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Kirchen durch säkulare Gesellschaft herausgefordert
Krakau/Polen, 20.09.1999/APD "Alle europäischen Kirchen sind mit einer Gesellschaft konfrontiert, die immer säkularer wird", sagte Dr. Jan Paulsen (Silver Spring, Maryland/USA), Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, in einem Interview, das vom polnischen Fernsehen landesweit ausgestrahlt wurde. "Wenn Menschen mit Gott nichts mehr anfangen können, dann ist dies für die Kirchen kein Grund zur Resignation, sondern eine Herausforderung, ihnen Gott, die Grund-werte des Glaubens und einen christlichen Lebensstil wieder nahezubringen." Dabei gehe es nicht um Theorien, sondern die Christen müssten durch ihr eigenes Leben den Glauben an Gott anschaulich machen.
Paulsen besuchte den "Zweiten internationalen Kongress polnisch sprechender Adventisten" in Krakau. Zu der Veranstaltung waren etwa 2 000 Mitglieder der evangelischen Freikirche aus Polen, Australien, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Südafrika, der Ukraine und Litauen angereist. In einem Grußwort würdigte der polnische Staatspräsident Aleksander Kwasniewski das Engagement der Adventisten in den Bereichen Bildung und Sozialarbeit. Premierminister Jerzy Buzek betonte vor den Kongressteilnehmern, die jahrhundertealte polnische "Tradition religiöser Toleranz" und begrüßte besonders diejenigen, die aus dem Ausland kamen und erst in den letzten Jahrzehnten das Land verlassen hätten. "Seien sie Botschafter und Vertreter nicht nur ihrer Kirche, sondern auch von Polen", forderte er sie auf.
Der Kongress wurde von der örtlichen Adventgemeinde Krakau veranstaltet. Sie hatte bereits zwei Wochen vorher ein umfangreiches Programm in der Stadt durchgeführt, zu dem Raucherentwöhnungskurse, Seminare gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen gehörten. Adventistenpräsident Dr. Paulsen wurde von der Krakauer Stadtverwaltung und der Malopolska Provinzregierung empfangen. Er hatte auch eine Unterredung mit dem Erzbischof von Krakau Kardinal Franciszek Macharski. In Polen leben 5 500 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 118 Gemeinden.
"Nicht nur das Richtige denken, sondern auch tun"
Bukarest/Rumänien, 20.09.1999/APD Zu einem Gedankenaustausch über das Thema "Kirche und Staat" trafen sich Staatpräsident Dr. Emil Constantinescu und Dr. Jan Paulsen (Silver Spring, Maryland/USA), Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, im Amtssitz des rumänischen Staatsoberhauptes in Bukarest. Paulsen dankte dem Politiker für seine öffentliche Parteinahme zugunsten adventistischer Schülerinnen und Schüler, die im Juni an einem Samstag, dem biblischen Ruhetag (Sabbat), ihre Aufnahmeprüfung für das Gymnasium oder die Berufsschule ablegen sollten. Damals hatten sich über 600 von ihnen geweigert, die erforderlichen Klausuren zu schrei-ben. Ein Gericht verurteilte das Kultusministerium, Nachprüfungen außerhalb des Samstags anzusetzen, was im August geschah. Der Staatspräsident entgegnete: "Ich stimme mit Ihnen und Ihrer Kirche überein, dass es nicht nur wichtig ist, das Richtige zu denken, sondern man muss es auch tun." Das sei oft schwierig und erfordere Mut, da es gelte, entgegengesetzten Ansichten und falschen Klischees zu widerstehen. Er sei der Überzeu-gung, dass der Fundamentalismus ständig zu Konflikten führe. Deshalb leiste er jedem Versuch, die Religionsfreiheit einzuschränken, Widerstand. Constantinescu erwähnte, dass er mit der adventistischen Kirche vertraut sei. Er habe auch in den USA rumänische Gottesdienste der Adventisten besucht. Die evangelische Freikirche zählt in Rumänien 71 500 erwachsene getaufte Mitglieder in 1 052 Gemeinden. Sie unterhält dort ein theologisches Seminar, eine Klinik, eine Krankenpflegeschule, drei Gymnasien, ein Verlagshaus und vier Radiostationen. Seit 1870 ist sie in dem Balkanstaat vertreten.
Adventistischer Vorsteher nimmt Erdbebenopfer auf
Athen/Griechenland, 20.09.1999/APD Keinen Schaden nahm das Gemeindezentrum der Siebenten-Tags-Adventisten und deren Missionsbüro in Athen während des Erdbebens. Laut Missionsvorsteher Apostolos Maglis wurden auch keine Adventisten in der griechischen Hauptstadt verletzt oder getötet. Lediglich eine Familie mußte ihre Wohnung in einem fünfstöckigen Gebäude wegen Baufälligkeit verlassen. Sie kam im Haus des Vorstehers im Süden Athens mit zehn anderen obdachlos gewordenen Menschen unter. Die evangelische Freikirche hat in Griechenland 210 erwachsene getaufte Mitglieder.
Jugoslawische Baptisten als Verräter beschimpft
Großes Interesse am adventistischen Bibelfernkurs
Novi Sad/Belgrad/Jugoslawien, 20.09.1999/APD Der Pastor der Belgrader Baptisten-gemeinde beklagte in einem Gespräch mit einer Delegation der Europäischen Baptistischen Föderation in Novi Sad, dass der Bombenkrieg der NATO gegen Jugoslawien fatale Folgen für die Missionsarbeit seiner Kirche habe. "Die Menschen wollen vom Evangelium nichts wissen, weil sie meinen, es kommt aus den USA." Die serbischen Baptisten würden öffentlich als Feinde und Verräter beschimpft. Der frühere Pastor der Gemeinde in Pe_/Kosovo sagte, dass seine gesamte, 56 Mitglieder zählende Gemeinde habe fliehen müssen. Nach Rückkehr der Kosovo-Albaner seien in Pe_ elf Häuser von Baptisten in Flammen aufgegangen. Selbstkritik übte der frühere Direktor des Baptistischen Theologi-schen Seminars in Novi Sad, Zelimir Smec: "Wir jugoslawischen Baptisten haben nicht gegen die Übergriffe im Kosovo unsere Stimme erhoben." Die Direktorin des Hilfswerkes "Brot des Lebens", Jasmina Tosic (Belgrad), gab zu bedenken, dass die humanitäre Hilfe der Baptisten ganz neue missionarische Möglichkeiten erschlossen habe. Über 80 000 serbische Flüchtlinge seien durch die Baptistengemeinde in Belgrad mit Nahrungsmitteln und Kleidung versorgt worden. Dabei habe jede Person auch ein Neues Testament erhalten. Dies sei vermutlich die größte Evangelisation gewesen, die die Baptisten in Belgrad jemals durchführten, meinte Tosic.
Die Siebenten-Tags-Adventisten sind im Kosovo mit drei kleine Gemeinden in Priština, Pe_ und Dakovica vertreten. Die Adventgemeinde in Dakovica wird wieder von der albanischen Pastorin Dijana Daka seelsorgerlich betreut. Sie war zu Beginn des Krieges von der jugo-slawischen Armee aus ihrer Wohnung vertrieben worden und konnte erst vier Wochen später zusammen mit drei weiteren albanischen Adventisten ein Flüchtlingslager in Ku-kës/Albanien erreichen. In Pe_ fand im Juli der serbische Adventist und Laienprediger Branko Vujoservic seine Frau Mileva vor ihrem Wohnhaus ermordet auf. Er hatte die Nacht in der örtlichen Adventkapelle verbracht, um sie vor Vandalismus zu schützen. Die Adven-tistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA unterhält Büros und Beratungsstellen in Priština und Dakovica sowie je eine medizinische Behandlungsstation im albanischen und serbischen Teil der Stadt Mitrovica. In 60 Dörfern stellt ADRA die Wasserversorgung wieder her. Außerdem werden im Kosovo 105 Schulen wieder aufgebaut und mit Ein-richtungsgegenständen sowie Lehrmaterial ausgestattet. In Belgrad, Novi Sad und Niš unterhält das adventistische Hilfswerk Suppenküchen für Bedürftige. Während des Bom-benkriegs luden die jugoslawischen Adventisten jeden Nachmittag um 17 Uhr zu Friedens-gebeten in ihre Gemeinden ein. Viele Menschen hätten bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal etwas von der Evangeliumsbotschaft gehört, berichtete der Vorsteher der dortigen Adventisten, Pastor Dr. Radisan Antic (Belgrad). Gegenwärtig würden 34 000 Menschen an dem Bibelfernkurs der Freikirche teilnehmen. Erstmals nach Kriegsende konnten sich im August wieder über 2 000 Adventisten während ihres Landeskongresses zu einem Gottes-dienst in Belgrad versammeln.
Vor 125 Jahren erster adventistischer Missionar in Europa
Bracknell/England, 20.09.1999/APD Mit einem Symposium gedachte das adventistische Newbold College in Bracknell westlich von London an die Ankunft des ersten Missionars der Freikirche vor 125 Jahren in Europa. Am 15. September 1874 segelte der verwitwete Pastor John Nevins Andrews mit seinen beiden Kindern Charles und Mary von Boston nach Liverpool. Von dort aus führte ihn sein Weg in die Schweiz, wo es bereits kleine Gruppen sabbathaltender Christen gab. Das Symposium stand unter der Thematik "Von Verfolgung zum Pluralismus - religiöse Minderheiten und die Erzwingung der Zugehörigkeit zu einer Staatskirche in Westeuropa seit der Reformation". An den Vorträgen und Podiumsdiskussio-nen nahmen unter anderem Historiker aus Cambridge, Oxford, Leicester, Leuven/Belgien, Straßburg und Princeton Seminary sowie Dozenten von adventistischen Hochschulen und Seminaren aus Australien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Ghana, Indien, Kenia, Österreich, Südafrika, Tschechien und den Vereinigten Staaten teil.
Neue Adventgemeinden in Israel
Jerusalem/Israel, 20.09.1999/APD Zwei neue adventistische Gemeinden entstanden kürzlich in Beerscheba und in Askalon. Damit gibt es in Israel jetzt rund 800 Siebenten-Tags-Adventisten in elf Gemeinden.
Massentaufe in Kenia
Nairobi/Kenia, 20.09.1999/APD Nach Evangelisationsvorträgen in 40 Adventgemeinden der kenianischen Hauptstadt Nairobi fand im Moi Sportstadion eine Massentaufe statt. 1 787 Erwachsene und Jugendliche nahmen an ihr teil und schlossen sich den Siebenten-Tags-Adventisten an. Drei Fernsehstationen übertrugen die Tauffeier landesweit. Die Bibelvorträge wurden hauptsächlich von einheimischen Laien gehalten. Gastredner aus dem Ausland waren der stellvertretende Verlagsdirektor der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der evangelischen Freikirche, Pastor Jose Campos (Silver Spring, Maryland/USA), und seine Frau Adly. Sie sprach über die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Wege zu einer glücklichen Ehe, Gewalt und Missbrauch in der Familie sowie Kindererziehung. Das Evangelisationsteam war auch vom Staatspräsidenten Kenias, Daniel T. Arap Moi, empfangen worden. In dem ostafrikanischen Land lebt fast eine halbe Million Adventisten in 2 100 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält eine Universität, zwei höhere Schulen, drei Berufsschulen, 12 Grundschulen, zwei Krankenhäuser, 39 Kliniken und ein Verlagshaus.
Baptisten in Tschetschenien ermordet
Adventisten bewachen ihre Gemeindezentrum in Grosny
Grosny/Tschetschenien, 20.09.1999/APD Erneut sind in der tschetschenischen Haupt-stadt Grosny zwei Baptisten ermordet und zwei weitere entführt worden. Eine 82-jährige Frau wurde auf grausame Weise gefoltert, bevor die unbekannten Täter sie erhängten. Eine andere etwa 70-jährige fand man erschlagen auf. Zwei weitere Mitglieder der kleinen Baptistengemeinde, darunter der 23-jährige leitende Diakon der Gemeinde, Vitaly Korotun, sind vermutlich entführt worden. Korotun, der erst seit dem vergangenen Jahr Baptist ist, hatte die Leitung übernommen, nachdem im März der damalige Pastor Alexander Kulakov entführt und enthauptet worden war. Von dem Diakon fehlt seit Mitte August jede Spur. Bisher wurde für ihn kein Lösegeld gefordert. Dagegen verlangten die Entführer für die Freilassung einer älteren Baptistin 4 000 US-Dollar. Aus Angst um ihr Leben hatten im Frühsommer 23 jüngere Mitglieder der kleinen Gemeinde Tschetschenien verlassen und im Süden Russlands eine neue Heimat gefunden. Nur wenige ältere Frauen und der Diakon waren zurückgeblieben. Für die Morde und Entführungen sind nach Angaben von Be-obachtern militante Moslemrebellen verantwortlich.
Nur noch etwa 15 Siebenten-Tags-Adventisten halten sich in Grosny auf. Sie blieben, um ihr dortiges Gemeindezentrum vor Vandalismus zu schützen. Ein Geistlicher befindet sich nicht darunter. Hin und wieder besucht ein Pastor aus Mineralnyye Vody/Russland die kleine Gruppe Gläubiger. Im letzten Jahr empfahl die adventistische Kirchenleitung ihren Mitgliedern, Tschetschenien zu verlassen und sich in anderen Gebieten der Russischen Föderation anzusiedeln. Ursprünglich lebten 130 Adventisten in Grosny.
Kirche des Nazareners in Moskau staatlich anerkannt
Moskau/Russland, 20.09.1999/APD Die erste Gemeinde der Kirche des Nazareners in Russland ist in Moskau jetzt staatlich anerkannt worden. Der für Eurasien zuständige Regionaldirektor der Freikirche, R. Franklin Cook, zeigte sich über diese Entscheidung sehr erleichtert. Allerdings müsse jede Ortsgemeinde ihre eigene staatliche Registrierung erlangen, um weiterbestehen zu können. Bei einer Ablehnung der Moskauer Genehmigung hätten wahrscheinlich alle ausländischen Mitarbeiter das Land verlassen und jegliche Missionstätigkeit einstellen müssen. Das russische Religionsgesetz von 1997 verlangt, dass eine Religionsgemeinschaft erst dann eine Gemeinde gründen darf, wenn sie mindestens 15 Jahre lang im Land ansässig ist. Mindestens 50 Jahre müsse sie dort wirken, um in ihrer Selbstbezeichnung die Worte "russisch" oder "Russland" führen zu dürfen. Die Russisch-Orthodoxe Kirche erhielt als erste unter dem neuen Religionsgesetz die staatliche Zustimmung. Die Registriernummer zwei bekam 1998 die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Kirche des Nazareners hat ihre Wurzeln in der Heiligungsbewegung, die im letzten Jahrhundert in den USA entstand. Sie ist auch in Deutschland mit etwa 1 000 Mitgliedern vertreten und gehört der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) an.
Junge Gemeindeleiter in der Mongolei
Ulan Bator/Mongolei, 20.09.1999/APD Erstmals schloss sich ein Erwachsener im Alter von über 25 Jahren den Siebenten-Tags-Adventisten in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator an. Dort besuchen über 70 Menschen den samstäglichen Gottesdienst. Weitere Gottesdienste finden in der Stadt und auf dem Lande in Privatwohnungen statt. Die meisten Gruppen werden von Teenagern geleitet. Die evangelische Freikirche erlangte 1997 die staatliche Anerkennung.
Adventistische China-Mission mit Internet-Evangelisten
Hongkong/China, 20.09.1999/APD Einen Internet-Evangelisten hat die China-Mission der Siebenten-Tags-Adventisten in Hongkong angestellt. Laut Pastor John Ash, Kommunika-tionsabteilungsleiter der Mission, stieß das vor zwei Monaten eingerichtete Internet-Angebot auf eine unerwartet hohe Resonanz. Täglich würden 8 000 Surfer die Homepage http://www.vohc.com besuchen. Jeweils vier bis fünf von ihnen hätten die Bitte, für sie zu beten, oder interessierten sich für einen Bibelkurs. Dies sei nebenbei nicht mehr zu bewälti-gen, sagte Ash. Die Homepage mit dem Namen "Village of Hope and Blessing" (Ort der Hoffnung und des Segens) bietet in chinesischer und englischer Sprache Bibelkurse, Predigten, christliche Literatur, Englischkurse, Gebetshilfe, Gesundheitstipps, Informationen zu Rundfunkprogrammen von Adventist World Radio (AWR), biblische Geschichten für Kinder und Ratschläge für Eltern an. Der Internet-Evangelist beantwortet alle Anfragen und vermittelt auf Wunsch den Kontakt zu einer christlichen Ortsgemeinde in China. Pastor Ash schätzt, dass es in der Volksrepublik zum Jahresende etwa zwölf Millionen Internet-Nutzer gebe.
Ellen-Gould-White-Platz in Curitiba
Curitiba/Brasilien, 20.09.1999/APD Der Stadtrat im südbrasilianischen Curitiba hat beschlossen, einen der öffentlichen Plätze nach der Mitbegründerin der adventistischen Freikirche, Ellen Gould White (1827-1915), zu benennen. Die Hauptstadt des Bundesstaa-tes Paraná gilt in Brasilien für ihre zahlreichen Grünflächen, den öffentlichen Nahverkehr, die Sauberkeit und Sicherheit der Straßen und Anlagen als vorbildlich. Der Ellen-Gould-White-Platz ist ein beliebter Ausgangspunkt für Radtouren und Jogging. Die Initiative zur Benennung des Platzes ging von Tarso Furlan aus, der sich vor einigen Monaten den Siebenten-Tags-Adventisten anschloss. Er war von den Büchern Ellen G. Whites beein-druckt und veranlasste auch die Aufstellung einer Büste von ihr an dem nach ihr benannten Platz. In Curitiba gibt es 70 Adventgemeinden und zehn adventistische Schulen.
Reformierte Kirchen gegen Frauenordination
Genf/Schweiz, 20.09.1999/APD Ein knappes Drittel oder 59 von 214 Mitgliedskirchen des Reformierten Weltbundes (RWB) ordiniert keine Frauen für das Pfarramt. Dies geht aus einer Studie hervor, die in Genf in der RWB-Zeitschrift "The Reformed World" veröffentlicht wurde. 48 beziehungsweise 46 Kirchen würde auch keine Frauen als Gemeindeälteste und Diakoninnen ordinieren. Die meisten dieser Kirchen seien in Afrika, Lateinamerika und Asien beheimatet. Aber auch die "Brüdergemeine" Tschechiens sowie die Reformierten Kirchen Litauens und Lettlands kennen kein Frauenpriestertum. Der Reformierte Weltbund mit Sitz in Genf ist eine Gemeinschaft von kongregationalistischen, presbyterianischen, reformierten und unierten Kirchen, deren Wurzeln bis in die von Calvin, Zwingli, Knox und anderen geprägte Reformation im 16. Jahrhundert zurückreicht. Er umfasst 75 Millionen Protestanten aus 214 Mitgliedskirchen in 105 Ländern.
Ökumenischer Rat der Kirchen setzt Arbeitsschwerpunkte
Genf/Schweiz, 20.09.1999/APD Der in Genf tagende Zentralausschuss des Ökume-nischen Rates der Kirchen (ÖRK) beschloss eine "Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt" und legte Schwerpunkte für die Arbeit des Rates in den nächsten sechs Jahren fest. Die von 2001 bis 2010 dauernde Dekade fordert die Kirchen auf, über das Thema Gewalt aus christlicher Sicht nachzudenken. Das laufende und kommende Jahr soll zur Vorbereitung genutzt werden. Der Zentralausschuss versuchte den Begriff "Gewalt" in 14 Problembereiche aufzugliedern, so in die Überwindung von Gewalt in örtlichen Gemein-schaften, sexuelle Gewalt oder Gewalt unter Jugendlichen.
Bis zur nächsten Vollversammlung des ÖRK im Jahre 2005 soll sich jede Mitgliedskirche mit der Frage auseinander setzen, wie sie in einer pluralistischen Welt für Mission und Evangelisation eintreten will. Der Zentralausschuss wird ferner das Konzept des "ökume-nischen Raums" weiterentwickeln, das den Kirchen Gelegenheit bieten könne, zusammen-zukommen und schwierige Fragen zu diskutieren, die sie zu spalten drohten. Eine "Sonder-kommission" für den Dialog zwischen Orthodoxen und Protestanten im ÖRK wird ihre erste Tagung im Dezember 1999 in Genf abhalten. In einem Zeitraum von drei Jahren soll in der Kommission über trennende Fragen wie auch über gemeinsame Positionen gesprochen werden, um zu einem größeren gegenseitigen Verständnis zu gelangen.
Mit der Aufnahme der Anglikanischen Kirche von Korea, die 63 000 Mitglieder in 100 Gemeind-en umfasst, zählt der ÖRK jetzt 337 Mitgliedskirchen. Die Finanzlage des Ökumenischen Rates ist nach wie vor schwierig. Während 1998 ein Überschuss von 1,23 Millionen Schweizer Franken erzielt wurde, ist im laufenden Jahr mit einem Defizit von 50 000 Franken trotz mancher Einsparungen zu rechnen. Einer der Gründe sei die mangelnde Bereitschaft der Kirchen ihre Mitgliedsbeiträge zu bezahlen. Von den 336 Mitgliedskirchen leisteten 1998 167 überhaupt keinen Beitrag, was die Finanzplanung erheblich erschwere.
| © APD | Geändert am: 22.09.99 |