Santa Maria/Brasilien, 30.01.2013/APD   Am 27. Januar kamen früh morgens beim Brandinferno im Nachtklub „Kiss“ in der Kleinstadt Santa Maria, im Bundesstaat Rio Grande do Sul, mehr als 230 Jugendliche im giftigen Rauch ums Leben und rund 200 seien verletzt worden, wie Agência Adventista Sul-Americana de Notícias (ASN) berichtete. Nach ersten Erkenntnissen habe die pyrotechnische Show einer Musikband die Deckendämmung des Nachtklubs in Brand und dabei hochgiftige Dämpfe frei gesetzt.

Die örtlichen Krankenhäuser seien von den eingelieferten überlebenden Opfern überschwemmt worden, worauf das medizinische Personal laut ASN dringend an die von Adventisten in Südamerika unterhaltene Blutspendeorganisation „Vida por Vidas“ (Leben für Leben) appelliert habe, Blut bereit zu stellen. Die Organisation sei für große Blutspendeaktionen bekannt und stelle laut Gesundheitsbeamten allein in Brasilien jährlich 3,5 Millionen Blutbeutel zur Verfügung.

Blutspenderinnen und Blutspender hätten sich am frühen Sonntagmorgen in der Zentrumskirche der Adventisten in Santa Maria eingefunden und seien sofort in die städtische Blutspendezentrale geleitet worden, sagte der Koordinator von „Vida por Vidas“, Adriano Luz.

Adventistisches medizinisches Fachpersonal habe sich laut ASN den örtlichen Krankenhäusern zur Verfügung gestellt, unter ihnen auch Dr. Jocemara Fernandes, die am frühen Sonntagmorgen einen Notruf erhalten habe, um bei der Betreuung der verletzten Opfer mitzuhelfen.

„Die Szenen des Entsetzens und der Verzweiflung die ich sah, sind in meiner langjährigen Erfahrung als Ärztin beispiellos“, sagte Fernandes, die in einer örtlichen Notfallstation mehr als zehn Jahre gearbeitet hat. Die 15 von ihr betreuten Opfer hätten Atemprobleme gehabt und ein Jugendlicher Verbrennungen zweiten Grades. „Was wir jetzt tun können, ist für die Verletzten und Hinterbliebenen zu beten, dass Gott ihnen helfen wird“, sagte die Ärztin.

Nach Angaben von ASN habe Cezar Schirmer, Bürgermeister der südbrasilianischen Stadt, eine 30-tägige Trauerzeit erklärt und auf nationaler Ebene ist von der brasilianischen Präsidentin, Dilma Rousseff, eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen worden.

In Brasilien feiern 1,28 Millionen erwachsen getaufte Adventisten in 6.861 Kirchen den Gottesdienst. Sie unterhalten sieben Krankenhäuser, 27 Kindertageszentren und Kinderheime, eine Universität, fünf Hochschulen, sieben Mittelschulen, 314 Grundschulen, eine Gesundkostfabrik, ein Medienzentrum und einen Verlag. Die 2006 gegründete Blutspendeorganisation „Vida por Vidas“ wird von jungen brasilianischen Adventisten betreut.

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