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International


Adventisten: "Das Jahr 2000 hat keine religiöse Bedeutung"

Silver Spring, Maryland/USA, 21.10.1999/APD Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat eine Stellungnahme zum Jahrtausendwechsel verabschiedet. In der vom Exekutiv-Ausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) in Silver Spring, Maryland/USA, beschlossenen Erklärung heißt es, dass die "Adventisten dem Ende eines Jahrtausends und dem Beginn eines neuen keine religiöse Bedeutung" beimessen. Deshalb lehnen sie "jede Spekulation bezüglich seines religiösen Zwecks" ab. Das Jahr 2000 werde in der Bibel nicht erwähnt und sei deshalb "prophetisch nicht von besonderem Belang". Obwohl die Freikirche an der Lehre von der "baldigen Wiederkunft Christi" festhalte, lehnt sie in ihrer Stellungnahme jegliche Spekulation "über den genauen geschichtlichen Zeitpunkt" dieses Ereignisses ab. Pastor Leo Ranzolin, einer der Vizepräsidenten der Generalkonferenz, kommentierte die Erklärung mit dem Hinweis, "wenn etwas für die Zukunft von Bedeutung ist, dann ist es die Hoffnung, die wir als Christen auf die baldige Wiederkunft Christi haben". Während andere sich Sorgen machten, sollten Adventisten nach ihrer christlichen Hoffnung leben. "Viele Menschen fürchten sich vor der Zukunft", so Ranzolin. Es gebe eine Menge von Mutmaßungen über das Jahr 2000 und dessen Wichtigkeit für die Weltgeschichte. Der in Silver Spring, Maryland/USA, tagende Exekutiv-Ausschuss der Generalkonferenz besteht aus 330 Geistlichen und Laienvertretern aus aller Welt. Er ist das oberste Organ der weltweiten evangelischen Freikirche zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Vollversammlungen. Bereits 1995 wurden in einer offiziellen Erklärung während der Generalkonferenz-Vollversammlung in Utrecht/Niederlande jegliche Endzeitspekulationen zur Jahrtausendwende verurteilt. Damals hieß es: "Das bevorstehende Ende des zweiten Jahrtausends christlicher Zeitrechnung bringt zweifellos einige irregeleitete Personen dazu, Zeitpläne aufzustellen und mit dem Jahr 2000 das Ende der Welt und die Wiederkunft Christi in Verbindung zu bringen. Die Adventisten lehnen solche Spekulationen ab, denn diese widersprechen der deutlichen Aussage Christi, dass die Menschen zwar tatsächlich erkennen können, dass seine Wiederkunft naht, sie jedoch nicht genau wissen können, wann er kommt." Die nächste Generalkonferenz-Vollversammlung findet im Juli 2000 in Toronto/Kanada statt.

(Hinweis der Redaktion: Der Text der "Stellungnahme: Adventisten und das Jahr 2000" findet sich unter der Rubrik "Dokumentation".)



"Bibel läßt keinen Raum für Homosexualität"

Silver Spring, Maryland, 21.10.1999/APD Für Siebenten-Tags-Adventisten gehören sexuelle Beziehungen nur in die eheliche Gemeinschaft von Mann und Frau. Damit wendet sich die weltweite Freikirche gegen homosexuelle Praktiken und Beziehungen. Der in Silver Spring, Maryland/USA tagende 330 Mitglieder umfassende Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) stellte in einer Erklärung zur Homosexualität fest: "Die Bibel läßt keinen Raum für homosexuelle Betätigung oder Beziehungen. Sexuelle Handlungen außerhalb des Bereiches einer heterosexuellen Ehe sind untersagt." Siebenten-Tags-Adventisten strebten danach, der Lehre und dem Beispiel Jesu zu folgen. Ihnen sei bewusst, dass jeder Mensch vor Gott wertvoll ist. Die Bibel unterscheide jedoch zwischen der Liebe Christi zu Sündern und seiner Lehre über falsche Handlungsweisen.

(Hinweis der Redaktion: Der Text der "Stellungnahme der Siebenten-Tags-Adventisten zur Homosexualität" findet sich unter der Rubrik "Dokumentation".)



Gute Beziehungen zwischen Adventisten und albanischem Staat ausbauen

Silver Spring, Maryland/USA, 21.10.1999/APD Für den Ausbau der guten Beziehungen zwischen den Siebenten-Tags-Adventisten und der albanischen Regierung sprach sich der Außenminister Albaniens, Dr. Paskal Milo, während eines Besuchs der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA, aus. "Ihre Kirche macht einen modernen Eindruck, die Angebote sind interessant und anziehend, und das Engagement für die Menschen ist beeindruckend", sagte Milo in einem Gespräch mit Pastor Dr. Jan Paulsen, dem Präsidenten der weltweiten Adventisten. Paulsen unterstrich ebenfalls die Absicht, die guten Beziehungen zwischen der Freikirche und der albanischen Regierung fortzusetzen: "Wir haben nach wie vor ein starkes Interesse an Ihrem Land. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA bemüht sich, Nöten besonders in den gegenwärtigen Balkankonflikten abzuhelfen." Im April 1991 begann ADRA als erste westliche Nichtregierungs?Organisation mit der Arbeit in Albanien. Der Staat stellte ihr 1994 ein drei Kilometer vom Stadtzentrum Tiranas entferntes 1,3 Hektar großes Grundstück zur Verfügung. Dort entstanden ein Lagerhaus für Hilfsgüter, Büros und zwei weitere Gebäude, die als Berufsschule und ambulante Klinik genutzt wurden. Als im März 1997 Unruhen ausbrachen, stürmte eine bewaffnete Menge das ADRA?Zentrum, plünderte es vollständig aus und besetzte es. Hilfsgüter im Wert von einer halben Million Mark, die dort auch für ein Dutzend anderer Wohlfahrtsorganisationen lagerten, wurden gestohlen. Bis dahin hatte ADRA Entwicklungsprojekte im Wert von fast 20 Millionen Mark durchgeführt. Im Januar 1998 räumte eine Spezialabteilung der Polizei das von 15 Familien besetzte ADRA?Gelände. Die durch die Besetzer beschädigten Gebäude konnten mit einem Zuschuss der britischen Regierung in Höhe von 86 000 Mark wieder instand gesetzt werden. Im September 1998 kam es zu einer weiteren Plünderung des Lagerhauses durch maskierte und bewaffnete Männer. Als dieser Zwischenfall geschah, führte ADRA gerade Projekte in den Bereichen Landwirtschaft, Volksgesundheit und Bildung im Gesamtwert von 4,25 Millionen Mark in Albanien durch. Ab April 1999 koordinierte das adventistische Hilfswerk im Auftrag des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) die Versorgung von 100 000 Kosovo-Flüchtlingen im Lande. Als die Kosovaren begannen in ihre Heimat zurückzukehren, richtete ADRA auf Bitten des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) und des WFP im albanischen Grenzort Kukës eine Ausgabestelle für Nahrungsmittel ein. Dort wurden die Heimkehrer mit einer einmonatigen Lebensmittelration, Hygieneartikeln und einer Plastikplane als möglicher Notunterkunft ausgestattet. Innerhalb von fünf Wochen verteilte ADRA an fast 250 000 Menschen 2 620 Tonnen Nahrungsmittel. Seit 1909 gibt es in Albanien Adventisten. Fast alle verließen ihre Heimat während des 2. Weltkrieges und zu Beginn der kommunistischen Herrschaft. Der adventistische Missionar Daniel C. Lewis starb 1951 wegen seiner Glaubensüberzeugung im Gefängnis. Eine kleine Gruppe Adventgläubiger hielt während der letzten 15 Jahre des Kommunismus heimlich Gottesdienste in einer Privatwohnung in Korçë ab. Inzwischen leben in Albanien fast 300 Siebenten?Tags?Adventisten. Adventgemeinden sind bisher in Korçë, Tirana, Shkodër und Elbasan entstanden.


Gambias Staatsoberhaupt für Engagement der Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA, 21.10.1999/APD Der Präsident der westafrikanischen Republik Gambia, Dr. Alhaji Yahya Jammeh, lud die Siebenten-Tags-Adventisten ein, sich bei der Entwicklung seines Landes noch stärker zu engagieren. Während eines Besuches der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) in Silver Spring, Maryland/USA, wies das Staatsoberhaupt darauf hin, dass "ein hungriger Mensch ein zorniger Mensch" sei und außerdem "durch Mangel an Bildung die Demokratie nicht richtig schätze". Er bat die Adventisten, sich an der neu gegründeten Universität von Gambia und an anderen Projekten zu beteiligen. "Ihre Kirche hat viel für mein Land getan", sagte Jammeh. Er erwähnte die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser durch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA und die Grundschule der Freikirche. Er wünschte sich jedoch eine weitere Schule mit einer Sanitätsstation. Der Präsident der weltweiten Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Dr. Jan Paulsen: "Wir haben Ihre eindringliche Bitte und Ihre Sorgen genau vernommen. Obwohl unsere Mittel begrenzt sind, werden wir alles tun, was möglich ist." In Gambia gibt es erst seit 1975 Adventisten. Die evangelische Freikirche wurde 1987 staatlich anerkannt und zählt heute rund 500 erwachsene getaufte Mitglieder in zwei Gemeinden.


Schließung adventistischer Schule nach Atomunfall

Tokio/Japan, 21.10.1999/APD Von dem Unfall in der japanischen Uran-Verarbeitungsanlage Tokaimura sind auch Siebenten-Tags-Adventisten betroffen. Die nur sieben Kilometer von der Firma entfernte adventistische Kujikawa Saniku Shogakko Grundschule musste geschlossen werden. Das Zentrum der örtlichen Adventgemeinde können die 90 Mitglieder dagegen weiterhin nutzen. Laut Pastor Yoshihiro Atari steht das Gebäude in einem Stadtteil Tokaimuras, der sich bei dem Unfall nicht in Windrichtung der Atomanlage befand.



Adventisten helfen Erdbebenopfern auf Taiwan

Taipeh/Taiwan, 21.10.1999/APD Das adventistische College und das Gymnasium in Yu Chih wurden bei dem Erdbeben auf Taiwan stark beschädigt. Die über 500 Studenten und Schüler blieben dagegen unverletzt. Laut James Wu, Kommunikationsdirektor der Taiwan Mission der Siebenten-Tags-Adventisten, sind alle Gebäude einsturzgefährdet, so dass kein Unterricht mehr möglich ist. Außerdem wurden sechs Gemeindezentren der Freikirche beschädigt. In Hur Ping starben drei Adventisten beim Einsturz ihres Hauses. Das adventistische Krankenhaus in Taipeh nahm Verletzte auf und sandte ein Ärzteteam ins Katastrophengebiet. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA versorgte Erdbebenopfer mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Kleidung und Zelten. Dabei diente die in der Nähe des Epizentrums liegende Bildungsstätte in Yu Chih als Verteilzentrum für Hilfsgüter. Auf Taiwan leben rund 7 500 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 48 Gemeinden.



"Floyd" beschädigte adventistische Gemeindezentren

Nassau/Bahamas, 21.10.1999/APD Der Wirbelsturm "Floyd" hat auf den Bahamas auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Mitleidenschaft gezogen. Das Gemeindezentrum in Abaco, zwei in Eleuthera und ein weiteres auf Cat Island wurden zum Teil schwer beschädigt. Schäden trugen in Nassau auch das Gebäude der Kirchenleitung und die Turnhalle des adventistischen Gymnasiums davon. Zahlreiche Häuser von Adventisten sind unbewohnbar. Die evangelische Freikirche zählt auf den Bahamas rund 9 500 erwachsene getaufte Mitglieder in 41 Gemeinden.



Ehrendoktorwürde für Dirigent Herbert Blomstedt

Göteborg/Schweden, 21.10.1999/APD Als einer der bedeutendsten schwedischen Dirigenten von internationalem Rang erhält Herbert Blomstedt (72) am 23. Oktober die philosophische Ehrendoktorwürde der Universität Göteborg. Der 1927 in den USA geborene Musiker war unter anderem zehn Jahre lang Chefdirigent des San Francisco Symphonieorchesters. Er leitete auch das Symphonieorchester des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg und übernahm 1998 die Nachfolge von Kurt Masur als Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Die Göteborger Universität würdigt überdies sein Eintreten für die schwedische und norwegische Musik aller Zeitperioden. Blomstedt förderte insbesondere die moderne schwedische Musik. In den 1960er Jahren unterstützte er den Aufbau einer Musikabteilung an der schwedischen Hochschule. Er war regelmäßig Gastdirigent des Göteborger Symphonieorchesters. Der Siebenten-Tags-Adventist ist mit Ehefrau Traute verheiratet, hat vier Töchter und lebt seit 1984 in Luzern.



US-Katholiken und Südliche Baptisten vergleichen Bibelverständnis

Washington, D. C./USA, 21.10.1999/APD "Viele Gemeinsamkeiten" aber auch "ernste Differenzen" über die Bedeutung der Bibel haben in den USA Vertreter der römisch?katholischen Kirche und der Südlichen Baptisten in einer gemeinsamen Erklärung festgestellt. Das in Washington veröffentlichte Dokument, bei dem es sich nach Angaben beider Seiten nicht um einen "Bekenntnistext" handelt, ist die erste gemeinsame Erklärung der beiden größten Glaubensgemeinschaften in den Vereinigten Staaten. Es bildet den vorläufigen Höhepunkt eines seit fünf Jahren stattfindenden, jährlichen informellen Gesprächstreffens, über das es bisher keine Veröffentlichungen gab. An den Begegnungen nahmen 16 Repräsentanten beider Seiten teil, die von der Nordamerika?Mission der Südlichen Baptisten und dem Sekretariat für Ökumenische und Zwischenkirchliche Beziehungen der Katholischen Bischofskonferenz benannt wurden. Der Erklärung zufolge "glauben Südliche Baptisten und römische Katholiken an den dreieinen Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist und bekennen die ganze Göttlichkeit und völlige Menschlichkeit Jesu Christi". Beide Seiten "finden die Wahrheit des Glaubens in Gottes geschriebenem Wort, der Heiligen Schrift", dennoch gibt es im Bibelverständnis Unterschiede, heißt es in der Erklärung. Während die Südlichen Baptisten an der Verbalinspiration und Unfehlbarkeit der Bibel festhalten, befürworten die Katholiken in den USA die "historisch?kritische Methode" der Bibelauslegung. Neben der Heiligen Schrift bezeugt nach ihrem Verständnis auch die kirchliche Tradition die Offenbarung Gottes. Wörtlich heißt es: "Katholiken glauben nicht, dass alle biblischen Erzählungen historisch verstanden werden sollten, weil die heiligen Autoren Erzählungen genutzt haben, um symbolisch auf religiöse Wahrheiten hinzuweisen." In der Erklärung bezeichnen sich die Südlichen Baptisten selber als biblische "Fundamentalisten", wobei sie dieses Wort als Gegenpol zum theologischen Liberalismus verstanden wissen wollen. In den USA gibt es rund 59 Millionen Katholiken und 16 Millionen Südliche Baptisten.



Rumänische Baptisten protestieren gegen Roma-Diskriminierung

Bukarest/Rumänien, 21.10.1999/APD Gegen die Diskriminierung von Angehörigen der Roma haben die Baptisten in Rumänien protestiert. Anlass ist der Widerruf einer Baugenehmigung für ein Gemeindezentrum baptistischer Roma?Gläubiger in der Stadt Mizil nördlich von Bukarest. Nach Angaben des stellvertretenden Generalsekretärs vom Rumänischen Baptistenbund, Otniel Bunaciu (Bukarest), hatten Vertreter der Orthodoxen Kirche gegen den Bau Einspruch erhoben, dem die Behörden stattgaben. Dies sei eine Verletzung der Menschenwürde der Roma sowie ein Verstoß gegen die Religionsfreiheit. Zwar verhielten sich die Orthodoxen nicht überall im Land so abweisend gegen Baptisten und Roma, so Bunaciu, doch beobachte er mit Sorge, dass in einem Entwurf für ein neues Religionsgesetz die Orthodoxe Kirche als Nationalkirche bezeichnet werde. Etwa 87 Prozent der 22,7 Millionen Einwohner Rumäniens sind orthodox. Die Zahl der Baptisten beträgt etwa 90 000, die der Siebenten-Tags-Adventisten 71 500. Rund 1,8 Prozent der Bevölkerung sind Roma.



"Kirche des Nazareners" Mitglied im Methodistischen Weltrat

Hongkong/China, 21.10.1999/APD Das in Hongkong tagende Exekutivkomitee des Methodistischen Weltrates (WMC) hat die "Kirche des Nazareners" in den methodistischen Kirchenbund aufgenommen. Der 1881 gegründete Weltrat hat seinen Sitz in Lake Janaluska, North Carolina/USA, und ist die Dachorganisation für über 33 Millionen methodistische Christen in 108 Ländern. Die 1908 entstandene Kirche des Nazareners stammt aus einer kleinen Gruppe des amerikanischen Methodismus und zählt heute rund 1,3 Millionen Mitglieder, von denen die Hälfte in den USA lebt. Sie ist auch in Deutschland mit etwa 1 500 Mitgliedern vertreten und gehört der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) an.



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© APD Geändert am: 25.10.99