Siegfried Wittwer, „Licht in der Finsternis“, ein Waldenser-Roman, SCM Hänssler, Holzgerlingen, 2009, kartoniert, 283 Seiten, 7,95 Euro, ISBN 978-3-7751-5128-3.

Ostfildern, 26.08.2012/APD   Siegfried Wittwers Erstlingsroman bietet eine spannende Zusammenfassung des heroischen Abwehrkampfes der Waldenser Ende des 15. Jahrhunderts in den oberitalienischen Tälern. Kein geringerer als Papst Innozenz VIII. forderte ihre Ausrottung als „schlimmste Ketzer der Christenheit“, da sie ihrem Glauben an die Bibel treu blieben. Sie lehnten unter anderem das Messopfer, die Anbetung Mariens und aller katholischen Heiligen ab und mußten unter dem Einsatz päpstlicher Heere einen hohen Blutzoll zahlen. Rom ließ dabei Frauen, Kinder und alte Menschen einfach dahinmorden. Die Vertreter der römischen Amtskirche, darunter auch zahlreiche Ordensleute, stellten die gläubigen Waldenser, ursprünglich Anhänger des Lyoner Kaufmanns Petrus Waldus aus dem 14. Jahrhundert, als Abkömmlinge Satans und Missgeburten dar, die nur den Tod verdienten. Die blutigen Auseinandersetzungen fanden letztlich erst im 20. Jahrhundert ein endgültiges Ende. In Italien vereinigten sich die Waldenser 1979 mit der methodistischen Kirche und zählen dort rund 35.000 Mitglieder.

Pastor Wittwer erwies sich in seinem attraktiven Roman als ein vorzüglicher Kenner der Geschichte der Waldenser und zeigte seine literarischen Fähigkeiten vor allem bei der Schilderung der Kampfszenen gegen die religiösen Minderheiten, die sich gegen die überlegenen Truppen der römischen Kirche todesmutig zur Wehr setzten und ihr unerschütterliches Gottvertrauen selbst dann nicht verloren, wenn das Kräfteverhältnis gegen sie sprach. Rührend das innige Verhältnis zwischen den Waldenserkindern Marie und Pierre, die sich in den Jahren der Verfolgung nicht aus den Augen verloren und schließlich in ruhigeren Zeiten zueinander fanden. Beeindruckend auch der Missionsgeist der Waldenser, der so manchen Feind ihres Glaubens zum Nachdenken brachte oder zu einem gläubigen Bekenner ihrer allein an der Heiligen Schrift ausgerichteten Lehre machte.

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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