Berlin, 02.04.2013/APD   Studierende des Studiengangs „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg referierten auf dem „Junge Pflege Kongress 2013“ in der „Urania“ Berlin. Es wurden erste Forschungsergebnisse aus dem Projekt „Gesundheitsförderung und Prävention im Setting Krankenhaus“ vorgestellt. Die Projektgruppe aus Anja Kotschote, Sandra Rätz und Claus Warning unter der Leitung des Gesundheitsberaters und -pädagogen Lars Werner beschäftigte sich mit der Pausensituation im Rahmen eines Krankenhauses im Bereich der Pflege.

Das Gesundheitswesen sei in Deutschland einer der wichtigsten Beschäftigungsbereiche, so die Projektgruppe, wobei der Krankenhaussektor der größte Ausgabenträger wäre. In deutschen Krankenhäusern waren laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2012 rund 406.000 Pflegekräfte beschäftigt. Die hohen Arbeitsbelastungen im Krankenhaus wirkten sich unterschiedlich auf die Gesundheit der Pflegepersonen aus. Sie könnten zu Herz- und Kreislaufproblemen, psychischen Erkrankungen, Muskel- und Skeletterkrankungen sowie vielen anderen Erkrankungen führen. Die Arbeitsbedingungen seien ein „Hochrisikobereich“ für die Gesundheit der Beschäftigten, sodass eine ungestörte und erholsame Pause von elementarer Bedeutung wäre, um „aufzutanken“ und leistungsfähig sowie konzentriert arbeiten zu können.

Eine Befragung der Pflegepersonen und Auszubildenden der einzelnen bettenführenden Stationen des Krankenhauses „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf durch das Projektteam habe folgendes ergeben: Die Pausen könnten nicht ohne Unterbrechung wahrgenommen werden (100 Prozent), die Station könne in der Pause nicht verlassen werden (56 bis 81 Prozent), und andere Berufsgruppen würden die Pausenzeiten nicht kennen (31 bis 61 Prozent). Der Erholungseffekt der Pause werde selten erreicht.

Das Projektziel sehe laut den Studierenden folgendes vor: Innerhalb von sechs Monaten sollte für jeden Mitarbeiter der Pflege im Krankenhaus „Waldfriede“ gewährleistet sein, die gesetzliche Pausenzeit ungestört wahrzunehmen. Über die Auswahl des Pausenortes würden die Mitarbeiter entscheiden. Nach Auswahl einer Pilotstation und Information der betreffenden Teammitglieder sollte nun die Pilotphase beginnen. Durch gezielte Veränderungen müsste dort eine erholsame Pause ermöglicht werden, um danach die „Ruhige Pause auf Station“ im gesamten Krankenhaus einführen zu können.

Die Theologische Hochschule Friedensau bietet in Kooperation mit dem adventistischen Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehldorf seit 2010 den Abschluss Bachelor of Arts „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ (B.A.) an. Die Regelstudienzeit ist auf neun Semester angelegt. Neben einzelnen Lehrmodulen zu Methoden und Techniken der wissenschaftlichen Arbeit, die begleitend an der Hochschule in Friedensau besucht werden, sind die ersten sechs Semester der Berufsausbildung „Gesundheits- und Krankenpflege“ an der „Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege“ des Krankenhauses „Waldfriede“ vorbehalten. An dem akademischen Lehrkrankenhaus der Berliner Charité erfolgt nach drei Jahren die Berufsabschlussprüfung. Die anschließenden drei Semester werden als Präsenzstudium an der Hochschule Friedensau durchgeführt. Studieninhalte sind dabei unter anderem Sozialmedizin und -psychiatrie, Qualitätsmanagement, interkulturelle Aspekte und innovative Entwicklungen des Fachgebiets, qualitative und quantitative Sozialforschung, Englisch für Pflegebereiche sowie ethische Grundlagen des Handelns. Den Abschluss bildet eine Bachelorarbeit.
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