Herrnhut/Sachsen, 28.03.2013/APD   Die Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine und die Herrnhuter Sterne Manufaktur erinnern an den Begründer der Sternherstellung in Herrnhut, Pieter Hendrik Verbeek, der vor 150 Jahren geboren wurde. Unter seinen geschäftlichen Unternehmungen sei für die Brüder-Unität und Herrnhut die Weiterentwicklung des Herrnhuter Sterns die nachhaltigste. „Pieter Hendrik Verbeek hat den beleuchteten Stern zwar nicht erfunden“, erklärte Oskar Scholz, Geschäftsführer der Herrnhuter Sterne Manufaktur, „aber seine Zusammensetzbarkeit und damit die Versandfähigkeit erheblich verbessert“. 1897 erhielt er dafür ein Patent und gründete mit der Brüder-Unität 1899 die Firma „Verbeek & Co. Papierwaren- und Cartonagen-Fabrik“. „Für den Erfolg des Herrnhuter Sterns hat Verbeek damit die entscheidende Weichenstellung vollbracht“, so Oskar Scholz. Auch in den 1920er Jahren habe Verbeek mit seinem Sohn den Stern weiter entwickelt, „so konnte 1925 das Patent für den ersten körperlosen Stern mit einer selbsttragenden Konstruktion angemeldet werden“.

Den 150. Geburtstag Pieter Hendrik Verbeeks nehme die Herrnhuter Sterne Manufaktur zum Anlass, mit der denkmalgerechten Sanierung seines ehemaligen Geschäftshauses zu beginnen. „In dem Eckhaus Löbauer Straße/Oderwitzer Straße werden in unserem Ladengeschäft bis heute Herrnhuter Sterne verkauft“, sagte Oskar Scholz. „Mit der denkmalgerechten Wiederherstellung seines Geschäftshauses wollen wir nicht nur die Erinnerung an Verbeek wachhalten, sondern zugleich einem markanten Gebäude in Herrnhut zu neuem Glanz verhelfen.“ Neben dem bestehenden Ladengeschäft werde das Haus nach dem Umbau Wohnungen und Geschäfte enthalten.

Pieter Hendrik Verbeek wurde am 2. April 1863 in Zeist (Niederlande) geboren. Er besuchte die Schulen der Brüdergemeine in Zeist, Gnadenberg (Schlesien) und Niesky (Oberlausitz). 1880 begann er in Niesky eine kaufmännische Lehre. Seine kaufmännische Qualifikation und die Neigung zur Musik veranlassten ihn, sich in Musikalienhandlungen in Dresden und Stuttgart weiter zu qualifizieren. Von 1891 bis 1894 stand er im Dienst der Brüdergemeine in Gnadenfeld (Schlesien), Christiansfeld (Dänemark) und Niesky. 1894 machte sich Verbeek in Herrnhut mit einer Buch- und Musikalienhandlung selbstständig und ließ das Eckhaus an der Löbauer Straße/Oderwitzer Straße erbauen. 1897 erhielt er für den Herrnhuter Stern ein Patent und gründete 1899 mit der Brüder-Unität die Firma „Verbeek & Co. Papierwaren- und Cartonagen-Fabrik“, eine Manufaktur, in welcher der Herrnhuter Stern erstmals in größeren Stückzahlen gefertigt wurde.

1896 gründete Verbeek einen Musikverein (Orchesterverein) und übernahm 1897 die Leitung des Gesangvereins und später auch des Kirchenchores. Im Ersten Weltkrieg trat er als Kriegsfreiwilliger in den Militärdienst und kämpfte in Russland. Von 1919 bis 1921 wurde unter Verbeeks Leitung die Freiwillige Feuerwehr in Herrnhut reorganisiert. In dieser Zeit engagierte sich Verbeek auch im Vorstand des Gewerbe- und Verkehrsvereins und förderte die touristische Erschließung Herrnhuts. Von 1923 bis 1931 war er Vorsteher (Verwalter) der Brüdergemeine in Herrnhut.

Pieter Hendrik Verbeek war verheiratet mit Elise Roederer (1863-1951); sie hatten zwei Kinder. Verbeek starb am 26. Mai 1935 und ist in Herrnhut begraben.
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