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"Den Blick für andere öffnen"
Präsident der weltweiten Adventisten von EKD und Landesregierung empfangen
Friedensau bei Magdeburg, 25.11.1999/APD "In Friedensau werden Männer und Frauen ausgebildet, um ihnen den Blick für andere zu öffnen", sagte der Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, Dr. Jan Paulsen (Silver Spring, Maryland/USA), in seiner Festansprache zum einhundertjährigen Bestehen der adventistischen Theologischen Hochschule. Die angebotenen Studienzweige Theologie und Christliches Sozialwesen seien eine ideale Kombination, denn bei beiden ginge es darum, Menschen in ihren Nöten und Problemen zu helfen. Friedensau solle aber auch weiterhin global denken und Studenten aus vielen Ländern haben. Es gelte mündige Menschen heranzubilden, die eigene Entscheidungen treffen könnten und den Mut besässen, zu ihren Überzeugungen zu stehen. Sie sollten bereit sein, ihr Leben in den Dienst für andere zu stellen.
Dr. Humberto M. Rasi, Direktor für Bildung der Generalkonferenz, betonte dass die Theologische Hochschule Friedensau eine wichtige Rolle unter den weltweit 5 590 adventistischen Schulen, darunter 95 Universitäten und Hochschulen, spiele. Die 1899 gegründete "Missionsschule" sei nicht nur die älteste Bildungsstätte der Freikirche in Europa, sie habe als einzige der vielen adventistischen Schulen auch zwei Weltkriege und zwei Diktaturen überstanden. Mit der staatlichen Anerkennung im Jahre 1990 habe eine neue Phase des Wirkens begonnen. An der Friedensauer Hochschule sind zur Zeit 203 Studenten aus 18 Ländern eingeschrieben. Sie bietet die akademischen Grade Diplom-Theologe, Magister der Theologie, Diplom?Sozialarbeiter, den Magister in Internationaler Sozialwissenschaft und Sozialer Verhaltenswissenschaft sowie das Propädeutikum in Kirchenmusik an.
Im Rahmen der 100-Jahr-Feier führte der Oratorienchor und das Kammerorchester der Theologischen Hochschule unter Leitung von Professor Wolfgang Kabus das Paulus-Oratorium von Felix Mendelsohn-Bartholdy in der Stadthalle Möckern auf. Als Solisten wirkten Gertrud Günther (Dresden) - Sopran, Bettina Denner-Brückner (Leipzig) - Alt, Matthias Bleidorn (Berlin) - Tenor und Professor Mario Hoff (Weimar) - Bass mit. Oratorienaufführungen haben in Friedensau eine ausgeprägte Tradition. Bereits im Jahre 1911 wurde ein Teil des "Paulus" während einer Zeltversammlung und in Gegenwart des Ausschusses der Generalkonferenz vorgetragen.
Dr. Jan Paulsen, der in Tübingen promoviert hat, besuchte in seiner Eigenschaft als Generalkonferenz-Präsident, und damit als Leiter von über zehn Millionen erwachsener getaufter Siebenten-Tags-Adventisten in 205 Ländern, zum ersten Mal Deutschland. In Hannover hatte er ein Gespräch mit dem Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Dr. Rolf Koppe, im Kirchenamt der EKD. Bei dem Erfahrungsaustausch ging es um Fragen zwischenkirchlicher Beziehungen, die Situation in Osteuropa, Mission in Afrika, den kirchlichen Entwicklungsdienst und die Religionsfreiheit.
In Magdeburg wurde Paulsen von der Landesregierung Sachsen-Anhalt empfangen. Ministerialdirigent Dr. Christoph Helm würdigte die hundertjährige Geschichte der adventistischen Ausbildungsstätte Friedensau. An der Begegnung nahm auch der Rektor der Theologischen Hochschule, Professor Dr. Udo Worschech, teil, der das Profil der Bildungsstätte vorstellte. Dr. Helm wies auf die internationale Bedeutung Friedensaus durch zahlreiche ausländische Studenten hin. Als nächste Schritte seien ein Medien- und Weiterbildungszentrum für die Region an der Hochschule und die Gestaltung einer gemeinsamen Promotionsordnung mit der Universität Halle denkbar.
"Mama" Krüger - ein Leben für Waisenkinder
Bad Aibling, 25.11.1999/APD Im Alter von 92 Jahren verstarb im oberbayerischen Bad Aibling "Mama" Erna Krüger. Die Siebenten-Tags-Adventistin leitete über 40 Jahre ein Waisenhaus in Kairo. 1932 kam die ausgebildete Krankenschwester mit ihrem Mann, dem adventistischen Missionar Emil Gustav Krüger, nach Ägypten. Nach zwei Jahren starb ihr Mann und wenig später auch ihr erst sechs Monate alter Sohn. Erna Krüger blieb in Ägypten, wo sie zunächst als Krankenschwester in Privathaushalten tätig war. Sie lernte Arabisch, das sie schließlich fast akzentfrei sprach. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm sie in Kairo die Leitung des von der Freikirche 1946 gegründeten Waisenhauses. Wie sie später äußerte, war es in einer von Männern dominierten Welt nicht einfach, anfangs 17 und später über 40 Waisenkinder "über die Runden" zu bringen. Nach dem Sechstagekrieg (1967) kamen weitere elternlose Kinder hinzu. Als dem Waisenhaus eine Grundschule angegliedert wurde, durfte Erna Krüger erleben, dass es sich bei den Lehrern überwiegend um ehemalige Heimbewohner handelte. Viele "ihrer" Kinder wurden Krankenschwestern, Lehrerinnen, Lehrer, Dolmetscher, Verwaltungsbeamte oder Pastoren. 1980 erhielt Erna Krüger das Bundesverdienstkreuz. Bis zu ihrem 80. Lebensjahr stand sie dem Waisenhaus vor. Als sie sich 1988 entschloss, nach Bad Aibling in das adventistische Altenheim "Haus Wittelsbach" umzuziehen, gründete sie zum Abschied mit ihren Ersparnissen noch eine Mädchenschule in Ägypten. Bis zu ihrem Lebensende stand sie mit vielen ihrer ehemaligen Waisenkinder, die heute in zahlreichen Ländern leben, in Verbindung.
Von Portugal bis Russland "Leben wagen!"
Darmstadt, 25.11.1999/APD Zwischen 16 000 und 21 000 Menschen besuchten vom 6. bis 21. November an 350 Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz allabendlich die insgesamt zehn Bibelvorträge von Pastor Dr. Johann Gerhardt, die von Darmstadt per Satellit übertragen wurden. Der Dekan der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg wollte mit dem Seminar "Leben wagen!" einfache, hilfreiche Glaubensschritte vermitteln. "Sich treiben lassen, kann nicht die Lösung sein", so Gerhardt, "wer sich orientieren will, braucht Orientierung." Seine Themen befassten sich deshalb mit Fragen zum Lebenssinn und einer eigenen stabilen Identität. Die Vorträge wurden simultan in Russisch, Italienisch, Tschechisch, Serbo-Kroatisch, Rumänisch, Portugiesisch sowie in die Gebärdensprache für Hörgeschädigte übersetzt und in weitere europäische Länder übertragen. In Tschechien waren sie an 134 Orten zu erleben, in Cluj/Rumänien besuchten 300 Schülerinnen und Schüler des adventistischen Gymnasiums und weitere 300 Interessenten die Veranstaltungen und auch in Torre Pellice/Norditalien konnte "Leben wagen!" gesehen werden. Seit 1996 führt die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa derartige Satellitenübertragungen durch.
Erstmals Videokonferenz mit amerikanischer Universität
Friedensau bei Magdeburg, 25.11.1999/APD Erstmals hatte die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg eine Videokonferenz mit der Andrews Universität der Freikirche in Berrien Springs, Michigan/USA. Die Dozenten Robert D. Moon und Sharon Pittman hielten für die Studenten des Fachbereiches "Christliches Sozialwesen" die Vorlesung "Integration von Langzeitarbeitslosen". Für angehende Theologen referierte Jon Paulien über das Thema "Adventistische Eschatologie im lutherischen und säkularen Kontext". Beide Veranstaltungen dauerten etwa eineinhalb Stunden, wobei die Friedensauer Studenten in den letzten 30 Minuten Fragen stellen konnten.
SPD: Auch künftig Gottesdienstschilder für Würzburger Freikirchen
Würzburg, 25.11.1999/APD Werden die Freikirchen in Würzburg auch weiterhin Hinweisschilder für ihre Gottesdienste am Straßenrand aufstellen dürfen? Die SPD-Fraktion im Würzburger Rathaus wandte sich energisch gegen eine Entscheidung des Ordnungsausschusses vom Juni diesen Jahres, Hinweisschilder nur noch für die beiden großen Kirchen zuzulassen, und forderte eine Korrektur. Gegen die vom Ausschuss verfügte Einschränkung hatten die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Siebenten-Tags-Adventisten und die Freie evangelische Gemeinde bei Oberbürgermeister Jürgen Weber vergeblich Protest eingelegt. Mit Recht fühlten sich die Freikirchen diskriminiert, schrieben die SPD-Stadträte in einem Brief dem Oberbürgermeister. Die Entscheidung solle "in erster Linie, wenn nicht ausschließlich, verhindern, dass die religiöse Vereinigung Universelles Leben auf ihre Veranstaltungen hinweist". Dies könne man aber auch dadurch regeln, dass nur Religionsgemeinschaften mit dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts Hinweisschilder aufstellen dürfen. Die SPD findet eine derartige Regelung "sachgerecht, praktikabel und rechtlich nicht angreifbar". Wenn die Stadt die Flut von Hinweisschildern eindämmen wolle, gebe es dafür "genügend andere Tätigkeitsfelder". Die wegen der Hinweisschilder bei Oberbürgermeister Weber vorstellig gewordenen Freikirchen haben alle den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Generalsekretärin und Kirchentagspräsidenten neu berufen
Fulda, 25.11.1999/APD Neue Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages wird Friederike Woldt (44). Sie tritt im Frühjahr 2000 die Nachfolge von Margot Käßmann an, die seit Anfang September Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Hannover ist. Friederike Woldt studierte Theologie in Leipzig, Jena und Naumburg und wirkt gegenwärtig als Seelsorgerin am Rehaklinikum Kreischa bei Dresden. Seit 1993 arbeitet die Mutter von drei Kindern ehrenamtlich an Deutschen Evangelischen Kirchentagen mit.
Das Amt des Kirchentagspräsidenten für den 29. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 13. bis 17. Juni 2001 in Frankfurt am Main übernimmt Martin Dolde (57), Stuttgart, Leiter der Logistik im Motorenwerk Untertürkheim der Daimler-Chrysler AG. Er gehört der Landessynode der Evangelischen Kirche in Württemberg an und ist seit 1987 Mitglied des Kirchentagspräsidiums. Er tritt die Nachfolge der Nordhausener Oberbürgermeisterin Barbara Rinke an. Die evangelische Präsidentin für den Ökumenischen Kirchentag im Jahr 2003 in Berlin wird Elisabeth Raiser (59). Die in Genf lebende promovierte Historikerin verfügt über vielfältige Erfahrungen im evangelisch-katholischen Dialog. Derzeit hat die mit dem Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Konrad Raiser, verheiratete Mutter von vier Söhnen unter anderem einen Lehrauftrag am Genfer "Atelier Oecuménique de Theologie". Den Ökumenischen Kirchentag, den der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) 2003 in Berlin gemeinsam veranstalten, wird Elisabeth Raiser zusammen mit dem dann amtierenden Präsidenten des ZdK leiten.
Seminar der Freien evangelischen Gemeinden expandiert
Witten 25.11.1999/APD Das Theologische Seminar des Bundes Freier evangelischer Gemeinden richtet für Herbst 2000 eine weitere Dozentenstelle mit Schwerpunkt Altes Testament und Griechisch ein. Dadurch sollen die sechs bisherigen Lehrer entlastet werden, um sich mehr den Studenten und ihrer eigenen Fortbildung sowie Publikationen widmen zu können. Zur Zeit sind an dem Seminar, das in Ewersbach zwischen Siegen und Dillenburg liegt, 60 Studenten eingeschrieben. Außerdem soll im nächsten Jahr eine dreijährige Ausbildung für Gemeindediakone/diakoninnen und Gemeindehelferinnen hinzukommen.
Reisetips für Rollstuhlfahrer
Krautheim, 25.11.1999/APD Aktuelle Reisetips für Rollstuhlfahrer bietet das neu überarbeitete "Reise-ABC 2000" vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. (BSK) an. Die Broschüre enthält auf über 170 Seiten Adressen, Erfahrungsberichte und barrierefreie Ziele für die Planung des Urlaubs im Rollstuhl. Sie ist gegen Einsendung von zehn Mark in Briefmarken beim BSK e. V., Postfach 20, 74236 Krautheim, Telefon (06294) 6 83 02, erhältlich. Dort gibt es auch Infos über Gruppen- und Individualreisen für Rollstuhlfahrer, die der Verein seit über 30 Jahren organisiert. Das Programm für 2000 umfasst unter anderem eine Kulturreise nach Israel und einen Segeltörn auf der Nordsee.
Fleischkonsum in Deutschland für brasilianische Kleinbauern gefährlich
Stuttgart, 25.11.1999/APD "Brot für die Welt" hat eine Studie veröffentlicht, die sich mit den Folgen des Futtermitteleinsatzes aus Entwicklungsländern befasst. Die intensive Tierhaltung in Deutschland und Europa sei auf Futtermittelimporte angewiesen. Die Ausweitung des Sojabohnenanbaus in Brasilien führe jedoch dazu, dass Kleinbauern von ihrem Land vertrieben würden. Die Studie mit dem Titel "Zusammenhänge der Agrarproduktion in Deutschland, der EU und ausgewählten Entwicklungsländern" gibt einen Überblick über Herkunft und Verwendung der wichtigsten Futtermittel. Sie untersucht nicht nur die Situation in Brasilien, sondern auch den Tapioka-Anbau in Thailand, die Rapsschrotproduktion in Indien und die Erdnusserzeugung im Senegal. In allen Fällen seien die Einkünfte der Bauern starken konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine sinnvolle und dauerhafte Entwicklung in der südlichen Hemisphäre über den Anbau und Export von Futtermitteln kaum realisierbar sei. Die 60-seitige Studie ist beim Diakonischen Werk der EKD, Zentraler Vertrieb, Postfach 10 11 42, 70010 Stuttgart erhältlich und kostet 4,80 DM.
Ausstellung "Macau `99 - Herkunft ist Zukunft"
St. Augustin, 25.11.1999/APD Macau, der früheste Außenposten Europas in Ostasien und lange Zeit das Zentrum der katholischen Missionstätigkeit in der Region wird am 20. Dezember 1999 von Portugal an die Volksrepublik China zurückgegeben. Aus diesem Anlass erinnert die Ausstellung "Macau `99 - Herkunft ist Zukunft" an die viereinhalb Jahrhunderte währende Geschichte und die kulturellen Besonderheiten der nur 23,5 Quadratkilometer großen Enklave mit seinen heute etwa 450 000 Einwohnern, die zu 95 Prozent chinesischstämmig sind. Die Ausstellung ist täglich zwischen zehn und 17 Uhr in der Aula des Missionspriesterseminars in St. Augustin bei Bonn zu sehen. Sie dauert bis zum 15. Dezember 1999.
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