Silver Spring, Maryland/USA, 06.10.2012/APD   Jerry Brown Gouverneur von Kalifornien, hat ein Gesetz unterzeichnet, das religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz in dem US-Bundesstaat untersagt. Es biete unter anderem Mitgliedern von Kirchen mehr Schutz, deren Arbeitsplatz durch die Einhaltung des Samstags (Sabbat) als biblischen Ruhetag gefährdet sei, wie Adventist News Network (ANN) meldet. Mit der Verabschiedung des Gesetzes, das am 1. Januar 2013 in Kraft tritt, ist Kalifornien der dritte US-Staat nach New York und Oregon, der ein Gesetz zum Schutz der Religionsfreiheit am Arbeitsplatz, den sogenannten „Workplace Religious Freedom Act“ (WFRA), erlassen hat.

Laut ANN sei das neue Gesetz von einer interreligiösen Koalition unterstützt worden, der unter anderem Sikhs und sabbathaltende Glaubensgemeinschaften angehört hätten. Das Gesetz kläre die Verantwortlichkeit des Arbeitgebers bezüglich religiöser Überzeugungen und Praktiken seiner Angestellten und wieweit er diesen zu entsprechen habe. Es betreffe religiös veranlasste Kleidung, wie Turbane und Hidschab (Körperbedeckung für islamische Frauen), aber auch Bärte, die unter der neuen Gesetzgebung geschützt würden. Das als AB 1964 (Assembly Bill) bezeichnete Gesetz verhindere auch, dass Arbeitnehmer, die dadurch als religiöse Mitarbeiter erkennbar seien, fern der Kundschaft in Hinterzimmern oder Kellern beschäftigt würden.

„Es ist nicht mehr legal, Angestellte von den Blicken der Öffentlichkeit zu verbannen, weil ihr Aussehen nicht ins Corporate Image des Unternehmens passt“, betonte Mariko Yamada, in einer Pressemitteilung. Sie vertritt im kalifornischen Unterhaus den 8. Bezirk. Das Gesetz sei eine Reaktion auf den demografischen Wandel in Kalifornien. Die wachsenden Sikh- und muslimischen Gemeinschaften im Staat und landesweit hätten zu einer Zunahme von Diskriminierungsfällen am Arbeitsplatz geführt, informierte die Abgeordnete. Allein in Kalifornien seien im vergangenen Jahr Arbeitgeber mit mehr als 500 solcher Fälle konfrontiert gewesen.

Das Gesetz sende ein „klares Signal“ an die Unternehmen, was ihre Verpflichtungen gegenüber religiösen Mitarbeitern betreffe, sagte Alan J. Reinach, Direktor des Rates Kirche und Staat der Pacific Union Conference, einer überregionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Westlake Village, Kalifornien. „Ich hoffe, dass nun weniger Kalifornier ihren Arbeitsplatz verlieren und dass die Siebenten-Tags-Adventisten geschützter in ihrem Recht sind, den Sabbat zu feiern.“

Adventistische Religionsfreiheitsexperten arbeiteten schon seit Jahren auf nationaler Ebene mit einer interreligiösen Koalition an einem Gesetz, um die Religionsfreiheit am Arbeitsplatz besser zu schützen (Workplace Religious Freedom Act), so ANN. Abnehmendes Interesse im Kongress und Uneinigkeit in der Koalition über den Umfang der Rechtsvorschriften habe aber den Enthusiasmus für die Sache gedämpft.
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