Wustermark-Elstal, 02.12.2012/APD   Mit einem Festakt wurde das Institut für Baptismusstudien des Theologischen Seminars Elstal (FH), der theologischen Ausbildungsstätte des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Elstal bei Berlin, eröffnet. Die Generalsekretärin des BEFG, Pastorin Regina Claas, betonte in ihrem Grußwort, das neue Institut werde dazu beitragen, das „baptistische Profil zu schärfen“. Baptistische Tradition werde häufig von Familie zu Familie weitergegeben, doch es fehle bisher eine systematische, wissenschaftliche Erforschung und eine „kollektive Gedenkkultur“, wie Claas betonte. In diesem Sinne sei es „höchste Zeit“ für das neue Institut, so die Generalsekretärin, denn sie nehme ein gesteigertes Interesse in den Gemeinden des BEFG an den baptistischen Wurzeln und der baptistischen Identität wahr.

Ähnlich wie Claas betonte der Präsident der Europäischen Baptistischen Föderation, Pastor Hans Guderian, es gehe bei Baptismusforschung nicht ausschließlich um einen Blick in die Vergangenheit, sondern auch um „gegenwartsbezogene theologische Bezüge“. So sei eine systematische Erforschung des soziologischen und ökumenischen Kontextes, in dem baptistische Theologie in verschiedenen Ländern entstanden sei, eine wichtige Hilfe für baptistisches Leben und die Zusammenarbeit der Baptisten aus unterschiedlichen Ländern heute. Guderian hoffe, dass das Institut bei der Erforschung dieser Themen partnerschaftlich mit dem europäischen Studien- und Forschungszentrum zusammenarbeiten werde, das nach der Verlegung des Internationalen Baptistischen Theologischen Seminars aus Prag 2014 in Amsterdam entstehen solle.

Professor Dr. Dr. Martin Rothkegel, der das Institut zusammen mit seinem Kollegen Professor Dr. Uwe Swarat leitet, bezeichnete in seiner Ansprache die „Geschichte und Theologie des Baptismus“, „Baptistische Theologie im ökumenischen Kontext“ und den „religiösen Nonkonformismus der Frühen Neuzeit“ als Forschungsschwerpunkte der neuen Einrichtung. Das Institut ist mit ähnlichen Forschungsinstituten in Kanada und Frankreich durch Kooperationsverträge verbunden.
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