Ulrich Finckh, „Vom heiligen Krieg zur Feindesliebe Jesu. Beiträge zu Rechtsstaat und Friedensethik“, Radius-Verlag, Stuttgart, 2011, 199 Seiten kartoniert, 16,00 Euro, ISBN 978-3-87173-918-7.

Ostfildern, 02.02.2013/APD   22 Artikel zu kirchlichen und politischen Themen verfasste Ulrich Finckh, der viele Jahre als Jugend- und Studentenpfarrer, vor allem aber als Beauftragter für Kriegsdienstverweigerung in der evangelischen Kirche tätig war. Besondere Aufmerksamkeit fand seine Predigt über das Gebot „Du sollst nicht töten“, deren Motto „Vom heiligen Krieg zur Feindesliebe Jesu“ der protestantische Geistliche und Gemeindepfarrer als Titel für seine viel beachtete Publikation auswählte. Der Autor führte als Beispiel an, dass wegen einer wütenden Räuberbande eine Stadt mit allen Unschuldigen bombardiert werde. Das passiere jedoch im Krieg, und deshalb darf Krieg nicht mehr sein.

Kritische Gedanken entwickelte Pfarrer Finckh auch zur Problematik der Wehrpflicht sowie zur Entwicklung der Bundeswehr zur Interventionsarmee. So hebelten NATO-Beschlüsse seit einiger Zeit alle Friedensverpflichtungen aus, wenn der Bundestag zustimmt. Dementsprechend wurde laut Finckh auch nicht beanstandet, dass die Bundeswehr sich am Angriffskrieg gegen Jugoslawien zugunsten der separatistischen Albaner im Kosovo beteiligte, obwohl es keinen Auftrag des UN-Sicherheitsrates gab.

Zum andern hat sich nach Ansicht des Verfassers die Wehrpflicht nicht bewährt. Die Gewissensfreiheit deutscher Abgeordneter ordnet er mehr dem Kuschen statt dem Denken ein, und auch seine Überlegungen zur bürgerlichen Erziehung sind ein längerer Blick in das interessante Werk wert. Ulrich Finckhs Hinweise zur Bibel zeichnen nicht zuletzt einen suchenden Gottesmann aus.

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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