Frankfurt am Main, 18.09.2012/APD   Am 8. September ist der iranische Pastor Youcef Nadarkhani nach rund drei Jahren Haft aus dem Gefängnis im nordiranischen Rasht entlassen worden, wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mitteilte. Der vom Islam zum Christentum konvertierte Iraner, der als Pastor tätig war, wurde am 22. September 2010 wegen Abfall vom islamischen Glauben zum Tod durch den Strang verurteilt. Laut IGFM sei er im letzten Gerichtsverfahren vom Vorwurf der Apostasie freigesprochen und aus der Haft entlassen worden. Die Richter hätten hingegen den Vorwurf der Evangelisation, als „staatsfeindliche Propaganda“, aufrechterhalten und Nadarkhani dafür zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Diese sähen die Richter mit der knapp dreijährigen, bereits abgesessenen Haft als verbüßt an, sodass der Pastor sofort freigekommen sei.

Die IGFM habe sich seit der Festnahme des Pastors im Oktober 2009 für dessen Freilassung eingesetzt, mehr als 64.000 Unterschriften gesammelt und allein im Jahr 2012 in Deutschland über 70 Mahnwachen durchgeführt, an denen sich Politiker der meisten Fraktionen des Bundestages beteiligt hätten. Unmittelbar vor der letzten Verhandlung habe die Menschenrechtsorganisation der iranischen Botschaft in Berlin 27.000 weitere Unterschriften für Nadarkhanis Freilassung übergeben wollen, was jedoch verweigerte worden sei.

Informationen zur Person von Youcef Nadarkhani, der Haft, dem Todesurteil und den Entwicklungen, die zu seiner Freilassung geführt haben, können auf der IGFM-Website http://www.igfm.de/Iran-Freispruch-und-Haftentlassung-fuer-Pastor-Youcef-Nadarkhan.2942.0.html eingesehen werden.

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