Port Moresby/Papua-Neuguinea, 06.05.2013/APD   Eine kürzlich durchgeführte Studie über die Ehe in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Papua-Neuguinea habe gezeigt, dass dort unverheiratetes Zusammenleben die verbreitetste Partnerschaftsform unter Adventisten sei, teilte die australische adventistische Gemeindezeitschrift „Record“ mit. Die traditionelle beziehungsweise zivile Eheschließung folgte demnach an zweiter und die kirchliche an dritter Stelle.

Die kirchliche Trauung werde von Adventisten nicht bevorzugt, weil es sich aufgrund der vielen Hochzeitsgäste um ein aufwändiges und damit teures Vorhaben handle oder da sie in der Kultur Papua-Neuguineas als nicht notwendig angesehen werde. Viele Teilnehmer eines Forschungskolloquiums zum Thema an der Pacific Adventist University in Port Moresby hätten zudem bemängelt, dass die kirchliche Heirat in den Ortsgemeinden nicht genügend gefördert werde. Pastor Jeffrey Paul stellte bei der Studientagung die Ergebnisse seiner diesbezüglichen Master-Arbeit vor.

Der Trend des unverheirateten Zusammenlebens sei alarmierend und bestätige, dass sich junge Menschen vorehelich sexuell betätigten, um Erfahrungen im Zusammenleben zu machen, bevor sie ein Eheversprechen abgeben würden. Dabei gingen die Partner erst dann eine Eheverpflichtung ein, wenn die Partnerin schwanger werde, erläuterte Pastor Paul. „Wenn es nicht zu einer Schwangerschaft kommt, trennt sich das Paar normalerweise wieder.“

Die Studie bestätige, so „Record“, dass in Papua-Neuguinea unter Adventisten viele Lebenspartnerschaften außerhalb einer kirchlichen, zivilen oder traditionellen Ehe eingegangen würden. „Das ist eine große Herausforderung für unsere Kirche“, betonte Pastor Paul. Die Kirchenleiter müssten der Situation die nötige Aufmerksamkeit schenken und die voreheliche Begleitung, kirchliche Trauung sowie Eheberatung zu einem vorrangigen Anliegen machen.

In Papua-Neuguinea gibt es über 248.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 904 Kirchengemeinden. Sie unterhalten eine Universität, drei Gymnasien, 96 Grundschulen, 42 Kliniken, einen Flying Doctor Service (Fliegende Ärzte) sowie einen Radio- und Fernsehsender.

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