beiderseitigen Glaubensgrundlagen. Die zweite Gesprächsrunde fand im Juni 1996 in Mississauga/Kanada zum Thema Soteriologie, die Lehre vom Erlösungswerk Christi, statt. Bei der dritten Konsultation im Juni 1997 in Jongny/Schweiz ging es um die Ekklesiologie, die Lehre von der Kirche, und im Mai 1998 in Cartigny/Schweiz um das jeweilige Verständnis von Eschatologie, die biblische Lehre vom Abschluß der Heilsgeschichte. Im Abschlußbericht der Konsultationsreihe steht: "Als wir uns 1994 zum ersten Mal trafen, waren wir uns fremd und kamen mit vielen Fragen. 1998 trennten wir uns als Freunde und in gegenseitiger Wertschätzung. Nach wie vor bestehen erhebliche Unterschiede in der Lehre, aber es ist uns auch deutlich geworden, daß uns vieles verbindet: die Liebe zum Worte Gottes, das gemeinsame Erbe der Reformation, eine hohe Wertschätzung für das Werk und die Lehren Martin Luthers, das Eintreten für Religionsfreiheit und über allem die Frohe Botschaft von der Rechtfertigung allein aus Gnaden durch den Glauben."

Dr. Faith Rohrbough lehrte Kirchengeschichte am Lutherischen Seminar in Philadel-phia/USA und ist jetzt Rektorin des Lutherischen Theologischen Seminars in Saskatoon, Saskatchewan/Kanada. Sie promovierte an der Universität Basel/Schweiz. Dr. Bert B. Beach leitet die Abteilung für zwischenkirchliche Beziehungen an der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA. Er promovierte an der Sorbonne in Paris/Frankreich. Von 1962 bis 1965 war er Beobachter der adventistischen Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil. Seit 1970 ist er der Sekretär der Jährlichen Konferenz der Sekretäre der Weltweiten Christlichen Gemeinschaften (Christian World Communions).



Mehr Adventisten in Kuba

Havanna/Kuba, 27.05.1999/APD Im letzten Jahr schlossen sich in Kuba 4 727 Menschen den Siebenten-Tags-Adventisten an. 18 Pastoren aus Nordamerika hielten 1998 Bibelvorträge auf der Karibikinsel. Dort leben jetzt über 21 000 erwachsene getaufte Adventisten in 156 Gemeinden. Mit ausländischer Hilfe konnte die evangelische Freikirche 86 Gemeindezentren sanieren und 70 neue bauen. 1996 weihte sie ein neues Theologisches Seminar in Nuevo Santiago de las Vegas, nahe der Hauptstadt Havanna, ein. Die alte Ausbildungsstätte in Santa Clara wurde zu Beginn der kommunistischen Herrschaft im Jahre 1959 enteignet. 1993 bekamen die Adventisten zum ersten Mal nach 30 Jahren die Erlaubnis, wieder Studienanleitungen zur Bibel zu drucken. 1995 durften sie 250 000 Broschüren mit dem Titel "Der Weg zu Christus" für Evangelisationsveranstaltungen herstellen.



"Vater der Arbeiterbewegung" wurde Adventist

Nassau/Bahamas, 27.05.1999/APD Der "Vater der Arbeiterbewegung" auf den Bahamas, Sir Randol Fawkes, hat sich nach seiner Taufe der dortigen adventistischen Gemeinde in Centreville angeschlossen. Er war 1949 Mitbegründer eines Bürgerkomitees und 1951 einer Volksbank. 1956 gehörte er zu den ersten sechs Parlamentariern der Fortschrittlichen Liberalen Partei (Progressive Liberal Party) im Abgeordnetenhaus. Hauptsächlich auf seine Initiative wurde 1961 der "Tag der Arbeit" gesetzlicher Feiertag auf den Bahamas. Als Gründer und Präsident des dortigen Gewerkschaftsbundes (Bahamas Federation of Labour) leitete Sir Randol einen 19tägigen Streik, der zu bedeutenden sozialen und politischen Reformen führte. 1966 wandte er sich an die Vereinten Nationen, um die Bahamas auf die Unabhängigkeit von Großbritannien vorzubereiten. Im Inselstaat leben 10 000 erwachsene getaufte Adventisten in 41 Gemeinden. .



Nach Flugzeugabsturz sechs Stunden im Pazifik

Port Vila/Vanuatu, 27.05.1999/APD Nach einem Flugzeugabsturz im Südpazifik schwammen fünf Menschen sechs Stunden im Dunkeln durch haiverseuchte Gewässer ans rettende Ufer. Die Maschine vom Typ Twin Otter der staatlichen Luftlinie Van Air befand sich auf einem Flug zwischen zwei Inseln des Inselstaates Vanuatu. Sie stürzte bei schweren Regenfällen kurz nach dem Start von der Insel Santo auf dem Weg zur Hauptstadt Port Vila mit zwölf Menschen an Bord ins Meer. Unmittelbar nach dem Aufprall sank das Flugzeug. "Wir hatten nur Sekunden, um rauszukommen", sagte der australische Pastor Neil Watts, Vorsteher der Westpazifik-Mission der Siebenten-Tags-Adventisten. Neun Passagiere konnten die Maschine verlassen. Eine Dreiergruppe wurde abgetrieben und ist spurlos verschwunden, ebenfalls die beiden Piloten und ein weiterer Fluggast. Einen leicht verletzten Engländer verließen nach eineinhalb Stunden die Kräfte. Er wurde abgetrieben, ohne daß die anderen ihm helfen konnten. Nur zwei Passagiere hatten Schwimmwesten, die ohne Streit abwechselnd zum Ausruhen benutzt wurden. Mitten in der Nacht erreichten die fünf Überlebenden den rettenden Strand. "Wir waren nur noch glücklich, am Leben zu sein", sagte Pastor Watts. Während die Gruppe gegen die Wellen ankämpfte, sprach der Geistliche ihr Mut zu und betete für sie. "Ich selbst litt an Kälte und Krämpfen, doch mein Glaube an Gott und die Gewißheit, daß Tausende von Gläubigen für uns beteten, gab mir Kraft durchzuhalten." Auf Vanuatu mit 176 000 Einwohnern leben 13 000 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 46 Gemeinden.



Mammutkongreß der Adventisten

Bukidnon/Philippinen, 27.05.1999/APD Fast 75 000 Siebenten-Tags-Adventisten nahmen an einem Kongreß auf dem Gelände des adventistischen Mountain View College in Bukidnon auf den Philippinen teil. Es war die bisher größte derartige Veranstaltung der weltweiten evangelischen Freikirche. Auf den Philippinen leben über 750 000 erwachsene getaufte Adventisten in 3 580 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält zwei Universitäten, vier Hochschulen, 22 Gymnasien, 295 Grundschulen, neun Krankenhäuser, zwei Kliniken und ein Verlagshaus.



Kanadas Evangelische Allianz wirbt für Zusammenarbeit mit Katholiken

Toronto/Kanada 27.05.1999/APD Die gemeinsamen christlichen Werte mehr in den Vordergrund stellen wollen die kanadischen evangelischen Christen in ihrer Beziehung zu den Katholiken. Die Evangelische Allianz von Kanada (EFC) erläuterte in ihrer Zeitschrift "Faith Today" das Verhältnis zum Katholizismus. Er danke Gott vor allem für die vielen Gemeinsamkeiten, meinte etwa Gary Walsh, Präsident der Evangelischen Allianz. Trotz der Lehrunterschiede gebe es regelmäßige Kontakte mit den Katholiken über politische und gesellschaftliche Fragen, wie Abtreibung, Familienpolitik oder Sterbehilfe. George Vandervelde, bei der EFC für ökumenische Fragen zuständig, glaubt, daß der Dialog zwischen Evangelischen und Katholiken zumindest dazu beitrage, "einander zu verstehen und zu klären, welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede es zwischen den beiden Konfessionen gibt". Dadurch könne vermieden werden, daß man Unwahrheiten verbreite. Wenn evangelische Christen etwas gegen den römischen Katholizismus sagten, sollten sie wenigstens wissen, ob es die Wahrheit sei. Um dies zu wissen, müsse man aber miteinander reden, so Vandervelde. Unterschiede blieben dennoch. Beispielsweise hielten viele Protestanten die Verehrung Mariens als Mittlerin oder Gottesmutter für eine Herabsetzung des Werkes Christi. Die Annäherung zwischen Katholiken und Protestanten wurde in den letzten Jahren durch die Ausbreitung der charismatischen Bewegung in beiden Konfessionen gefördert. Die Evangelische Allianz von Kanada ist eine Vereinigung von 32 protestantischen Denominationen mit mehr als 1 000 Kirchen und über 100 christlichen Organisationen. Sie vertritt rund 2,5 Millionen evangelische Christen.



Rußland erkennt Zeugen Jehovas als religiöse Organisation an

Moskau/Rußland, 27.05.1999/APD Das russische Justizministerium hat den Zeugen Jehovas zugestanden, sich als religiöse Organisation registrieren zu lassen. Nach Ansicht der Vertreterin einer Menschenrechtsorganisation könnte diese Genehmigung auch anderen christlichen Organisationen nützen. Die Zeugen Jehovas sind unter dem Namen "Verwaltungszentrale der Zeugen Jehovas in Rußland" registriert. Der Zusatz "in Rußland" ist wichtig, weil er anzeigt, daß die religiöse Gruppe seit über 50 Jahren im Land vertreten ist. "Das ist eine erfreuliche Entwicklung für die Religionsfreiheit in Rußland", sagte die Anwältin Lauren Homer gegenüber dem amerikanischen Nachrichtendienst "Religion Today". Dennoch sei unsicher, wie sich die Situation der Religionsfreiheit entwickeln werde. Es gebe nämlich auch andere, weniger erfreuliche Nachrichten. Die Anwältin wies auf das diskriminierende Vorgehen von Provinzialregierungen gegen religiöse Minderheiten und den wachsenden Antisemitismus in der Gesellschaft hin. Dem katholischen Jesuitenorden ist die Registrierung laut der Keston Nachrichtenagentur vor kurzem verweigert worden. Keston ist ein britisches Institut, das die Entwicklung der Religionsfreiheit in der ehemaligen Sowjetunion beobachtet. Lauren Homer glaubt, daß der negative Entscheid des Justizministeriums im Falle der Jesuiten wegen formaler Fehler auf dem Rechtsweg zustande gekommen sei. Die Jesuiten seien seit dem 18. Jahrhundert in Rußland, also viel länger als die geforderten 50 Jahre, erklärte die Anwältin. Für die Zeugen Jehovas sind allerdings noch nicht alle Probleme gelöst. In Moskau versuchen Staatsanwälte in einem schon seit mehreren Monaten dauernden Gerichtsverfahren, die religiöse Gemeinschaft aus der Stadt zu verbannen. Sie werfen den Zeugen Jehovas vor, Familien zu spalten und Intoleranz zu predigen. Die Staatsanwälte berufen sich dabei auf eine Gesetzesvorschrift von 1997, welche besagt, daß Gruppen, welche Haß oder Intoleranz verkündeten, verboten werden müßten. Nach ihren eigenen Angaben haben die Zeugen Jehovas in Rußland 250 000 Anhänger.



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© APD Geändert am: 17.06.99