Kingston/Jamaika, 06.06.2013/APD   Floyd Morris (44) wurde zum Präsidenten des jamaikanischen Senats, dem Oberhaus des Parlaments, vereidigt und ist damit der erste blinde Senatspräsident im Staat. Morris gehört zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventist und sei auf der Karibikinsel durch sein Engagement für Menschen mit Behinderungen bekannt, wie Adventist News Network (ANN) mitteilte.

In seiner Ansprache zur Vereidigung, habe Morris aus dem alttestamentlichen Propheten Micha 6,8 zitiert: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

Die Richtung, die sein Leben nehmen sollte, sei ihm während Jahren unklar gewesen, sagte Floyd Morris in einem Interview nach der Vereidigungszeremonie. Er erachte deshalb seine Wahl als Ausdruck der Treue und Führung Gottes.

„Ich habe immer Senator Morris‘ starkes Engagement für Ethik, Disziplin und prinzipientreues Verhalten bewundert“ sagte Jamaikas Premierministerin, Portia Simpson-Miller. „Ich denke, dass der Senat enorm von seiner Führung profitieren wird und ich habe keinen Zweifel, dass er auch weiterhin eine Inspiration für viele sein wird, hier in Jamaika aber auch auf der ganzen Welt“, so Simpson-Miller.

Mit 17 sei bei Morris der grüne Star (Glaukom) diagnostiziert worden und mit 23 wäre er völlig erblindet. Mit Hilfe der jamaikanischen Gesellschaft für Blinde hätte er gelernt Brailleschrift zu lesen und zu schreiben, so ANN. Er habe einen Bachelor-Abschluss in Massenkommunikation, einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft und bereite sich auf seine Promotion in politischer Kommunikation vor. Morris moderiere das Radioprogramm „Aus einer anderen Perspektive sehen“, jogge jeden Arbeitstag mit Hilfe seines Fahrers und sei 1998 Jamaikas erster blinder Senator geworden, so ANN. Eines der Hauptziele in diesem Amtsjahr sei die Verabschiedung des nationalen Gesetzes für Menschen mit Behinderungen, für das er sich seit 1998 eingesetzt habe.

Die 270.000 Siebenten-Tags-Adventisten in Jamaika, rund zehn Prozent der Bevölkerung, freuten sich über die Wahl von Floyd Morris, berichtete Pastor Everett Brown, Präsident der Kirche im Inselstaat. Adventisten leisteten wichtige Beiträge in Wirtschaft und Regierung des Landes, so sei Sir Patrick Allen, ein weiterer Adventist und Generalgouverneur des Inselstaates.

Knapp zwei Drittel der 2,8 Millionen Einwohner Jamaikas sind Protestanten. Die Adventisten feiern in 624 Gemeinden den Gottesdienst. Die Kirche unterhält 17 Grundschulen, sieben weiterführende Schulen, eine Universität, ein Krankenhaus und drei Kliniken.
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