Christliche Publikation darf den Namen „Allah“ nicht verwenden

Genf/Schweiz, 14.11.2013/APD   Der Lutherische Weltbund (LWB) zeigt sich besorgt über die Entscheidung eines Berufungsgerichts in Malaysia, das der römisch-katholischen Wochenzeitung „Herald“ verboten hat, das malaiische Wort „Allah“ zu verwenden, wenn von Gott die Rede ist. LWB-Präsident Bischof Dr. Munib A. Younan und LWB-Generalsekretär Pfarrer Martin Junge bezeichneten das Urteil als Versuch, die Freiheit der Religionsausübung und Meinungsäußerung in Malaysia einzuschränken. „Das Urteil läuft der jahrhundertealten, allgemein akzeptierten Verwendung des Wortes ‚Allah‘ durch arabische Christen im Nahen Osten und in anderen Teilen der Welt zuwider“, so die LWB-Vertreter.

In einer Entscheidung vom 14. Oktober hatte das malaysische Berufungsgericht bestätigt, dass die Wochenzeitung „Herald“ die Verwendung des Wortes „Allah“ unterlassen müsse und dass ein entsprechender Ministerialerlass die verfassungsmäßigen Rechte der Publikation nicht verletze. Das Gericht befand, die Verwendung des Namens „Allah“ sei nicht wesentlich für den Glauben und die Praxis des Christentums, und eine solche Verwendung würde Verwirrung stiften.

In einem Schreiben an malaysische Kirchen stellten Younan und Junge fest, das Wort „Allah“ werde seit rund 2.000 Jahren von Christen verwendet. Wenn malaiisch-sprachigen Christen verboten würde, Gott als „Allah“ anzusprechen, wären ihre Lehre, Praxis, ihr Gottesdienst und ihre Gebräuche nicht länger frei, betonten die LWB-Vertreter in ihrem Brief an die Leitungen der Basler Christlichen Kirche Malaysias, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Malaysia, der Lutherischen Kirche in Malaysia und Singapur sowie der Protestantischen Kirche in Sabah. „Religiöse Intoleranz ist eine Quelle von Gewalt und Leid, während die Religionsfreiheit ihrerseits Quelle und Grundlage friedlicher Koexistenz ist“, heißt es in dem Schreiben.

In Malaysia stellen Muslime (vor allem Sunniten) etwa 61 Prozent der Bevölkerung von 29 Millionen Menschen. Christen sind im Land mit neun Prozent vertreten. Dazu kommen 19 Prozent Buddhisten, sechs Prozent Hindus, drei Prozent Konfuzianer sowie Daoisten und Sikhs. Der LWB ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund/Schweden gegründet, zählt er inzwischen 142 Mitgliedskirchen, denen rund 70 Millionen Lutheraner in 79 Ländern angehören.
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