Hergiswil und Eriz/Schweiz, 27.08.2013/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz führte vom 19. bis 23. August zwei Hilfseinsätze bei Bergbauern in Hergiswil/LU und Eriz/BE mit 40 Freiwilligen durch. „Seit 20 Jahren führen wir in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berghilfe SAB jährlich eine Freiwilligenwoche durch. Dieses Jahr haben wir aufgrund der vielen Anmeldungen von Freiwilligen zwei Hilfseinsätze durchgeführt“, sagte Alexandre Gasser, Geschäftsleiter ADRA Schweiz. In den vergangenen 20 Jahren hätten sich insgesamt 500 Freiwillige an den Hilfseinsätzen beteiligt. Der Gegenwert der geleisteten Arbeit entspreche eine Million Franken.

Hilfseinsatz in Hergiswil: Zimmereiarbeiten für Laufstall und Bau einer Trockenmauer
Auf 800 Metern über dem Meer hätten vier Frauen und zwölf Männer in ihrer Urlaubszeit auf der „Geissmatt“, oberhalb von Hergiswil/LU, Heubelüftungsroste und Holzwandelemente für den neuen Mutterkuhstall (Laufstall) gezimmert sowie eine 20 Meter lange Trockenmauer erstellt, sagte Monika Stirnimann, zuständig für Projekte von ADRA in der Schweiz. Zwei Freiwillige hätten den Einsatz vor Ort geleitet, ein Elektriker, der von einem Holzbautechniker unterstützt worden sei. Die freiwilligen Helfer im Alter von 20 bis 60 Jahren gehen unterschiedlichen Berufen nach: Chauffeur, Hausfrau, Kaufmännische Angestellte, Physiotherapeutin, Schlosser, Schreinerin und Zimmermann. Zwei Freiwillige kochten für ihre Kollegen und Kolleginnen. Das Hilfswerk müsste rund 3.000 Franken für diesen Hilfseinsatz aufwenden, vorwiegend für das Essen und den Transport der Freiwilligen vor Ort, so Stirnimann.

„Wir sind außerordentlich beeindruckt und dankbar für den Einsatz der Freiwilligen“, sagte der Bauer, Vater von fünf Kindern im Alter von 10 – 22 Jahren. Auch die Gemeindebehörde habe ihren Beitrag zum Hilfseinsatz leisten wollen, betonte Urs Kiener, Bürgermeister von Hergiswil; er habe den Freiwilligen kostenlos die Zivilschutzanlage im Dorf als Unterkunft zur Verfügung gestellt.

„Ich setze gerne eine Woche Urlaub für sinnvolle Arbeit ein, bei der man sofort sieht, was man gemacht hat“, sagte Andi Sailer, Maschinenführer. „Teamarbeit und Teamgeist sind großartig, man lernt neue Leute kennen, kann draußen arbeiten und macht Menschen eine Freude. Das alles gibt eine tiefe Befriedigung.“

Hilfseinsatz im Eriztal: Innenausbau, Umgebungs- und Instandsetzungsarbeiten
Seine Familie in der „Geissegg“, auf 1000 Metern über dem Meer, Gemeinde Horenbach-Buchen, in der Nähe von Thun/BE, sei in den vergangenen Jahren durch schwierige Zeiten gegangen, sagte der Bauer, Vater von vier Kindern. Bei der Renovierung des alten Hauses sei eine Decke eingestürzt, worauf die Familie für ein Jahr in einem Wohncontainer gelebt habe, der bei einem Sturm überschwemmt worden sei und die sechsköpfige Familie sich während eines weiteren Jahres auf eineinhalb Räume im Haus habe beschränken müssen. In dieser Zeit sei die Mutter der Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren schwer erkrankt und befinde sich gegenwärtig in der Rehabilitationsphase. Der Sturm habe auch einen kleinen Stall einfach „weggeblasen“, der wieder aufgebaut werden müsse, so der Bauer.

Die sieben Frauen und siebzehn Männer von 20 Jahren bis ins Pensionsalter, hätten von einem Vorplatz Verbundsteine palettiert, um den Platz neu zu nivellieren, eine Trockenmauer von 16 Metern Länge mit Treppe erstellt, Bäume gefällt und zu Brennholz verarbeitet, einen Holzzaun sowie zwei Geländer bei der Scheuneneinfahrt errichtet, so Monika Stirnimann. Im Haus seien Sockelleisten montiert, ein Schuhgestell gezimmert und viele kleine Schreinerarbeiten erledigt worden. Ein pensionierter Landmaschinenmechaniker habe mit einem Gehilfen an den Fahrzeugen und Maschinen Service- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt, nötigenfalls auch geschweißt. „Was die beiden geschafft haben, hätte ich kaum zahlen können“, sagte der Bauer.

Auch diese Freiwilligen führen unterschiedliche Berufe aus: Baumaschinen- und Landmaschinenmechaniker, Elektriker, Elektroniker, Förster, Hausfrau, Hochspannungs-Sicherheitstechniker, Pastor, Schneiderin, so Stirnimann. Ein Rettungssanitäter habe mit zwei Mitarbeitern für die 24 Freiwilligen gekocht.

„Was die 24 Freiwilligen in dieser Woche geleistet haben, hätte ich alleine gar nicht schaffen können. Bei gewissen Tätigkeiten braucht es vier oder mehr Hände“, sagte der Bauer. „Wir sind sehr dankbar für diesen Einsatz.“

Laut Stirnimann müsste ADRA Schweiz für den Hilfseinsatz im Eriztal rund 4.500 Franken für Essen, Unterkunft und den Transport der Freiwilligen vor Ort aufwenden. Die Einsätze seien deshalb so kostengünstig, weil die Freiwilligen ihre Zeit zur Verfügung stellten und die Bauern die meisten Arbeitsgeräte und Baumaterialien.

ADRA Schweiz ist Partner der Glückskette
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen Landesbüros und gewährt Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft.

ADRA Schweiz (www.adra.ch) ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und genießt Steuerfreiheit. Das Hilfswerk wurde 2013 von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) für weitere fünf Jahre bestätigt. Das ZEWO-Gütesiegel steht für den zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden. ADRA Schweiz ist Partner der Schweizer Glückskette: http://www.glueckskette.ch

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