Anja Hilscher, „Imageproblem – Das Bild vom bösen Islam und meine bunte muslimische Welt“, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 2012, 159 Seiten, kartoniert, 14,99 Euro, ISBN 978-3-579-06576-2.

Ostfildern, 09.09.2012/APD   In 18 Kapiteln setzt sich die deutsche Konvertitin humorvoll und frech mit dem Islam auseinander. Ob sie über das Gottesbild erzählt oder über die islamischen Gebote, über religiösen Fanatismus, islamische Machos oder den Sinn des Lebens – so überraschend anders und bunt wird diese Religion dem Leser selten präsentiert. Vor allem kann die Autorin, deren Mutter bereits zum Islam übertrat, die vielen freundlichen Züge, die man in diesem Buch an der ach so finsteren Lehre Mohammeds entdecken darf, auch noch mit Texten aus der Tradition des Islam belegen.

Bei ihrem Versuch zu einer Prognose kommt Anja Hilscher unter anderem zu der Erkenntnis, „das, was uns heute in Form von Gewaltbereitschaft, Intoleranz und Dogmatismus in Kombination mit moralischem Überlegenheitsgefühl von mehreren Seiten als ‚Islam‘ verkauft wird, gar nicht der Islam ist. Der Geist des wahren Islam ist ein ganz anderer und hält irgendwo einen ziemlich ausgedehnten Winterschlaf.“

Wenn dieser Geist nun wieder erwache, werde das in vermutlich „unislamischer, fremder Umgebung“ geschehen. Die Autorin meint, dass zum Beispiel Nichtmuslime toleranten, aufgeschlossenen Moslemen, die für einen ebensolchen Islam eintreten, die Hand reichen und mit ihnen zusammenarbeiten, oder auch umgekehrt. „Weder der Koran noch der Prophet Mohammed haben je behauptet, ein Monopol für Weisheit, Wissen und Rechtsleitung zu besitzen! Vieles, was in östlichen Philosophien und auch im christlichen Abendland gedacht, geschrieben und praktiziert wurde, steht völlig im Einklang mit den islamischen Lehren. Nichtmuslime mögen mir verzeihen, wenn ich persönlich sogar glaube: Dies alles ist Islam.“

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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