Weiterstadt bei Darmstadt, 03.12.2012/APD   Allein im vergangenen Jahrzehnt hätten sich weltweit über 4.100 Katastrophen mit mehr als einer Million Todesopfern ereignet, teilte Mirjam Greilich, Online-Redakteurin der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, mit. „Aufhalten können wir Naturkatastrophen nicht. Doch die Katastrophenvorsorge ist besonders für diejenigen wichtig, die nahezu regelmäßig mit Überschwemmungen, Erdbeben, Dürren oder Bränden rechnen müssen.“

ADRA Deutschland habe deshalb schon 2011 mit einem Projekt zur Katastrophenvorsorge in Nepal begonnen. Die Menschen im Distrikt Dang lebten direkt am Flussdelta. Jahr für Jahr würden sie Opfer von Überschwemmungen, denen ihre einfachen Lehmhütten nicht standhielten. Fortziehen könnten sie nicht, denn ihre Existenz und damit ihr Überleben hänge vom Fischfang ab. Auch die Bewohner von Salyan und Rukum würden nahezu jährlich Opfer von Naturkatastrophen wie Erdrutschen oder Feuerausbrüchen. Immer wieder müssten sie von vorn anfangen, da ihnen die Katastrophen alles nähmen. Doch darauf vorbereiten könnten sie sich nicht. Es fehle ihnen am nötigen Geld und Wissen.

„Zusammen mit dem Roten Kreuz gibt ADRA den Menschen in Dang, Salyan und Rukum Mittel und Wege an die Hand, die Naturkatastrophen mit möglichst einfachen Maßnahmen zu überstehen“, berichtete Greilich. Die erste Aufgabe von ADRA sei es gewesen, das Bewusstsein der Menschen für Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge durch Schulungen und Straßentheater zu sensibilisieren. „Infografiken geben inzwischen Auskunft, wie man sich in einem Katastrophenfall verhält.“ Zusätzlich wären spezielle Gruppen in den Dörfern ausgebildet worden, die im Fall einer Katastrophe gezielt Maßnahmen zur Sicherung der Bevölkerung einleiten und Erste Hilfe leisten könnten. Notfall- und Evakuierungspläne würden den Menschen helfen, bei einer Katastrophe schnell zu handeln. „ADRA war es vor allem wichtig, einfache und möglichst preiswerte Maßnahmen einzuleiten, die nach einer Schulung von der Dorfbevölkerung selbst durchgeführt werden können. So bauten sich beispielsweise die Bewohner mit einfachsten am Ort vorhandenen Mitteln voll funktionstüchtige Schwimmwesten, die vor allem auch Kleinkindern bei einer plötzlichen Überschwemmung Sicherheit bieten, sowie Flöße, welche die Familien wieder sicher an Land bringen können.“

Durch das Projekt in Nepal könne ADRA die Lebensumstände von über 13.500 Menschen langfristig verbessern. „Pläne mit Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge haben wir auch für andere Länder, um Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst helfen zu können“, so Mirjam Greilich.

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