ACK-Vorsitzender: „Wo christliche Gemeinden unterschiedlicher Herkunft sich versammeln, hat Fremdenfeindlichkeit keine Chance“

Frankfurt/Main, 08.11.2013/APD   Anlässlich des 75. Gedenktages an die sogenannte „Reichspogromnacht“ am 9. November 1938 ruft der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der römisch-katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), dazu auf, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse vor 75 Jahren wach zu halten. Die gemeinsame Erinnerung aller Christen sei eine wichtige Quelle für Toleranz und ein versöhntes Miteinander.

Es gehöre mittlerweile zu einer guten Tradition, dass Gedenkgottesdienste zur „Reichspogromnacht“ meist ökumenisch gefeiert würden, sagte Bischof Wiesemann anlässlich der 75. Wiederkehr des 9. November. In das Gedenken an die Opfer mische sich auch die Scham über das Schweigen von Christen. Dennoch biete sich die Chance, gemeinsam Bilanz zu ziehen. „Indem vor Gott Menschen ihr Versagen eingestehen, können sie auch neu den Weg zueinander finden und Brücken zu den Mitmenschen bauen“, so Wiesemann. Das Erinnern an die Zerstörung und Schändung vieler Synagogen, jüdischer Geschäfte und Wohnhäuser in dieser Nacht vor 75 Jahren, aber auch an die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft insgesamt sei ein wichtiger Beitrag für die Gestaltung eines humanen Miteinanders. Hier komme dem gemeinsamen Zeugnis aller Christen eine wichtige Bedeutung zu.

Der ACK-Vorsitzende rief dazu auf, im Gedenken an die Ereignisse des Jahres 1938 nicht nachzulassen und dies wo möglich als Christen gemeinsam zu tun. „Wo Gemeinden unterschiedlicher Kultur, Sprache und Herkunft sich miteinander vor Gott versammeln, haben Fremdenfeindlichkeit und Rassismus keine Chance“, betonte der Bischof.

Einige regionale ACKs geben Arbeitshilfen und Materialien zum Gedenken an die „Reichspogromnacht“ heraus, so die ACK Baden-Württemberg (www.ack-bw.de) und die ACK Nordrhein-Westfalen (www.ack-nrw.de).
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