Zürich/Schweiz, 21.08.2013/APD „Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn der letzte Dollar weg ist“, sagte der amerikanische Schriftsteller Mark Twain. Weil Haiti immer wieder von Naturkatastrophen, wie Wirbelstürmen und Erdbeben, heimgesucht werde, stünden die Bewohner jeweils vor dem Nichts, informierte Samuel Ndikumana, Leiter des Nähprojekts der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz, in Petit Goâve/Haiti. Berufsschulen, wie in der Schweiz oder Deutschland üblich, kenne man in Haiti nicht. Weil Frauen oft die wirtschaftliche Last ihrer Familie schultern müssten, verbessere eine handwerkliche Ausbildung ihre Chance, besser bezahlt zu werden oder mit einem Kleinunternehmen sich selbständig zu machen. ADRA biete in 600 Stunden während jeweils sechs Monaten insgesamt 300 Frauen die Möglichkeit, eine Nähausbildung an Industrie- und Haushaltnähmaschinen zu absolvieren. Der erste Kurs sei im Juni mit 180 Frauen abgeschlossen worden, und der zweite habe im Juli mit 120 Teilnehmerinnen begonnen, teilte das Hilfswerk mit.

Gleichzeitig würden auch ADRA-Nähateliers in Genossenschaftsform gegründet, so Ndikumana, denn gemeinsam könnten die Frauen ihre Interessen besser vertreten. Die Vermittlung von Kenntnissen zur Geschäftsführung sei Teil der Ausbildung. Die Näherinnen könnten vorerst in ADRA-Werkstätten arbeiten und später ihr eigenes Geschäft eröffnen. Die Hilfsorganisation ermögliche den jungen Frauen auch den Zugang zu Mikrokrediten.

Das Hilfswerk erhalte in Haiti technische Unterstützung vom Nationalen Institut für Berufsbildung INFP, bei dem die Frauen auch ihre Abschlussprüfungen ablegen könnten. Die Projektkosten im Höhe von 500.000 Euro würden von den ADRA Landesbüros von Frankreich, Kanada, Schweiz und USA finanziert.

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