Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 14.01.2013/APD   Rund 6.850 Tonbandkassetten und 24.700 CDs hat die Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“, Alsbach-Hähnlein, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an 3.218 Sehbehinderte im vergangenen Jahr versandt. Laut Hörbüchereileiter Pastor Andre Thäder sank die Zahl der mit Tonträgern belieferten Interessenten gegenüber 2011 um 72. Das liege einerseits an Krankheits- und Todesfällen, aber auch daran, dass weitere Mitglieder des Blinden- und Sehbehinderten-Bundes das „Hessen-Echo“ nun per Download beziehen würden.

Regelmäßig würden zehn Zeitschriften und 487 Buchtitel auf Kassette und CD ausgeliehen, davon wären im Vorjahr 23 Titel neu. Ungeachtet der Zugehörigkeit zu einer Kirche oder einem Blindenverein könne jeder Sehbehinderte oder Blinde die gewünschte Literatur kostenlos beziehen.

Die seit über 40 Jahren bestehende Blindenhörbücherei arbeite mit einer Voll- und einer Teilzeitkraft. Bis März beziehungsweise Juli 2011 hätten sich zwei Zivildienstleistende um das Kopieren und den Versand der Kassetten und Cds gekümmert. Durch den Wegfall des Zivildienstes habe es „einschneidende Veränderungen“ gegeben, so Thäder. Jetzt würden vier ehrenamtliche Helfer die Arbeit der Zivildienstleistenden teilweise übernehmen. „Dafür sind wir sehr dankbar.“ Da es im adventistischen Medienzentrum in Alsbach-Hähnlein, zu dem die Blindenhörbücherei gehöre, mehrere hauptamtliche Tontechniker gebe, sei ein Teil der bisherigen Aufgaben abteilungsübergreifend an diese Mitarbeiter übergegangen. Die vier Ehrenamtlichen würden die Tontechniker derart entlasten, dass sie sich überwiegend um die Nachbearbeitung der Audioaufnahmen kümmern könnten.

„Außerdem lesen zwei Aushilfskräfte Zeitschriften und Bücher. Bücher werden auf CDs im MP3- und DAISY-Format umgestellt, sodass keine neuen Bücher mehr auf Kassette hergestellt wurden“, teilte Pastor Thäder mit. Bei den Zeitschriften geschehe der Umstieg von Kassette auf DAISY-CD schrittweise. DAISY bedeutet „Digital Accessible Information System“ (Digitales System für den Zugang zu Informationen) und ist ein vorwiegend für Blinde und Sehbehinderte entwickeltes Hilfsmittel. Es erleichtert den Hörern beispielsweise das Finden von Kapiteln und ermöglicht das Blättern in einem Buch oder einer Zeitschrift.

Die Hörbücherei kopiere und versende auch das alle zwei Monate erscheinende „Hessen-Echo“ des Blinden- und Sehbehinderten-Bundes Hessen e. V. sowie die Zeitschrift „Gemeinsam“ des Blindenbundes Darmstadt als DAISY-CD. Die Zusammenarbeit mit beiden Vereinen, der Blindenseelsorge der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie der Seniorenbetreuung der Stadt Darmstadt würde laut Thäder weiter gepflegt und helfe, auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen. Die Blindenhörbücherei sei Mitglied der Mediengesellschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e.V. (Medibus).

Zudem teilte Pastor Thäder mit, dass die Zusammenarbeit im adventistischen Medienzentrum in Alsbach-Hähnlein „sehr konstruktiv“ sei. Die Blindenhörbücherei übernehme Radiosendungen des „Hope Channel“ für ein monatliches Abonnement, das den Sehbehinderten kostenlos angeboten werde. Andererseits würden die in der Blindenhörbücherei gelesenen täglichen Andachten auch über „Hope Channel“-Radio ausgestrahlt. Zusätzlich seien die Andachten am Telefon und per Podcast zu hören. Dass im letzten Jahr 195.549 Zugriffe auf den Podcast erfolgten, zeige den Bedarf an solch einem Angebot. Das seien immerhin 535 Nutzer pro Tag.

Im Juni 2012 gab es in Zusammenarbeit mit dem Advent-Wohlfahrtswerk eine Blindenfreizeit in Hintersee in Ramsau im Berchtesgadener Land. Daran nahmen 24 Personen teil. Auch in diesem Jahr findet wieder eine Freizeit für Sehbehinderte, Blinde und deren Angehörige statt; und zwar vom 15. bis 29. Juli im Hotel „Oybiner Hof“ im Kurort Oybin im Zittauer Gebirge in Sachsen.

Ein Katalog mit allen Angeboten kann bei der Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“, Sandwiesenstraße 35, 64665 Alsbach-Hähnlein, Telefon (06257) 506 53-35, Telefax (06257) 506 53-84, E-Mail: andre.thaeder@stimme-der-hoffnung.de, angefordert werden. Anfragen sind außerdem in Braille-Schrift möglich.
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