Zürich/Schweiz, 02.07.2013/APD   Zum ersten Mal hat eine adventistische Pastorin eine Taufhandlung in der Schweiz vollzogen. Pastorin Barbara Witzig (25) taufte am 21. Juni eine Abiturientin, mit der sie zwei Jahre lang die Bibel studierte, im Taufbecken der Adventgemeinde Zürich-Affoltern durch Untertauchen.

„Dass ich die erste Frau in der Schweiz bin, die taufen durfte, war für mich nicht wirklich von Bedeutung“, betonte Barbara Witzig. „Es war hingegen eine berührende Erfahrung, jemanden taufen und dabei sein zu dürfen, wenn ein Mensch sich öffentlich ganz für Gott entscheidet und seinen Weg mit ihm gehen will.“

Adventisten praktizieren die Glaubenstaufe durch Untertauchen, der die persönliche Hinwendung zu Gott sowie der Glaube an Jesus Christus als Erretter vorausgehen. Die Glaubenstaufe wird als Voraussetzung für die Mitgliedschaft betrachtet und erfolgt erst nach gründlichem Bibelstudium. Sie wird in einem Taufbecken, das oft in adventistischen Gottesdiensträumen eingebaut ist, oder in Flüssen und Seen durchgeführt. Mit der Taufe erfolgt auch die Aufnahme in die Freikirche. Adventisten anerkennen die Glaubenstaufe anderer Kirchen. Eine Taufe hingegen, die an Säuglingen oder Kleinkindern durchgeführt wurde, wird nicht anerkannt.

Die über 17 Millionen Mitglieder zählende adventistische Weltkirche steht in einem Klärungsprozess bezüglich der Ordinationsfrage, die 2015, anlässlich ihrer Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio/Texas entschieden werden soll. Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorinnen „gesegnet“ werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen; doch ordiniert werden nur männliche Geistliche. „Gesegnete“ Pastorinnen können nicht als Vorsteher/Präsident in die regionalen oder überregionalen Kirchenleitungen gewählt werden. Sie können keine Pastoren ordinieren und auch keine neuen Gemeinden gründen. Das alles ist ihren männlichen, ordinierten Kollegen vorbehalten. Frauen können allerdings in Leitungsämter gewählt werden, die keine Ordination erfordern.

Ende Dezember 2012 lebten 4.394 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz. Einige Hundert Kinder und Jugendliche sind in der Mitgliederzahl nicht enthalten, da die evangelische Freikirche keine Kinder tauft, sondern ihnen den Entscheid zum Kirchenbeitritt in einem Alter überlässt, wenn sie sich selbst entscheiden können. Die Schweizer Adventisten feiern den Gottesdienst am biblischen Ruhetag, dem Samstag (Sabbat), in 49 Kirchgemeinden und acht Gruppen. Weltweit sind 17,6 Millionen Personen durch die Glaubenstaufe Mitglieder der Freikirche geworden.

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