Kairo/Ägypten, 16.08.2013/APD   In der Nacht vom 14. auf den 15. August ist während den Unruhen auf die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der 400.000 Einwohner-Stadt Asyut, rund 300 Kilometer südlich von Kairo, ein Brandanschlag verübt worden, bei dem das Kircheninnere total ausbrannte. Nach Einschätzung der adventistischen Kirchenleitung in Ägypten sei der Anschlag nicht von einer organisierten, politischen Bewegung durchgeführt worden.

Adventistisches Pastorenehepaar von muslimischem Ehepaar gerettet
Nachdem das Kirchengebäude durch einen Mob in Brand gesteckt und ausgebrannt sei, hätten die Angreifer die Pastorenwohnung zusätzlich stark beschädigt. Die dorthin führende Treppe sei verbrannt und zusammengebrochen, so Llewellyn R. Edwards, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Ägypten. Der Pastor in Asyut habe sich mit seiner Frau in ihrer über dem Kirchenraum liegenden Wohnung versteckt. Die Angreifer hätten sie nicht entdeckt. Als das Gebäude gebrannt habe, hätte das Pastorenehepaar durch ein Fenster um Hilfe gerufen. Es sei von den Nachbarn, einem muslimischen Ehepaar und Mitgliedern der Muslimbruderschaft, über den Balkon gerettet worden. Sie hätten die Nacht bei den muslimischen Nachbarn verbringen können. Der Mob habe das muslimische Ehepaar bedroht, doch sie hätten dem adventistischen Ehepaar dennoch Zuflucht gegeben, so Edwards. Dies zeige, dass nicht alle Mitglieder der Muslimbruderschaft auch Extremisten seien.

„Als Adventisten wollen wir gute Beziehungen zu Ägyptern jedes Glaubens pflegen“, betonte Llewellyn R. Edwards. Er ginge davon aus, dass unter dem Regime von Polizei und Militär im Land bald Ruhe einkehren werde, dennoch hätten viele Christen in Ägypten Angst vor der Zukunft.

Laut Pastor Edwards habe die Regierung angekündigt, dass sie für die Wiederherstellungskosten aller Kirchen aufkommen werde, die in der Nacht vom 14. August während der Unruhen zerstört worden wären. Nach seinen Angaben seien in Ägypten 17 Kirchen völlig zerstört worden.

Die rund 700 adventistischen Kirchenmitglieder in Ägypten versammeln sich in 16 Kirchengemeinden. Sie unterhalten die Nile Union Academy (Mittelschule), ein Internat mit 130 Schülerinnen und Schülern, sowie die Zeitoun Adventist School, eine Grundschule mit 800 Kindern. Beide Bildungsinstitute unterhielten gute Beziehungen mit dem Gemeinwesen, in dem sie lebten, so Pastor Edwards.
_____________________________________________________________________________
Der Text kann kostenlos genutzt werden. Veröffentlichung nur mit eindeutiger Quellenangabe „APD“ gestattet!