Ostfildern, 26.09.2013/APD   Als Kandidaten der „Alternative für Deutschland“ (AfD) bei der Wahl zum Deutschen Bundestag traten auch zwei Siebenten-Tags-Adventisten an. Der Geologe Dr. Dr. Matthias Dorn (59) war Direktkandidat im Wahlkreis 41 (Hannover Stadt I). Dieser Wahlkreis ist fest in der Hand der SPD. Nur 1957 konnte ein CDU-Kandidat das Direktmandat erlangen. Auch diesmal schaffte es wieder die SPD. Die Diplom-Sozialpädagogin Kerstin Tack zieht mit 43,5 Prozent der Stimmen erneut als Abgeordnete in den Deutschen Bundestag ein. Dorn erreichte zwar nur 3,2 Prozent der Erststimmen. Damit lag er hinter den Direktkandidaten von CDU (36,5 Prozent), Grünen (7,7 Prozent) und DIE LINKE (5 Prozent), aber noch vor den PIRATEN (1,9 Prozent) und der FDP (1,5 Prozent). An Zweitstimmen erhielt die AfD im Wahlkreis 3,6 Prozent.

Im Wahlkreis 100 (Rheinisch-Bergischer Kreis) war der Unternehmensberater Martin Haase (58) aus Bergisch Gladbach Direktkandidat der AfD. In diesem Wahlkreis ist traditionell die CDU führend. Nur 1972 siegte die SPD. Auch diesmal schaffte erneut der CDU-Direktkandidat Wolfgang Bosbach mit 58,5 Prozent den Sprung in den Deutschen Bundestag. Die SPD kam dagegen auf 25 Prozent der Erststimmen. Die Grünen erreichten 6,9 Prozent, und DIE Linke schaffte 4,1 Prozent. Für Martin Haase stimmten 2,8 Prozent. Er lag damit noch vor der FDP (1,7 Prozent). Im Wahlkreis 100 entschieden sich 4,7 Prozent der Wähler für die AfD. Die erst in diesem Jahr gegründete wertekonservative und euroskeptische Partei verfehlte auf Bundesebene mit 4,7 Prozent der Zweitstimmen nur knapp den Einzug in den Deutschen Bundestag.

Nur einmal gelangte bisher ein Adventist als Abgeordneter in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 1998 war der Bauunternehmer Frank Hempel in Mecklenburg-Vorpommern für die SPD Direktkandidat im damaligen Wahlkreis 270 (Neustrelitz, Stasburg, Pasewalk, Ueckermünde, Anklam). Er wurde mit der knappen Mehrheit von 13 Stimmen in den 14. Deutschen Bundestag gewählt. Dort war er unter anderem Mitglied des Bundestagsausschusses für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zur Bundestagswahl 2002 wurden die Wahlkreise vergrößert, sodass weniger Abgeordnete ins Parlament einzogen. Hempel trat nicht mehr zur Wahl an, sondern arbeitete als Referent im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten ermutige ihre Mitglieder nicht zum politischen Engagement oder rate ihnen davon ab. „Das ist eine Entscheidung, die jedes Gemeindeglied für sich treffen muss“, betonte der frühere Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), Dr. Bert B. Beach. Wenn Christen in wichtigen Regierungsstellen ihren Dienst verrichteten, könnten sie ihren Einfluss zum Schutz der Menschenrechte sowie der Glaubens- und Gewissensfreiheit nutzen. Grundsätzlich bleibe es aber dem Einzelnen überlassen, ob und wie er sich politisch betätige.
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